NRW:Landesparteitag 2012.1/Kandidatengrillen/Atommüll
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Schildere deine Vorstellung zu diesen Problemfälle und die günstigste Lösung. Wiskyhotel 20:43, 17. Mär. 2012 (CET)
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Inhaltsverzeichnis
- 1 Admiral
- 2 Andreas Rüßel aka Ryuseru, 40, Neuss
- 3 Heiko Philippski
- 4 Niels-Arne Münck
- 5 Roland Müller, 48 Jahre, Neuss
- 6 Stefan Fricke
- 7 Timm Herbst aka Logos / 47 Jahre
- 8 Dr. Thomas Feuerabend 36
- 9 BauerJup
- 10 Wilhelm Frömgen aka G-Bär, 29, Korschenbroich
- 11 Hubert Huthmacher
- 12 Richard Gösken aka Medicus / 43 Jahre jung
- 13 Rainer Wiese
- 14 Patrick Viola, 33, Leverkusen
- 15 Ulrich Scharfenort aka ulrics, Duisburg
- 16 Chris P. aka Paranoia
- 17 Michael Levedag 53Jahre
- 18 Sebastian Wieloch
- 19 Hanns-Jörg Rohwedder
- 20 Marc Schieferdecker (motorradblogger)
- 21 Rudolf Lörcks - 47 Jahre
- 22 Kai Baumannn
- 23 Dr. Winny Dehn - Düsseldorf
- 24 SvenOLei aka Sven Leimbach
- 25 Kirsten Eickler aka Tigrimus, 43
- 26 Rainer Klute
Admiral
Wenn ich auf diese Problematik ad hoc eine Lösung parat hätte, wäre ich wohl zur Zeit einer der gefragtesten Menschen auf der Welt. Konkretes Ziel der angesprochenen Orte und ihren Belastungen kann meines Erachtens nur sein, schnellstmöglich diese Transporte einzustellen und eine nationale oder besser noch übernationale wirkliche Lösung der vorhandenen Atommüll Unterbringung durchzuführen, sowie dafür Sorge zu tragen, nicht noch weiteren Atommüll zu schaffen- "Die Geister die ich rief, die werd ich nicht mehr los". Dieser Satz war wohl gerade beim Atommüllproblem noch nie so wahr wie heute. Die derzeit wieder getroffenen Maßnahmen der Bundesregierung hinsichtlich der Kürzung der Entgelte für die Solareinspeisung sind meines Erachtens eine der größten energiepolitischen Fehlentscheidungen unserer Zeit. Die Argumentation der zu hohen Kosten dieser Subventionierung sind nur vorgeschoben, wenn man bedenkt, das in den Jahren von 1970 bis 2010 in Deutschland rund 180 Milliarden Euro in die Subventionierung der Atomwirtschaft geflossen sind und der Atomstrom somit nicht nur doppelt und dreifach vom Endverbraucher per Steuern und Abgaben bezahlt wurde sondern auch die massiven Gefahren der nuklearen Verseuchung in keinem Verhältnis zu den wirklich geringen Gefahrenpotentialen der neuen Energieträger steht. Hier gebe ich noch zu bedenken, das die anegebliche 10.000 Jahre haltende Sicherheit eines AKW geteilt werden muß, durch die etwa über 450 auf der Welt befindlichen AKW und sich dadurch der erstaunliche Durchschnitt von etwa 25 Jahren pro Supergau ergibt, wie die Jahre 1986 in Tschernobyl und 2011 in Fukushima ja traurig bewiesen haben. Der Unfall in Fukushima kostet nach vorsichtigen Schätzungen der Versicherungen etwa 400 Milliarden Euro, die deutsche Atomwirtschaft müßte in einem ähnlich gelagerten Falle aber nur derzeit mit rund 40 Milliarden Euro eigenständig haften. Ratet mal, wer wohl die restlichen 90% bezahlen müßte?
Gruß Admiral
Andreas Rüßel aka Ryuseru, 40, Neuss
In Gronau steht meines Wissens nach keine Wiederaufbereitungsanlage, sondern eine Anlage zur Urananreicherung, einem Prozess vor der Brennelemente Herstellung.
Aufbereitungsanlagen gibt es in Europa nur 2. Le Hague (F) und Sellafield (GB).
