NRW:Landesparteitag 2012.1/Kandidatengrillen/Datenschutz bei Facebook

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FRAGE:
FRAGE:Die Datenschutzbeauftragten bemängeln das Verhalten z.B. von Facebook, Twitter usw. und bezeichnen es als nicht Datenschutzkonform und damit als Gesetzeswidrig!
Was willst du tun, um diesen Mißstand, auch im Land zu beseitigen?
Bitte gib in deiner Antwort auch deine Einstellung zu Facebook, Twitter etc. und deine Nutzung an. Wiskyhotel 06:53, 18. Mär. 2012 (CET)

Die Kandidaten klicken bitte auf Neue Antwort, es öffnet sich ein neues Fenster, dort geben Sie bitte als Betreff Ihren Namen ein und in die Textbox die Antwort, anschließend unten auf Seite speichern klicken!


Ulrich Scharfenort aka ulrics, Duisburg

Ich nehme Datenschutz sehr ernst. Vor kurzem hat mir zum Beispiel Google geschrieben, weil ich angeblich einen Account dort hätte (kein Spam) an eine Emailadresse, welche ich nur im Zusammenhang mit Streetview verwendet hatte.

Ich nutze Facebook und Twitter nicht, von Facebook halte ich nicht sonderlich viel. Es mag gut zur Kommunikation sein aber von der Datenschutzseite ist mir das Unternehmen Suspekt. Insbesondere, wo der Firmensitz im Ausland ist, was die Anwendung des BDSG extrem erschwert. Mit Twitter habe ich mich mangels Zeit noch gar nicht befasst.

Der gesetzliche Rahmen für Datenschutz ist Bundesebene. Höchstens über den Bundesrat könnte man da Einfluss nehmen. Die Landesdatenschutzgesetze sind jedenfalls für den Datenschutz in Landes- und Kommunalbehörden gemacht.

Da Bildung Ländersache ist, muss Datenschutz auch ein Thema im Unterricht sein. Allerdings sollte das Thema nicht mit dröger Frontalberieselung rüber gebracht werden. Interaktiver Unterricht ist da der richtige Ansatz.

Die Möglichkeiten was getan werden kann ist gering außer zu Fordern und aufzuklären.

Rainer Wiese

Einige "soziale Netze" sind die Cientology des Internets. Da hilft nur Aufklärung und es ist auch die ureigene Aufgabe unserer Partei die Netzkompetenz zu fördern und zur Landespolitik in NRW zu machen. Ziel sollte es sein Projekte zu unterstützen, die nicht nur virtuelle soziale Netze meinen sondern ihre Ergebnisse im "analogen" realen Miteinander haben.

Mike Rheindorf aka Sea wolf /43

Ich stimme den Datenschutzbeauftragten auf jeden Fall zu. Jedoch ist dieses Verhalten von Facebook, Twitter usw. auch nur möglich weil die Menschen mit Ihrem Nutzungsverhalten dieses fördern. Wenn die Menschen nicht mehr freiwillig so viele Informationen im Internet preisgeben würden wäre auch der Informationsgewinn und damit die Vermarktung der Informationen nicht gegeben. Jedem sollte doch bewusst sein, dass es im Internet nicht kostenlos gibt. Also denk mal drüber nach…..

Mein Tip: Benutzt Facebook, Twitter usw. nicht

Dr. Thomas Feuerabend

Ich glaube nicht, dass auf Landesebene NRW die Datennutzung durch Facebook in Kalifornien beeinflusst werden kann.

Die Nutzer verwenden Facebook und andere soziale Netzwerke immerhin freiwillig und zu großen Teilen auch gerne. Mancher hat dort hunderte von Freunden und wenn er umzieht, packt keiner mit an.

Gegenüber dem "Vorteil" für den Nutzer steht natürlich der "Nachteil" der durch die Vermarktung seiner Daten entsteht. Dieser "Nachteil" für den Nutzer ist wiederum "Vorteil" für den eigentlichen Kunden der sozialen Netzwerke: Den Werbekunden.

Es wird immer davon ausgegangen, dass die sozialen Netzwerke das Produkt und der Nutzer der Kunde ist. Das Gegenteil ist der Fall: Der Nutzer ist das Produkt und die Werbepartner sind die Kunden.

Hier ist mein oberstes Ziel, ein Grundverständnis der wirtschaftlichen Zusammenhänge für die Nutzer zu erreichen. Wo liegen Vorteile und wo liegen Risiken? Das sollte bereits Thema in der frühen schulischen Ausbildung sein.

Ich selbst nutze keine sozialen Netzwerke.

