Benutzer:CSteinbrenner/SocialCommunities

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Social Communities

gesellige Gemeinschaften

Social communities werden immer wieder falsch mit soziale Netzwerke übersetzt, um die positive Konnotation von Menschenfreundlichkeit zu erheischen, obwohl die Übersetzung gesellige Gemeinschaften viel treffender ist. Gesellig deshalb, weil für die meisten Menschen nicht mehr dabei heraus kommt als ein unverbindlicher Zeitvertreib mit virtuellen Menschen die man vorher nicht kannte, nicht wirklich kennen lernt, und von jetzt auf gleich plötzlich aus den Augen verlieren oder ignorieren kann.

Es wird die Illusion von Gemeinsamkeit erzeugt.

Das ist nichts neues. Auf dem Oktoberfest, wenn 6 Leute auf Tuchfühlung auf eine Bierbank gezwängt werden, kommt durch den Genuß der zu diesem Anlaß produzierten Drogen (Bier), durch die Wirkung des Alkohols dann doch so etwas wie Geselligkeit zustande. Man fühlt sich irgendwie durch die Situation verbunden... kann im angetrunken Zustand den Leuten um sich herum was auch immer erzählen, sich peinlich verhalten, und Spass dabei haben. Genauso wie bei den geselligen Gemeinschaften ist diese Geselligkeit nur temporär... doch anders als bei den geselligen Gemeinschaften ist alles was zusammengedrängt auf der Bierbank geschah flüchtig und schnell wieder vergessen.

Unternehmenskommunikation per Twitter ist unseriös

Ich halte irgendwelche Mitteilungen von Unternehmen über Twitter für absolut unseriös. Dieser Kommunikationskanal, der keine Prüfung der Echtheit der Nachricht und des Senders erlaubt, kann von jedem der Gerüchte im Namen eines Unternehmens in die Welt setzen will genutzt werden. Und wenn jemand vorgibt für ein Unternehmen zu sprechen, woher will ich wissen ob es so ist. Und selbst wenn diese Person bei dem Unternehmen arbeitet, weiss ich noch lange nicht ob sie Informationen die zuverlässig sind verbreitet oder nur rein privat irgendwas in die Welt hinaus plaudert.

Zunehmends habe ich den Eindruck, dass die Kommunikation über gesellige Gemeinschaften von Unternehmen aber auch tatsächlich gerne genutzt wird, weil man viel versprechen kann, immer billig viele Leute erreicht die es glauben, und am Ende wenn man nichts davon erfüllt, kann man zur Not ja immer noch sagen, dass die Firma dies nie offiziell gesagt habe, und dass diese Kommunikation nicht authorisiert war.

Das fällt bei der Veröffentlichung auf der Internetpräsenz des Unternehmens ungleich schwerer, sich von eindeutigen Ankündigungen und Zusicherungen die man dort getroffen hat zu distanzieren.

Monopolisierung von Kommunikation

Der imense Zulauf zu den bekannten geselligen Gemeinschaften unter vernachlässigung anderer Kommunikationskanäle durch deren Nutzer führt faktisch zu einer Monopolisierung der Kommunikation großer Teile der Bevölkerung in den Händen eines einzelnen privaten Anbieters.

Statt allgemeiner Standards die von vielen Anbietern genutzt werden um zum Beispiel e-mail Kommunikation zur Verfügung zustellen, ist bei geselligen Gemeinschaften alles proprietär und der Willkür des Betreibers unterworfen.

Abhängigkeit

Diese Monopolsierung schaft Abhängigkeit von einem Anbieter, denn selbst wenn man durch dessen Willkür keine wirklichen Freunde verlieren kann, so kann man doch das Stück Illusion von Geselligkeit, das man sich aufgebaut hat, durch dessen Willkür verlieren.

Nun muss man wohl weniger fürchten, dass ein Kommunikationskanal wie Twitter von heute auf morgen abgeschaltet wird, wie dies bei weitaus kleinern Plattformen wie Foren die als Hobby betriebenen wurden früher ab und an passiert ist. Hatte man versäumt die gewonnenen Kontakte auch auf andere Kanäle zu stellen waren diese für immer verloren.

Exklusion

Neben der Abhängigkeit der Nutzer geselliger Gemeinschaften kommt es aber auch zu einer Exklusion jener die aus den verschiedensten Gründen - sei es weil sie sich davon nicht angesprochen fühlen, sei es weil sie die Gefahren erkennen - sich verweigern ebenfalls an den monopolisierten abhängigen Kommunikationen der geselligen Gemeinschaften teilzunehmen.

Dies führt zu einer Zweiteilung der Gesellschaft. Denn eine Hälfte die dem Hype nicht aufsitzt kann mit der anderen Hälfte nicht mehr kommunizieren. Dabei sind jene die ausschliesslich auf beispielsweise Twitter oder Facebook Kommunikation reagieren nicht nur Privatpersonen. Oftmals sind es auch Firmen und Organisationen die blind ob des Hypes um gesellige Gemeinschaften für eine Hälfte potentieller Kunden/Mitglieder nicht mehr erreichbar sind, weil sie nur noch die scheinbaren Möglichkeiten der einfach unverbindlichen Manipulation Vieler in den geselligen Gemeinschaften sehen.

Fazit

Gesellige Gemeinschaften sind eine Möglichkeit Zeit tot zu schlagen. Der Umstand, dass viele Menschen ihre Kommunikation auf diesen einen Kanal verringern, führt zu einer großen Abhängigkeit von der Willkür des Betreibers dieses Kommunikationskanals. Auch wenn gesellige Gemeinschaften keine Auswirkungen auf die wirtschaftliche Existenz von Menschen haben mögen, ist die Gefahr der psychischen Abhängigkeit und die Vulnerabilität durch die Willkür des Betreibers dennoch eine ernst zu nehmende Bedrohung für die psychische Gesundheit von Millionen Nutzern. Neben der Exklusion der sich den Hype Verweigernden, werden gesellige Gemeinschaften von Unternehmen instrumentalisiert, um Kunden zu manipulieren, indem durch Verbreitung jederzeit dementierbarer Versprechen Kaufentscheidungen manipuliert werden.