NRW:Landesparteitag 2012.1/Kandidatengrillen/Privatversicherung
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Sebastian Kroos (@de_Wastl) 37 Jahre
Meiner Meinung nach sollte die Grundversorgung der Gesundheit auf einer möglichst großen Solidarität fußen.
Ich werde in der gesetzlichen Krankenkasse bleiben. Für Zahnersatz und einige andere Zusatzleistungen habe ich bereits jetzt eine private Zusatzversicherung abgeschlossen.
Dies gilt sinnähnlich auch für die Altersvorsorge. Beamte, Rechtsanwälte, Architekten (und andere Berufsgruppen) haben sich aus der Gemeinschaft ausgeklinkt. Ich finde, das gehört abgeschaft. Auch hier muss die Grundsicherung auf alle Schultern genommen werden. Private Vorsorge sollte nur darüber hinaus möglich sein.
Birgit Rydlewski
Ich bin derzeit privat versichert bzw. mit Anteilen der Beihilfe, weil ich Landesbeamtin bin. Ich denke, dass ich dies (dann zu etwas anderen Konditionen) beibehalten werde, weil ich eine sehr seltene und schwierig einzuschätzende Augenerkrankung habe, so dass mich ohnehin kaum noch freiwillig Versicherungen nehmen. Meine Beiträge sind aufgrund dieser Erkrankung recht hoch (mit entsprechenden Zusatzbeiträgen für das Risiko), so dass ich auch mehr zahle als gesunde Versicherte. Da ich gerne irgendwann in meinen Beruf zurück gehen würde, würde ich also voraussichtlich die Versicherung angepasst beibehalten.
Dr. Thomas Feuerabend
Ich bin derzeit privat versichert und kann nicht wieder zurück in die GKV wechseln. Nicht weil ich es nicht wollte, sondern weil es nicht zulässig ist.
Jürgen @Ertelt
Ich bin seit mehr als einem Jahrzehnt privat versichert und werde dies fortsetzen müssen.
Klaus Benndorf
Nachdem ich jetzt tausend Fragen beantwortet habe, möchte ich doch mal erwähnen, dass wir eine Landtagswahl haben. OK, ihr möchtet euch ein Bild von uns machen, NRW Themen wären da auch nicht schlecht.
Egal: Das Thema Gesundheitswesen ist eines der Gebiete das mich am meisten berührt. Vor allem weil ich aus internen Diskussionen (meine Frau hat eine Hausarztpraxis) tausend Preistreibereien sehe und der Lobbyismus ganz offen gelebt wird.
Jetzt zu deiner Frage: Ich bin von Geburt an privat versichert, ich werde privat versichert bleiben. Ich bin topfit, fühle mich überhaupt nicht alt, aber in meinem Alter will mich niemand mehr. Noch nicht mal eine andere private. Oder nur gegen horrende Aufschläge. Aber glaub mir: Mit 3 Kindern wäre ich oft gerne gesetzlich versichert gewesen. Billiger ist privat nur dann, wenn du alleine bist. Sonst zahlst du für jedes Familienmitglied extra.
Meine politischen Einstellung zum Thema: Wir brauchen eine Bürgerversicherung
- Zwangsmitgliedschaft für jeden mit Wohnsitz in Deutschland
- Solidarische Verteilung der Kosten
- Baut den Verwaltungsoverhead bei den Kassen ab
- Die Kassenärztlichen Vereinigungen können entfallen, da sie nur benötigt werden umd die Ärzte gegenüber der Unzahl von Kassen zu vertreten
- Die Ärzte hätten weniger Arbeit, da sie sich aufs Heilen konzentrieren könnten
- Private Kassen können freiwillige Zusatzleistungen anbieten, sind aber nicht mehr für die Grundversorgung zuständig
- Unterschiedliche Sätze der Ärzte (z.B. privat oft 3-fach) müssen entfallen
Klaus Hammer
Ich bin bereitz seid vielen Jahren privat versichert. Ein zurückwechseln ist nahezu unmöglich.
Monika Pieper
Als Lehrerin bin ich privat versichert, das nervt mich schon immer. Die private Krankenversicherung muss abgeschafft werden. Ich weiß nicht, ob ich wechseln könnte, da müsste ich mich dann erkundigen.
Robert Stein 33
Die Frage ist etwas unglücklich gestellt. Es gibt bestimmte Berufsgruppen, die im Zusammenhang mit der Beihilfe privat versichert sein müssen (Beamte). Insofern stellt sich für viele gar nicht die Wahl. Ein Wechsel in die GKV ist für diese Personenkreise nach einer Wahl in den Landtag nicht möglich, da deren Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze liegen wird.
Ferner:
In Anbetracht des exorbitanten Überschusses, den die GKV zuletzt erwirtschaftet haben (gut 20 Mrd. €), haben wir definitiv kein Solidarproblem. Eine eventuell unterstellte Minderversorgung gesetzlich Versicherter - die ich hier absolut anzweifeln möchte - müssten sich alleine die gestezlichen Krankenkassen ankreiden lassen. Genug Mittel, um die medizinische Versorgung für die Solidargemeinschaft zu erhöhen, sind jetzt schon vorhanden. Die spannende Frage ist jetzt: Was passiert mit den 20 Mrd. € Überschuss.
Es wären übrigens noch höhere Überschüsse zu erreichen, wenn die gesetzlichen Krankenkassen keinen Verwaltungsapparat hätten, der in etwa 25% ihrer Gesamtausgaben ausmacht.
Privatversicherte sind übrigens keine Nutznießer des Solidarsystems. Sie zahlen nicht ein, erhalten also auch keine Leistung, sondern machen von ihrer Freiheit, entscheiden zu dürfen, Gebrauch. Sie sind gewissermaßen in einem parallelen Solidarsystem. Ob das positiv oder negativ zu bewerten ist, soll jeder für sich selbst beantworten! Die Zahlen sprechen auf jeden Fall für sich...