Projektgruppe Finanzkrise

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Die nächste Sitzung ist am Dienstag den 26.6.2012 um 20:30 im Mumble-Raum der AG Geldordnung.

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Es gibt eine Mailingliste, bei Interesse einfach Kai Gödde kontaktieren.

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Projektgruppe ESM

Kurzbeschreibung

Diese gemeinsame Projektgruppe, die sich aus den AGs Europa, Geldordnung und Wirtschaft rekrutiert hat, möchte durch das Aufbauen eines Informationsportals unter ESM und das organisieren mehrerer Podiumsdiskussionen jedem Interessierten ermöglichen, bei einem der bedeutensten Themen unserer Zeit mitdiskutieren zu können. Des weiteren soll eine gemeinsame, informierte und piratige Position ermittelt werden, die später als Grundlage weiteren Handelns genutzt werden kann.

Stellungnahme der Projektgruppe ESM

Dies ist eine Stellungnahme, die bezüglich der bevorstehenden Entscheidung zum ESM am 29.6.2012, von der Projektgruppe ESM diskutiert wurde. Sie stellt eine Diskussionsgrundlage dar. Kritik an daran findet sich weiter unten. Falls du dieser Position bereits zustimmen kannst, unterschreibe bitte unten:

1. Der Europäische Stabilitätsmechanismus ("ESM") ist eine internationale Finanzorganisation, die zinsgünstige Milliarden-Kredite an schwächelnde Euro-Staaten vergeben soll. Beabsichtigt ist, ihn mit einer "Feuerkraft", in der Erstausstattung seines Kapitals inklusive Bareinlage, von 700 Mrd. € auszustatten. Ein Löwenanteil von 190 Mrd. € soll auf Deutschland entfallen. Der Gouverneursrat kann das Volumen jederzeit unbegrenzt ausweiten. Bei einer Ausweitung des ESM auf weitere Mitgliedsländer besteht die Gefahr, dass Deutschland seine Sperrminorität verliert, so dass in dringenden Fällen gegen Deutschlands Stimme Deutschlands Haftung erhöht werden kann.

2. Alle Geldströme unter den europäischen Rettungsschirmen, auch die des ESM, fließen nur scheinbar horizontal: Von Deutschland nach Griechenland, von den Niederlanden nach Portugal, von Finnland nach Spanien. Tatsächlich fließen sie vertikal: Von allen europäischen Ländern aufwärts an Versicherungen, Banken, Hedge-Fonds, Off-Shore-Operationen. Denn der ESM birgt Missbrauchspotential: Es besteht die Gefahr, dass nicht in erster Linie die Bevölkerung Europas profitiert, sondern die Eigentümer von Staatsanleihen. Diese haben inzwischen die Giftprodukte größtenteils wieder abgestoßen, so wie das in jeder anderen Finanzkrise nach immer demselben Grundmuster geschieht. Diese sind dabei, über die Institutionen von Global Governance (Troika) die Staaten abzubauen, die Systeme der Sozialen Sicherheit zu unterminieren, die Arbeitsmärkte weiter zu prekarisieren, den Bürgerinnen und Bürgern ihre Vermögen zu nehmen. Und dies in allen Ländern Europas – von Süd bis Nord, von Ost bis West. Und wegen dieser vertikalen Stoßrichtung, ist die Einführung einer Transferunion mit all ihren verschiedenen Bausteinen falsch. Sie ist kein Ausdruck der Solidarität zwischen den europäischen Nationalstaaten, sie eröffnet vielmehr die Möglichkeit der Ausplünderung der Bürger durch globale Finanzinstitutionen.

3. Der nächste Baustein in dieser Bedrohung unserer Rechts- und Finanzverfassung ist die geplante Etablierung des ESM. Er soll die Umverteilung von unten nach oben auf noch größere Füße stellen, nach EFSF, LTRO ("Dicke Bertha") und Target-System. Es besteht die Gefahr, dass die verbliebenen demokratischen Rechte auf einen Restposten minimiert werden. Zudem verstößt er gegen fundamentale Rechtsprinzipien und Grundsätze einer demokratischen Staatsordnung. Denn durch die Übertragung von Rechten der Legislative an die Exekutive wird die Gewaltenteilung an dieser Stelle ausgehebelt.

