HE:Meinungsbilder/KifoeG-Positionierung

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Meinungsbild Positionierung der Piratenpartei Hessen zum Kinderförderungsgesetz (KifoeG) vom 22.01.2012 eingereicht durch Sascha Endlicher, M.A.
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Laufzeit: 7 Tage
Fragestellung:
Möchtest Du das Positionspapier zur Ablehnung der KiFöG-Novellierung als Position der Piratenpartei Hessen annehmen?
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Positionspapier Hessisches Kinderförderungsgesetz (KiFöG)

Durch die für 2014 geplante Novellierung des hessischen Kinderförderungsgesetzes verschlechtert sich die Qualität im Bereich der frühkindlichen Betreuung. Eine bestehende programmatische Forderung der Piratenpartei Hessen ist es jedoch, dass jedes Kind mit Abschluss des Mutterschutzes das Recht auf kostenlose qualifizierte frühkindliche Betreuung haben soll. Im Rahmen der Novellierung entstehen größere Gruppen bei gleicher Anzahl von Betreuern. Insbesondere im Bereich der Kleinsten (U3) bedeutet dies durch den Wegfall der Obergrenze von zur Zeit zehn Kindern, dass mehr Kinder auf eine(n) Erzieher*in kommen und der/die Erzieher*in dadurch weniger Zeit den jüngsten Kindern widmen kann. Ferner sollen bis zu 20% fachfremde Laien eingestellt werden. Die Piratenpartei Hessen lehnt bislang in ihrem Programm die eingefrorene Unterrichtsgarantie Plus (d.h. Unterricht durch unqualifiziertes Lehrpersonal) ab. Diese Ablehnung vertreten wir auch explizit im Bereich der frühkindlichen Betreuung.

Die größten Kritikpunkte der Piratenpartei Hessen sind im Einzelnen:

  • Die Novellierung von KiföG bedeutet weniger bedarfsgerechte Betreuung in Gruppen mit Kindern unter 3 Jahren.
  • Auch in Inklusionsgruppen soll die maximale Gruppengröße von 18 auf bis zu 25 Kinder angehoben werden. Integration von Kindern mit Förderbedarf wird beim personellen Bedarf und bei der Gruppengröße somit nicht berücksichtigt. Der vorgesehene finanzielle Zuschlag deckt die Erfordernisse bei weitem nicht ab. Die Integration von Kindern mit Förderbedarf in eine Gruppe mit bis zu 25 Kindern ist schlicht unmöglich.
  • Bei den erforderlichen Fachkraftstunden können 20% pädagogische Laien eingerechnet werden. Dies entspricht einer Entprofessionalisierung des Berufsstandes von Erzieherinnen und Erziehern. Gleichzeitig werden weniger pädagogische Fachkräfte das Kerngeschäft einer Kindertageseinrichtung bewältigen müssen.
  • Die Öffnungszeiten von Kitas in ihrer jetzigen Form gehen schon oft an den tatsächlichen Bedürfnissen der Eltern vorbei. Kifög führt u.U. zu kürzeren Öffnungszeiten. Viele Eltern benötigen jedoch flexiblere und längere Öffnungszeiten.
  • Die Vergrößerung von Gruppengrößen bei gleichem Raumangebot führt zu Raumnot. Ein Vergleich: Für Krippengruppen (0 bis 3 Jahre) sind 3,3 qm pro Kind vorzusehen. Im Elementarbereich (3 bis 6 Jahre) sind für Ganztagsgruppen 3, für Halbtagsgruppen 2 qm pro Kind erforderlich. Für Schulkinder werden mindestens 2,2 qm pro Kind verlangt. Ein Hund im Zwinger wird übrigens artgerecht mit 6-10 qm gehalten.
  • Sprache und Kommunikation sind wichtige Mittel der Integration. Wenn Erzieher*innen mehr Kinder betreuen müssen, bleibt weniger Zeit für Kommunikation, auch mit Kindern, die eigentlich mehr Kommunikation bedürfen.
  • Eine größere Gruppe hat eine höhere Belastung der Erzieher*innen zur Folge. Dies kann zu häufigeren Ausfällen durch Krankheit bis zu Burn-Out-Erscheinungen führen.

Diskussion über den Sinn und Zweck des vMB

Argumente zur Frage

Eine Diskussion findet nach den Regeln auf der Artikeldiskussionsseite statt!

PRO (für das Positionspapier und somit eine Ablehnung von KiföG)

  • Die Novellierung von KiföG bedeutet weniger bedarfsgerechte Betreuung in Gruppen mit Kindern unter 3 Jahren.
  • Auch in Inklusionsgruppen soll die maximale Gruppengröße von 18 auf 25 Kinder angehoben werden.
  • Es sollen bis zu 20% fachfremde Laien eingestellt werden ("Unterrichtsgarantie+ reloaded")
  • Die Öffnungszeiten von Kitas in ihrer jetzigen Form gehen schon oft an den tatsächlichen Bedürfnissen der Eltern vorbei. Kifög führt u.U. zu kürzeren Öffnungszeiten. Viele Eltern benötigen jedoch flexiblere und längere Öffnungszeiten.
  • Die Vergrößerung von Gruppengrößen bei gleichem Raumangebot führt zu Raumnot. Ein Vergleich: Für Krippengruppen (0 bis 3 Jahre) sind 3,3 qm pro Kind vorzusehen. Im Elementarbereich (3 bis 6 Jahre) sind für Ganztagsgruppen 3, für Halbtagsgruppen 2 qm pro Kind erforderlich. Für Schulkinder werden mindestens 2,2 qm pro Kind verlangt. Ein Hund im Zwinger wird übrigens artgerecht mit 6-10 qm gehalten.
  • Sprache und Kommunikation sind wichtige Mittel der Integration. Wenn Erzieher mehr Kinder betreuen müssen, bleibt weniger Zeit für Kommunikation, auch mit Kindern, die eigentlich mehr Kommunikation bedürfen.

CONTRA (gegen das Positionspapier und somit für die geplante Novellierung von KiföG)

  • Kitas sind sowieso nur Verwahrungsorte von Kindern und eine Förderung von Kindern findet nicht statt. Kinder sind besser bei Menschen in ihrem Umfeld aufgehoben, z.B. Großeltern, Tanten oder Onkeln.
  • Ein Ausbau des Systems von Tagesmüttern -und Vätern ist stattdessen zu begrüßen.
  • In Süd- und Nordamerika gibt es sehr viele Kindermädchen und Au-Pairs. Man könnte den Markt der Betreuung in diese Richtung öffnen.
  • Kitas dienen nur als Aufbewahrungsorte, damit die Eltern im neoliberalen Sinne weit möglichst ausgebeutet werden können, daher sind Kitas grundsätzlich abzulehnen. Eine Verschlechterung durch KiföG ist somit hinnehmbar.
  • Wenn wir einen Blick auf den demographischen Wandel werfen, so sehen wir, dass in absehbarer Zeit weniger statt mehr ErzieherInnen gebraucht werden. Wenn wir die Qualität in Kitas durch mehr ErzieherInnen steigern wollen, dann schaffen wir mit dem breiteren Arbeitsmarkt auch Verpflichtungen für die Zukunft.
  • Die Verwendung gegenderter Sprache wie im Positionspapier ("Erzieher*in") ist inakzeptabel.

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