Pirate Design/Archiv/Wettbewerb Piratenwebsite 2011/Mashupkonzept
Inhaltsverzeichnis
Inhaltliches Konzept für das Redesign von piratenpartei.de
Dieses Konzept ist ein Mash-Up der beiden eingereichten Konzepte von Jan Ortgies und Korbinian Polk. Beide unterscheiden sich nur in Details und ergänzen sich an vielen Stellen.
Bestandsaufnahme & Recherche
Fazit
Die Seite ist mit einer Hauptnavigation und zwei Sidebars aufgebaut wie ein klassisches Blog. Die horizontale Navigation - aufgeteilt nach mitmach-Seiten und Weiterleitungen zu Parteigliederungen ist noch übersichtlich und logisch strukturiert. In der linken Sidebar herrscht allerdings Wildwuchs und wenig Struktur. der ganze Navigationsbaum hat aufgeklappt ca. 50 Menüpunkte — teilweise verschachtelt in 4 navigationsebenen. Die rechte Sidebar wird für Quicklinks und Hinweise auf aktuell laufende Aktionen verwendet. Beide Sidebars wirken sehr an den Rand gedrängt vom großen Inhaltsbereich. Was für ein Blog ok ist, funktioniert für das Internet-Erscheinungsbild einer Partei nicht. Wichtige Dinge wie ein Kalender fehlen — die wichtigsten Punkte (Ziele, Mitmachen, Spenden...) sind zu unauffällig platziert. Die ganze Seite wirkt eher wie eine Sammlung von Pressemitteilungen mit Kommentarfunktion — weder Piraten die sich informieren möchten, noch potenzielle Wähler und Interessierte werden gut angesprochen:
- Nicht-Piraten finden sich erst einmal kaum zurecht, da sie auf der Startseite nicht angesprochen werden. Statt einer kurzen Einleitung in die Positionen der Piraten und einem vereinfachten Einstieg in den Rest der Website werden aktuelle Meldungen dargeboten, die hauptsächlich für Insider interessant sein dürften.
- Piraten bekommen zwar interessante Infos auf der Startseite. Allerdings ist die Startseite damit ein weiterer Anlaufpunkt unter etlichen Informationsquellen. Insgesamt ist es derzeit unnötig kompliziert, als Mitglied auf dem laufenden zu bleiben.
- Pressevertreter müssen sich ihr Material derzeit an unterschiedlichsten Stellen auf der Website sowie auf Flickr zusammensuchen. Das wird der Realität in der Presselandschaft nicht gerecht. Redakteure haben meist keine Zeit für längere Recherchen. Was nicht sofort ersichtlich ist, wird der dpa-Meldung entnommen.
Vergleich mit anderen Parteiauftritten
gruene.de
fdp-fraktion-berlin.de
piratenpartei.ch
Übersicht über die am häufigsten verwendeten relevanten Keywords
| piratenpartei.de | gruene.de | fdp.de | spd.de | cdu.de | csu.de | die-linke.de |
|---|---|---|---|---|---|---|
|
piratenpartei |
grüne |
liberal |
bundesparteitag |
gröhe |
bayern |
linke |
Zielgruppen
- Potentielle Wähler
Die potentiellen Wähler wollen, je nach Wissensstand, die Partei erst einmal beschnuppern (eher emotional) oder konkrete Informationen zu den Parteipositionen nachschauen (vergleichende Informationsbeschaffung).
- Wähler
Piraten-Wähler wollen in ihrer Wahl bestätigt werden (Stimme nicht verschenkt). Sie informieren sich über aktuelle Entwicklungen, Aktionen, Entscheidungen.
- Potentielle Mitglieder
Potentielle Mitglieder wollen sich über aktuelle Aktionen, Entscheidungen, Diskussionen, Arbeitsweise etc. informieren. Weiterhin über die genauen Modalitäten ("Wie beantrage ich die Mitgliedschaft?" etc.).
- Mitglieder
Piraten wollen, auch wenn sie nicht immer viel Zeit haben (z.B. durch Berufstätigkeit), auf dem laufenden bleiben. Wenn mal ein bisschen Zeit ist, wollen sie sich bei Projekten / AGen einbringen oder über aktuelle Themen diskutieren.
- Presse
Die Presse möchte auf kürzestem Wege die Positionen der Piraten zu aktuellen Themen herausfinden. Zitate, Grafiken und Fotos müssen auf kürzestem Wege verfügbar sein, denn die Presse hat keine Zeit.
Was macht Piraten aus?
- Transparenz
Die Öffentlichkeit interner Kommunikation und Entscheidungsfindungsprozesse ist ein Hauptunterscheidungsmerkmal zu allen anderen Parteien. Viele interne Informationen, Medien und Services sind für alle Interessierten zugänglich. Momentan wird dieses Alleinstellungsmerkmal zu wenig kommuniziert.
