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'''Strategie des Ausbaus'''
Wir setzen u … '''Strategie des Ausbaus'''
Wir setzen uns dafür ein, im Sinne der in den 1990er Jahren entwickelten "Netz21"-Strategie der Bundesbahn die Güterzüge möglichst abseits der Hauptrouten der Personenzüge zu führen. Dadurch soll insbesondere die Infrastruktur in sogenannten strukturschwachen Gebieten Bayerns stark aufgewertet werden, auch wenn das Personenverkehrsaufkommen dazu fehlt.
Andererseits soll dadurch auf den Hauptrelationen des Personenverkehrs mehr Platz für eine weitere Verdichtung geschaffen werden. Außerdem sollen dadurch die ohnehin sehr stark belasteten Infrastrukturen der bayerischen Eisenbahnzentren München und Nürnberg entlastet und eventueller innerstädtischer Baubedarf vermieden werden.
'''Ausbaustandards'''
Generell wünschen wir uns ein Gleis je Fahrtrichtung (zweigleisiger Ausbau). Die Elektrifizierung halten wir für obligatorisch, da dies im internationalen Güterverkehr Standard ist und wesentliche Vorteile in der Betriebsführung, bei den Betriebskosten, der geringeren Schallemission, der höheren Energieeffizienz und der größeren Leistungsstärke der Züge hat. Außerdem können auf elektrifizierten Strecken sprintstarke elektrische Personenzüge die Fahrzeiten weiter verkürzen und dadurch ein attraktiverer SPNV angeboten werden.
Auf den Güterkorridoren soll sich die Dimensionierung der Serviceeinrichtungen, der Gleisanlagen und der Leit- und Sicherungstechnik an den jeweiligen Maximalwerten (Zuglänge, Achslast, Lichtraumprofil etc.) und üblichen Eigenschaften (Fahrdynamik, Zugbeeinflussung, etc.) der künftig auf den Güterkorridoren verkehrenden Züge ausrichten.
Damit der Nahverkehr von dem Ausbau ebenfalls profitiert, soll die zulässige Streckenhöchstgeschwindigkeit möglichst durchgängig bei 160 km/h liegen, auch wenn der Güterverkehr oft nicht über 100-120 km/h hinaus kommt. Des Weiteren wünschen wir uns, dass die Bahnübergänge an verkehrsstarken Straßen oder in unübersichtlichen Lagen durch höhenfreie Querungen ersetzt werden. Ferner ist es für alle Züge nützlich, wenn enge Gleisbögen vergrößert oder sogar begradigt werden können; fallweise ist für die schnellere Bogenfahrt auch eine Anpassung der Gleisüberhöhung (Querneigung) nützlich.
'''Finanzierung:'''
Um den Baufortschritt möglichst schnell voranzutreiben, soll der Freistaat eine vollständige <u>Vor</u>finanzierung den anderen Fördergeldgebern anbieten. Ein Verzicht auf die üblichen Fördermittel anderer Geber scheidet jedoch aus.
Die Vorfinanzierung soll bei Baumaßnahmen im benachbarten Nicht-Bayern angeboten werden, wenn diese Aus- oder Umbauten direkt in einem kausalen Zusammenhang oder einer Abhängigkeit mit einem innerbayrischen Bauprojekt stehen.
Bauabschnitte sollen nicht unter dem rollendem Rad realisiert werden, sondern möglichst in einem Guss durch eine saisonale Außerbetriebnahme mit entsprechenden SEV-Angeboten. Dadurch werden ewig lange Nachtbaustellen, ein langer Bauzeitraum mit Betriebsinstabilität und Kapazitätseinschränkungen, Bauarbeiten in vielen Bauabschnitten und weitere Faktoren, die die Baumaßnahmen verteuern, vermieden.
Wir setzen uns damit verbunden für eine bayernweit einheitliche Abgabe ein, die zusätzlich die Einnahmen erhöht und die Vorfinanzierung ermöglichen soll. Diese kann nach Abschluss der Bauarbeiten auslaufen oder zur massiven Verbilligung (Flatrate in Form von Zeitkarten) bis zum fahrscheinlosen ÖPNV weiterverwendet werden. Die Weiterverwendung der Abgabe innerhalb des ÖPNV lassen wir daher explizit offen.
