AG Geldordnung und Finanzpolitik/VGR
Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung - VGR
Die VGR ist eine makroökonomische Betrachtung eines Wirtschaftsraumes. Sie wird vom Statistischen Bundesamt (Destatis), der zuständigen Behörde in Deutschland, erstellt und unter anderem im statistischen Jahrbuch veröffentlicht. (Siehe aktuell: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/StatistischesJahrbuch/StatistischesJahrbuch2013.pdf)
Die VGR besteht traditionell aus 4 Konten. Man kann Unternehmen noch in finanzielle und nicht-finanzielle Unternehmen untscheiden und erhält dann 5 Konten (das macht bspw. Prof. Bontrup). Addiert man alle 4 oder 5 Konten muss am Ende 0 herauskommen (siehe hierzu unten die Saldenmechanik von Wolfgang Stützel), d.h. die Summe der Geldvermögen in der Gesamtwirtschaft ist stets null. Jeder Einnahme und Geldvermögensvermehrung eines Wirtschaftssubjektes entspricht eine gleichgroße Ausgabe und Geldvermögensminderung oder Verschuldung eines anderen Wirtschaftssubjektes. Geld ist kein Ding sondern ein Saldo zwischen 2 (oder mehreren) Wirtschaftssubjekten.
Die 4 bzw. 5 Konten heißen:
- Private Haushalte (das Geldvermögen von natürlichen Personen in Deutschland)
- Unternehmen (das Geldvermögen von juristischen Personen, unterscheidbar in
- finanzielle Unternehmen und
- nicht-finanzielle Unternehmen)
- Staat (in unserem Fall Deutschland, vertreten in seiner Finanzierungsfunktion durch die Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH)
- Ausland (Die Außenhandelsbilanzen zwischen Deutschland und den anderen Staaten der Welt)
Siehe auch: die 5 Konten der VGR
Saldenmechanik
In seinem Buch "Paradoxa der Geld- und Konkurrenzwirtschaft" erklärt Wolfgang Stützel die Fehler der in der VWL herrschenden Lehrmeinung, um am Ende in 5 Sätzen eine komplette Konjunkturtheorie zu formulieren:
1) In der Gesamtwirtschaft sind Gesamteinnahmen = Gesamtausgaben
2) Wo Käufermärkte existieren, entscheiden die Ausgabepläne über die Gesamthöhe der Einnahmen, entscheiden die Pläne für Konsum- und Netto-Investitionsausgaben über die Höhe des monetären Volkseinkommens.
3) Stationarität des Kreislaufs herrscht dann, wenn jeder etwaige Rückgang der Ausgaben für Konsum (gegenüber früher) durch eine Vermehrung der Ausgaben für Investition (gegenüber früher) kompensiert oder auch umgekehrt jeder Rückgang der Ausgaben für Investition durch eine Vermehrung der Ausgaben für Konsum kompensiert wird.
4) Entspricht der Zunahme der Investitionsausgaben gegenüber früher kein gleichgroßer Rückgang der Konsumausgaben, dann wächst die Kaufstromstärke (Beschäftigungszunahme bzw.Inflation), entspricht dem Rückgang der Investitionsausgaben gegenüber früher keine gleichgroße Vermehrung der Konsumausgaben (gegenüber früher), dann schrumpft die Kaufstromstärke (Beschäftigungsrückgang bzw. Deflation).
5) Bleiben die Investitionsausgaben konstant und verhalten sich die Konsumenten so, dass sie nach Überschreiten eines bestimmten Einkommens ihre Konsumkäufe gegenüber früher einschränken, nach Unterschreiten dieses bestimmten Einkommens aber Konsumkäufe gegenüber früher ausdehnen, dann wird im Laufe der Zeit dieses „bestimmte Einkommen“ erreicht und auch dann beibehalten werden, wenn bei dieser Gesamtstromstärke das Produktionspotential nicht voll ausgenützt wird.
Quelle: Jörg Buschbeck - VWL-Reform
Da in der VGR die Schulden eines Kontos das Guthaben eines anderen Kontos darstellen, stellen sich folgende Fragen:
Bei welchen Konten und unter welchen Umständen sind Schulden gut und sicher?
Bei welchen Konten und unter welchen Umständen ist dies nicht der Fall?
Bei welchen Konten und unter welchen Umständen sind Guthaben wünschenswert?
In welchem Rahmen sind Guthaben wünschenswert?
Wie hängt das Magische Viereck / Magische 6-Eck / Magische 8-Eck (volkswirtschaftliche Ziele) mit diesen 4 Konten zusammen?