Benutzer:Cae/seminarbericht

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== Seminarbericht: Stiftung Mitarbeit: Alle im Boot?! ==

26. bis 27. Oktober 2012 in Mülheim an der Ruhr

Das Wichtigste zuerst: Mehrwert und Ergebnisse

Zusammenfassung zu Möglichkeiten der Kontaktaufnahme (Aushänge / Orte / Personen etc) und konkreten Fallarbeiten kommt noch: Habe das PW für den Onlinebereich mit den abfotografierten Workshopergebnissen noch nicht bzw. wird erst in den nächsten 14 Tagen online gestellt: wird nachgeliefert. (Dto weitere Workshop-Ergebnisse).

Ich beschreibe hier etwas ausführlicher den für mich interessantesten, da am ehesten für den Gesamt-LV relevanten Teil:

Bedingt durch die Zusammensetzung der TN lag ein Schwerpunkt bei der Bürgerbeteiligung im städtischen Bereich / Viertel (Quartier):


Quartiermanagement

http://de.wikipedia.org/wiki/Quartiermanagement

Gehört auch zu „Soziale Stadt“ http://www.soziale-stadt.nrw.de/ * und damit der Stadtteilentwicklung und ist für uns interessant, da sich diese Förderung auf Viertel konzentriert, in denen wir auch viele Nichtwähler und sozial Benachteiligte finden.

Ich war angenehm überrascht von der Sicht- und Arbeitsweise der Quartiermanager und der Planungsbüros: Die Herangehensweise ist sehr pragmatisch - bürgernah ohnehin - und oft wurden Politik und Stadtverwaltung als die „eigentlich schwer erreichbaren Gruppen“ genannt. Quartiersmanager können als Ansprechpartner und zur weiteren Vernetzung interessant sein.

Wenn wir mehr Bürgerbeteiligung wollen, lohnt es sich bei „schwierigen Vierteln“ abzuklären, ob dort evt. QM-Maßnahmen durchgeführt werden. In diesem Fall ist auch eine Vernetzung mit dem Quartiersmanagern sinnvoll, da diese durch direkte Kontakte auch einen recht guten Einblick in die spezifischen Probleme eines Viertels und der Bewohner(gruppen) haben.


=

Aktionen vor Ort / Alternativen zu „klassischem Wahlkampf“: ===


Nichtwähler sind schwer zu erreichen und gerade Gruppen, die Vorteile von einer Neuausrichtung der Sozialpolitik hätten, sind nicht an die Urne zu kriegen, um genau diese Interessen zu vertreten. Ein Problem bei Wahlkampf mit Programmen ist in „schwierigen Vierteln“ oft die Frage: Was bringt mir das? Was hab ich davon? Das ändert ohnehin nichts.

Genau hier setzen bessere Informationen über Vorhandene Optionen wie z. B. Verfügungsfonds an:

[ http://www.soziale-stadt.nrw.de/antrag_finanzierung/verfuegungsfonds.php]

Verfügungsfonds sind niedrigschwellige Töpfe, über die kleine Projekte im Viertel finanziert werden können. Z. B. wenn Jugendliche einen Sprayworkshop machen wollen, wenn ein Grill für ein Stadtteilfest fehlt, wenn ein Tretrollerverleih für den Spielplatz organisiert werden soll etc. (Gegenstände werden i.d.R. nicht Eigentum des Initiators, sondern gehen danach zur Nutzung/Weiterverleih z. B. an Jugendzentren, Kindergärten o.ä.).

Antragsberechtigt sind natürliche Personen und Vereine (keine städtischen Gruppen oder Institutionen), unabhängig vom Alter – das können auch lose Gruppen sein: 3 Jugendliche, die etwas auf die Beine stellen wollen. Der Antrag ist tatsächlich machbar – allerdings werden die meisten ErstAntragsteller Unterstützung brauchen.


Ich halte es für sinnvoll, diese und evt. vorhandene weitere Finanzierungs- und Unterstützungsangebote zu recherchieren und bekannter zu machen. Außerdem sollten wir, wo Hilfe benötigt wird, die Antragsstellung unterstützen: Ein Infostand mit echtem Mehrwert! Bürgerbeteiligung muss praktisch sein – unser Ansatz ist oft noch zu theoretisch und textlastig.