- Mitmachpartei
Bei den Piraten kann sich jeder beteiligen. Flache Hierarchien, offene Parteischnittstellen und flexible Strukturen machen es auch Nicht-Mitglieder leicht sich einzubringen. Medien wie das Wiki oder die Mailinglisten stehen allen offen, grundsätzlich wird kaum ein Unterschied zwichen Parteipirat und Sympathisant gemacht.
Seitenstruktur
Bitte beachten: Bei den Bildern handelt es sich um sog. Wireframes.
Wireframes sind keine Gestaltungsvorschläge, sondern dienen lediglich der
Darstellung von Strukturierungs- und Bedienungskonzepten.
Nun zum eigentlichen Struktur-Konzept. Um den bisher genannten Besuchergruppen einen möglichst einfachen Umgang mit der Website zu ermöglichen, werden die Inhalte und Services in unterschiedliche Segmente unterteilt:
Startseite
Die Startseite fungiert als Weiche für die unterschiedlichen, besuchergruppen-gerecht aufbereiteten Seiten.
- kurzer Einleitungstext zu den Piraten erleichtert potentiellen Wählern (und unbedarften Pressevertretern) den Einstieg.
- Teaserbereich mit Fotos präsentiert aktuelle Themen & Aktionen und vermittelt ein Gefühl dafür wer die Piraten sind und wie sie ticken.
- Quicklinks mit den wichtigsten Aufforderungen (zb. "unsere Positionen", "Mitglied werden", "Spenden") als Direktzugang für (potenzielle) Piraten(-Wähler).
- Kampagnenbereich informiert über aktuell laufende Kampagnen und verlinkt zu piratennahen Aktionen & Organisationen
- Newsbereich für Pressemitteilungen und Aggregator von Blogposts
- Kalender mit wichtigen Terminen
Partei & Positionen
Die Seite ist hauptsächlich aufbereitet für potentielle Wähler.
- Ein kurzer Einstiegstext gibt einen ersten Einblick in die Politik der Piraten. Links ermöglichen eine weitergehende Beschäftigung mit Dingen wie: Ziele, Parteiprogramm.
- Aktuelle Themen (aktuell z.B. durch Präsenz in den Medien) werden übersichtlich angerissen.
- Interessenten werden an unterschiedlichsten Stellen zur Diskussion eingeladen (Forum, IRC).
Mitglieder
Der Mitgliederbereich richtet sich an Mitglieder und potentielle Mitglieder.
- Die wichtigsten Informationen für Mitglieder werden zentral zusammengeführt.
- allgemeine Infos zu Abläufen, Mitgliedsbeiträgen, Umzug etc.
- aktuelle Infos zu Initiativen, Aktionen, Diskussionen, Arbeitsgemeinschaften etc.
- potentielle Mitglieder können sich direkt ein Bild über die Arbeitsweise machen.
Piraten vor Ort
Die Seite richtet sich hauptsächlich an potentielle Piraten und potentielle Wähler.
- Interessenten können auf schnellstem Wege ihren Landesverband oder ihre nächste Ortsgruppe finden.
- Die News aus den OGen und LVen zeigen die enorme Aktivität in den unterschiedlichen Teilen Deutschlands.
Presse
Die Seite richtet sich an Medienvertreter.
- Aktuelle Themen werden an erster Stelle als Themendossier präsentiert. Pressevertreter können sich auf kürzestem Weg aktuelle Informationen und Statements, Bildmaterial, Ansprechpartner sowie allgemeinere Infos zum Thema besorgen.
- Weitere Themen werden weiter unten präsentiert.
- Im Menü finden sich Verweise zum Pressemitteilungs-Archiv, zu Themenüberblicken, anstehenden (presserelevanten) Terminen, einem übersichtlichen Multimedia-Archiv sowie einer Übersicht über Ansprechpartner.
Ziel
Fazit: Mehr Übersichtlichkeit, bessere Ansprache
Die aktuelle Website ist zwar klar strukturiert, versucht aber, alle Besuchergruppen (potentielle Wähler, Wähler, potentielle Mitglieder, Mitglieder & Presse) gleichzeitig anzusprechen. Dabei haben diese Gruppen ganz unterschiedliche Erwartungen und Informationsbedürfnisse.
Das beschriebene Konzept ermöglicht es, den unterschiedlichen Besuchergruppen auf kürzestem Wege optimal aufbereitete Inhalte zur Verfügung zu stellen:
- Potentielle Wähler können sich auf kürzestem Wege Informationen besorgen.
- Piraten-Wähler können sich über aktuelle Entwicklungen, Aktionen und Entscheidungen informieren
- Potentielle Mitglieder bekommen direkte Einblicke in die Parteiarbeit.
- Mitglieder bekommen eine zentrale Anlaufstelle für aktuelle Informationen, Diskussionen, LiquidFeedback-Initiativen etc.
- Medienvertreter bekommen einen eigenen, gut ausgebauten Pressebereich mit aktuellen Pressemitteilungen, Dossiers, Bildmaterial, Ansprechpartnern etc.






