Benutzer:Abraham

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Lars Büsing

Kurzprofil
Lars.jpg
Persönlich
Name: Lars Büsing
Nick: Abraham
Wohnort: Bielefeld
Berufl. Qual.: IT / Webentwicklung / Programmierung
Tätigkeit: Angestellter, http://digitale-offensive.de
Geburtstag: 07.07.1975
Politisch
Partei: Piratenpartei Deutschland
Eintrittsdatum: Oktober 2011
Mitgliedsnummer: 19218
Landesverband: Nordrhein-Westfalen
Kreisverband: Bielefeld
Funktion: Vorsitzender KV Bielefeld
Stammtisch: Bielefeld
politischer Kompass:
mein politischer Kompass
Kontakt
Webmail: Form-Mailer
Mail-Adresse: lars.buesing@piratenpartei-nrw.de
Piraten-Forum: abraham
Youtube: abesalomonsmith
Blog: http://neuewetter.blogspot.com
Twitter: @piratenstaat
Facebook: http://www.facebook.com/larsbuesingDatenschutzhinweis


Meine politischen Schwerpunkte

Ich gebe zu: Ich bin kein Experte. Ich bin an zu vielen Dingen interessiert, um mich einem Thema über Jahre so tief zu widmen, dass ich mich einen Experten nennen würde. Ich halte es mit einer einfachen Regel, der man überall im Leben begegnet, die fast überall zutrifft, und die oftmals auch mein Wirken charakterisiert: Ich rede vom Paretoprinzip, oder der 80-20-Regel. Diese Regel sagt aus, dass man 80% der Ergebnisse mit 20% des Aufwands erreichen kann, und die restlichen 20% 80% des Aufwands erfordern. Ich erreiche lieber fünf mal 80% als einmal 100%. Denn "Done is better than perfect", oder wie man auf Deutsch sagt: "Perfektion ist der Feind des Guten".

Mir geht es nicht darum, jedes kleinste Detail zu kennen und zu verstehen. In vielen Fällen reicht es sogar aus, die grundlegenden Prinzipien verstanden zu haben. Ich versuche lieber, den Überblick zu gewinnen, das große Ganze zu verstehen und Dinge entsprechend einordnen zu können, als mich in Details zu verlieren über die sowieso viel zu häufig endlos gestritten wird. Politik ist somit eigentlich wie geschaffen für mich, denn hier geht es um ein Konzert unterschiedlichster Themen, die einander bedingen und beeinflussen, und bei denen es immens wichtig ist, die eigenen Standpunkte und Positionen innerhalb eines viel größeren Rahmens zu betrachten und einordnen zu können.

Wir haben in der Politik sicherlich einen Bedarf an Experten, die sich in ihrem Fachgebiet so gut auskennen wie kaum einer. Aber nicht weniger notwendig sind Menschen, welche die Verbindung herstellen können zwischen den unterschiedlichsten Bereichen und Fragen aus einer anderen Perspektive zu stellen bereit sind.

Es gibt natürlich ein paar Bereiche, in denen ich mich nicht mit 80% zufrieden gebe. Dazu gehört mein Beruf, bei dem ich meist nach mehr Perfektion strebe als der Kunde bereit ist zu bezahlen. Ebenso meine eigene Person, bei der das Streben nach Perfektion erst mit dem Tode enden sollte. Aber auch in der Politik sollte man niemals aufhören, nach einer besseren Entscheidung zu suchen (was einen aber nicht abhalten sollte, eine Entscheidung zu treffen).

Politische Themen, die mir besonders am Herzen liegen, und bei denen mir 80% definitv zu wenig sind, sind Folgende:

  • Partizipation - denn Demokratie ist am stärksten, wenn Sie auf einer breiten Basis steht
  • Informationsfreiheit - denn je besser wir informiert sind, desto eher treffen wir gute Entscheidungen
  • Grundrechte - denn sie bestimmen über den Charakter unserer Gesellschaft

Im konkreten Fall heisst das:

  • Ausbau der demokratischen Mitbestimmung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Verwirklichung von gerechter Teilhabe am kulturellen und wirtschafltichen Wohlstand
  • Bewahrung des Internets als einer Bastion der Freiheit und des freien Austausches zwischen Menschen, Verteidigung der Meinungsfreiheit, Transparenz bei politischen Entscheidungen, eine zeitgemäße Reform des Urheberrechts und Patentschutzes
  • Chancengleichheit und Chancengerechtigkeit in Bildung und Gesundheitversorgung, Bewahrung unseres republikanischen Rechtssystems und seine Verteidung gegen all jene, die es zum eigenen Vorteil aushöhlen oder auf dem Altar der Macht opfern wollen, als zentralen Anker der Schutz der Menschenwürde vor dem Begehrlichkeiten von Macht und Kapital und nicht zuletzt die Freiheit von staatlicher wie kommerzieller Überwachung und Kontrolle sowie der Schutz der Privatspäre.