Michael Levedag 53Jahre

Als Partei im Landtag sollten wir zunächst einmal alle Möglichkeiten der Prävention durch Aufklärung der Bürger wahrnehmen. Das Verhalten dieser Firmen ist doch recht einfach. Die wollen alles Mögliche an verwertbaren Daten sammeln und es dann meistbietend verkaufen. Damit uns die Wirtschaft dann noch zielgerichteter mit Werbung bombardieren kann.

Aus meiner Sicht sind zunächst mal unsere Juristen gefragt. Wenn Landesrecht Bundesrecht oder Europäisches Recht umgehen kann, dann hätten wir sicherlich eine Möglichkeit, durch entsprechende Gesetzgebung Facebook, Google und Konsorten angehen zu können.

Sofern es hier im Datenschutz auf Landesebene Chancen gibt, dem Einhalt zu gebieten - gebt mir ein Schwert und ein Schild! Ich bin dabei!

Ach ja, meine persönliche Einstellung. Ich stehe dem Ganzen eher kritisch gegenüber, habe aber in der Hölle für Datenschützer, also bei Facebook, einen Account. Aber eigentlich nur, um zu sehen, was das ist und wie das funktioniert. Aus der Erfahrung kann ich jetzt sagen, dass für aktive Facebook-Nutzer ein 24-Stunden-Tag eigentlich nicht ausreicht. Die Lebenszeit, die man dort verbringen/verschwenden kann, ist schon beträchtlich, wenn man nicht aufpasst. Aber, das ist Privatsphäre.

Chris P. aka Paranoia

In Kombination dieses weltweiten agierenden Unternehmens mit seinem Sitz in den USA können hier nur die Bundes-Bemühungen des Bundesbeauftragten für Datenschutz und des Verbraucherschutzministeriums unterstützt werden, hier eine Einigung mit Facebook zu erreichen. Einen Alleingang eines Landes oder einen einzelnen Landesdatenschutzbeauftragten wie in Schleswig-Holstein halte ich hier für wenig zielführend.

Was in NRW gemacht werden sollte, ist den Datenschutz selber hoch zu halten. Hier sollte auf Grundlage des § 4 II Landesverfassung NRW der Datenschutz wieder stärker in den Mittelpunkt gerückt werden und auch die Position des Landesdatenschutzbeauftragten unterstützt und gestärkt werden.

Weiterhin ist eine Aufklärung sowohl in Schulen als auch allgemein der Bürger dringend notwendig. Es muss allen deutlich bewusst gemacht werden, dass Internationale Konzerne wie Facebook und Google mit den Daten oder wie bei Twitter mit den Inhalten Geld verdienen und dies der Unternehmenszweck ist.

Eigene Einstellung: Facebook nutze ich nicht. Twitter und Google+ nutze ich, aber mehr als Nachrichtenreader als als Kommunikationplattform, wobei ich im Rahmen der Piratenpartei langsam an der aktiveren Nutzung von Twitter herantrete. Aber ich halte mit dabei immer im Hinterkopf, dass ich alles was dort veröffentlicht wird, quasi in die Welt hinaus rufe.

Andreas Rüßel aka Ryuseru

Es ist nicht möglich auf Landesebene Datenschutzvergehen von international agierenden Konzernen stark zu beeinflussen. Wir können auf Landesebene Druck auf die Bundes- und Europapolitik machen, von dort auf müssen Verbote oder striktere Reglements zum Sammeln und zur Weitergabe von Daten getroffen werden.

Eine Internationale Verbindlichkeit zu erreichen wird das grundsätzliche Problem darstellen.

Auf Landesebene werde ich mich für eine verstärkte Aufklärung der Benutzer einsetzen. Das Benutzen von Kondomen schützt vor AIDS und wir müssen auch die Internetnutzer und Mitglieder von Sozialen Netzwerken für den Schutz ihrer Daten sensibilisieren.

Ich nutze Twitter und Google+, aber ich lehne Facebook ab. Ich bilde mir ein die Datenpreisgabe meinerseits über Twitter und Google+ gut genug kontrollieren zu können. Bei Facebook sehe ich diese Chance auf keinen Fall gegeben. In Zeiten wo selbst das Einwohnermeldeamt Daten herausgeben darf - ohne Optout - ... Vielleicht sollten wir im Land erstmal da anfangen, bevor wir uns auf die Social Networks stürzen :).

Marc Schieferdecker (motorradblogger)

Vorweg: Ich nutze Twitter und Facebook, letzteres auch als zusätzlichen Kommunikationskanal für mein Motorrad Blog.

Zum Thema Datenschutz...