Jedoch ohne einen massiven Ausbau ist ein bayernweit fahrscheinloser ÖPNV sowieso nicht durchführbar. Der fahrscheinlose ÖPNV würde ohne Ausbau zum Opfer seines eigenen Erfolgs: Aufgrund des erwartbaren Fahrgastzuwachses käme es zu einer chronischen Überlastung und somit zur Unattraktivität.
'''konkretes Beispiel: Nord-Süd-Güterkorridor Hof-Brenner/Tauern'''
Wir halten die Einrichtung einer weiteren Eisenbahntransversale von Nordostdeutschland (Nordsee, Ostsee, Polen) nach Rosenheim (Brennerzulauf) und Salzburg (Tauernbahnzulauf) für dringend erforderlich.
Diesen Güterkorridor "(Nordostdeutschland -) Hof - Brenner/Tauern" wollen wir über Regensburg, Landshut und Mühldorf führen, um sowohl diese Wirtschaftsstandorte zu stärken als auch die großen Bahnknoten Nürnberg und München sowie die klassische Nord-Süd-Strecke Hannover - Würzburg zu entlasten. Wir fordern einen durchgehenden zweigleisigen Ausbau und eine vollständige Elektrifizierung. Dieser Projektvorschlag ist auch politisch vorteilhaft, weil er nicht mit anderen Ländern abgestimmt werden muss. Die entsprechenden Anschlussstrecken sind bereits in einem Güterkorridor enthalten oder hierfür vorgesehen.
Dieses Projekt umfasst folgende Maßnahmen:
* vollständige Elektrifizierung Hof - Regensburg
* viergleisiger Ausbau Regensburg HBF - Obertraubling mit höhenfreier Verzweigung der Regensburger Gegenkurve (Relation Hof - Landshut/Passau) und Ausbau des Rangierbahnhofgeländes mit zusätzlichen Wartegleisen
* Osttangente für Landshut, um die Güterzüge aus Regensburg östlich an Landshut Richtung Mühldorf vorbeizuführen, idealerweise mit Abzweigmöglichkeit auf die Strecke von Dingolfing
* Zweigleisiger Ausbau Landshut - Mühldorf mit Elektrifizierung und Prüfung einer Westumfahrung für Vilsbiburg und Neumarkt-St.Veit idealerweise mit höhenfreien Abzweigen in den Ort für den Regionalverkehr
* Zweigleisiger Ausbau Mühldorf - Rosenheim mit Elektrifizierung
* Höhenfreie Ein-/Ausfädelungen im Knoten Rosenheim (Bahnstrecken München / Mühldorf - Rosenheim - Salzburg / Innsbruck)
* Für den Abzweig zur Tauernbahn fordern wir den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung Mühldorf - Freilassing mit ebenfalls zügiger Realisierung der bereits fest geplanten Ausbaustrecke München - Mühldorf - Salzburg; zur direkten Führung der Güterzüge aus Regensburg Richtung Salzburg und Burghausen (Chemiedreieck) fordern wir eine Gegenkurve östlich von Mühldorf.
Ergänzend hierzu halten wir einen Ausbau nachfolgender Zweigstrecken dieses Güterkorridors für sinnvoll:
* Elektrifizierung Hof - Neuenmarkt-Wirsberg - Hochstadt-Marktzeuln (weiter Richtung Bamberg)
* Vollständiger zweigleisiger Ausbau Cheb(Eger) - Marktredwitz - Pegnitz - Nürnberg mit Elektrifizierung
Auch in West-Ost-Richtung wünschen wir uns mehrere Korridore, die gemeinsam mit dem Nord-Süd-Korridor und weiteren Güterkorridoren in den benachbarten Ländern ein Netz für die Güterzüge bilden sollen. Diese wollen wir jedoch mit den benachbarten Ländern gemeinsam festlegen, da es nichts nutzt, einen Korridor in eine Sackgasse ab der Grenze zu legen. in eine Sackgasse ab der Grenze zu legen. +
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