BY:Landesparteitag 2013.1/Antragsfabrik/Positionspapier 029

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Tango-preferences-system.svg Dies ist ein Positionspapier (im Entwurfsstadium) für den Landesparteitag 2013.1.

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Antragstitel

Studie Bildungsmonitor - Zur Lage des bayerischen Bildungssystems

Antragsteller

Jck r / FG-Bildung

Antragstyp

Positionspapier

Antragstext

Der Landesparteitag möge folgendes Positionspapier zu den Ergebnissen der Studie "Bildungsmonitor 2012" insgesamt oder einzeln die gekennzeichneten Module beschliessen.

Modul 0, Präambel:

Im August 2012 wurde die Studie "Bildungsmonitor 2012" der Öffentlichkeit vorgestellt und sofort von der bayerischen Landesregierung als Bestätigung der Spitzenposition Bayerns und ihrer Politik gewertet. Die Piratenpartei Bayerns kann sich leider dieser Auffassung nicht anschließen. Während auf den ersten Blick die Studie "Bildungsmonitor 2012" Bayern in der Bildungspolitik einen guten Stand bescheinigt (insgesamt auf Platz 4), ist Bayern auf den zweiten Blick nur noch mittelmäßig. Der Abstand zu Platz 8 beträgt nur noch 1,5 Punkte aber es sind 12,6 Punkte zur Spitzenposition. Bayern hat somit den Anschluss zur Spitze verloren. Zwar geht die Landesregierung mit dem Ausbau der Ganztagsschulen einen Indikator im für Bayern schwächsten Handlungsfeld "Förderinfrastruktur" an, aber dies ist ungenügend, da die Studie auf einen weitaus umfassenderen Handlungsbedarf hinweist.

Modul 1, Bildungssystem und Moderne Gesellschaft

Bayerns schlechtes Abschneiden im Handlungsfeld "Förderinfrastruktur" liegt nicht nur am Mangel an Ganztagsgrundschulen sondern vor allem an der unzureichenden frühkindlichen Betreuung. Bayerns rote Laterne lässt sich durch das Festhalten an traditionellen Lebensmodellen leicht erklären. Wir fordern der veränderten gesellschaftlichen Realität Rechnung zu tragen. Das Bildungssystem ist über alle Ebenen den Erfordernissen der modernen Gesellschaft anzupassen. Der Ausbau der Ganztagsangebote für alle Altersstufen leistet hier einen wichtigen Beitrag.

Modul 2, Betreuungsgeld

Aus bildungspolitischer Sicht ist das Betreuungsgeld, für das sich die CSU vehement eingesetzt hat, nicht zweckdienlich. Zudem sind die Kassen recht leer, der Mittelbedarf für bessere Bildung aber hoch. Die Piratenpartei Bayerns spricht sich daher gegen das Betreuungsgeld aus. Statt dessen wird gefordert die Mittel direkt in die Verbesserung der Bildungseinrichtungen und insbesondere in den Ausbau der frühkindlichen Betreuung zu investieren.

Modul 3, Bildungsausgaben

Der Bildungsmonitor zeigt auf, dass sich Bayern in der Relation der Bildungsausgaben zu den Gesamtausgaben öffentlicher Haushalte durchgehend verschlechtert hat. Bildung muss auch in Bayern Priorität haben. Die Piratenpartei fordert daher, dass Bayern hier an die Spitze zurückkehrt.

Modul 4, Nachteile des bayerischen Bildungssystems

Zwar schneiden bayerische Schüler in Vergleichstests üblicherweise gut ab, aber mit dem Preis eines hohen Leistungsdrucks und starker Selektion. Dadurch erlangt insgesamt ein deutlich niedrigerer Anteil eines Jahrgangs die Hochschulreife als im Bundesdurchschnitt. Für ein Land, das seine wirtschaftliche Stärke so gerne betont, ist die Notwendigkeit z.B. Ingenieure importieren zu müssen nicht akzeptabel. Die Piratenpartei fordert den überhohen Leistungsdruck insbesondere zum Übertritt nach der Grundschule zu reduzieren, die Studienberechtigtenquoten ohne Qualitätsverlust zu erhöhen und Hemnisse zur Aufnahme eines Studiums zu beseitigen.


