BY:Landesparteitag 2013.1/Antragsfabrik/Positionspapier 070

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Tango-preferences-system.svg Dies ist ein Positionspapier (im Entwurfsstadium) für den Landesparteitag 2013.1.

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Antragstitel

"Freiwillige Geschlechterquote"

Antragsteller

Just-Ben, Beate Kesper

Antragstyp

Positionspapier

Antragstext

Der Landesparteitag möge folgendes Positionspapier beschließen:

Temporäre freiwillige selbstverpflichtende Geschlechterquoten in der Wirtschaft

Derzeit sind in Deutschland circa zehn Prozent der Führungsjobs in großen Unternehmen mit Frauen besetzt. In den 30 DAX-Konzernen ist ihr Anteil sogar nur bei etwas über zwei Prozent. Wir Piraten erkennen an, dass dieses Ungleichgewicht der Geschlechter in der Struktur und in den Rollenbildern unserer Gesellschaft begründet liegt. Wir streben an, die daraus resultierende Ungleichbehandlung auf Grund des biologischen oder sozialen Geschlechts zu bekämpfen.

Unsere Arbeitswelt ist geteilt in eine karierreorientierte, männerdominierte Arbeitskultur und eine serviceorientierte, frauendominierte Arbeitskultur. Eine Veränderung dieser Arbeitswelten und Kulturen ist notwendig, um beide Welten geschlechterneutral zu besetzen. Als Piraten kämpfen wir für diese Kulturveränderung, verstehen aber, dass diese Zeit braucht.

Nutznießer einer solchen Kulturveränderung können beide Geschlechter sein. Frauen haben bessere Möglichkeiten auf wirtschaftlichen Aufstieg, Karriere und Selbstverwirklichung. Männern wird es erleichtert, Selbstverwirklichung auch mit ihren sozialen Persönlichkeitsaspekten zu erfahren.

Als einen möglichen Baustein dieser Veränderung unserer Gesellschaft sehen wir eine freiwillige, selbstverpflichtende Geschlechterquote für das Spitzenpersonal in der Wirtschaft an. Die Inhaber oder der Aufsichtsrat einer Firma müssen ein Ziel festlegen, welchen Anteil von jedem Geschlecht sie in einem definierten Zeitraum (zum Beispiel in 10 Jahren) beim Spitzenpersonal des Unternehmens erreichen wollen. Dieses Ziel ist öffentlich zu kommunizieren und transparent darzustellen. Für den Fall, dass die Firma das Ziel nicht erreicht, verpflichtet sie sich zu Strafzahlungen.

Wir gehen davon aus, dass die Firmen sich durch den Zwang der öffentlichen Kommunikation ambitionierte, aber erreichbare Ziele bei der Umsetzung von Geschlechtergerechtigkeit setzen werden. Denn eine Quote wird automatisch auch für den Drang sorgen, sich entsprechendes Personal in der Firma auszubilden und aufsteigen zu lassen. Die dafür grundlegende gesetzliche Regelung sollte zeitlich begrenzt und regelmäßig durch die Legislative evaluiert werden.

Wir wissen natürlich, dass noch weiterführende Maßnahmen wie eine Verbesserung der Unternehmenskulturen, gerecht besetzte Förderprogramme für Spitzenpersonal, Kinderbetreuung, Schulungen zur Geschlechtergerechtigkeit, flexible Arbeitszeitmodelle und vieles mehr notwendig sind, um allen Menschen faire Aufstiegschancen zu bieten. Nur mit gesetzgeberischen Änderungsdruck auf die Firmen ist dieses Ziel erreichbar. Nur so können die Karrierechancen aller Menschen vom geschlechtlichen Rollenbild emanzipiert werden.


Antragsbegründung

ausführlich am Parteitag

PirateFeedback
Zuständigkeit
  • Land


Datum der letzten Änderung

05.01.2013


Anregungen

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Diskussion

+das ist richtig, weil

das sehe ich anders, da
+du irrst, denn
Οist das denn wirklich so?

freiwllige Selbstverpflichtungen von Arbeitsgebern haben sich in der Vergangenheit regelmässig als geschickter Schachzug erwiesen um von außen auferlegte Verpflichtung abzuwenden, wobei zugleich die freiwillige Selbstverpflichtung nicht erfüllt wurde. Wer überhauüt eine Quote möchte sollte diese als gesetzliche Rahmen formulieren und sich nicht selbst belügen indem stattdessen freiwilligen Selbstverpflichtungen die Präferenz gegeben wurd.

+als Teil der benachteiligten Menschen in unserer Gesellschaft, habe ich es allmählich satt, darauf zu warten, bis sich die Welt von selbst ändert. Meiner Meinung nach sollten wir anfangen zu Handeln. Diese Positionierung kann vielen benachteiligten Mut machen, sie motivieren sich nicht mit den Gegebenheiten abzufinden, was letztendlich das Ziel der Piraten ist. Teil des Wahlprogramms der CSU ist es, sich dem Druck Europas zu entziehen, indem man die Regelung der Geschlechtergerechtigkeit den Mitgliedsländern der EU selbst überlässt. Die Hoffnung auf eine gesetzliche Regelung schwindet in meinen Augen in eine weite Ferne. Ich bin fest davon überzeugt, dass eine freiwillige Selbstverpflichtung zur Geschlechtergerechtigkeit und die damit wahrscheinlich verbundene Familienfreundlichkeit den Bürgern* realistisch, durchführbar und zukunftsorientiert erscheint, und länger als eine Wahlperiode wirkt. Ein wichtiger Punkt ist die zeitliche Begrenzung. Diese Quote soll nicht auf Dauer ein Geschlecht benachteiligen. Ich sehe es als Kick off in eine gerechtere Gesellschaft. Übrigens werden gesetzliche Reglungen gerne mal durch "Lücken" umgangen. Deshalb finde ich eine „Geschlechterquote in Freiwilligkeit“ eher durchführbar.

Unterstützung / Ablehnung

Piraten, die vrstl. FÜR diesen Antrag stimmen

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Piraten, die vrstl. GEGEN diesen Antrag stimmen

  1. CSteinbrenner
  2. CEdge
  3. Tobias 'EscaP' Stenzel 22:33, 28. Dez. 2012 (CET)
  4. ☠ tr4nt0r 18:19, 5. Jan. 2013 (CET) unterscheidet sich doch kaum von der viel kritisierten Flexi-Quote von Kristina Schröder.
  5. ...

Piraten, die sich vrstl. enthalten

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