Natürlich könnten wir versuchen da strengere Regeln zu erarbeiten und Möglichkeiten, diese auch durchzusetzen. Unsere Regeln scheitern aber spätestens an der virtuellen Staatsgrenze, spätestens an den Grenzen der EU. Und es bringt alles nichts, wenn sich im Nutzerverhalten nichts ändert.

Ich war mal auf einer Podiumsdiskussion zum Thema Facebook & Co - in einer Schule. Dabei war ein Polizeibeamter, ein Datenschützer und ich als Pirat. Als ich den Schülern mal das Geschäftsmodell von Facebook erklärt habe, war der Datenschützer ganz erstaunt und sagte später zu mir, dass er das von den Piraten gar nicht erwartet hätte. Das sagt mir wiederum, dass wir unser Wissen stärker nach außen transportieren und die Nutzer der sozialen Netzwerke aufklären müssen.

Nur wer weiß, womit er es wirklich zu tun hat, kann frei entscheiden, ob er sein Verhalten nun anpassen will oder nicht.

Den Nutzern muss einfach klar sein: Das Internet vergisst nie. Das geht nur über Aufklärung. Leider Realität: Die überwiegende Mehrheit der Nutzer weiß doch gar nicht genau was Datenschutz bedeutet und postet munter drauf los. Deswegen: Aufklären, das Thema in den Fokus bringen. Und ruhig dort, wo sich die Nutzer bewegen, in den Sozialen Netzwerken.

Außerdem brauchen wir in den Schulen kompetente IT-Lehrer. Das was ich an den Schulen meiner Kinder mitbekomme, lässt mir die Haare zu berge stehen.

Hanns-Jörg Rohwedder

Ich benutze Facebook und twitter nicht.

Ich bin kein Datenschutzexperte für soziale Netzwerke und weiß nicht detailliert, was dort auf gesetzlichem Wege mit den zur Zeit geltenden Regelungen auf Landesebene verbessert werden kann und welche gesetzlichen Regelungen man ändern sollte. Das dürfte mindestens teilweise auch Bundes- und EU-Recht sein.

Ansonsten rate ich jedem, sich gut zu überlegen, was man nutzt, wie man es nutzt und welche Informationen man dort reinschaufelt. -- Danebod 14:43, 18. Mär. 2012 (CET)

Daniel Düngel 36

wichtig ist, dass wir den Menschen erklären, wie diese Netze funktionieren. Wichtig ist auch, dass die Datenschutzerklärungen gut einsehbar sind und nicht nur von Juristen lesbar sind.

Simone Brand

Aufklärung, Aufklärung , Aufklärung Bereits in den Grundschulen Unterrichtseinheiten zum Umgang mit den eigenen Daten im Netz durchführen.

Rudolf Lörcks - 47 Jahre

Hier ist das wichtigste die Aufklährung der Nutzer in einer verständlichen Sprache. Der Nutzer ist der Herr der eigenen Daten. Anonymität ist ein Recht. Vondaher sind Klarnamenpflichten abzulehnen. Ansonsten muß der einzelne Risiken und Nutzen abwägen können. Ich nutze Twitter und lehne Facebook ab.

Kai Baumannn

Das Internet macht vor Grenzen keinen Halt und das ist gut so. Ein Aussperren kommt also in keinem Fall in Frage. Ich denke Aufklärungsarbeit, Förderung Datenschutzfreundlicher Alternativen und das Einwirken auf die Datenschutzbestimmungen in den Ursprungsländern könnte hier helfen. Die Erkenntnis, dass Internet kein Nationales Phänomen ist, das man mit Nationalen Regeln „beherrschen“ könnte ist eine der Gründe, warum die Piraten mehr und mehr Zulauf bekommen. Ich selber nutze Twitter, in dem Bewusstsein, das meine Aktionen dort öffentlich sind. Es ist Ausdruck meiner Informationellen Selbstbestimmung. Facebook nutze ich nicht.