Antragsbegründung

Präambel:

  • Die Studie "Bildungsmonitor 2012" von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat zwar eine ökonomisch geprägte Sicht auf Bildung, aber der Bildungsmonitor bietet mit seinen 13 Handlungsfeldern einen durchaus umfassenden Blick auf die Bildungssituation in den einzelnen Bundesländern und damit eine Bewertung der Lage in Bayern.
  • Die Reaktion der CSU und der Landesregierung war typisch "Der Bildungsmonitor 2012 der Bertelsmann Stiftung hat Bayern und seinen Schülern Spitzennoten ausgesprochen". Dieses Rosinenpicken sollte die Piratenpartei nicht unwidersprochen stehen lassen (http://www.csu.de/partei/aktuelles/113411228.htm).
  • Das Bayern nicht nur eine punktuelle Schwäche in einem Handlungsfeld hat, wie die CSU sagt, kann man z.B. aus der Ergebnistabelle mit allen Kombinationen mit je nur 12 Handlungsfeldern ableiten. Denn selbst ohne das Handlungsfeld "Förderinfrastruktur" bleibt Bayern auf Rang 4, während ohne Berücksichtigung der "Schulqualität" Bayern auf Rang 10 abfällt. Die "Schulqualität" ist zwar zentral aber die Studie stützt sich hier auf PISA von 2006 und IGLU von 2009. Aktuellere Daten liegen nicht vor. Das "gute Gesamtergebnis" lebt damit von der Vergangenheit.

Modul 1:

  • Das Handlungsfeld "Förderinfrastruktur" hat als Indikatoren nicht nur Ganztagsschulen im Blick sondern auch "Anteil der betreuten Kinder (0 bis 3 Jahre", "Anteil der ganztags betreuten Kinder (3 bis 6 Jahre)" und "Anteil der ganztags betreuten Kinder (0 bis 3 Jahre)" sowie 2 Indikatoren zur beruflichen Qualifikation des Personals in den KiTas. Somit liegt der Schwerpunkt der Studie hier im frühkindlichen Bereich, so dass das schlechte Abschneiden Bayerns hier entsprechend zu bewerten ist.
  • Bayern wird hier also vor allem im Bereich KiTa/Krippen ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Das zeigt auf die konservativ, traditionelle Haltung zur Familienpolitik insgesamt. Diese steht im Gegensatz zu den Erfordernissen junger Familien und Frauen (Vereinbarkeit von Erziehung mit Beruf usw).

Modul 2:

  • Das Thema "Betreuungsgeld" ist eigentlich eher Familien-/Sozialpolitik denn Bildungspolitik. Allerdings steht es im unmittelbaren Zusammenhang zur Diskussion um die frühkindliche Erziehung, die im Handlungsfeld "Förderinfrastruktur" berücksichtigt wird. Die Studie zitiert explizit wissenschaftliche Artikel, die die Bedeutung frühkindlicher Betreuung für den weiteren Bildungsweg hervorheben. Das Betreuungsgeld wirkt aber eher in die entgegengesetzte Richtung (siehe Contra Argumente in Wikipedia). Entsprechend ist zu erwarten, dass das Betreuungsgeld auf mindestens 2 Indikatoren der Studie einen negativen Effekt hat. Somit ist das Betreuungsgeld tatsächlich mit der Studie Bildungsmonitor verknüpft.
  • Ein Argument gegen das Betreuungsgeld ist, dass es nicht zuletzt für sozialschwache und Migranten attraktiver ist das Betreuungsgeld anzunehmen als ihre Kinder in KiTas zu schicken. Die Studie nimmt hierauf direkt Bezug und zwar indem sie zwecks Begründung der Indikatorauswahl Auszüge aus wissenschaftlichen Artikeln enthält.
    • So "Förderinfrastruktur" (ab Seite 45):
      • "Aufgrund ihrer niedrigeren Beteiligungsquoten und Schulabschlüsse würden Migrantenkinder in besonderem Maße vom Besuch frühkindlicher Einrichtungen oder der Teilnahme an anderen frühkindlichen Angeboten außer Haus profitieren." aus "Aktionsrat Bildung, 2008; Autorengruppe Bildungsberichterstattung, 2010; Autorengruppe Bildungsberichterstattung, 2012; Schmiade/Spieß, 2010"
      • "Untersuchungen für Deutschland und die Schweiz zeigen, dass frühkindliche Bildung die Wahrscheinlichkeit eines späteren Gymnasiumbesuchs ­ besonders für benachteiligte Kinder ­deutlich erhöht. Je früher Kinder dabei an frühkindlicher Förderung teilnehmen, umso geringer wird der Einfluss des sozioökonomischen Hintergrunds auf ihren Bildungsabschluss." aus "Fritschi/Oesch, 2008;Bauer/Riphahn, 2009b;Anger et al., 2012a"
    • oder zu "Integration" (ab Seite 84):
      • "Langfristig kann der Unterschied in der Bildungsbeteiligung von Migranten und Nicht-Migranten durch Maßnahmen wie eine umfangreichere Beteiligung von Migrantenkindern an frühkindlichen Bildungsmaßnahmen, eine bessere Sprachförderung oder den Ausbau der Ganztagsschulen verringert werden...." aus "Anger et al., 2010a".

