Benutzer:CSteinbrenner/Finanzpolitik

Aus Piratenwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Finanzpolitik

Griechenlandrettung? Nein Danke!

Wessen Geld wird gerettet?

Es geht doch nicht um die Rettung Griechenlands, sondern nur um die Rettung von Banken und Investoren die sich verzockt haben.

Und nein. Die Spareinlagen sind sicher... denn die Banken handeln anders als es der gesunde Menschenverstand erwarten läßt: Wenn ich 1000 EUR fest anlege und die Bank gesetzlich zu 10% Liquididtätsreserve verpflichtet ist, kann sie nicht etwa wie man intuitiv sagen würde 900 EUR Kredite vergeben. Sondern Sie vergibt bis zu 9000 EUR Kredite, dafür sind die 1000 EUR die ich anlegte dann die vorgeschriebene Liquiditätsreserve... meine 1000 EUR liegen also irgendwo im Schrank, und selbst wenn von den 9000 EUR Geldes, das die Bank per Giralschöpfung erzeugt hat, kein Cent zurück kommt, so hat sie immer noch meine 1000 EUR im Schrank liegen.

Es geht also nur Geld verloren, dass nie von der EZB ausgegeben wurde, sondern von der Bank frei erfunden wurde, aus dem Nichts. Es gehen also lediglich Gewinne verloren mit denen die Bank gerechnet hat, wenn ein Kredit ausfällt. Aber NICHT die Spareinlagen, denn die liegen ja immer noch im Schrank, und werden, wenn Kredit und Zins nicht mehr zurück gezahlt wird nicht mehr als Liquiditätsreserve für die 9000 EUR Kredit benötigt, und können dann problemlos wieder ausgezahlt werden.

Was hier gerettet werden soll ist also nicht Griechenland, sind nicht die Sparbücher der kleinen Leute, sondern die Gewinnerwartungen der Banken und Zocker, und nicht zuletzt das Unwissen der Bevölkerung darüber, wie diese Banken funktionieren, und dass diese neunmal soviel Kredite ausgeben als sie Einlagen haben, damit im Jahr 80%+ an Zinseinnahmen auf jeden Euro Einlage haben, während Sie dem Sparbuchinhaber mit einem niedrigen einstelligen Prozentsatz abspeisen. Denn aus 1000 EUR auf dem Sparbuch zu 2% werden 9000 EUR Dispokredite zu 14,5%. Wenn niemand Privatinsolvenz anmeldet, werden mit den 1000 EUR auf dem Sparbuch also 1300 EUR Zinseinnahmen für die Bank generiert.

Das ist das was keinesfalls bekannt werden darf, was die Bevölkerung gegen die Banken aufbringen würde. Stattdessen läßt man die Bevölkerung lieber in dem Glauben, dass das Guthaben auf dem Sparbuch bei Ausfällen der an Griechenland vergegbenen Kredite gefährtdet ist.

So zumindest ist mein Kenntnisstand und meine daraus folgende Meinung die ich zu dieser Angelegenheit habe.

Anmerkung: It is well enough that people of the nation do not understand our banking and monetary system, for if they did, I believe there would be a revolution before tomorrow morning. (Henry Ford)

Wer hier gerettet werden soll ist gemeinhin Bekannt und kein Geheimwissen, sondern aus verschiedenesten Richtungen zu hören. Sei dies von Sarah Wagenknecht in einer Rede im Deutschen Bundestag

http://www.sahra-wagenknecht.de/de/article/1075.wir-haben-kein-rettungsprogramm-fuer-den-euro-sondern-fuer-die-finanzmafia.html

oder von Erwin Pelzig alias Frank Markus Barwasser in "Neues aus der Anstalt" vom 27.9.2011

Was ist mit der Demokratie Griechenlands?

Die EU als ein Zusammenschluss von demokratischen Staaten die Ihre Autonomie behalten ist eine schöne Sache... doch was machen wir aktuell mit Griechenland? Die Entscheidung ob diese in die Insolvenz gehen und dannach einen Neuanfang machen können lassen wir Ihnen nicht. Stattdessen entscheiden wir, dass die Griechen gerettet werden sollen, retten jedoch faktisch nur die Gewinnerwartungen von deren Gläubigern, aber nehmen den Griechen durch die Bedingungen die wir Ihnen diktieren Ihre Autonomie.

Wieso nicht EURO Austritt und Abwertung der Griechischen Währung?

Die meiner Meinung nach beste Lösung für alle wäre ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone, die Wiedereinführung einer eigenen Griechischen Währung und die massive Abwertung dieser neuen Währung bis die Schulden dadurch minimal sind. Dies macht diese niedrigeren Schulden für Griechenland rückzahlbar. Die eigene schwache Währung schützt den griechischen Binnenmarkt und stärkt über günstige Preise die Exporte. Daneben wird Griechenland ein günstiges Urlaubsziel. Exporte und Tourismus bringen verstärkt Devisen ins Land. Das ist genau dasselbe was wir osteuropäischen EU Mitliedern heute bereits gestatten: Durch niedrige Währung Binnenmarkt schützen, durch billige Exporte in die EU vom Wohlstand der restlichen EU zehren, und sich so sukzessive wirtschaftlich auf Augenhöhe zu hieven.

Außerdem könnte die EU nachdem (!) die Schuldenlast zu fast nichts reduziert ist Griechenland als weiterhin EU Mitglied Wirtschaftsförderung zukommen lassen, die dann nicht in den Taschen der Banken landet sondern tatsächlich für den Aufbau der Wirtschaft in Griechenland benutzt werden kann.

Und das beste daran wäre, dass Griechenland seine (Haushalts-)Autonomie behielte und nicht unter eine demokratisch nicht legitimierte Fernsteuerung durch die EZB, Frankreich und Deutschland gestellt würde. Denn es ist nicht die EU die den Griechen vorschreiben will, was sie machen können, sondern die EZB und die beiden Staaten in denen jene Banken sitzen die gezockt und verloren haben.