AG Meinungsfindungstool/Ergebnisse/DieGrundidee

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Die Grundidee

Einleitung

"Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit."
(Artikel 21 GG Absatz 1)

Eine der vordringlichsten Aufgaben der Piratenpartei ist die Mitwirkung bei der
politischen Willensbildung des Volkes. Die Piratenpartei setzt dabei auf
Partizipation und Teilhabe am politischen Prozess.
Leider ist die repräsentative Demokratie dafür nicht sehr gut geeignet. Sie ist
ein Relikt aus vergangenen Zeiten, entwachsen aus Einschränkungen, die damals
existierten. Wir haben heute neue Möglichkeiten und wir möchten nicht Inhalte
setzen, sondern wir möchten das Betriebssystem dafür aufsetzen, damit das Volk
wieder die Politik mitbestimmen kann. Für die Willensbildung stellen sich Probleme
und Fragen, welche größtenteils auch in anderen Formen der Kommunikation,
Kollaboration und gemeinsamen sozialen Interaktionen und Prozesse relevant sind.

Problemstellung

"Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie
entstanden sind."
(Albert Einstein)

Die Herausforderung besteht darin, den Willensbildungsprozess mit Hilfe technischer
Unterstützung für eine beliebig große Anzahl von Teilnehmern zu öffnen.
Dabei gibt es technische, konzeptionelle und menschliche Problemstellungen.

Generelle Herangehensweise

Zur Überwindung dieser Probleme in Willensbildungsprozessen wird von den AGen
Bürgerbeteiligung (BB), Meinungsfindungstool (MFT) und Liquid Democracy (LD)
die Realisierung von drei vernetzten Teilsystemen (Informations-, Diskussions-
und Beschlusssystem) verfolgt. Durch vielfältige Wechselwirkung sowohl innerhalb
der Teilsysteme als auch zwischen den Teilsystemen sollen die Qualität des
gespeicherten Wissens und Synergie-Effekte der kollektiven Willensbildung
optimal unterstützt werden.

Übersicht Willensbildungssystem


Globaler Lösungsansatz

"Es ist das Los der Menschheit, dass die Wahrheit keiner hat. Sie haben
sie alle, aber verteilt, und wer nur bei einem lernt, der vernimmt nie,
was die anderen wissen." (Johann Heinrich Pestalozzi)

Als vernetzende AG wollen wir die Kräfte verschiedener Projekte bündeln, ohne
Freiheiten zu beschneiden. Je effektiver die Teilsysteme ihrer jeweiligen
Aufgabe gerecht werden, desto effizienter wird der gesamte Willensbildungsprozess.
Optimal aufbereitete Information verkürzt die notwendige Diskussion und eine
effiziente Diskussion vereinfacht dabei den Entscheidungsprozess. Dies führt
im Ideal zu qualitativ verbesserter Kommunikation durch gemeinsames Lernen und
fördert so eine optimale Willensbildung durch Nutzung der kollektiven Intelligenz
(Piratensprech: Schwarmintelligenz).

Framework des Diskussionssystems

Technisch wollen wir eine Grundstruktur (Framework) schaffen, auf der die
unterschiedlichen MFT-Gruppen ihren Prototypen als Plug-In aufsetzen. Dabei
soll das Diskussionsystem derart allgemein, flexibel und erweiterbar gestaltet
werden, dass durch die Realisierung des Frameworks selbst keinerlei Methodik
oder Ideologie zur Willensbildung vorgegeben wird. Die eigentlichen Prozesse
und Abläufe der Willensbildung werden innerhalb des Diskussionssystemes durch
beliebige Erweiterungen (Plug-Ins) implementiert. Die Plug-Ins nutzen dabei
eine gemeinsame Basis, welche durch einen Framework Standard definiert wird.
Dieser Standard ermöglicht die Interoperabilität der jeweiligen Plug-Ins
innerhalb des Diskussionssystems.

Detail Diskussionssystem

Plug-Ins

Jedes Plug-In realisiert eine eigene Struktur bzw. Methode zur Führung einer
Diskussion. So können diese Plug-Ins und deren Herangehensweisen unabhängig
voneinander entwickelt, getestet und genutzt werden. Voraussetzung ist, dass das
jeweilige Plug-In einen Migrationspfad, z.B. in Form einer Ontologie anbietet,
damit die Plug-Ins untereinander die Daten austauschen können. Eine 1:1 Abbildung
wird aufgrund unterschiedlicher Zielsetzungen einzelner Plug-Ins nicht immer
möglich sein. Wo dies aber den Benutzern angeboten wird, können diese beliebig
zwischen den einzelnen, durch die Plug-Ins implementierten Methoden wechseln und
so den Diskussionsverlauf nach ihren persönlichen Kriterien optimieren.


Vorteile dieses selbstlernenden Systems

Die Diskussion, was das beste MFT ist, wird ersetzt durch einen freien
Wettbewerb unterschiedlicher MFTs (Plug-Ins), die sich ihre Daten teilen.
Durch die gemeinsame Benutzung der Daten entsteht ein verlustarmer
Evolutionsprozess. Dadurch ensteht ein selbst-lernendes System, bei dem die
Benutzer in Zukunft einen Mix aus denjenigen MFT (Plug-Ins) verwenden werden,
die sich aus der Praxis heraus als sinnvoll ergeben haben, ohne dass die
Entwickler des Diskussionssystems heute wissen müssen, wie dieser Mix
aussehen wird.

  • Der Benutzer kann zwischen den unterschiedlichen Diskussionsmethoden/MFTs hin
    und her-wechseln und in der Praxis erproben, welches MFT ihm mehr zusagt
  • Die Entwickler eines MFTs bekommen auch Input aus anderen MFT Communities.
    Anstatt dass man sich gegenseitig Leute ganz abzieht, werden Synergien geschaffen.
  • Alle MFTs können auf die Daten der anderen MFT zugreifen, so dass verschiedene
    Lösungsstrategien für das Problem der Willensbildung parallel entwickelt
    und getestet werden können. So werden wir nicht nur schneller Lernen, sondern es
    können auch Synergie-Effekte für eine effizientere Willensbildung genutzt werden.

Hinweis

Die Grundidee steht im Einklang mit den beschlossenen Prämissen für das weitere Vorgehen bei der Erstellung eines Prototypen!