Modul 3:

  • Im Handlungsfeld "Ausgabenpriorisierung" war Bayern 2004 mit 87 Punkten klar an der Spitze (Durchschnitt war 54,5). Nach 80,9 in 2011 liegt es jetzt bei 69,7 Punkten. Das ist zwar noch immer überm Durchschnitt von 67,8, aber die Spitze ist weit weg, denn Sachsen hat 107 und Thüringen 120 Punkte.
  • Als wirtschaftlich starkes Land sollte Bayern hier eigentlich mehr ausgeben können. Schliesslich wird die Bedeutung von Bildung auch von unserer Landesregierung üblicherweise hervorgehoben.

Modul 4:

  • Das Handlungsfeld "Zeiteffizienz" beeinhaltet die Indikatoren "Durchschnittliche Wiederholerquote (Grundschulen)", "Durchschnittliche Wiederholerquote (Sekundarbereich I)" und Bayern ist hier mit 122,4 unterm Durchschnitt von 137. Allerdings gibt es 5 weitere Indikatoren aber keine Einzelwertungen, so dass der exakte Einfluss der Wiederholungsquoten unklar bleibt.
  • Ein Standpunkt zum Thema "Leistungsdruck" vom Präsidenten des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV): Absurder Druck
  • Das Handlungsfeld "Akademisierung" beeinhaltet z.B. "Studienberechtigtenquote(n)", "Akademikerersatzquote" usw. und Bayern erreicht 63,8 Punkte während der Durchschnitt bei 85,2 liegt.
  • Das Handlungsfeld "MINT" besteht aus Indikatoren wie "Anteil der Absolventen in Ingenieurwissenschaften an allen Hochschulabsolventen" oder "Anteil der Promotionen in Mathematik und Naturwissenschaften an allen Promotionen". Bayern hat hier 41,9 Punkte, was unterm Durchschnitt von 46,8 ist und ca. die Hälfte des Wertes des Spitzenreiters.



Datum der letzten Änderung

09.01.2013


Anregungen

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Diskussion

+das ist richtig, weil

—das sehe ich anders, da
+du irrst, denn
Οist das denn wirklich so?

—x trifft nicht zu, da

+doch das trifft zu, weil

Unterstützung / Ablehnung

Piraten, die vrstl. FÜR diesen Antrag stimmen

  1. Reinhold Deuter
  2. MrBirdy 16:27, 28. Dez. 2012 (CET)
  3. ...

Piraten, die vrstl. GEGEN diesen Antrag stimmen

  1. CSteinbrenner
  2.  ?
  3. ...

Piraten, die sich vrstl. enthalten

  1. ansgarhone
  2.  ?
  3. ...