Bundesparteitag 2011.2/Antragsfabrik/Programmänderung 176
Inhaltsverzeichnis
Antragstitel
Änderung beim Punkt Kinderbetreuung Antragsteller
Antragstyp
Programmänderung Antragstext
Es wird beantragt im Parteiprogramm im Punkt "Bildung" / "Frühkindliche Bildung" den dritten Satz zu ändern. Aktuelle Fassung
Die Piraten setzen sich deshalb für eine kostenlose und auf Wunsch ganztägige Betreuung in wohnortnahen (oder wahlweise arbeitsplatznahen) Kindertagesstätten mit sinnvollen Öffnungszeiten für Kinder ab dem dritten Geburtstag ein.
Neue Fassung
Die Piraten setzen sich deshalb für ein Recht auf kostenlose und auf Wunsch ganztägige Betreuung für Kinder in wohnortnahen (oder wahlweise arbeitsplatznahen) Kindertagesstätten mit sinnvollen Öffnungszeiten ein.
Antragsbegründung
Der Kindertagesstättenplatz soll als Anrecht formuliert werden. Ansonsten könnte man es auch als Pflicht verstehen. Die Schulpflicht halte ich für richtig und wichtig, eine Kindertagesstätten-Pflicht dagegen für fragwürdig. Die Worte "ab dem dritten Geburtstag" werden gestrichen. Der Anspruch soll generell gelten, nicht erst ab dem dritten Geburtstag. Vor allem Frauen, die heutzutage noch überwiegend die Betreuung der Kinder übernehmen, sollen damit mehr Möglichkeiten im Beruf, in der Politik und bei sonstigem gesellschaftlichen Engagement eingeräumt werden. Die Betreuung für Kinder im jüngsten Alter wird dabei aber der Ausnahmefall sein. Eltern möchten in der Regel soviel Zeit wie möglich mit ihren Kinden verbringen. Das Elterngeld leistet ja auch einen Beitrag dazu, dass das möglich ist. Weitere Verbesserungen in dem Bereich sind wünschenswert. Wenn jedoch aus einer Notsituation heraus (z.B. auch physische / psychische Krankheit) eine Betreuung im jüngsten Alter nötig ist, soll es ein Anrecht darauf geben (ohne dass die Eltern / der alleinerziehende Elternteil die Notsituation nachweisen muss). LiquidFeedback
Datum der letzten Änderung
04.11.2011 |
Anregungen
Bitte hier Tipps zur Verbesserung des Antrages eintragen.
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Diskussion
Bitte hier das Für und Wider eintragen.
Kinderbetreuung ab der Geburt ist weltfremd
Bitte erst Anspruch auf Kinderbetreuung ab dem 1. Geburtstag!
Unser eigenes Kind ist gerade 20 Monate alt. Es ist seit einiger Zeit im Kindergarten und dies ist nicht so trivial wie es klingt. Ein so junges Kind kann nicht einfach von heute auf morgen, morgens im Kindergarten abgegeben werden und abends wieder abgeholt werden. Das ganze erfordert einen sanften Übergang und eine Eingewöhnung in Anwesenheit eines Elternteils.
Nun unser Kind war 18 Monate als es in den Kindergarten (Krippe) kam. Da ist dies möglich, aber sicher nicht mit 0, 6, oder 8 Monaten. Angeboten wird dies bei uns ab einem Alter von einem Jahr und nicht vorher. Das ist so aus guten Grund.
Zum einen steigen natürlich die Betreuungskosten je jünger das Kind ist. OK das soll nicht der relevante Punkt sein.
Relevant ist aber das Kind selbst. Ein Kind benötigt eine vertraute Umgebung und vertrauen zu seinen Eltern. Dies muss man aufbauen. Im ersten Jahr müssen die Eltern oder mindestens ein Elternteil immer für das Kind da sein.
Um das zu ermöglichen gibt es unter anderen Elterngeld, das für 12 bzw. 14 Monate gezahlt wird. Auch wenn das Elterngeld von einer anderen Partei eingeführt wurde ist es gut und richtig und es deckt die ersten 12 Monate ab!
