| | Dieser Artikel ist keine offizielle Aussage der Piratenpartei Deutschland, sondern hier findet gerade eine offene Diskussion des Themas statt. Wenn Du meinst diese Idee erweitern zu können tu es aber bitte beachte die Diskussionsregeln. Ist die Idee mehr als Einzelmeinung und tragfähig, so kann man das ganze auch als Entwurf kennzeichnen. |
Diese Seite widmet sich einem allgemeinen Konzept der 'Liquid Democracy'. Eine innerparteiliche Umsetzung von Liquid Democracy bei den PIRATEN wird auch im Rahmen der AG Liquid Democracy (vorläufiger Name) unter Innerparteiliche Demokratie diskutiert.
Es gibt weiterhin einen Liquid-Democracy-Squad in Berlin, der sich mit der Umsetzung von Liquid Democracy innerhalb des Landesverbandes Berlin beschäftigt.
Inhaltsverzeichnis |
Unter "Liquid Democracy" versteht man eine Mischform zwischen indirekter und direkter Demokratie. Während bei indirekter Demokratie ein Delegierter zur Vertretung der eigenen Interessen bestimmt wird und bei direkter Demokratie alle Interessen selbst wahrgenommen werden müssen, ergibt sich bei Liquid Democracy ein fließender Übergang zwischen direkter und indirekter Demokratie. Jeder Teilnehmer kann selbst entscheiden, wie weit er seine eigenen Interessen wahrnehmen will, oder wie weit er von anderen vertreten werden möchte. Insbesondere kann der Delegat jederzeit sein dem Delegierten übertragenes Stimmrecht zurückfordern, und muss hierzu nicht bis zu einer neuen Wahlperiode warten. Es ergibt sich somit ein ständig im Fluss befindliches Netzwerk von Delegationen.
Es ist wichtig, zwischen den Anwendungsfällen
zu unterscheiden.
Teilweise wird unter "Liquid Democracy" ein konkretes Konzept des sogenannten "delegated votings" verstanden, teilweise geht die Vorstellung von Liquid Democracy jedoch auch darüber hinaus. Es ist daher bei der Verwendung des Begriffs "Liquid Democracy" stets angebracht zu erläutern, was jeweils genau im Einzelfall darunter verstanden wird.
Die Piratenpartei umfasst derzeit über 10.000 Mitglieder. Um weiterhin basisdemokratisch Entscheidungen treffen zu können, benötigen wir eine Alternativlösung zu den bisher bei Parteien üblichen Vertreterversammlungen.
Unabhängig von einem Einsatz der Konzepte der Liquid Democracy innerhalb der Piratenpartei, gibt es auch die Idee, das Parteiensystem durch eine Liquid Democracy abzulösen. Somit könnte der eigentliche Anspruch der Demokratie verwirklicht werden: Demokratie bedeutet, zu jeder Zeit gezielt zu einzelnen Themen verbindlich Stellung beziehen zu können und nicht nur alle vier Jahre die Wahl zwischen Parteien mit unverbindlichen Parteiprogrammen zu haben. Im Informationszeitalter haben sich die Voraussetzungen so verändert, dass demokratischer Diskurs auch in großen Gesellschaften potentiell möglich ist.
Jeder Teilnehmer kann zu jedem Zeitpunkt für sich selbst entscheiden, wo auf dem Kontinuum zwischen repräsentativer und direkter Demokratie er sich aufhalten möchte. Jederzeit. Das bedeutet, dass ich als Teilnehmer beispielsweise sagen kann:
Dieses Mix-Prinzip ist entscheidend, da man sich nicht mehr für ein Bündel von Prinzipien entscheiden muss, wie es beispielsweise eine Partei bietet, sondern man sich je nach Thema die Experten aussuchen kann, denen man vertraut - oder selbst entscheiden kann. Essentiell dabei ist auch, dass man diese "Stimmvergabeentscheidung" jederzeit ändern kann und sein Stimmgewicht umverteilen kann.
Um das Ganze noch anschaulicher zu machen, soll "Delegated Voting" mit Hilfe einer neuen Grafik erklärt werden.