Ich habe keine Lösung für das Atommüllproblem, aber es wird dringend notwendig Endlager zu finden um die Sünden von gestern nicht zur Katastrophe von morgen zu machen. Nur so können wir die Zwischenlager räumen. Atommüllager und Transporte sind ein Übel. Aber im Augenblick noch ein notwendiges Übel, weil wir schlicht keine andere Wahl haben. Ich hoffe wir werden bald eine Endlagerstätte finden, aber ich bin derzeit wenig optimistisch. Dies ist eine der großen Herausforderungen die wir uns in ganz Deutschland stellen müssen.
Heiko Philippski
Die Nutzung einer Technik, die so viel Atommüll hinterlässt ist und zum Problemmüll folgender Generationen wird, ist einfach abzulehnen. Eine Lösung habe ich so nicht parat. Zwischenlager sind aber ein absolutes NO GO. Da wir nunmal jetzt den Mull haben, müssen wir uns nach einem geeigneten Endlager umschauen und die Bürger an diesem Prozess, nach dem Vorbild der Schweiz, teilhaben lassen. Nur so werden wir eine Akzeptanz der Bürger für eine Endlager erhalten.
Niels-Arne Münck
Jülich: Fakt ist, das Zeug muss irgend wo hin. Also ab nach Ahaus, ich versteh den ärger nich. Das Argument, das der Transport durch dicht besiedeltes Gebiet geht ist ziemlich seltsam. NRW ist komplett dicht besiedelt, selbst in den leeren ecken ist das alles in Reichweite besiedelter Gebiete wenn was passiert beim Transport. Der Müll muss eben transportiert werden. Oder ein neues Lager in Jülich bauen/"renovieren" und ne Sondergenehmigung für die Zwischenzeit (aber das ist teuer §§§). Man bräuchte die nackten Zahlen und die konkreten rechtlichen Fallstricke. Spontan würde ich sagen: Ab nach Ahaus.
Ahaus: Verstehe nicht ganz warum das ein Problemfall ist. Das müssen wir leider aussitzen bis es ein vernünftiges Endlager gibt; hilft alles nix. Aber das Zeug muss eh erst abkühlen, vorher is nix mit endlagern. Das schwachstrahlende Zeug kann bald in den Schacht Konrad. Wir haben dieses Problem nicht verursacht aber man kann Atommüll nicht einfach wegdemonstrieren. Egal wo man ihn hinbringt, jemand wird sich beschweren. Was ich auch verstehe. Aber das Kind ist schon in den Brunnen gefallen. Da kann man nur noch dafür sorgen, das das Zeug sicher gelagert wird.
Gronau ist schon schwieriger. Da auch dort noch lange Zeug eingelagert werden muss, selbst wenn man die Anreicherung stoppt wird man es nicht so schnell los. Da denk ich nochmal drüber nach, muss aber erst rausfinden, inwiefern es da internationale Verträge gibt.
Meine Meinung zu all diesen Dingen: Das Endlager muss her, der Atommüll im Zwischenlager muss abkühlen, dann muss es ins Endlager. Bis all das Zeug sicher verstaut ist braucht es noch Jahrzehnte. Politisch wichtig sollte es sein, das nichts neues nachkommt, aber das ist nicht Landessache. Landessache ist dafür zu sorgen, das der kram an einem halbwegs sicheren Ort untergebracht ist und das beim Transport nichts schiefgeht und da führt leider kein Weg dran vorbei.
off topic :Ich kann verstehen das man so ein Lager nicht vor der Tür haben will, und ich kann auch verstehen, dass man es nicht durch seine Stadt gefahren haben will, aber es muss halt in nem vernünftigen Lager gelagert werden, sonst is Zappenduster. Ich bin natürlich unbedingt dafür, im Kontext eines Transportes gegen Atomkraft zu demonstrieren, aber Transporte zu behindern halt ich für reichlich kurzgedacht.
Roland Müller, 48 Jahre, Neuss
Das Thema Atomkraft ging natürlich auch an mir nicht vorüber. Ich kann mich daran erinnern, dass wir in der Mittelstufe, als Projekt, die verschiedenen Atomkraftwerkstypen kennen lernen und der Klasse vorstellen durften. Danach war ich für viele Jahre der Ansicht, Atomkraftwerke seien sicher. Tschernobyl, ich war damals 23, hat auch mich eines Besseren belehrt.
Es sollte grundsätzlich gelten
1.) Verbrauchte Kernbrennstäbe nach dem Abkühlen sofort in Castoren. Einen Mangel an Castoren darf es nicht geben.
2.) Zwischenlager müssen sicher sein - also tief buddeln und dicke Wände einziehen. Für andere Zwecke können ja auch Bunker gebaut werden.