Planning for Real

Ist ein Bürgerbeteiligungsverfahren aus Großbritannien, das dazu dient, bei der Planung / Stadtentwicklung die betroffenen Bürger aktiv und niedrigschwellig einzubeziehen. Geeignet für ganze Stadtviertel, aber auch einzelne Gebäude oder Gebäudekomplexe.

Die Durchführung dürfte uns in der Regel überfordern. Allerdings ist ab ca. 10.000 eine Projektvergabe möglich, was angesichts von hunderttausenden Euro, die für Architekturwettbewerbe etc. anfallen eine überschaubare Summe sind.

Bei Planning für Real wird nicht vorausgesetzt, dass die Bürger „per se motiviert sind / sich schon melden werden“ (das spricht nur die üblichen Verdächtigen an), stattdessen wandert das Projekt zu den Bürgern, ist mobil und bringt die Fragen und Freiräume zu den Plätzen und Orten, wo die Menschen sich aufhalten.

Der „Aufhänger“ ist dabei ein Stadtplanauszug, auf dem von den Beteiligten Modelle ihrer Umgebung gebaut werden. Darauf aufsetzend werden von den Bewohnern Nutzungsmodelle entwickelt. Das Ziel ist die Erarbeitung eines Projektvorschlags für den Auftraggeber z. B. die Stadt.

Dieses .pdf der Uni Kassel ist eine ganz gute Darstellung: [1] (Google sei Dank)

Zum Seminar und der Stiftung:

Die Stiftung Mitarbeit feiert nächstes Jahr ihr 50jähriges Bestehen. Schwerpunkt ist die Demokratieentwicklung von unten. [2] Empfehlung: Newsletter / Veranstaltungskalender abonnieren.

Die Stiftung betreibt außerdem das kostenlose Netzwerk Bürgerbeteiligung [3] Die Teilnahme am Netzwerk bzw. Teilnahme an Veranstaltungen, die über das Netzwerk bekannt gemacht werden, dürfte für Piraten ebenfalls interessant sein.

Außerdem betreibt die Stifung das Portal Bürgergesellschaft: [4]


Seminar: Ausgezeichnete Seminarleitung: „Nebenher“ wurde der Einsatz von Meinungsfindungs- und Moderationsmethoden aktiv und passiv aufgefrischt bzw. durch neue Methoden erweitert. Vor allem: Sinnvoller Methodeneinsatz statt „wir machen das mit Methode X, weil es chic ist“.

Viel Rückkopplung auf TN-Fragen – noch offene Fragen wurden regelmäßig neu in Erinnerung gebracht und angesprochen.

Gute Vernetzungsmöglichkeit. (Stelle auch gern Kontakte her, wurde selbst auf Kontaktmöglichkeiten zu Piraten zu Ort – u.a. NRW, Berlin angesprochen).

Tagungshaus: Die Wolfsburg (Bistum Essen, genau zwischen Mülheim und Duisburg gelegen) ist ein außergewöhnlich gut ausgestattetes Tagungshaus. Der Preis liegt trotz des außergewöhnlichen Angebots wohl im normalen Tagungshaus-Rahmen:

- gute Technikausstattung in Seminarraum, u.a. Deckenbeamer - bequeme Stühle - Aufzug - Saubere Zimmer auf Konferenzhotel-Niveau (WC, Dusche, Handtücher, Fön, Shampoo, Festnetz-Telefon, WLAN zumindest Buchse gesehen – nicht getestet, allerdings kein TV) - Ganztags kostenlos Open-End-Kaffee (Automaten mit Espresso, Milchkaffe etc) - günstige Kaltgetränke im Seminarraum (beim Essen Getränk dabei) - viele kleine Nebenräume und Sitzgruppen für Gruppenarbeit - großartige frische Küche, die vegan, laktosefrei etc. als Varianten anbietet - alle Mahlzeiten pünktlich, kein Gedränge, keine Schlangen, hoher Personaleinsatz - Mittagessen am Platz serviert, Tischdecken, schön eingedeckt, 2 Standardgerichte zur Auswahl (veg/nicht veg). - Große Außenterrasse, helles Jugendstilgebäude mit moderner Erweiterung - mir sind in den Räumen keine Kreuze aufgefallen (sind bei einigen kirchlichen Tagungshäusern sehr penetrant)

[URL: http://www.die-wolfsburg.de]