NRW:Landtagsfraktion/Antragsübersicht/Kleine Anfrage HET-Säure im Boden- und Trinkwasser der Stadt Köln durch den Austrag aus der Melia-Deponie in Köln-Rondorf
Kleine Anfrage
HET-Säure im Boden- und Trinkwasser der Stadt Köln durch den Austrag aus der Melia-Deponie in Köln-Rondorf
Die Melia-Deponie ist in der Zeit von 1951 bis 1969 offenbar nicht nur als Deponie für Bauschutt, Erdaushub und Straßenbruch genutzt worden, sondern auch zum Entsorgen von Hausmüll und toxischem Industrieabfall.
Das hatte zur Folge, dass das Grundwasser in der Deponieumgebung und Trinkwasserbrunnen des nahgelegenen Wasserwerks Hochkirchen mit etlichen (u. a. hoch toxischen) Schadstoffen belastet werden. Zu den letzten gehört auch die HET – Säure (Hexachlor Endomethylen Tetrahydrophthalsäure), die grundsätzlich sehr problematisch ist und von der IARC in die Gruppe 2B (möglicherweise karzinogen für den Menschen) eingestuft wurde.
Der Versorgungsanteil des Wasserwerks Hochkirchen an der Trinkwasserversorgung des linkrheinischen Köln beträgt etwa 40%. Zusätzlich werden Nachbarkommunen von diesem Wasserwerk versorgt.
Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:
1. Zur abschließenden Beurteilung im Hinblick auf die künftig notwendige Deponiesanierung ist eine lückenlose Kontrolle und Dokumentation der Boden- und Trinkwasserbelastungen durch die o g. Schadstoffe zwingend erforderlich. Welche Analyseergebnisse ergeben sich aus den Grundwasser- und Trinkwasserproben bezogen auf die Jahre 2009 bis 2012, insbesondere die der HET-Säure-Werte?
Wir bitten um eine Zusammenstellung sämtlicher Untersuchungsergebnisse im Zu- und Abstrom der Melia – Deponie sowie in den Trinkwasserbrunnen des Wasserwerks Hochkirchen.
2. Welche Maßnahmen sind bezüglich der Reinigung des durch die o. g. Schadstoffe, insbesondere HET – Säure, kontaminierten Grund- und Trinkwassers bisher getroffen worden?
3. Welche HET–Säure- Höchstwerte wurden für die Trinkwasserversorgung der Stadt Köln in der Vergangenheit und werden für die Zukunft festgelegt?
4. Welche Gefahr existiert, dass die Trink- und Bodenwasserbelastungen in der Stadt Köln und anderen Kommunen in NRW durch den Schadstoffaustrag aus der Melia-Deponie weiter steigen werden?
Hanns-Jörg Rohwedder
Anfrage in der Landtagsdatenbank: [1]
Antwort der Landesregierung: [2]