Virtuelles Parlament

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Kurzdefinition VIPA

Das Virtuelle Parlament - ein politischer Wissens- und Entscheidungsgenerator

VIPA

  • ist ein Prototyp zur Entwicklung, Diskussion und Gestaltung von neuen Formen der politischen Beteiligung und Bildung (Social Political Network)
  • basiert auf einer allen zugänglichen politischen Diskussion und Analyse VIPA stimuliert die Entwicklung von demokratischen Gestaltungsalternativen, deren Veröffentlichung und Abstimmung
  • gründet auf der permanenten aktiven Beteiligung und translokalen Interaktion engagierter Bürger und nicht auf konkurrierenden Wahlstrategien
  • öffnet den institutionalisierten Parteienparlamentarismus und bietet allen kompetenten Menschen Zugang zu Foren, Ausschüssen und Entscheidungen im Plenum
  • generiert das fachliche Wissen und die Lebenserfahrungen der aktiven VIPA Teilnehmer und stimuliert das politische Entscheidungspotenzial der Zivilgesellschaft
  • ist ein permanenter Prozess der Gestaltung einer netzgestützten politischen Kultur des 21. Jahrhunderts.

Kurze Einführung

Mit dem inhaltlichen, technischen und organisatorischen Aufbau des "Virtuellen Parlaments" soll ein Möglichkeits-Raum für die Bildung einer neuen politischen Kultur auf Basis der digitalen Computer- und Netztechnologie (Social Political Network) gegeben werden. "Bildung" ist dabei im doppelten Sinne zu verstehen: als neue Form der Anwendung, Herausbildung, und Vernetzung politischer Kompetenzen wie auch als Prozess der inhaltlichen, organisatorischen und technischen Beteiligung am Aufbau einer neuen politischen Kommunikations- und Abstimmungspraxis. Der Umfang und die Qualität der Beteiligung an VIPA entscheidet darüber, welchen Einfluss die Plattform auf „Realpolitik“ haben wird. Je breiter und tiefer das Resonanzfeld, desto höher die Chance der Einflussnahme und Veränderung.


Aussicht der Möglichkeiten

Beteiligung als aktiver VIPA-Parlamentarier oder VIPA Wähler

Mit der Herstellung der inhaltlichen, organisatorischen und technischen Funktionsfähigkeit bietet die Plattform zwei Möglichkeiten, sich an politischer Meinungs- und Entscheidungsbildung zu beteiligen:

  • Die erste Möglichkeit besteht in der aktiven persönlichen Teilhabe an der Erarbeitung von Vorschlägen zur politischen Gestaltung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen in Foren und Ausschüssen sowie im Plenum. Die aktive Beteiligung erfordert eine persönliche Anmeldung (Login). Die in den Foren eines jeweiligen Politikfeldes erarbeiteten Vorschläge steigen bei Konsens zur Diskussion und Abstimmung in den jeweiligen Ausschuss des Politikfeldes und danach in die Diskussions- und Entscheidungsebene des Plenums (Abstimmung aller aktiven Forumsteilnehmer des VIPA) auf. Bei positiver Abstimmung gelangen die zwei bis drei Entscheidungsalternativen auf die offene „externe“ Abstimmungsplattform.
  • Die zweite Möglichkeit der Teilhabe besteht in der Bewertung von alternativen Vorschlägen zur politischen Gesellschaftsgestaltung auf der offenen Abstimmungsplattform.

Jeder E-Mail-Absender kann alle Diskussionen einsehen und auf der Abstimmungsplattform zwischen den jeweils zwei bis drei Alternativen jeweils einmal per Mausklick entscheiden. Die zwei bis drei alternativen Entscheidungsmöglichkeiten bestehen jeweils aus dem Vorschlag sowie der Beschreibung der Vorteile und der möglichen Risiken. Der Button „mehr Informationen“ führt zu ausführlichen Begründungen des jeweiligen Gestaltungsvorschlags.

Der VIPA Prototyp bezieht sich vorerst auf den nationalen politischen Radius Bundesrepublik Deutschland. Durch Partizipation, Kooperation und Vernetzung kann das Modell in Richtung lokaler und regionaler, als auch transnationaler sowie globaler Gesellschaftsgestaltung erweitert werden.


Einladung zur Beteiligung am Virtuellen Parlament (VIPA)

Vor dem Hintergrund der offensichtlichen Defizite einer weitgehend demoskopischen Zuschauerdemokratie wurde im Rahmen des Projektes „90 Jahre Weimarer Republik – Laboratorium Demokratie“ 2009 die Entwicklung des VIPA Prototyps zur netzgestützten Entfaltung einer parteienunabhängigen politischen Partizipation und Bildung unterstützt.

Anlässlich des 90. Jahrestages der Unterzeichnung der Weimarer Verfassung fand am 11. August 2009 die Online-Schaltung der Plattform www.virtuellesparlament.de in Schwarzburg (Thüringen) – dem Ort der damaligen Unterzeichnung durch F. Ebert - statt. Die Plattform versteht sich zuerst als ein „Leitsystem“ zur inhaltlichen Diskussion und technischen Erprobung von Spielräumen eines offenen parlamentarischen Prozesses der Entscheidungsfindung und Abstimmung. Die beim Start noch vorgegebenen Definitionen von Politikfeldern sollen im Prozess der Herausbildung des netzdemokratischen Wissens- und Entscheidungsgenerators präzisiert, korrigiert und erweitert werden.

Die Idee einer netzgestützten Diskussions- und Abstimmungsplattform ist mit Konsequenzen für eine über die Stellvertreterdemokratie hinausreichende politische Partizipation verbunden. Nicht nur die kollaborative Herstellung der Software Linux oder die kollektive Wissensplattform Wikipedia, sondern auch die mit dem so genannten web 2.0 entstandenen Potenziale von „Social Software“ und „Social Network“ können – bei aller Abhängigkeit von Netzmonopolen und Tendenzen der „Fragmentierung“ (Jürgen Habermas) – als Elemente einer neuartigen Kommunikationsweise verstanden werden. Nicht das Streben nach egomanischer Hyperpräsenz, Manipulation und Profit, sondern der persönlich motivierte soziale Austausch von Wissen, Fähigkeiten und Erfahrungen bildet die qualitativ neue Basis.

Durch eine wachsende qualifizierte Beteiligung sowohl an den inhaltlichen wie auch technischen Dimensionen von VIPA können sich neue „Spielregeln“ der Netzdemokratie lokal, regional, national sowie transnational etablieren und so „Realpolitik“ beeinflussen bzw. verändern!

Wir laden Sie deshalb ein, VIPA zu testen und sich am Aufbau der Foren, Ausschüsse und des Plenums oder an der Abstimmung von Entscheidungsalternativen zu beteiligen.

Der im Rahmen des Medienkunstfestivals CYNETART am 4. und 5. Dezember 2009 im Festspielhaus Hellerau (Dresden) stattfindende erste VIPA-Kongress bietet allen Interessierten eine Plattform zum direkten Austausch über die Möglichkeiten und Grenzen einer translokalen Netzdemokratie. (Veranstalter: Trans-Media-Akademie Hellerau; www.cynetart.de)

Bei Interesse an der Beteiligung am VIPA-Kongress sowie am VIPA-Redaktionsbeirat oder an einer anderen Form der Unterstützung des Projektes können Sie sich ab dem 12.8.2009 direkt über die Homepage (Kontakt) http://www.virtuellesparlament.de an uns wenden.