Danach wird die Kinderbetreuung möglich und es sollte in der Tat für jeden ein Anrecht darauf geben. Diese Betreuung sollte auch so sein (Dauer der Tagesbetreuung), dass man tatsächlich einer Arbeit nachgehen kann.
Aber auch dann wird es Situationen geben, in den man nicht seiner Arbeit nachgehen kann und dafür außerordentlich Urlaub o.ä. benötigt weil zum Beispiel das Kind krank ist und ein Elternteil es betreuen muss.
Es ist richtig und sinnvoll für eine bessere Vereinbarkeit von Kindern und Beruf zu kämpfen. Aber wer glaubt er könnte ein Kind in die Welt setzen und dies würde sein Leben und auch sein Arbeitsleben nicht verändern, der irrt. Bei aller Liebe zum Beruf und dem Wunsch den Menschen Freiraum zu geben, das Kind geht vor! Ich bitte insbesondere die, die selbst keine Kinder haben und hier eine Betreuung ab der Geburt fordern ihren Standpunkt zu überdenken. Vielleicht fragt ihr einfach einmal jemand der Kinder hat, wie er das sieht.
NotMyName 22:45, 4. Okt. 2011 (CEST)
Das kann ich so nur voll und ganz unterschreiben. Meine Tochter ist ab dem 14. Monat in die KiTa gegangen. Vor dem 13. LM wäre weder für die Bindung zwischen Eltern und Kind gut, noch würde es der Entwicklung des Kindes gut tun.
SvenMinden 09:38, 6. Okt. 2011 (CEST)
- Da muss ich widersprechen. Unser Kind ist ab dem 6. Monat nach 4 Wochen Eingewöhnungszeit von morgens um 8:00 Uhr bis um 16:00 Uhr in der Krippe und er war nicht der Jüngste! Und ich bin der Meinung, das es ihm ganz gut getan hat so früh mit anderen Kindern Umgang gehabt zu haben; er entwickelt sich prächtig. Also bitte keine (unterschwellige) Verurteilung als Rabeneltern von wegen " Kinder in die Welt setzen und abschieben" versuchen. Das Recht auf freie Entscheidung gilt auch dann, wenn man anderer Meinung ist. Die Politik sollte lediglich die Möglichkeit gewährleisten, diese Entscheidung nach eigenen Vorstellungen und Möglichkeiten treffen zu können. Daher finde ich den Anspruch ab 0 vollkommen in Ordnung! Agnes
Zu sehr auf Fremdbetreuung fixiert
m.E. sind wir hier wie fast alle Parteien heutzutage zu sehr auf Fremdbetreuung fixiert. Wie schon geschrieben ist eine Betreuung vor dem 1. Geburtstag überhaupt weltfremd, m.E. sogar vor dem 3. Geburtstag. Und auch danach finde ich es zweifelhaft wenn ein Kind mehr Zeit in irgendwelchen Einrichtungen verbringt als mit seiner eigenen Familie. Viele Eltern sehen ihre Kinder in der Woche doch kaum, morgens früh kommen sie in die Kita, abends werden sie abgeholt, schnell Abendessen und ins Bett damit sie am nächsten Morgen wieder früh abgegeben werden können. Unter Familie und Elternsein verstehe ich was anderes.
Wir sollten uns eher dafür einsetzen Möglichkeiten zu schaffen dass Eltern so viel Zeit wie möglich mit ihren Kindern verbringen können, zumindest bis zum 3. Geburtstag und zeitlich abnehmend auch danach. Also Betreuungsgeld, Grundeinkommen usw. so dass Elten nicht gezwungen werden (voll) zu arbeiten und ihr Kind fremdbetreuen lassen müssen. Also Pirat bin ich dafür dem Einzelnen die Entscheidung zu überlassen welche Form der Kinderbetreuung er/sie möchte, aber eben keine einseitige Fixierung auf Fremdbetreuung.
Ich denke die Kinder werden es uns danken. --Hcy 11:09, 14. Okt. 2011 (CEST)
- Agnes - vollkommen anderer Meinung. siehe meine Bemerkung oben!