Alle meine Antworten


Admiral

Das Internet und seine stetige Weiterentwicklung stellen sowohl die Betreiber als auch gerade die Nutzer und vor allem die Politik als Regulierer durch Gesetze und Verordnungen vor immer neue Aufgaben. Die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten und der wohl schier endlosen Phantasie der Entwickler und IT Fachleute auf diesem Gebiet, scheinen keine technischen Grenzen mehr zu stoppen. Insofern ist besonders wichtig, die rechtlichen Grenzen möglichst so zu gestalten, das sie einerseits dem enormen technischen Fortschritt nicht hinterherhinken und andererseits dem Mißbrauch der Datenmengen und damit dem möglichen Schaden des Einzelnen vorbeugen. Dies bedingt für die Politiker immer möglichst auf gleicher Augenhöhe mit den Entwicklungen zu stehen und sich von "unabhängigen" Fachleuten jeweils vernünftig beraten zu lassen. Kein Politiker kann jederzeit alle technischen Innovationen des Internets verstehen, kennen und die Auswirkungen richtig und vorrausschauend beurteilen ohne den Rat von "unabhängigen" Experten. Facebook, Twitter und Co stehen in der Verantwortung, ihren Usern bestmöglichste Aufklärung über den Umgang und Verbleib ihrer ja zum großen Teil freiwillig abgegegeben Daten zukommen zu lassen. Hier muß der Gesetzgeber dann die Rahmen festlegen, die von den Betreibern eingehalten werden müssen und gleichzeitig den Kontrollbehörden auch die Möglichkeit geben, dies effizient überwachen zu können. Kein Gesetz ist so stumpf wie eines, von dem man weis, das es nicht kontrolliert wird.

Gruß

Admiral

Stefan Fricke

Da Facebook, Twitter & Co. ihren Sitz nicht in NRW haben, kann man nicht direkt durch Gesetze Einfluss nehmem. Schoweffekte wie Ilse Aigners Profillöschung lehne ich auch ab, da sie nichts bringen. Aufklärung und Erziehung zur Medienkompetenz ist gefragt.

Timm Herbst aka Logos / 47 Jahre

Ungenügend realisierter Datenschutz sollte auf möglichst vielen Ebenen angegangen werden:

  1. Frühestmögliche Aufklärung. Allerdings ist Aufklärung leider kein Allheilmittel. Gerade Jugendliche agieren auch nicht ausschließlich verstandesgemäß.
  2. Ein guter Ansatz wäre es, Datenschutz per Landesverfassung einen hohen Rang einzuräumen. Das hätte über Facebook und Twitter hinaus einen Nutzen für die gesamte Zukunft, weil sich alle weitere Gesetzgebung daran zu bemessen hat
  3. Über den Bundesrat sollte versucht werden, auch auf Bundesebene Datenschutz einen Verfassungsrang einzuräumen.

Weil mir der haarsträubend lasche Datenschutz von facebook bekannt ist habe ich mich bewusst entschlossen, diesen Dienst nicht zu nutzen und dabei wirds wohl auch bleiben. Twitter nutze ich seit kurzer Zeit (@Pirat_Logos), nachdem mir durch eine unqualifizierte Twitter-Äußerung von Peter Altmeier "der Kragen geplatzt" ist. Twitter halte ich prinzipiell für weniger bedenklich, weil man da außer seiner persönlichen Profilbeschreibung nichts von sich preisgeben kann - außer seinen Äußerungen, worin ja der Sinn besteht.

Dr.Winny Dehn / Berolina

Wir sind die Partei der Freiheit. Zensur ist keine Lösung.

Das einzige Mittel, das uns in Deutschland bleibt, genauer gesagt in NRW , ist massive Bildungsarbeit.

Ein m.E. sehr effektiver Weg wäre auch, wenn man z.B. den WDR davon überzeugen könnte, wieder eine Sendung wie den Computer-Club ins Leben zu rufen. Das war eine Informationsplattform für Laien und Freaks gleichermaßen, die unterhaltsame Aufklärung und fachliches Grundwissen vermittelt hat. Man könnte auch einen Mini-Surf-Club auf KIKA einrichten.

Niels-Arne Münck aka wernermuende

Einige haben es schon gesagt: Bildung Bildung Bildung.

Grundsätzlich sollte gelten, das Datenschutzeinstellungen opt-in und nicht opt-out sein sollten. Muss man gucken, was man da auf Landesebene machen kann.

Kirsten Eickler aka Tigrimus, 43

Leider ist eine Einflussnahme durch das Land sehr begrenzt.
Daher ist Aufklärung das wichtigste beim Datenschutz. Dieses muss Bereits früh beginnen, die Kinder erst zwei Jahre mit Facebook auf der Strasse rumrennen lassen und ihnen dann erzählen das ist alles böse, funktioniert nicht. Das Bewußtsein für die eigenen Daten muss so früh wie möglich gefördert werden.

Daniel Horz

Dieses Problem wird sich von Deutschland und vor allem nur einem Bundesland aus nicht lösen lassen. Wir haben hier einen Konflikt zwischen dem zurecht rigiden Deutschen Datenschutzrecht und der ganz anderen Auffassung der US-Amerikaner, für die die Nutzung personenbezogener Daten ein ganz normales und erlaubtes Geschäftsmodell ist.

Wenn, wie es abzusehen ist, keine Einigung mit den Unternehmen erzielt werden kann, bleiben dem Gesetzgeber im Grunde nur zwei Optionen:

  • Verbot der Plattformen und Verhinderung des Zugriffs
  • Aufklärung.

