NRW:Landesparteitag 2012.1/Kandidatengrillen/Datenschutz bei Facebook

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FRAGE:
FRAGE:Die Datenschutzbeauftragten bemängeln das Verhalten z.B. von Facebook, Twitter usw. und bezeichnen es als nicht Datenschutzkonform und damit als Gesetzeswidrig!
Was willst du tun, um diesen Mißstand, auch im Land zu beseitigen?
Bitte gib in deiner Antwort auch deine Einstellung zu Facebook, Twitter etc. und deine Nutzung an. Wiskyhotel 06:53, 18. Mär. 2012 (CET)

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Ulrich Scharfenort aka ulrics, Duisburg

Ich nehme Datenschutz sehr ernst. Vor kurzem hat mir zum Beispiel Google geschrieben, weil ich angeblich einen Account dort hätte (kein Spam) an eine Emailadresse, welche ich nur im Zusammenhang mit Streetview verwendet hatte.

Ich nutze Facebook und Twitter nicht, von Facebook halte ich nicht sonderlich viel. Es mag gut zur Kommunikation sein aber von der Datenschutzseite ist mir das Unternehmen Suspekt. Insbesondere, wo der Firmensitz im Ausland ist, was die Anwendung des BDSG extrem erschwert. Mit Twitter habe ich mich mangels Zeit noch gar nicht befasst.

Der gesetzliche Rahmen für Datenschutz ist Bundesebene. Höchstens über den Bundesrat könnte man da Einfluss nehmen. Die Landesdatenschutzgesetze sind jedenfalls für den Datenschutz in Landes- und Kommunalbehörden gemacht.

Da Bildung Ländersache ist, muss Datenschutz auch ein Thema im Unterricht sein. Allerdings sollte das Thema nicht mit dröger Frontalberieselung rüber gebracht werden. Interaktiver Unterricht ist da der richtige Ansatz.

Die Möglichkeiten was getan werden kann ist gering außer zu Fordern und aufzuklären.

Rainer Wiese

Einige "soziale Netze" sind die Cientology des Internets. Da hilft nur Aufklärung und es ist auch die ureigene Aufgabe unserer Partei die Netzkompetenz zu fördern und zur Landespolitik in NRW zu machen. Ziel sollte es sein Projekte zu unterstützen, die nicht nur virtuelle soziale Netze meinen sondern ihre Ergebnisse im "analogen" realen Miteinander haben.

Mike Rheindorf aka Sea wolf /43

Ich stimme den Datenschutzbeauftragten auf jeden Fall zu. Jedoch ist dieses Verhalten von Facebook, Twitter usw. auch nur möglich weil die Menschen mit Ihrem Nutzungsverhalten dieses fördern. Wenn die Menschen nicht mehr freiwillig so viele Informationen im Internet preisgeben würden wäre auch der Informationsgewinn und damit die Vermarktung der Informationen nicht gegeben. Jedem sollte doch bewusst sein, dass es im Internet nicht kostenlos gibt. Also denk mal drüber nach…..

Mein Tip: Benutzt Facebook, Twitter usw. nicht

Dr. Thomas Feuerabend

Ich glaube nicht, dass auf Landesebene NRW die Datennutzung durch Facebook in Kalifornien beeinflusst werden kann.

Die Nutzer verwenden Facebook und andere soziale Netzwerke immerhin freiwillig und zu großen Teilen auch gerne. Mancher hat dort hunderte von Freunden und wenn er umzieht, packt keiner mit an.

Gegenüber dem "Vorteil" für den Nutzer steht natürlich der "Nachteil" der durch die Vermarktung seiner Daten entsteht. Dieser "Nachteil" für den Nutzer ist wiederum "Vorteil" für den eigentlichen Kunden der sozialen Netzwerke: Den Werbekunden.

Es wird immer davon ausgegangen, dass die sozialen Netzwerke das Produkt und der Nutzer der Kunde ist. Das Gegenteil ist der Fall: Der Nutzer ist das Produkt und die Werbepartner sind die Kunden.

Hier ist mein oberstes Ziel, ein Grundverständnis der wirtschaftlichen Zusammenhänge für die Nutzer zu erreichen. Wo liegen Vorteile und wo liegen Risiken? Das sollte bereits Thema in der frühen schulischen Ausbildung sein.

Ich selbst nutze keine sozialen Netzwerke.

Michael Levedag 53Jahre

Als Partei im Landtag sollten wir zunächst einmal alle Möglichkeiten der Prävention durch Aufklärung der Bürger wahrnehmen. Das Verhalten dieser Firmen ist doch recht einfach. Die wollen alles Mögliche an verwertbaren Daten sammeln und es dann meistbietend verkaufen. Damit uns die Wirtschaft dann noch zielgerichteter mit Werbung bombardieren kann.

Aus meiner Sicht sind zunächst mal unsere Juristen gefragt. Wenn Landesrecht Bundesrecht oder Europäisches Recht umgehen kann, dann hätten wir sicherlich eine Möglichkeit, durch entsprechende Gesetzgebung Facebook, Google und Konsorten angehen zu können.

Sofern es hier im Datenschutz auf Landesebene Chancen gibt, dem Einhalt zu gebieten - gebt mir ein Schwert und ein Schild! Ich bin dabei!

Ach ja, meine persönliche Einstellung. Ich stehe dem Ganzen eher kritisch gegenüber, habe aber in der Hölle für Datenschützer, also bei Facebook, einen Account. Aber eigentlich nur, um zu sehen, was das ist und wie das funktioniert. Aus der Erfahrung kann ich jetzt sagen, dass für aktive Facebook-Nutzer ein 24-Stunden-Tag eigentlich nicht ausreicht. Die Lebenszeit, die man dort verbringen/verschwenden kann, ist schon beträchtlich, wenn man nicht aufpasst. Aber, das ist Privatsphäre.

Chris P. aka Paranoia

In Kombination dieses weltweiten agierenden Unternehmens mit seinem Sitz in den USA können hier nur die Bundes-Bemühungen des Bundesbeauftragten für Datenschutz und des Verbraucherschutzministeriums unterstützt werden, hier eine Einigung mit Facebook zu erreichen. Einen Alleingang eines Landes oder einen einzelnen Landesdatenschutzbeauftragten wie in Schleswig-Holstein halte ich hier für wenig zielführend.

Was in NRW gemacht werden sollte, ist den Datenschutz selber hoch zu halten. Hier sollte auf Grundlage des § 4 II Landesverfassung NRW der Datenschutz wieder stärker in den Mittelpunkt gerückt werden und auch die Position des Landesdatenschutzbeauftragten unterstützt und gestärkt werden.

Weiterhin ist eine Aufklärung sowohl in Schulen als auch allgemein der Bürger dringend notwendig. Es muss allen deutlich bewusst gemacht werden, dass Internationale Konzerne wie Facebook und Google mit den Daten oder wie bei Twitter mit den Inhalten Geld verdienen und dies der Unternehmenszweck ist.