Antwort
Ich bin auch klar der Meinung, dass ein Kind in jüngsten Alter bei seinen Eltern / einem Elternteil am Besten aufgehoben ist. Deshalb finde ich das Elterngeld sehr gut und bin auf keinen Fall dafür es abzuschaffen oder zu kürzen. Stattdessen sollte man auch über weitere Möglichkeiten nachdenken, wie man Eltern mehr Zeit und Freiraum für ihre Kinder gibt.
In dem Antrag geht es ja aber garnicht darum, den Eltern die Kinder wegzunehmen oder ihre Möglichkeiten zu beschneiden, sich um ihre Kinder selbst zu kümmern. Ziel des Antrages ist, den Eltern ein Anrecht gegenüber dem Staat / der Gemeinschaft einzuräumen, dass die Gemeinschaft nicht nur mit Geld, sondern tatkräftig mithilft, wenn, auch welchen Gründen auch immer, die Eltern / der Elternteil die Betreuung zeitweise nicht übernehmen kann.
Ich habe zwar selbst keine Kinder, aber die meisten meiner Freunde. Ausnahmslos alle wollen so viel Zeit wie nur möglich mit ihren Kinden verbringen. Dafür sind sie absolut bereit finanzielle Einbußen hinzunehmen und jegliche Freizeitaktivität aufzugeben. Fast alle Eltern wollen so viel Zeit wie möglich mit ihren Kindern verbringen.
Wenn jemand ein Kleinkind unter einem Jahr in fremde Hände zur Betreuung gibt, dann in der Regel aus einer echten Notsituation heraus.
Es gibt ja alleinerziehende Eltern, die keine Eltern / Schwiegereltern zur Verfügung haben, die mal Babysitter machen können. Es gibt alleinerziehende Eltern, die z.B. selbständig sind und die ihre selbständige Tätigkeit nicht mal für ein Jahr liegen lassen können und auch nicht in den einigen Monaten der Schwangerschaft adäquaten Ersatz finden können. Es gibt kranke Eltern (physisch / psychisch), die sich nicht Vollzeit um ihre Kinder kümmern können.
Wer nicht in Not ist, wird in der Regel sein Kind nicht im Kleinstkindalter in Betreuung bei anderen geben. Und wer in einer solchen Notsituation ist, für den sollte es Hilfe geben. Wir leben in einer Gesellschaft, in der die traditionelle Familie immer seltener vorkommt. Hier müssen wir näher zusammenrücken und Menschen, die bei der Kinderbetreuung auf Hilfe angewiesen sind, auch so helfen, wie es ansonsten Ehepartner / Eltern / Großeltern tun würden.
Es geht ja auch nicht unbedingt direkt um eine Vollzeitbetreuung. Es kann auch eine Betreuung von einigen Stunden an einigen Tagen der Woche sein. Oibelos 17:54, 19. Okt. 2011 (CEST)
Kommentar
Richtig ist dass es Notsituationen geben kann. Die kann aber im ersten Lebensjahr eine Kindertagesstätte nicht lösen. Da bräuchte es schon eher eine "Nanny" oder eben die Großeltern. Die Großeltern aber sind heute in der tat oft nicht mehr hierfür verfügbar. Sofern diese Notsituation aus finanziellen Gründen besteht wäre es besser die Gemeinschaft hilft bei der Lösung des zugrunde liegenden finanziellen Problems als bei der Kinderbetreuung. Hierfür ist Elterngeld schon eine gute Sache. Für Selbstständige mag es auch schwer sein, aber niemand ist unersetzbar. Auch Selbständige können für sich Teil-Ersatz finden um mehr Zeit für das Kind zu bekommen. Vielleicht kann der Staat auch hierbei helfe. Aber auch hier ist im ersten Jahr die Kindertagesstätte nicht die Lösung. --NotMyName 22:02, 19. Okt. 2011 (CEST)
- Agnes - vollkommen anderer Meinung. siehe meine Bemerkung oben!
Unterstützung / Ablehnung
Piraten, die vrstl. FÜR diesen Antrag stimmen
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Piraten, die vrstl. GEGEN diesen Antrag stimmen
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Piraten, die sich vrstl. enthalten
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