Zu Ersterem brauche ich mich glaube ich nicht zu äußern (siehe Art.5 GG). Aufklärung beginnt in der Schule. Deshalb müssen Lehrer entsprechend geschult sein und ein Weg gefunden werden, Medienkompetenz an den Schulen zu lehren. Darüber hinaus sind natürlich die Eltern in der Verantwortung, ihren Kindern bewußtes und selbstverantwortliches Handeln beizubringen.

Deshalb werde ich nach der Wahl, ob Abgeordneter oder nicht, dasselbe tun wie jetzt: mir bei Verwandten, Bekannten und auf der Straße den Mund fusselig reden, um ein Bewußtsein für das Problem zu schaffen.

Ich selbst nutze weder Twitter noch Facebook. Datenschutz ist da nur einer der Gründe. Wichtig ist, daß ein Dienst

  • freie Software einsetzt und dadurch transparenter ist
  • dezentral funktioniert, sodaß
    • nicht alle Daten zentral gesammelt werden und vorliegen
    • man seine eigene Instanz betreiben kann, wenn man möchte.

Deshalb nutze ich für Microblogging status.net, allerdings (noch) nicht auf einem eigenen System, dafür fehlt mir bisher die Hardware und die Zeit. Für ein soziales Netzwerk könnte ich mir Friendica oder Diaspora* vorstellen.

Udo Weinrich (53)

Ich habe beispielsweise im vergangenen Herbst vor Ort mit einem Antrag verlangt, dass die Stadtverwaltung den Facebook-Button „Gefällt mir“ von ihren Internetseiten zum Bürgerhaushalt entfernt und diese Forderung konkret mit Erkenntnissen des schleswig-holsteinischen Datenschutzbeauftragten begründet.

Auch wenn ich mich damit als „hoffnungslos veraltet“ oute: Ich bis heute ganz bewusst darauf verzichtet, mich bei Facebook anzumelden. Und dabei wird es auch bleiben, solange Facebook nachweislich datenschutzrechtliche Standards und Normen unterläuft. Hier werden Nutzerprofile erstellt, die anschließend kommerziell verwendet werden können (und das ist noch das Harmloseste daran!).

Ich weiß, dass es bei uns Piraten zu diesen Themen kompetentere Experten als mich gibt. Aber ich bin trotz meines Interesses an Haushalts- und Finanzpolitik nicht betriebsblind. Aktionen und Anträge zum verbesserten Datenschutz können auf mich zählen.

Markus Engel

Das ist nicht mein Fachgebiet und auch kein Landesthema. Ich denke Aufklärung über die Funktionsweisen ist das Wichtigste. Jeder entscheidet selbst, ob und wieviel er von sich online stellt und freigibt, und vor allem wem er die Sachen freigibt. Man muss vor allem darauf hinweisen, dass die Privatsphäreeinstellungen nur gegenüber den anderen Nutzern gelten, und nicht unbedingt gegenüber von z.B. Facebook selbst.

Christian Schimanski (31)

Ich selbst bin nicht in sozialen netzwerken aktiv - bin aber nicht grundsätzlich negativ eingestellt. Es ist unsere Aufgabe als Piraten die Menschen zu sensibilisieren und ihnen klarzumachen, welche Risikien sie eingehen. Ich bin aber auch ein Feind von Bevormundung und Verdammung sozialer Netzwerke. Kritische und vorsichtige User und ein paar einfache Schranken, die der Gesetzgeber der gewerblichen Nutzung von Userdaten setzt - schon dezimieren sich die Probleme.

Udo Pütz aus Aachen, 36 Jahre

Facebooks Verhalten kann man eigentlich nur als hinterhältig bezeichnen. "Gelöschte" Seiten sind nach Jahren noch sicht- bzw. aufrufbar, entgegen klar anderslautenden Aussagen von Facebook. Eigentlich tritt Facebook ja als Dienstleister auf, wo man seinen Freunden private Dinge zukommen lassen kann. Wenn dann dieser Dienstleister diese privaten Daten auswertet und u.U. weitergibt, ist das eindeutig gegen den Datenschutz und sollte auch nach Maßgabe der Gesetze und Regelungen geahndet werden.

Bei Twitter sehe ich die Sache (größtenteils) anders. Es ist eine Publikationsplattform. Zu einem minimalen Teil schickt man private Direktnachrichten, was aber m.M. nach vernachlässigbar ist. An sonsten will man ja gerade, dass seine Aussagen verbreitet werden, also der Öffentlichkeit zugänglich sind. Da kann dann auch Twitter beliebig drauf zugreifen - wie es auch jeder Andere mit Zugriff kann - also Jeder. Ich meine das im Bezug auf Auswertung, nicht Urheberrecht.

