HH:Landesprogramm/Anträge/Erhalt des Digitalen Erbes (0001)

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Pictogram voting keep-light-green.svg Der Antrag Erhalt des Digitalen Erbes (0001) wurde am 14.08.2012 eingereicht.

Am 08.09.2012 wurde er vom 14. Landesparteitag angenommen.


Antrag

Antragstitel: Erhalt des Digitalen Erbes

Antragsteller: <section begin=antragsteller />Sascha Morlok und Michael Büker<section end=antragsteller />

Antragstext

Tango-text-x-generic with pencil.svg Antrag an den Landesparteitag der Piratenpartei Hamburg

Dem Wahlprogramm wird im Kapitel Digitale Gesellschaft folgender Absatz hinzugefügt.

Erhalt des Digitalen Erbes
Die Piratenpartei Hamburg erachtet Software als Kulturgut, das es zu bewahren gilt. Ähnlich wie Bücher, Kunst und andere Zeugnisse von Gesellschaft und Geschichte soll dieses „Digitale Erbe“ archiviert, konserviert und zur Anschauung erhalten werden. Bibliotheken, Museen und andere Einrichtungen zum Erhalt von Kulturgütern sollen in solchen Bemühungen unterstützt werden. Insbesondere sollen Technologien gefördert werden, die auf den Erhalt von Speichermedien und die Entwicklung neuer, langlebiger digitaler Speicher abzielen.
Auch im Internet werden ständig Kulturgüter wie Blogeinträge, Grafiken und mehr veröffentlicht. Diese sind durch das schlichte Auslaufen eines Vertrags oder Abschalten eines Servers in ihrer Existenz bedroht. Die Piratenpartei Hamburg hält diese Güter ebenfalls für erhaltenswert und möchte neue wie bestehende Bestrebungen und Initiativen unterstützen und fördern, deren Ziel die Archivierung von im Internet veröffentlichten Inhalten ist.


Begründung

Uns droht in naher Zukunft ein erheblicher Daten- und somit auch Kulturverlust. Digitale Speichermedien haben eine vergleichsweise geringe Lebensdauer, die selbst unter idealen Bedingungen unter der von einfachem Papier liegt. Dies liegt nicht nur an allgemeinen Verfallsprozessen oder Schäden, sondern vor allem an der immer fortschreitenden Technik, die oft nicht mehr abwärtskompatibel zur vorherigen Generation von Speichermedien oder Programmen ist. Zudem sind viele Speichermedien oder Geräte, in denen die Programme fest integriert waren, nur auf eine begrenzte Lebensdauer ausgerichtet und werden mit der Zeit unbrauchbar.

Viele Computerprogramme werden so in naher Zukunft verloren gehen, da sie schlicht zu alt sind. Dieses Problem muss heute ernst genommen und der Entwicklung entgegen gesteuert werden. Es kann nicht sein, dass Initiativen die in diesem Bereich tätig sind sich allein durch Spenden finanzieren müssen. Der Erhalt eines Digitalen Erbes ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und sollte deshalb von der Allgemeinheit unterstützt werden. Computerprogramme müssen - zusammen mit kompatiblen Computern - in Staatsarchive aufgenommen werden und vermehrt über Bibliotheken bezogen werden können.

Hierbei darf man sich aber nicht nur auf die Archivierung beschränken, sondern muss auch einen Blick auf die technische Entwicklung werfen und Entwicklungen unterstützen, die eine längere Lebensdauer digitaler Speichermedien versprechen. Ein weiterer großer Aspekt ist die Archivierung "des Internets". Jeden Tag verwaisen Webseiten, oder werden komplett eingestellt. Inhalte gehen somit oft unwiederbringlich verloren. Es müssen somit Mittel und Wege gefunden werden dies zu verhindern und Inhalte zu archivieren (wie es zum Teil schon getan wird, allerdings oft nur ungenügend).

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