NRW:Landesparteitag 2012.1/Kandidatengrillen/Privatversicherung

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Version vom 22. März 2012, 15:27 Uhr von Admiral (Diskussion | Beiträge) (Neuer Abschnitt Jorgos Tsichlakis - Admiral)
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FRAGE:
FRAGE: Unser Krankensystem ist ursprünglich Solidarisch organisiert, das heißt, diejenigen, die mehr verdienen werden auch mehr zur Kasse gebeten um die Schlechtergestellten zu entlasten. Diese Solidarität lässt sich, mit ausreichendem Einkommen, durch eine Privatversicherung aushebeln. Als Landtagsabgeordneter werdet ihr ausreichend gut verdienen und könnt euch theoretisch privat versichern um Geld zu sparen. Wollt ihr das tun, oder entscheidet ihr euch dagegen? Fizz

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Sebastian Kroos (@de_Wastl) 37 Jahre

Meiner Meinung nach sollte die Grundversorgung der Gesundheit auf einer möglichst großen Solidarität fußen.
Ich werde in der gesetzlichen Krankenkasse bleiben. Für Zahnersatz und einige andere Zusatzleistungen habe ich bereits jetzt eine private Zusatzversicherung abgeschlossen.

Dies gilt sinnähnlich auch für die Altersvorsorge. Beamte, Rechtsanwälte, Architekten (und andere Berufsgruppen) haben sich aus der Gemeinschaft ausgeklinkt. Ich finde, das gehört abgeschaft. Auch hier muss die Grundsicherung auf alle Schultern genommen werden. Private Vorsorge sollte nur darüber hinaus möglich sein.

Birgit Rydlewski

Ich bin derzeit privat versichert bzw. mit Anteilen der Beihilfe, weil ich Landesbeamtin bin. Ich denke, dass ich dies (dann zu etwas anderen Konditionen) beibehalten werde, weil ich eine sehr seltene und schwierig einzuschätzende Augenerkrankung habe, so dass mich ohnehin kaum noch freiwillig Versicherungen nehmen. Meine Beiträge sind aufgrund dieser Erkrankung recht hoch (mit entsprechenden Zusatzbeiträgen für das Risiko), so dass ich auch mehr zahle als gesunde Versicherte. Da ich gerne irgendwann in meinen Beruf zurück gehen würde, würde ich also voraussichtlich die Versicherung angepasst beibehalten.

Dr. Thomas Feuerabend

Ich bin derzeit privat versichert und kann nicht wieder zurück in die GKV wechseln. Nicht weil ich es nicht wollte, sondern weil es nicht zulässig ist.

Jürgen @Ertelt

Ich bin seit mehr als einem Jahrzehnt privat versichert und werde dies fortsetzen müssen.

Klaus Benndorf

Nachdem ich jetzt tausend Fragen beantwortet habe, möchte ich doch mal erwähnen, dass wir eine Landtagswahl haben. OK, ihr möchtet euch ein Bild von uns machen, NRW Themen wären da auch nicht schlecht.

Egal: Das Thema Gesundheitswesen ist eines der Gebiete das mich am meisten berührt. Vor allem weil ich aus internen Diskussionen (meine Frau hat eine Hausarztpraxis) tausend Preistreibereien sehe und der Lobbyismus ganz offen gelebt wird.

Jetzt zu deiner Frage: Ich bin von Geburt an privat versichert, ich werde privat versichert bleiben. Ich bin topfit, fühle mich überhaupt nicht alt, aber in meinem Alter will mich niemand mehr. Noch nicht mal eine andere private. Oder nur gegen horrende Aufschläge. Aber glaub mir: Mit 3 Kindern wäre ich oft gerne gesetzlich versichert gewesen. Billiger ist privat nur dann, wenn du alleine bist. Sonst zahlst du für jedes Familienmitglied extra.

Meine politischen Einstellung zum Thema: Wir brauchen eine Bürgerversicherung

  • Zwangsmitgliedschaft für jeden mit Wohnsitz in Deutschland
  • Solidarische Verteilung der Kosten
  • Baut den Verwaltungsoverhead bei den Kassen ab
  • Die Kassenärztlichen Vereinigungen können entfallen, da sie nur benötigt werden umd die Ärzte gegenüber der Unzahl von Kassen zu vertreten
  • Die Ärzte hätten weniger Arbeit, da sie sich aufs Heilen konzentrieren könnten
  • Private Kassen können freiwillige Zusatzleistungen anbieten, sind aber nicht mehr für die Grundversorgung zuständig
  • Unterschiedliche Sätze der Ärzte (z.B. privat oft 3-fach) müssen entfallen

Klaus Hammer

Ich bin bereitz seid vielen Jahren privat versichert. Ein zurückwechseln ist nahezu unmöglich.