4. Wir als Projektgruppe sehen Deutschland und Europa in einer ernsten Situation. Der ESM enthält zahlreiche Ermächtigungen, die eine Gefahr für die Demokratien in Europa darstellen. Als Piraten werden wir daher alle demokratischen und juristischen Mittel ausnutzen, um diesen Entwicklungen Einhalt zu gebieten: Gegen Kanzlerin und Finanzminister, die diese Weichenstellung in Brüssel vorantreiben. Gegen alle Fraktionsführungen, die ihren Abgeordneten eine Pro-Abstimmung vorgeben. Gegen alle Parlamentarier, die für den ESM zu stimmen beabsichtigen. Beschließen Bundestag und Bundesrat den ESM, werden wir die Rückabwicklung des ESM in der nächsten Legislaturperiode anstreben, um ihn durch eine geeignete Alternative zu ersetzen. Wenn die Vertretung der großen Mehrheit der Bevölkerung durch die Legislative nicht mehr gegeben ist, so kann nur noch der Souverän selbst entscheiden. In diesem Fall ist eine Volksabstimmung über den ESM auf Bundesebene geboten.

Wir Piraten sind pro-europäisch. Wir setzen uns für einen mit einer gemeinsamen Verfassung konstituierten, demokratischen europäischen Rechtsstaat ein (Offenbach, 2011). Kurzfristig machen wir uns für einen Finanzierungsmechanismus stark, welcher diesen demokratischen und den ökonomischen Anforderungen gerecht wird und sein Ende in der gemeinsamen europäischen Verfassung findet.

Wer sich dieser Stellungnahme anschließen kann, möge hier unterzeichnen:

  1. Kgoedde 00:33, 20. Jun. 2012 (CEST)
  2. Exile 00:33, 20. Jun. 2012 (CEST)
  3. Patrik74 00:40, 20. Jun. 2012 (CEST)
  4. Piratos 00:53, 20. Jun. 2012 (CEST)
  5. Lilly-Marie 00:56, 20. Jun. 2012 (CEST)
  6. StephanSchwarz 00:57, 20. Jun. 2012 (CEST)
  7. Ukw 01:33, 20. Jun. 2012 (CEST)
  8. Ben S. 01:34, 20. Jun. 2012 (CEST)
  9. Buzz 01:38, 20. Jun. 2012 (CEST)
  10. Fred_Taylor 01:39, 20. Jun. 2012 (CEST)
  11. cosmic 01:42, 20. Jun. 2012 (CEST)
  12. philoup 01:44, 20. Jun. 2012 (CEST)
  13. matthias 02:13, 20. Jun. 2012 (CEST)
  14. Cotillo 05:24, 20. Jun. 2012 (CEST)
  15. Prototyp 06:42, 20. Jun. 2012 (CEST)
  16. Rudi 08:15, 20. Jun. 2012 (CEST)
  17. Michael5405 08:29, 20. Jun. 2012 (CEST)
  18. Siegfried Schlosser / Sigiberlin 09:27, 20. Jun. 2012 (CEST)
  19. Tugrisu 10:13, 20. Jun. 2012 (CEST)
  20. Rolf Mueller 10:17, 20. Jun. 2012 (CEST)
  21. MarcoZ 10:13, 20. Jun. 2012 (CEST)
  22. tball 11:07, 20. Jun. 2012 (CEST)
  23. VolkerBY 11:11, 20. Jun. 2012 (CEST)
  24. Tommy-Kolbermoor 11:14, 20. Jun. 2012 (CEST)
  25. Herbstmonster 11:15, 20. Jun. 2012 (CEST)
  26. guido V 11:26, 20. Jun. 2012 (CEST)
  27. Omagra 12:12, 20. Jun. 2012 (CEST)
  28. Flo Schneider 12:14, 20. Jun. 2012 (CEST)
  29. Frank Burkhard 12:17, 20. Jun. 2012 (CEST)
  30. Peter Wittfeld 12:23, 20. Jun. 2012 (CEST)
  31. Ignaz 12:43, 20. Jun. 2012 (CEST)
  32. Christian Schmidt 12:45, 20. Jun. 2012 (CEST)
  33. Hortulain 12:55, 20. Jun. 2012 (CEST)
  34. Hollarius 13:04, 20. Jun. 2012 (CEST)
  35. Henry Gießwein 13:06, 20. Jun. 2012 (CEST)
  36. Chris 13:10, 20. Jun. 2012 (CEST)
  37. Markus Roscher-Meinel 13:17, 20. Jun. 2012 (CEST)
  38. Frank Giebel 13:29, 20. Jun. 2012 (CEST)
  39. Edelweisspirat_TH 13:38, 20. Jun. 2012 (CEST)
  40. Juergen Sterlike 13:43, 20. Jun. 2012 (CEST)
  41. Klaus Schwärzel 13:46, 20. Jun. 2012 (CEST)
  42. Juergenkarl 13:47, 20. Jun. 2012 (CEST)
  43. Nuplay 13:55, 20. Jun. 2012 (CEST)
  44. Henrik "HerHde" Hüttemann 13:59, 20. Jun. 2012 (CEST)
  45. Andreas70 14:04, 20. Jun. 2012 (CEST)
  46. Manfred E. Holler
  47. Michael Rothenbücher 15:18, 20. Jun. 2012 (CEST)

