Antrag:Bundesparteitag 2012.2/Antragsportal/PA541

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Tango-preferences-system.svg Dies ist ein Antrag für den Bundesparteitag 2012.2. Das Sammeln und Diskutieren von Argumenten für und gegen den Antrag ist auf der Diskussionsseite möglich

Wende dich bei Fragen und (als Antragsteller) Änderungswünschen an ein Mitglied der Antragskommission.

Tango-dialog-warning.svg Dieser Text ist (noch) keine offizielle Aussage der Piratenpartei Deutschland, sondern ein an den Bundesparteitag eingereichter Antrag.

Antragsübersicht

Antragsnummer PA541
Einreichungsdatum 26 Oktober 2012 17:50:07
Antragsteller

Stephan Bliedung

Mitantragsteller
Antragstyp Wahlprogramm
Antragsgruppe „Gleichberechtigung und Chancengleichheit“ gehört nicht zu den möglichen Werten dieses Attributs (Arbeit und Soziales, Außenpolitik, Bildung und Forschung, Demokratie, Europa, Familie und Gesellschaft, Freiheit und Grundrechte, Internet und Netzpolitik, Gesundheit, Innen- und Rechtspolitik, Kunst und Kultur, Programmdebatte, Umwelt und Verbraucherschutz, Wirtschaft und Finanzen, Keine der Gruppen).
Zusammenfassung des Antrags Chrononormative Frühaufsteherdiktatur - Anpassung gesetzlicher Regelungen an die gesellschaftlichen Realitäten
Schlagworte
Datum der letzten Änderung 01.11.2012
Status des Antrags

Pictogram voting question.svg Ungeprüft

Abstimmungsergebnis

Pictogram voting question.svg Noch nicht abgestimmt

Antragstitel

Chrononormative Frühaufsteherdiktatur - Anpassung gesetzlicher Regelungen an die gesellschaftlichen Realitäten

Antragstext

Der BPT möge folgenden Antrag beschließen und an geeigneter Stelle ins Wahlprogramm aufnehmen:


Menschen, die nicht dem chrononormativen Weltbild angehören ist die Teilhabe und der Zugang zu allen Lebensbereichen zu ermöglichen. Die PIRATEN setzen sich für flexible zeitliche Regelungen im Handel, Verwaltung, Bildung, Kultur und im Berufsleben ein. Dabei ist es unser Anliegen, dass jeder zu den Tages- und Nachtzeiten die Teilhabe an den gesellschaftlichen Bereichen ermöglicht wird, die dem jeweiligen Biorhythmus entspricht.

Hierzu sind in den Dienstleistungsbereichen und im Handel Angebote zu schaffen, die es sowohl zulassen, das Berufsleben zeitlich flexibel wahrzunehmen als auch als Kunde die jeweiligen Angebote wahrzunehmen. Die Bedürfnisse der Angestellten im Dienstleistungs- und Handelsbereich sind mit denen der Kunden weitgehend abzustimmen, so dass die flexiblen Regeln sich nicht zum Nachteil einer Gruppe auswirken. Die Ladenöffnungszeiten so flexibel wie möglich zu gestalten ist das Ziel, um den gleichberechtigten Zugang zu diesen Lebensbereichen zu gewährleisten.

Um wirksam sein zu können, sind die zeitlich flexiblen Regelungen auf Bereiche der Verwaltung zu erweitern, so dass den Bürgern und den Angestellten entsprechend ihrem Biorhythmus die Möglichkeit erhalten, Behördengänge zu erledigen bzw. diese zu bearbeiten. Hierzu setzen wir uns für die Erweiterung der Öffnungszeiten der Bürgerämter und eine ausreichende personelle Besetzung ein, die dem Bedarf der Bevölkerung angepasst wird. Insgesamt wollen wir das mehr zeitlich flexible Arbeitszeiten auch über den Verwaltungsbereich hinaus geschaffen werden, die die Erfüllung der Arbeitsaufgaben unter Beachtung des Biorhythmus der Arbeiter und Angestelltung zulassen.

Wir setzen uns dafür ein, dass im Bildungsbereich die Betreuungs- und Unterrichtszeiten nicht an Stundenplänen orientieren, sondern an der Aufmerksamkeitsspanne und den Zeiträumen der Konzentration des Lernenden. Die Betreuungs- und Unterrichtszeiten sind zeitlich so flexibel zu organisieren, um jedem Lernenden die gleichen Chancen zum Lernen zu geben. Mit Unterstützung von digitalen Lehrmitteln und Lernformen, vernetzten Medien und Plattformen sind Unterrichts- und Pausenzeiten zwischen Lehrenden und Lernenden flexibel zu planen und wahrzunehmen. Dabei ist unabhängig von der tatsächlichen Anwesenheitszeit der Lernerfolg zu bewerten.

Um die Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben zu jeder Tages- und Nachtzeit zu ermöglichen, ist die Verfügbarkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln dem Bedarf der Fahrgäste anzupassen und vor allem in den Nachtstunden und an Wochenenden das Angebot merklich zu erweitern.

Antragsbegründung

Die chrononormative Frühaufsteherdiktatur ist gesellschaftlich akzeptiert, diskriminiert aber Teile der Bevölkerung, die aufgrund ihrer Beschäftigungsverhältnisse oder ihrer genetischen Disposition, nicht regelmäßig um sechs aufstehen und von Montag bis Freitag arbeiten gehen. Vielen Menschen bleiben daher grundlegende Bedürfnisse verweigert. Es ist Menschen, die sich nicht der chrononormativen Frühaufsteherdiktatur unterwerfen, nur unter erschwerten Bedingungen möglich am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Einkaufsmöglichkeiten bleiben verwehrt oder sind nur unter Inkaufnahme von "Spätkaufszuschlägen" möglich. Eine Änderung der Ladenöffnungszeiten bietet auch dem Einzelhandel einen Vorteil gegenüber 24 Stunden online verfügbaren Angeboten, wie amazon, ebay und anderen, wenn entsprechender Bedarf besteht. Ein Besuch von Ämtern und Behörden ist aufgrund der unflexiblen Öffnungszeiten nur erschwert möglich. Viele Betroffene zahlen auch hier Mahngebühren, da ihnen ein Zugang zu unmöglichen Zeiten zugemutet wird. Ein Besuch von Museen ist nur im Rahmen einer langen Nacht der Museen möglich. Für Menschen, die am Wochenende arbeiten verschließt sich auch diese Möglichkeit der kulturellen Teilhabe, da lange Nächte der Museen bis jetzt nur an Wochenenden durchgeführt werden. Ein Besuch im Theater oder Kino gestaltet sich ähnlich schwierig. Auch der normale Frequenzpegel der Umgebungslautstärke ist derzeit chrononormativ frühaufsteherdiktatorisch. Menschen die nicht den chrononormativen Tag-Nacht-Rhythmus leben, sind vermehrt Baulärm und anderen Störgeräuschen (Postboten, Verkehrslärm, tägliche Ruhestörung, etc.), während des Schlafs ausgesetzt.

P.S. Frühaufsteherdiktatur ist keine Erfindung der Piraten, aber viele Menschen (auch Piraten leiden massiv darunter)

Diskussion

  • Vorangegangene Diskussion zur Antragsentwicklung: {{{diskussionVorher}}}
  • [{{{antragsdiskussion}}} Pro-/Contra-Diskussion zum eingereichten Antrag]


Konkurrenzanträge