Monika Pieper

Als Lehrerin bin ich privat versichert, das nervt mich schon immer. Die private Krankenversicherung muss abgeschafft werden. Ich weiß nicht, ob ich wechseln könnte, da müsste ich mich dann erkundigen.

Robert Stein 33

Die Frage ist etwas unglücklich gestellt. Es gibt bestimmte Berufsgruppen, die im Zusammenhang mit der Beihilfe privat versichert sein müssen (Beamte). Insofern stellt sich für viele gar nicht die Wahl. Ein Wechsel in die GKV ist für diese Personenkreise nach einer Wahl in den Landtag nicht möglich, da deren Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze liegen wird.

Ferner:

In Anbetracht des exorbitanten Überschusses, den die GKV zuletzt erwirtschaftet haben (gut 20 Mrd. €), haben wir definitiv kein Solidarproblem. Eine eventuell unterstellte Minderversorgung gesetzlich Versicherter - die ich hier absolut anzweifeln möchte - müssten sich alleine die gesetzlichen Krankenkassen ankreiden lassen. Genug Mittel, um die medizinische Versorgung für die Solidargemeinschaft zu erhöhen, sind jetzt schon vorhanden. Die spannende Frage ist jetzt: Was passiert mit den 20 Mrd. € Überschuss.

Es wären übrigens noch höhere Überschüsse zu erreichen, wenn die gesetzlichen Krankenkassen keinen Verwaltungsapparat hätten, der in etwa 25% ihrer Gesamtausgaben ausmacht.

Privatversicherte sind übrigens keine Nutznießer des Solidarsystems. Sie zahlen nicht ein, erhalten also auch keine Leistung, sondern machen von ihrer Freiheit, entscheiden zu dürfen, Gebrauch. Sie sind gewissermaßen in einem parallelen Solidarsystem. Ob das positiv oder negativ zu bewerten ist, soll jeder für sich selbst beantworten! Die Zahlen sprechen auf jeden Fall für sich...

Jorgos Tsichlakis - Admiral

Ahoi

Da ich als Polizeibeamter über die sog. "freie Heilfürsorge" des Landes NRW quasi krankenversichert bin(wir haben übrigens immer noch Krankenscheine und keine Chipkarte), muß ich meine Familie anteilig privat zusatzversichern. Da mein 11jähriger Sohn zu 50% und meine Frau sowie mein 20jähriger Sohn jeweils zu 30% als "schwerbehindert" (auch ein Thema dem sich die Piraten annnehmen müssen) eingestuft und leider auch chronisch krank sind und dauerhaft Medikamente nehmen müssen, ist dies alleine schon finanziell eine massive Belastung (der menschliche "Faktor" ist da natürlich noch gar nicht drin).

Da man in Deutschland Gehaltsabhängig per Gesetz in die jeweilige Krankenversicherung eingestuft wird, bleibt einem da eh keine Auswahl, außer der Wahl der möglichen Krankenkasse selber und chronisch Kranke werden ja von allen Kassen "unheimlich" gerne und zu besonders "günstigen" Tarifen aufgenommen.

Daher muß ich mich und meine Familie, solte ich Abgeordneter werden, auch weiterhin privat absichern.

Das System der Krankenversicherung in Deutschland, das im wesentlichen darauf beruht, das diejenigen bis zu einem bestimmten Einkommen monatlich den vollen Satz der Beiträge entrichten müssen, diejenigen aber, die ein höheres Einkommen haben, sich die Krankenversicherung de facto aussuchen und oftmals bessere und umfangreichere Leistungen für weniger hohe Beiträge bekommen als die anderen ist ein Skandal. Das derzeitige System ist sozial ungerecht und bevorzugt wie so oft nur die Teile der Gesellschaft, die keine finanziellen Sorgen haben. Dies muß schleunigst geändert werden und eine Bürgerversicherung, in der wirklich alle ohne Ausnahme (wir haben ja die unterschiedlichsten Kassen für die unterschiedlichsten Berufsgruppen) anteilig einzahlen müssen und die völlig überzogene Anzahl an Krankenkassen reduziert wird.

Gruß Admiral