Ich selber nutze Facebook komplett gar nicht, auf Twitter bin ich aktiv.

Upuetz 22:46, 18. Mär. 2012 (CET)

Sebastian Kroos (@de_Wastl) 37 Jahre

Da hilft eigentlich nur Aufklärung und Bildung.

Bei den Privatsphäre Einstellungen sollte aber per default alles auf privat stehen müssen. Letztlich entscheidet der Nutzer, ob er ein Angebot wahrnehmen will.

Ich habe einen Facebookaccount zur Pflege des PiratenMS Profils, der mir auch half die Orga von Acta-Demos zu unterstützen.
Ich habe einen G+ Account, der aber eher zum lesen genutzt wird.
Ich nutze Googlemail.

Ich habe einen Twitteraccount, den ich sehr oft nutze.

Stefan Bröse / SQAMPY

Wir haben leider auf Landesebene wenig Möglichkeiten auf Internationale Firmen Einfluss zu nehmen. Wichtig ist hierbei wohl am ehesten die Aufklärung der Bürger insbesondere WAS sie da tun und welche Risiken & Chacen es gibt. Wenn ich etwas öffentlich ins Netz blase muss ich mir dessen bewusst sein. Hier ist das Problem wohl oft das es vielen leuten nicht Bewusst ist wie ein System wie z.b. Twitter (oder identi.ca als freie alternative) als solches Funktioniert.

Das Beispiel Twitter ist Konzeptionell so eine Sache wo es einfach zum Konzept gehört daten Öffentlich ins netz zu stellen. Wenn ich das nicht will muss ich entweder einen Privaten Account einrichten (und mir dennoch überlegen was ich dann schreibe) oder es einfach lassen wenn ich das nicht will. es ist niemand "gezwungen" sich anzumelden und wenn die Leute sensibelisiert werden ist schon viel getan. Das kann man auch auf Landesebene tun.

Facebook ist einfach eine Datenkrake, ich habe mich bisher erfolgreich darum herumgedrückt dort ein Profil anzulegen.

Jan Dörrenhaus

Die Datenschutzbeauftragten sind leider selber zu einem Problem geworden. Datenschutz war mal als bürgerliche Abwehr gegen den Staat gedacht (siehe Volkszählung und den Beginn der informationellen Selbstbestimmung). Statt aber Vorratsdatenspeicherung und ähnliche heftige Angriffe auf den Datenschutz bzw. die informationelle Selbstbestimmung anzuprangern, beißen sich die Datenschutzbeauftragten, da sie ja selbst staatliche Stellen sind, lieber in den Waden der Unternehmen fest. Getreu dem Motto, auf den Splitter im Auge des Fremden zeigen, aber den Balken im eigenen Auge nicht sehen, oder nicht sehen wollen.

Dabei möchte ich nicht falsch verstanden werden: Ich kritisiere das Datenschutzverhalten von Social Networks wie Facebook durchaus. Aber ich bin der Meinung, dass wir im Bereich Datenschutz andere, wichtigere Baustellen haben, bzw. haben sollten.

Um die Frage noch abzuschließen: Das beste Mittel gegen Datenmißbrauch bei Social Networks ist ein gut aufgeklärter Benutzer. Bildung und Medienkunde ist hier die Antwort.

Beate Huppertz-Herrmann aka Trinity2864

Da uns Piraten in dieser Hinsicht auf jeden FAll grosse Sachkenntnis zugetraut wird, AUFKLÄREN. Jeder ist auch selbstverantwortlich für sich und seine Aktivitäten! Wenn ich bei Facebook seltsame Fotos reinsetze sollte mir klar sein, dass sie sehr öffentlich sind und nicht mehr so einfach zu entfernen. Dieses Risiko muss jeder abwägen! Ich nutze Facebook privat und beruflich, weil ich es für ein gutes Infomedium halte und es für die Verbreitung wichtiger Dinge unschlagbar ist, besonders, wenn man Werbung für seine Arbeit machen möchte!! Man kann es steuern! Wenn etwas Ungesetzliches passiert, muss es natürlich neue Regelungen geben und da ist sicher auch der Landtag eine gute Plattform!

Felix Bosseler aka Fx Textheld

Auf Landesebene schwierig. Wir haben schon im Rahmen des AK-Ueberwachung.org festgestellt, dass der Landesdatenschutzbeauftragte in vielen Dingen einfach machtlos ist.