Weitere Themengebiete, mit denen ich mich aus persönlichem Interesse mehr beschäftige als es manchmal gut für mich ist:

  • Geopolitik und Geostrategie - denn wer die Welt verstehen will, kommt daran nicht vorbei
  • Finanzwesen und Geldsystem - denn wer die Welt verändern will, kommt daran nicht vorbei

Warum ich hier bin?

Ich gehöre zu den Erwachsenen, die der Jugend das Werkzeug (s. "Neuland") aus der Hand nehmen, um damit die Probleme des Alltags zu lösen. Die Zeit, wo alles Porno und Gewaltspiele war, ist vorbei ;-)

Im Ernst: Die Piratenpartei ist die einzige Partei Deutschlands, die das Internet konsequent zu Ende denkt. Sie ist aus dem Netz erwachsen, entwickelt ihre Ziele aus ihm. Andere Parteien werden versuchen, das zu kopieren. Sie werden Kopien bleiben. Es war nur eine Frage der Zeit, bis das Netz sich von seinen primitiven Anfängen zur politische Ebene entwickelt. Auch dank der Krisenjahre sehe ich die Zeit gekommen. Warum sonst sollte es heissen: "Never let a crisis go to waste".

Piraten waren die Einheimischen des freien Internets, die sich - der Notwendigkeit, die eigene Heimat zu bewahren, bewusst - ins politische Leben stürzten. Ihre frühen Unterstützer und Sympathisanten wie ich bringen nun andere Politikfelder in die Partei ein.

Für mich bedeutet das, dass die frei verfügbaren Werkzeuge, mit denen die neue Generation Probleme löst, nun breite gesellschaftliche Anwendung finden können und damit neue Politikansätze ermöglichen. Darauf habe ich lange gewartet. Nun bin auch ich hier, angekommen im 21. Jahrhundert, so hoffe ich.

Das Programm der Piraten zeugt von Mut, dem Mut, außerhalb der akzeptierten Wahrheiten zu denken. Und von der Bereitschaft, das Undenkbare nicht nur zu denken, sondern auszusprechen und niederzuschreiben. Die Zukunft wird zeigen, wieviel vom Gründungsgedanken die Partei auf ihrem Weg in das System bewahren kann. Aber egal wo die Partei schließlich landet - auf ihrem Weg dorthin wird sie so oder so das System verändern. Es liegt an uns, dass es zum Positiven sein wird.

Wir leben auf jeden Fall in einer interessanten Zeit - das mag ein Fluch sein, oder ein Segen. Wir haben es selbst in der Hand.

Lebenslauf

Als ich 1994 Abitur machte, hatte ich fast zwei Drittel meines Lebens unter einem Kanzler Kohl gelebt - und zum Teil auch gelitten. Politisch geprägt wurde ich vor Allem durch seine schon 1990 offensichtlichen Lügen von "blühenden Landschaften" und einer Wiedervereinigung "ohne Steuererhöhungen". Oskar Lafontaine respektiere ich dementsprechend noch heute für seine wahren Worte, ebenso wie für seine Standfestigkeit, als er sein Lebenswerk in der SPD aufgab, um in einer anderen Partei für seine Prinzipien zu kämpfen. Allerdings, und es fällt mir nicht leicht das zuzugeben, sehe ich auch Helmut Kohl heute in einem anderen Licht: Er hat es verstanden, einen einzigartigen Moment der Geschichte für die deutsche Wiedervereinigung zu nutzen - etwas, wofür wir ihm trotz aller Verfehlungen dankbar sein sollten.

