SH:Bauen und Verkehr/Diskussion/Stromnetze

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1. Generelle politische Bewertung der Ausbaupläne für die Stromnetze

Deutsche Umwelthilfe zum Stromnetzausbau

Die Deutsche Umwelthilfe in Berlin hat in einer Stellungnahme das Konsultationsverfahren zur Bürgerbeteiligung beim Aufbau der neuen Stromnetze gelobt. Ein Grossteil der bisherigen Geheimniskrämerei sei damit abgebaut.

Gleichzeitig warnt die Organisation aber auch vor der erkennbaren Tendenz der Netzbetreiber, den Ausbau ohne Nachweis des konkreten Bedarfs für neue Übertragungstrassen voranzutreiben. Jede einzelne vorgeschlagene Trasse müsse konkret und im Einzelfall auf ihre tatsächliche Notwendigkeit geprüft werden. Es werde auch mit Höchstbelastungen gerechnet, die bei voller Produktion der Windenergieanlagen auftreten, aber nur sehr selten tatsächlich entstehen. Hier liesse sich der notwendige Netzausbau-Bedarf allein schon um 10% nach unten korrigieren. Unberücksichtigt blieben auch Aspekte dezentralen Netzaufbaus und entlastender Übertragungstechniken. Generell kritisiert die Umwelthilfe, dass der Netzausbau zu zentralistisch angegangen werde.

Die ausführliche Stellungnahme der Deutschen Umwelthilfe gibt es hier.

   eingestellt 8.8.12 von capricorn


Diskussionsbeitrag von physiker

Eingestellt von Physiker

 -- Baustelle, in Arbeit --

Aktueller Stand der Planung des Netzausbaus in SH auf Seite 3 Netzausbau_SH

Detailierter Zeitplan des Netzausbaus SH Planungsstand Juni 2012

Interessantes Interview mit Minister Habeck. Warum ist der nicht bei uns? Habeck Interview


Durch die Ereignisse in Japan hat sich ein Zeitfenster aufgetan. Dieses Fenster ist so lange offen so lange alle einflußreichen politischen Kräfte (wir Piraten wollen das auch mal werden) für den Atomausstieg plädieren. So einen Erfolg hatten wir auf diesem Gebiet noch nie.

Die Lobby der Kernenergie sitzt nun in Lauerstellung und wartet auf den Moment, in dem sie das zurückdrehen können. Dieser Moment ist dann gekommen, wenn die Energiewende offensichtlich scheitert. Bei der Energiewende handelt es sich um ein technisch sehr anspruchsvolles Projekt, welches in sehr kurzer Zeit zu realisiert werden muss. Die zugrunde liegende Technik existiert, sie ist hinreichend und muss in großem Umfang erstellt werden.

Dabei ist Null (!) Zeit zur Entwicklung grundlegender eventueller anderer Techniken vorhanden. Jeder, der das fordert, abeitet faktisch für die Kernenergie-Lobby.

Ein Wort zu "PowerToGas". Diese Technik existiert. Aber

In 2019 werden wir in SH "Onshore" etwa 13 GigaWatt Leistung aus Solar und Wind erzeugen. 2 GigaWatt davon wird in SH gebraucht. 11 GigaWatt müßten also gespeichert werden.

PowerToGas wird z.B. von EON zur Energiespeicherung bei Blockheizkraftwerken eingsetzt. Hierbei kommen Anlagen mit einer Leistungsfähigkeit im Bereich Kilowatt zum Einsatz. Größere gibt es nicht. Gebraucht würden aber (siehe oben)Anlagen mit einer Leistungsfähigkeit im Bereich Gigawatt. Das ist eine Million (1.000.000) Mal so groß.

Hierzu ein Zitat aus dem neuen Netzentwicklungsplan http://www.netzentwicklungsplan.de/content/dokumentensammlung

"Notwendig wären Anlagen mit einer Umwandlungskapazität größer 1.000 MegaWatt (1 GigaWatt). Die hierfür notwendige Entwicklung der Industrieanlagen ist aus heutiger Sicht in den nächsten zehn Jahren nicht realistisch".

Ein großer Teil der Trassen in SH existiert bereits und muss nur auf höhere Kapazität "aufgebohrt" werden (220kV-> 380kV und größerer Leitungsquerschnitt). So sehen die alten und die neuen Masten aus http://www.oewv-oersdorf.de/OeWV%20-%20Fakten,%20Infos,%20Kommentare/?p=815

Im Westen und Osten (siehe http://www.dj8fr.de/piraten/Netzausbau_Schleswig_Holstein.pdf , Seite 3) sind neue Trassen erforderlich.

Wenn man das liest http://www.dj8fr.de/piraten/TenneT_SH_Planungsstand_Juni_2012.pdf könnte man denken, dass das einvernehmlich zu machen ist.

