HE:Meinungsbilder/Respektkarten AV 2013

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Meinungsbild Respektkarten auf den Aufstellungsversammlungen des LV 2013 vom 15.01.2013 eingereicht durch Christian Hufgard
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Laufzeit: 7 Tage
Fragestellung:
Sollen auf den Aufstellungsversammlungen der Piratenpartei Hessen "Respektkarten" zusammen mit den Akkreditierungsunterlagen ausgegeben und von der Versammlungsleitung erklärt werden?
  1. Symbol support vote.svg JA ()
  2. Symbol oppose vote.svg NEIN ()
  3. Symbol neutral vote.svg Enthaltung ()
Ergebnis: Abgelehnt (Details: [1])
Ja: 29.91% Nein: 62.46% Enthaltung: 7.62%
Wahlbeteiligung: 18.61%


Fragestellung

Die Respektkarten wurden auf der AV des Landes Sachsen am 12./13. Januar 2013 getestet. Das Feedback kann hier [1] nachgelesen werden. "Sollen auf den Aufstellungsversammlungen der Piratenpartei Hessen "Respektkarten" zusammen mit den Akkreditierungsunterlagen ausgegeben, von der Versammlungsleitung erklärt und durch die Aufstellungsversammlung verwendet werden?"

Antwortmöglichkeiten

Symbol support vote.svg JA
Symbol oppose vote.svg NEIN
Symbol neutral vote.svg Enthaltung

Hintergrund

Das Piratinnen-Netzwerk hat eine Idee erarbeitet, um auf künftigen Aufstellungsversammlungen dafür zu sorgen, dass diskriminierende/sexistische... Fragen unmittelbar aufgedeckt und zurück gewiesen werden können. Als diskriminierend empfinden wir solche Fragen, die nur z. B. aufgrund des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung der/des Kandidaten/in gestellt werden.

Der Vorschlag ist, dass bei der Akkreditierung mit der Ausgabe der Stimmkarten eine „Respektkarte“ überreicht wird. Die jeweilige Versammlungsleitung informiert zu Anfang über die Karten und die Idee dahinter, zudem sollte auch ein kurzer Text mit ausgehändigt werden. Die Versammlung kann nun, wenn eine diskriminierende/sexistische Frage an eine/n bestimmte/n Kandidaten/in gestellt wird, die Respektkarte hochhalten und die Versammlungsleitung cancelt daraufhin die Frage, sodass der/die Kandidat/in nicht darauf antworten muss. Bei offensichtlichem Falschgebrauch wird die Frage natürlich nicht gecancelt und falls nötig. wird der Gebrauch der Respektkarte noch einmal erklärt.

Die Respektkarten wurden auf der AV des Landes Sachsen am vergangenen Wochenende getestet. Das Feedback kann hier nachgelesen werden.

Diskussion über den Sinn und Zweck des vMB

Argumente zur Frage

Eine Diskussion findet nach den Regeln auf der Artikeldiskussionsseite statt!

PRO

+ich bin dafür (JA) weil es ein Mittel ist, die Basis an Respekt gegenüber den Kandidaten/innen zu erinnern, wir vermuten dass dies schon alleine durch das Austeilen der Karten (thematisieren) passiert. Die Karten (Beispiel aus Sachsen) werden einfach hochgehalten, wenn die Versammlung der Meinung ist, dass eine Frage diskriminierend ist. Der "Testlauf" in Sachsen am 11.1. hat sich als ausgesprochen positiv erwiesen.

+es ist ein erster Schritt und in den USA schon sehr erprobt. Eine Kombination mit dem Überpiepsen sexistischer oder sonst wie anstößiger Wörter würde zu moralisch anständigem Verhalten führen. Auch wäre es sinnvoll den Livestream leicht zeitversetzt zu senden um ggf. solche Sequenzen durch Standbild ersetzen zu können. Auch dies in den USA erfolgreich erprobt.

CONTRA

—Wenn die Karten mit den Akkreditierungsunterlagen ausgegeben werden, müssen sie in die GO der Versammlung und darüber abgestimmt werden. Denn zu den Unterlagen gehören bisher Stimmkarten, Abstimmunsblöcke und Akkreditierungsbändchen und die sind eben in der GO erläutert bzw. ergeben sich aus der GO zwingend

—Wieso sollen eigentlich nur Akkreditierte Respektkarten hochhalten dürfen? Was ist mit den Freibeutern, Gästen und anwesenden Bürgern? Viel zielführender wäre es, Karten zu drucken und auszulegen (gerne auch am Akkreditierungsstand) und jeder, der Lust darauf hat, nimmt sich eine Karte. Auf unseren Parteitagen basteln sich ja jetzt schon immer wieder Piraten bestimmte Karten oder Plakate

—Auf freiwilliger Basis sehe ich kein Problem, aber wenn es eben "offiziell" sein soll, dann existiert das Problem, dass es eben keine objektive Beurteilung zu Äußerungen gibt. Schon die obige Formulierung "Bei offensichtlichem Falschgebrauch" zeigt die Problematik: Wer entscheidet wie denn darüber?

—Ich gehe eigentlich davon aus, dass man/frau auf Fragen, die einem warum auch immer nicht richtig erscheinen, nicht inhaltlich antworten muss. Stattdessen sagen: "Beantworte ich nicht, da .......". Wer in die öffentliche Politik will sollte soviel Souveränität haben ohne durch einen Blick über die Versammlung zu sehen, ob dies mehrheitsfähig ist. Die Kandidaten/innen sollten selbst entscheiden welche Fragen sie zulassen.

—Speziell der Vorschlag (Satire?) "den Livestream leicht zeitversetzt zu senden um ggf. solche Sequenzen durch Standbild ersetzen zu können" (siehe PRO) zeigt, was die Natur der Sache ist: Zensur.

—Die Begründung schweigt sich darüber aus, ob es in der Vergangenheit konkrete Vorfälle gegeben hat, die mit den Respektkarten hätten verhindert werden können. Aber wo es kein Problem gibt, braucht es doch auch keine Lösung.

—Der Testlauf Sachsen hat gezeigt, dass die Respektkarten auch bei Fragen eingesetzt wurden, die nicht direkt sexistisch/diskriminierend waren (siehe Absatz @Kattenevare).

—Das sehr ähnliche Konzept der Creeper-Cards ist auf dem 29C3 (29. Chaos Communication Congress) schiefgegangen, weil manche Menschen schlicht hypersensibel sind.

—Wer den Job machen will, muss selbst entscheiden können, ob er eine Frage beantworten will und sich auch fiesen Fragen stellen. Wer gewählt wird, muss in Berlin damit rechnen, dass Journalisten und die Öffentlichkeit Fragen stellen werden, bei denen niemand Respektkarten hochhält.

Links/Fakten

Ergebnis

Die Auswertung hat ergeben…