Gründe, Obigem nicht zuzustimmen

  • Der Text wurde präsentiert ohne vorherige Ankündigung auf einer Mumble-Konferenz und darauf bestanden, dass er in der Konferenz verabschiedet wird. Eine Gruppe (vor allem aus der AG Geldordnung) hatte sich am Tag vorher verabredet und nicht vorher über die drei Mailinglisten angekündigt, dass eine Stellungnahme erarbeitet und verabschiedet werden soll.

Inhaltlich

  1. Der Gouverneursrat kann nur einstimmig das gezeichnete Kapital erhöhen. Ausnahme davon sind in dringenden Fällen möglich: Dann ist eine 85%-Mehrheit notwendig. Da Deutschland einen Anteil von 27% hält, kann auch in diesem Fall nicht gegen die Stimme Deutschlands das gezeichnetes Kapital erhöht werden. Nun ist es grundsätzlich richtig, dass andere Mitgliedstaaten ihren Anteil soweit erhöhen, dass Deutschland die Sperrminorität verliert. Dazu müsste jedes andere Land seinen Anteil um mehr als 80% erhöhen, während Deutschland seine Haftungssumme nicht erhöht. Deutschland kann aber immer seinen Anteil in einer Höhe sichern, dass es die Sperrminorität nicht verliert.
  1. Die Kapitalerhöhung gehört *nicht* zu den Verfahren, die im Dringlichkeitsabstimmungsverfahren abgestimmt werden können. Abgesehen davon wird dann das "jeweilige nationale Verfahren" abgewartet, in Deutschlands Fall also die Reaktion des Bundestages.
  1. Unerklärte Abkürzungen und Begriffe (LTRO, "Dicke Berta", Target-System), dogmatisch geprägte Ausdrücke (Governance) und polemischer Ton sind schlecht.
  1. Weiteres in Kürze


Unterstützer

  1. Oemer Tuku
  2. Rober Arnold

Aktuell

Für die 3. Runde Sammeln wir noch Vorschläge, diese bitte im Pad Kandidatenvorschläge angeben.

Wir haben Ansprechpartner aus jeder Gruppe bestimmt, diese kümmern sich in erster Linie um den Informationsfluss (Termine, Protokolle) innerhalb ihrer AGs. Bestimmt sind:

In der nächsten Stizung nehmen wir die Sammlung und Sortierung von Argumenten zum ESM als Diskussionsgrundlage, bitte mit Leben befüllen.

Außerdem wollen wir die Leitfragen einer genaueren Betrachtung unterziehen. Auch hier gilt, bitte alle Ideen eintragen.

Pads

Alte Pads zu Protokollen (die endgültigen Protokolle sind rechts zu finden):