Anhand einer Abstimmung zur Akzeptanz von Liquid Democracy soll das Konzept praktisch erprobt und für jeden unmittelbar erlebbar werden. Jeder Interessierte ist aufgerufen sich daran zu beteiligen. Man kann seine Stimme entweder selbst abgeben oder sie an jemanden delegieren. Man hat jederzeit die Möglichkeit seine Entscheidung zu ändern und kann sich dabei aktiv oder passiv an der Diskussion beteiligen.
Der Hauptartikel zur Umsetzung ist unter Liquid Democracy/Weitere Gedanken zur Umsetzung.
Auf dieser Testseite machen wir uns Gedanken, wie so etwas im Wiki aussehen könnte.
Ok, wie wollen wir das in der Piratenpartei umsetzen?
Der Punkt 4 ist kein zwingender Punkt hierbei. Ich stelle dies hier heraus, da es nur einen potentiellen und keinen zwingenden Punkt darstellt. Liquid Democracy ließe sich auch ohne Software in Papierform durchführen.Aloa5 16:29, 26. Feb 2007 (UTC)
Ebenfalls zu Punkt 4 möchte ich gerne auf die (von mir/uns Dortmundern) schon seit langem geplante Integration in eine GroupWare-Lösung hinweisen, welche ich z.B. jetzt gerade wieder evaluiere. Erste Testläufe wurden schon vor ca. einem halben Jahr mit befriedigendem Ergebnis bereits durchgeführt. -- Telsh 15:21, 17. Jun 2007 (CEST)
Siehe auch Innerparteiliche Demokratie.
Der Landesverband Berlin setzt seit Anfang 2010 die Software LiquidFeedback zur innerparteilichen Entscheidungsfindung ein. Grundlage bildet hierzu die im Februar 2010 beschlossene Satzungsänderung, siehe § 11 Liquid Democracy der Berliner Landessatzung.
Der Berliner Landesverband betreibt LiquidFeedback unter https://lqpp.de/ und lädt andere Landesverbände ein, die Software ebenfalls zu testen. Hierzu wird interessierten Landesverbänden kostenlos eine eigene Instanz von LiquidFeedback installiert. Siehe hierzu: Berliner Vorstandsbeschluss vom 10. Januar 2010.
Zur Zeit setzt auch der Landesverband Nordrhein-Westfalen eine Test-Instanz von LiquidFeedback ein. Der Kreisverband Münster setzt für die Arbeit in der Kommunalpolitik und der Hochschulgruppe Adhocracy ein.
TODO: Weiteren Einsatz von Software (z.B. Adhocracy) bitte hier ergänzen.
Bezüglich des innerparteilichen Einsatzes ist das Ziel, Entscheidungen nicht im Rahmen von Vertreterversammlungen zu treffen, sondern einen basisdemokratischen Ansatz auch bei steigenden Mitgliederzahlen umsetzen zu können. Somit wird es Lobbygruppen erschwert, durch die Manipulation weniger Parteimitglieder (z.B. Vorständen) auf den Kurs der Piratenpartei Einfluss zu nehmen. Andere Parteien könnten unter einen moralischen Druck gesetzt werden, ähnliche Konzepte zur Sicherstellung der Basisdemokratie umzusetzen. Nicht zuletzt wäre der Einsatz von Liquid Democracy bei der Piratenpartei ein echter Grund diese zu wählen, da ihre Entscheidungen auf demokratischem Wege getroffen werden.
Auf jeden Fall müssen wir diese Ideen sorgfältig ausformulieren, schließlich sind wir nicht nur für Datenschutz und Datensparsamkeit, sondern auch gegen die nahezu dilettantischen Fehler, die bei der Implementierung von Wahlcomputern gemacht wurden. Die wollen wir nicht wiederholen. Elektronische Demokratie darf nicht 'zentrale Wahl-Manipulation' bedeuten.
In der aktuellen Implementation von LiquidFeedback wurde hier beschriebene Geheimhaltung allerdings nicht umgesetzt. Weitere Gedanken, wieso Liquid Democracy um Geheimhaltung erweitert werden sollte, und wie.
Hier gibt es eine separate Seite für Ausführliches! Liquid Democracy Einwände
Siehe auch: Abstimmtool, Diskussionsplattform