In Niedersachsen hat es jedenfalls dazu ein gutes Beispiel gegeben. Der Wille Aller muss halt da sein.

Thema Erdkabel: Diese sind nicht problemlos da sie 5 bis 8 Mal so teuer sind wie Freileitungen (zahlt der Verbraucher natürlich). Störungsbeseitigung ist erheblich aufwändiger und zeitraubender als bei Freileitungen.

Zitat VDE

"Da Kabel nur in begrenzter länge auf eine Trommel passen, müssen einzelne Abschnitte mittels sogenannter Muffen verbunden werden. Um entlang des Kabels bezüglich der drei Phasen gleichmäßige elek- trische Verhältnisse zu haben, ist am ort der Muffen ein Auskreuzen der Kabelschirme (Cross Bonding) erforderlich. Derartige Muffen sind sehr aufwändig und erfordern daher begehbare Muffenbauwerke. Zu Kabelinstallationen gehören üblicherweise auch Blindleistungskompen- sationseinrichtungen, um das Spannungsniveau bei unterschiedlichen Betriebspunkten einzuhalten. Derartige Kompensationseinrichtungen sind spezielle Anlagen, die in Abständen von ca. 30 bis 50 km entlang der Kabelstrecke errichtet werden müssen. Die Bodenverhältnisse, in denen die Kabel verlegt werden, bestimmen maßgeblich, wie die thermischen Verluste des Kabels in das Erdreich abgeleitet werden können. Hieraus lässt sich die Strombelastbarkeit des Kabelsystems ableiten, so dass das Kabel nicht durch Überhitzung beschädigt wird. Ein Kabelsystem mit drei Einleiterkabel 2500 mm² kann ohne zusätz- liche Kühleinrichtungen in der Regel 1000 MVA leistung übertragen.

Um ein 380-kV-Freileitungssystem zu ersetzen, sind bei gleicher zu übertragender Leistung mindestens zwei 380-kV-Kabelanlagensysteme erforderlich. Um eine 380-kV-Freileitung mit zwei Drehstromsystemen zu verkabeln, benötigt man somit vier 380-kV-Kabelanlagensysteme mit jeweils drei Phasen (4 x 3 x 2500 mm²). Daraus ergibt sich nach derzei- tiger Abschätzung wegen der thermischen Belastung bei einem Bemes- sungsstrom von 2700 A ein Kabelgraben von ca. 15 m Breite (Tiefe ca. 2 m). Inklusive Arbeitsstreifen ergibt sich eine Gesamtbreite von bis zu 40 m. Abweichungen sind bei der Kreuzung von anderen Infrastruktur- einrichtungen möglich. Bei bestimmten geografischen Verhältnissen, beispielsweise bei der Errichtung von Kabelanlagen im Gebirge, können hier Abweichungen erforderlich werden. Wenn zusätzlich die 380-kV-Kabelverbindung für einen Strom von 3600 A bemessen wird, werden wegen der notwendi- gen thermischen Entkopplung bei felsigem Boden breitere Kabeltrassen notwendig. Es ist mit einer Kabelbettbreite von 20 m zu rechnen. Ferner ist dauerhaft sicherzustellen, dass in Waldgebieten kein Wurzelwerk in das Kabelbett hineinwächst. Daher wird in Waldgebieten ein zusätzli- cher seitlicher Abstand von jeweils 5 m notwendig.

Der Bau von Kabeln ist vergleichsweise aufwändig. Der Eingriff in Natur und Landschaft während der Bauphase der Kabelbettung ist umfangreich. Der Schutzstreifen darf nicht überbaut werden und ist dauerhaft von tiefwurzelndem Bewuchs freizuhalten wegen der höheren Leiter- Erdkapazität bei Kabelstrecken in Drehstromtechnik ist ca. alle 30 bis 50 km eine Kompensationsanlage erforderlich. Alle 600 bis 1000 m sind Muffenverbindungen mit komplexer Feldsteuerung erforderlich, die technisch aufwändig sind und extrem sorgfältig auf der Baustelle auszuführen sind. Tritt im Betrieb ein Fehler auf, dann führt dieses zu wesentlich längeren Reparaturdauern, da neue Muffen gesetzt werden müssen. Eine längere Nichtverfügbarkeit im Fehlerfall ist die Folge. Viele Kabelfehler werden durch Dritte (z.B. Bagger) verursacht."

Lasst uns das Richtige tun!


Das machen die Nachbarn
  • Seite zum Stromnetz-Ausbau der Niedersächsischen Staatskanzlei hier
Örtliche und regionale Probleme mit Ausbauplänen oder vorhandenen Stromnetzen


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