3.) Misstraue jeder Regierung, die den Atommüll für Jahrmillionen einlagern muss, aber schon nach wenigen Jahren über verrostete Fässer klagt.
4.) Für unseren Müll sind wir selbst verantwortlich.
(Hat eigentlich bei der ganzen Endlagerfrage mal jemand darüber nachgedacht, dass das, was heute Müll genannt wird, morgen der Rohstoff für die Reise zu den Sternen sein könnte?)
5.) Das Endlager muss jederzeit begehbar und inspizierbar, also offen bleiben.
6.) Kraftwerks- und Versuchsanlagen müssen regelmäßig unangekündigt von unabhängigen Gutachtern überprüft werden. Deren Sicherheitsvorschriften ist unbedingt Folge zu leisten. Es kann nicht sein, gerissene Rohre jahrelang nicht ausgetauscht werden.
7.) Alle volkswirtschaftlich relevanten Kosten im Zusammenhang mit der Atomkraft müssen transparent offengelegt werden. Atomkraft ist nicht die günstigste Möglichkeit Energie zu erzeugen.
(Es muss in diesem Zusammenhang auch immer wieder betont werden, dass Atomkraftwerke nicht versichert sind/werden. Warum ist den Gesellschaften das Risiko nur zu hoch?)
Hier sind, trotz Atomausstieg noch dicke Bretter zu bohren. (Achtung! Die Diskussionen, ob der Ausstieg sinnvoll ist, und ob die Energiewende machbar ist, haben gerade wieder begonnen) Ich halte den Ausstieg vom Ausstieg vom Wiedereinstieg nach dem Ausstieg für durchaus denkbar.
Stefan Fricke
Wir müssen jetzt die Folgen von 60 Jahren verfehlter Energiepolitik Nun haben wir tonnenweise Müll, der teilweise noch hunderttausende Jahre strahlen wird. Wir müssen ein geeignetes Endlager finden und hierüber einen gesellschaftlichen Konsens erreichen. Dies ist eine Bundesaufgabe, aber NRW sollte hier konstruktiv mitwirken.
- Zu Gronau: Dort befindet sich keine Wiederaufbereitungsanlage, sondern eine Urananreicherungsanlage. Die Anreicheruzng sollte schnellstmöglich eingestellt werden. Zurück bleibt dann verstrahltes Equipment, dass irgendwann zurückgebaut und endgelagert werden muss. Dazu brauchen wir aber ein Endlager.
- Zu Jülich: Ich sehe da zwei Optionen: Entweder den Atommüll in ein Zwischenlager abtransportieren oder vor Ort eines errichten. Letzteres ist leichter politisch durchsetzbar, aber auch teurer.
- Zu Ahaus: Dieses Zwischenlager wird uns leider noch eninige Jahrzehnte erhalten bleiben. Wo sollte der dort bereits eingelagerte Müll auch hin?
Timm Herbst aka Logos / 47 Jahre
Ich will die Fragen genereller angehen:
- Weil die Erfahrung lehrt, dass Unternehmen immer wieder verantwortungslos mit radioaktivem Material umgehen, sollten generell die Kontrollen verschärft und bei Verstößen hart durchgegriffen werden. Beides ist derzeit leider nicht der Fall
- Das Entsorgungsproblem von Atommüll (Endlager) ist weltweit ungelöst - in sofern liegt es in der Natur der Sache, dass auch ich keine Lösung habe
- In Gronau steht eine Urananreicherungsanlage. Wie bei jedem Umgang mit radioaktivem Material ist es auch dort zu Störfällen gekommen. Glücklicherweise überwiegend Ereignisse der Ines-Stufe 0.
