Sozialistische Marktwirtschaft
- als "Dritter Weg" zwischen Plutokratie und Sozialismus:
Im reinen Kapitalismus herrschen Marktradikalismus und egoistischer Materialismus, im puren Kommunismus wären jegliche Produktionsmittel zu 100% verstaatlicht - beide Extreme halten wir für einen Irrweg.
Die Mangelwirtschaft und Freiheitseinschränkung in letzterem System steht den Todsünden der Habgier und Maßlosigkeit gegenüber, durch die Spekulanten die Welt in eine desaströse Finanzkatastrophe geführt haben.
Insofern ist es tatsächlich in erster Linie deren Krise - die Lehren aus 1929 und bzgl. des nur durch intensive Analyse gedanklich fassbaren Begriffes des Mehrwertes zwingen alle verantwortlich handelnden Regierenden nicht nur zu einem Innehalten und einer Besinnung auf die Werte der sozialen Marktwirtschaft; nötig sind vielmehr weitgehende gesetzliche Sicherstellungen eines Gegengewichts zu "Global Players", die ihre z. T. monopolähnliche Stellung missbrauchen.
Sie müssen mit Hilfe starker internationaler Kartellämter, Börsenumsatzsteuer, Teilverstaatlichungen, strenger Finanzaufsicht u. ä. Maßnahmen zur Räson gebracht werden - nicht nur mit naiven Appellen an deren soziales Gewissen.
Als mittelstandsfreundliche LINKE glauben wir an eine Balance in Form paritätischer Beteiligungen des Staates an den wichtigsten Schlüsselindustrien, d. h. eine am Gemeinwohl orientierte öffentliche Hand soll per Gesetz mindestens 50% der Anteile solcher AGs innehaben und damit (wieder) Mehrheitsaktionär in zentralen Wirtschaftsbereichen werden.
Enteignungen bei (illegalem) "Insiderhandel", bei Finanztricksereien im Bereich der Grauzone und bei Pyramidensystemen am Rande der ethischen Legitimität müssen rechtlich vereinfacht und gerichtsfest durchgesetzt werden!
Steuerabkommen müssen EU-weit und international umgesetzt, "Steueroasen" geächtet, isoliert und z. B. über den IWF und die UN sanktioniert werden.
Eine gesetzliche Obergrenze für Managergehälter von Kapitalgesellschaften u. a. soll eingeführt werden.
Die Bezüge (Boni und Mali) eines AG-Vorsitzenden sollen desweiteren von den Kleinanlegern festgelegt werden und nicht von irgendwelchen Vorstandsetagen, die damit nur ihrerseits ihre überhöhten Gehälter leichter zu rechtfertigen versuchen.