Benutzer:LarsP/WasIstTransparenz

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Was ist Transparenz

Eine Abwägung von Verhältnis und Nutzen

Begriffsherkunft

Der Befriff Transparenz stammt vom Lateinischen trans "(hin)durch" und parere "scheinen, sich zeigen".

Das Wort Transparenz wird einmal für durchsichtige Dinge benutzt, als auch im übertragenen Sinne, wenn Konzepte oder Entscheidungen durchsichtig und damit nachvollziehbar erscheinen.

In-Transparent sind demnach undurchsichtige Konzepte oder Entscheidungen!

Sie bergen grundsätzlich zwei Risiken: Wenn uns Informationen fehlen, versuchen wir sie durch Spekulationen zu vervollständigen. Das kann zu Missverständnissen und Konflikten führen. In-Transparenz kann aber auch Angst auslösen. Angst ist ein lähmender und demotivierender Zustand. Wenn also die Gerüchteküche brodelt und nichts mehr voran geht, dann kann es schlicht und einfach an Ihrer mangelnden Transparenz liegen.

Ansichtssache

Viele Menschen definieren den Begriff "Transparenz" für sich selbst - wir aber sollten uns auf eine allgemeine Definition einigen.

Hierbei muss man allerdings viele verschiedene Faktoren berücksichtigen, da eine zu stark eingeschränkte Definition die eigene Arbeit lähmen und behindern kann. Daher möchte ich die Definition in verschiedene Gebiete/Teilbereiche aufteilen:

1. Politische Entscheidungen
2. Entscheidungen in einem Gremium innerhalb der Partei
3. Wahlkampf

Selbstverständlich ist diese Aufzählung nicht abschließend - sie kann natürlich erweitert/verringert werden.

1. Politische Entscheidungen

Bei politischen Entscheidungen ist es aus meiner Sicht verpflichtend, die Entscheidung selbst, wie auch den Weg zu dieser hin durchweg transparent zu gestalten. Somit sollte es hierbei verpflichtend sein, die ursprüngliche Idee/Antrag/etc. bereits öffentlich zu diskutieren und dann auf Basis der Diskussion die Entscheidung zu fällen. Bei Punkten die bereits durch das/ein Parteiprogramm abgedeckt sind, ist der öffentliche Diskurs nicht mehr notwendig, da bereits eine (hoffentlich) basisdemokratische Entscheidung gefällt wurde. Meiner Meinung nach passiert dies auch in 99% aller Fälle mittlerweile.

2. Entscheidungen in einem Gremium innerhalb der Partei

Bereits hier muss es meiner Meinung nach die erste Einschränkung des Transparenzgebotes geben - spätestens dann, wenn es Punkte sind, die öffentlich aufgrund gesetzlicher Vorgaben oder aber unseres eigenen Programmes nicht öffentlich diskutiert werden dürfen. Die Entscheidung über eine öffentliche oder nichtöffentliche Diskussion fällt hierbei der gewählte Vorstand nach bestem Wissen und Gewissen. Eine Kontrolle hierüber erfolgt spätestens durch die Rechenschaftsberichte bzw. meist sogar früher, da sich die Entscheidungen ja nicht immer nur auf die interne Arbeit des Gremiums auswirken und somit die Entscheidung an sich ja öffentlich wird.

3. Wahlkampf

Gerade im Wahlkampf müssen oftmals Entscheidungen gefällt und Aktionen geplant werden, bei denen es nachteilig sein könnte, wenn der Diskurs zu diesen Entscheidungen allzu öffentlich geführt wird. Eine geplante Wahlkampfaktion verliert massiv an Bedeutung, wenn sich der politische Gegner im Vorfeld bereits darauf vorereiten und eventuell sogar Gegenaktionen planen kann. Durch einen öffentlichen Diskurs würde der Sinn von solchen Aktionen ad absurdum geführt werden und die eigentlich gewünschte Wirkung würde einfach "verpuffen". Selbstverständlich sollen auch hier die Entscheidungen und die Entscheidungsfindung transparent und damit nachvollziehbar sein - allerdings erst nach erfolgter Aktion.


Anwendbarkeit

Um es vorweg zu nehmen: Transparenz ist was tolles - sei es bei Grafiken, Schildern und auch in der Politik.

Wir sollten uns aber dennoch auch zugestehen, gewisse Dinge für einen kurzen Zeitraum In-Transparent zu halten und erst zu gegebener Zeit - siehe die Punkte 1 - 3 - öffentlich zu machen. Grundsätzlich ist die Entscheidungsfindung und die daraufhin erfolgte Entscheidung selbst transparent zu gestalten. In allen Fällen, in denen es möglich ist, sollte ein öffentlicher Diskurs stattfinden. Unser Ziel kann und darf es nicht sein, eine mögliche politische Beteiligung nur aufgrund des immerwährenden Transparenzgebotes zu verspielen - denn dafür werden uns die Menschen nicht wählen. Wir werden gewählt um uns aktiv an der politischen Willensbildung in den entsprechenden Volksvertretungen zu beteiligen - und um dies für unsere Wähler zu erreichen müssen wir aber auch einsehen, dass durch übertriebene Transparenzforderungen wir dieses Ziel nicht unbedingt schneller erreichen werden.

Fazit

Wir stehen zu einem umfassenden Transparenzgebot - mit einigen wenigen Ausnahmen. Diese Ausnahmen sind klar definiert und auch nur für die genannten Zwecke zulässig. In allen anderen Fällen werden Entscheidungen (von der Idee über die Entscheidungsfindung bis hin zur eigentlichen Entscheidung) öffentlich und transparent gefällt. Alle Entscheidungen - auch jene, welche durch die Ausnahmeregelung umfasst werden, müssen sobald es möglich ist, begründet und öffentlich gemacht werden - inklusive dokumentierten Entscheidungsfindung.