Was man tun kann ist dessen Befugnisse zu stärken. Bei Facebook & Co. hilft das aber nichts. Außer eventuell mehr Aufmerksamkeit.

Viel wichtiger als Verbote sind Aufklärung und das Schaffen von Medienkompetenz. Aber bitte kein "Netzpferdchen" oder "Internetführerschein". (Fx)

Hans Immanuel Herbers

Ich habe Accounts bei Facebook, Google+, MeinVZ, Twitter und Formspring.

Landespolitisch können und müssen wir zwei Dinge tun:

- Den Landesdatenschutzbeauftragten stärken, rechtlich und personell,

- dafür sorgen dass der Umgang mit Daten, Netzwerken und Online-Leben kompetent in den Schulen zum Thema wird. Das geht nicht über 14tägige Lehrerfortbildungen sondern nur über einen eigenen Schwerpunkt in allen Schulen.

Florian Beger

Es ist wahrscheinlich etwas populistisch, besorgten Bürgern größere landespolitische Aktivitäten zu versprechen; facebook ist ja eine globale ökonomische Entität und politisches Handeln ist möglicherweise erst auf Bundes- oder Europaebene effektiv.

Das Land sollte auf die Verwendung von facebook-Applikationen, durch deren Aufruf Surfverhalten durch den Anbieter nachvollzogen werden kann, auf seinen Websites etc. verzichten (sofern dies nicht ohnehin schon geschieht).

Teilweise verlief die facebook-Datenschutzdebatte in der Vergangenheit recht aufgeregt. Ich möchte keine Risiken relativieren, aber ich glaube, dass die größeren Überwachungsgefahren nach wie vor vom Staat ausgehen.

Ich selbst besitze ein facebook-Profil.

ulrich schumacher aka florian.turm

Der beste Datenschutz ist, persönliche Daten erst gar nicht in einem sozialen Netzwerk publik zu machen.
Hier ist neben Aufklärung auch Eigenverantwortung gefragt. Also auf Facebook verzichten oder wenigsten einen
Alias mit Fake-Daten benutzen.

Das die Betreiber solcher Netzwerke sich an geltende Gesetze halten müssen, ist selbstverständlich und das
Gemeinwesen hat das Recht und die Pflicht gegen Verstöße mit Sanktionen vorzugehen.

Hendrik vom Lehn aka Henne

Da Datenschutz in diesem Bereich grösstenteils auf europäischer Ebene geregelt ist, halte ich es nicht für zielführend diese Problematiken gesetzgeberisch auf Länderebene anzugehen.

Ich denke jedoch, dass die Landesdatenschutzbeauftragen stärker im Online-Bereich aktiv werden sollten um z.B. für Bürger als Ansprechpartner in solchen Fragen zur Verfügung zu stehen. Des Weiteren sollte im Bereich der schulischen Bildung stärker über die o.g. Problematiken informiert werden. Das Hauptproblem liegt hier meiner Meinung nach nicht unbedingt in der Aktivität der Diensteanbieter, sondern im mangelnden Verständniss der Techniken und der datenschutztechnischen Problematiken. Würde jeder verstehen was hinter der bunten Internetseite passiert, könnten sich Facebook und Co wohl nicht so viel erlauben.

Ich selbst nutze Twitter relativ passiv (mehr lesend als schreibend) und nutze Facebook aus der Not heraus. Siehe meinen Blogpost zu diser Theamatik: http://blog.hennevl.de/2012/02/24/the-facebook-dilemma/


Alexander Bossert aka BigMag

Das ist eine interessante Frage. Da z.B. Facebook in Deutschland nur eine Briefkastenadresse hat, ist es schwierig sie auf Richterlichem Wege zu etwas zwingen zu können. Da ich ausserdem gegen Zensur bin, bleibt die einzige möglichkeit an die Nutzer zu appellieren. Meine persönliche Einstellung gegen Facebook, twitter & co. ist neutral. Ich selbst bin nicht dort registriert, da ich bisher dafür keine Notwendigkeit sah.

Jamasi

Das Land sollte eine Informations- und Aufklärungskampagne über die "Facebook-Falle" durchführen. Ebenso sollten alle öffentlichen Stellen evtl. vorhandene Facebook-Präsenzen schließen.

Facebook ist bei mir im Netzwerk gesperrt (löst auf 127.0.0.1 auf). Twitter nutze ich nur gelegentlich lesend ohne Account. Wenn ich einen Microblogging-Dienst nutzen wollen würde, so würde ich wohl identi.ca nutzen. Als soziales Netzwerk käme für mich wenn überhaupt nur Diaspora in Frage. Ohne Smartfon habe ich aber für beides keinen besonderen Bedarf.