Nach Abitur und Zivildienst begann ich, Antworten zu suchen. Antworten auf all die Fragen, die sich einem jungen Menschen, der in eine verrückte Welt geworfen wird, stellen. Viele der Antworten, allerdings noch mehr Fragen, fand ich während meines langjährigen Studiums der Physik an der Universität Bielefeld, welches ich schließlich ohne Abschluss aufgeben musste. Nach mehrmonatiger Arbeitslosigkeit vor die Frage gestellt: "Wohnung oder Studium?", habe ich mich für die Wohnung entschieden. Es folgten einige Jahre Sozialhilfe, Hartz IV, 1-Euro-Job, und schließlich die Selbständigkeit. Über mehrere Jahre konnte ich so die Freiheit der "Selbstbeschäftigung" genießen, und mich nebenbei all jenen, teils auch abwegigen Themen widmen, die mich interessierten. Wie z.B. die Suche nach Gott, nach dem eigenen Ich, nach Außerirdischen oder auch nach der Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum, und dem ganzen Rest. Im Jahre 2008 hatte ich schließlich alle Antworten gefunden die ich benötigte. 42 war allerdings nicht dabei.

Damals traf ich auch die Entscheidung, mich kommunal zu engagieren. Denn Veränderung beginnt vor Ort, im Kleinen. Veränderung im Großen benötigt immer einen Anfang, der nur bei den Menschen liegen kann. Wenn wir Veränderung wollen, müssen wir bei uns selbst anfangen, und sie von Mensch zu Mensch weiter tragen. Veränderung von oben, vom Staat erzwungen, ist dagegen entweder nicht dauerhaft oder tyrannisch - und in den meisten Fällen sogar beides. Ich möchte behaupten, dass ich mich seit damals verändert habe, zum Positiven, und ich habe vor, diesen Weg weiter zu gehen, nicht alleine, sondern gemeinsam mit anderen.

Im Jahre 2011 schließlich bin ich der Piratenpartei beigetreten und habe recht schnell entschieden, mich vor Allem vor Ort, auf kommunaler Ebene zu engagieren. Eine Entscheidung, die ich nicht bereue, ganz im Gegenteil. Das hat zum großen Teil mit den Bielefelder Piraten zu tun. Und zu einem kleinen Teil natürlich auch damit, dass ich nicht nur den Kreisverband Bielefeld mitgründen durfte, sondern seit 2012 auch im KV-Vorstand und seit April 2013 als dessen Vorsitzender tätig bin. Zur Bundestagswahl hatte ich die Ehre, als Bielefelder (und Wertheraner) Direktkandidat der Piratenpartei für den Bundestag zu kandidieren. Einen Widerspruch zum vornehmlich kommunalen Engagement sehe ich dabei übrigens nicht, eher im Gegenteil: Direktkandidaten sind immer dem Wahlkreis verpflichtet und verbunden, und den kommunalen Bezug sehe ich für die Aufgaben direkt gewählter Abgeordneter als charakterisierend an.

Im Jahr 2012 hatte sich auch mein Arbeitsleben grundlegend verändert. Obwohl ich die Selbständigkeit und die mit ihr einhergehenden Freiheiten (und Verpflichtungen) sehr zu schätzen gelernt habe, habe ich mich damals entschlossen, das Angebot eines Angestelltenverhältnisses anzunehmen. Es gibt sicherlich genug Gründe, die dafür sprechen: Ein sicheres Einkommen, geregelte Arbeitszeiten, Urlaubstage, Sozialversicherung. Ausschlaggebend für mich war jedoch, dass ich mir neben einer Vier-Tage-Woche genug Zeit für mein politisches Engagement erhoffte. Und so langsam erfüllt sich diese Hoffnung sogar.

Rückblickend habe ich in meinem jetzt schon einige Jahrzehnte dauernden Leben viele wunderbare Menschen treffen dürfen. Insbesondere in den letzten Jahren sind mir viele Menschen begegnet, die sich sozial engagieren, die anderen Menschen helfen. Ich bin vielen Menschen begegnet, die auch mir geholfen haben, teils bewusst, teil vielleicht ohne es zu wissen. Teils wohl auch, ohne dass ich es selbst bemerkt habe. Ich habe viel lernen dürfen, über mich, über die Welt, über das Leben. Ich bin sehr vielen Menschen sehr dankbar, dass sie mich auf meinem Weg begleitet haben, oder mir einfach nur über den Weg gelaufen sind. Ohne diese Menschen wäre es mir kaum möglich gewesen, meinen eigenen Weg zu gehen, und dort anzukommen, wo ich heute - vorübergehend - stehe. Das Ende des Weges ist hoffentlich noch nicht erreicht, und ich bin gespannt, wo er mich hinführen wird. Und wem ich noch begegnen werde.

...und seh'n wir uns nicht in dieser Welt - dann seh'n wir uns in Bielefeld ...


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