Robert Stein 33

Ich möchte die Menschen gerne durch Kampagnen über die Folgen ihres Verhaltens im Internet aufklären und setze auf die Vernunft der Menschen, die Nutzung dieser Datenriesen selbst und freiwillig zu beenden oder so weit wie möglich einzuschränken. Eigenverantwortung heißt hier für mich die Devise!

Daniel Schwerd a/k/a @netnrd: 45 Jahre

Das ist in meinen Augen Symbolpolitik. Es ist en vogue, gegen Twitter, Facebook und Google die Datenschutzkeule zu schwingen - gleichzeitig aber die massenhafte Sammlung von Daten in Deutschland z.B. bei Elena und dem Zensus unerwähnt zu lassen. Was ist wohl gefährlicher - eine Sammlung von Fotos unserer Häuserfassaden, oder die Sammlung der Religionszugehörigkeit eines jeden Deutschen ìn einer einzigen Datenbank?

Natürlich handelt es sich um kommerziell ausgerichtete Unternehmen - diese sammeln Daten nicht aus Nächstenliebe, sondern zur wirtschaftlichen Nutzung. Jeder, der diesen Unternehmen seine Daten anvertraut, muss wissen, dass diese ins Ausland exportiert und dort nicht nach deutschen Datenschutzregeln behandelt werden. Man ist bei diesen Unternehmen nicht nur Kunde, sondern stets auch das Produkt selbst! Das kann man aus dem Landesparlament NRW sicher nicht ändern, auch auf Bundesebene sind die Einwirkungsmöglichkeiten auf amerikanische Unternehmen sicher gering.

Viel wichtiger finde ich es, die Datensammelwut staatlicher Stellen zu thematisieren und zu beenden, denn hier besteht m.E. eine große Gefahr für unserer Bürgerrechte, und zudem unmittelbare Einwirkungsmöglichkeiten.

Ansonsten sollte man sich darauf konzentrieren, die Sensibilität der Nutzer für das Problem zu erhöhen, durch Aufklärung und Bildung. Medienkompetenz besteht nicht nur aus dem technischen Wissen darum, sondern auch in Medienkritik und Wissen um Mediennutzung. Einen digitalen Radiergummi kann es nicht geben, das ist auch dann technisch nicht machbar, wenn man mit dem Fuß aufstampft und "Will aber!" ruft, wie unsere Verbraucherschutzministerin Aigner das tut. Ist die Dose mit den Würmern erst mal auf, bekommt man die Würmer nicht wieder hinein.

Frank Albaum aka marquiz

Die Initiative des Wiener Studenten Max Schrems schien mir eine gute Idee. Zur Erinnerung: Er hatte von Facebook ein 1.000-Seiten-Paket mit den Ausdrucken sämtlicher aktuellen und historischen Daten bekommen. Die rechtliche Seite der Datenschutz-Fragen zu Facebook lassen sich m. E. nur auf europäischer Ebene angehen. Bis dahin sollte eine bessere Information der Nutzer und die schulische Behandlung von sozialen Netzwerken ein Ziel sein. Hier kann man mit bereits bestehenden Strukturen im Land eine Initiative starten.

Ich persönlich bin z. Zt. kein Facebook-Nutzer und auch nicht bei Twitter. Speziell bei Facebook scheinen mir die Einflussmöglichkeiten der Nutzer doch zu gering. Aber es mag sein, dass die Vorteile die Nachteile aufwiegen.

Meine Antwort beginnt nun mit Bildungspolitik, auch wenn das nicht gerade mein Schwerpunkt ist.

Diese Frage ist zwar eher ein bundespolitisches Thema. Aber auch bundespolitisch wird man sich gegen die sozialen Netzwerke, die nach unserer Auffassung mit Daten nicht angemessen umgehen, kaum wehren können. Solange die Anbieter ihren Firmensitz nicht in Deutschland haben, sind wir chancenlos.

Zurück zur Bildungspolitik...hier ist das Thema Aufklärung und Sensibilität unwahrscheinlich wichtig. Sensibilisiert und informiert werden müssen alle, die sich mit sozialen Netzen beschäftigen. Vor allem fehlt bei vielen das Verantwortungsbewusstsein für Daten, die Ihnen gar nicht gehören - ich meine damit z.B.: das Kennzeichnen von Gesichtern und Ähnlichem.

Die Zielgruppe sind nicht nur die Jugendlichen, denen die vielbesagte Medienkompetenz anerzogen werden soll - hier ist auch die "ich hab ja nichts zu verbergen" Fraktion gemeint. Als MdL hat man sicherlich viele Chancen etwas erfolgreicher einzuwirken.

Was will ich also tun: darüber Reden