- Angesichts der weltweit ungelösten Entsorgungsfrage kann eine sinn- und verantwortungsvolle Konsequenz imo nur in einem möglichst schnellen Atomausstieg liegen, um nicht noch mehr Müll zu produzieren, von dem man nicht weiß, wohin damit. Der Atomausstieg sollte deutlich beschleunigt werden! Am allerbesten nicht durch ein gesetzliches Verbot von Kernenergie, sondern dadurch, dass verzerrte Rahmenbedingungen beseitigt und die Maßstäbe an den Betrieb von AKWs angelegt werden, denen sich auch Andere unterwerfen müssen: Konkret bedeutet das auszugsweise (die Liste aller Maßnahmen würde den Rahmen dieses Statements sprengen, ich verweise auf alle von mir hier erarbeiteten Argumente), dass AKW-Betreibern jegliche Subventionen gestrichen werden und die Betriebserlaubnis nur dann nicht zurück gezogen wird, wenn AKWs gegen einen GAU angemessen versichert sind (derzeit sind sie praktisch gar nicht versichert). Wenn dann die Atomindustrie erkennt, dass sich so nicht mehr wirtschaftlich arbeiten lässt oder derart teurer Strom keine Abnehmer mehr findet (was der Fall sein wird): umso besser! Dieser Ansatz hätte mehrere Vorteile:
a) Er entspricht dem Piraten-Ansatz von "weniger Staat", weil auf diese Weise Kernenergie nicht "par ordre de mufti" von "oben abgewürgt" wird, sondern die schwersten zu Gunsten von Kernenergie geschaffenen Wettbewerbsverzerrungen beseitigt werden und "der freie Wettbewerb" Kernenergie dann ganz schnell alleine regelt (dann wird nämlich Atomstrom praktisch wegen exorbitanter Preise unverkäuflich)
b) Der von der Pro-Kernenergie-Fraktion erhobene Vorwurf der gesetzlichen Unterdrückung aufgrund Ideologie hätte sich erledigt.
c) Die Atomindustrie hätte keinen Ansatz, gegen einen Atomausstieg zu klagen.
d) Dem Glauben an die angebliche "wirtschaftliche Notwendigkeit" von Kernenergie, der in den Köpfen vieler Unions-Politiker rumzuspuken scheint, wäre durch Fakten ganz schnell die Grundlage entzogen - Was die günstigste "Lösung" anbetrifft (im Hinblick auf die Kosten): Derzeit kommt der Staat und damit der Steuerzahler für die Entsorgungskosten auf. Das sollte umgehend in sofern geändert werden, dass die Verursacher des Mülls, sprich die AKW-Betreiber, für die Entsorgungskosten aufkommen - und zwar in vollem Umgang! Abseits der Kosten sei auf Punkt 2 verwiesen.
Dr. Thomas Feuerabend 36
Aus meiner Sicht sind die Endlager ein absolutes No-go. Wenn man eine Lagerzeit von 10.000 Jahren unterstellt, dann halte ich es für unverantwortlich, gefährliche Stoffe dauerhaft dort zu verklappen (Beispiel: Asse).
Mir persönlich wären oberirdische Lager lieber, die man leicht kontrollieren kann und die auch sinnvoll zu warten sind.
Dass wir den Strahlenmüll an der Backe haben, kann man im Nachhinein nicht ändern. Und weil ich der Meinung bin, dass jeder für seinen Müll auch gerade zu stehen hat, kommt ein Export nicht in Frage.
BauerJup
da ich , im Ort, direkt neben Ahaus wohne ,verleitet mich diese Frage , stark zu der Polemischen Aussage :"alles weg sofort!"
- ABER!! dennoch ein Versuch der Objektiven Beurteilung
Jeder Transport bringt ,imho, auch unkalkulierbare Risiken mit sich. Meine Meinung : Mit dem Atom Zeugs haben wir ganze Groze scheise gebaut, zu der wir jetzt aber auch stehen müssen und die wir nicht einfach "weg" schieben können Persönlich vertrete ich die Meinung:
- alles was Stahlt sollte in einem "sicheren" Behälter, unter ständiger Beobachtung, dort gelagert werden, wo er gerade ist und/oder Entstanden ist.
- Da dies über viele Generationen nötig sein wird, muss man auch dran denken, dass bei Bedarf die Behälter in neuen Größeren und wieder " sicheren" Behälter umverpackt werden müssen.
- erst wenn ein "geeignetes" "Endlager" gefundunden wurde, darf es ein letzten Tranzport geben (Möglicherweise niemals)
- Jülich ist eh im Rückbau, da kommt also kein scheiß mehr nach-> dafür sorgen das kein stralender Scheiß von woanders kommt
- Ahaus ist "Nur" Zwischenlager -> darf natürlich auch nix mehr hin kommen
- Gronau würrde es Doppelt Hard treffen Zwar werden hier "nur", so genannte Pellets, mit Uran angereichert, die schwach radioaktiv sind, jedoch werden diese zur Brennstäbeherstellung benötigt, daher sehe ich keine andere Möglichkeit, als den Laden , dicht zu machen.
- abgesehen von den Beschäftigten die ihren job verlieren würden, träfe das die Stadt (die immer noch stark unter Textielkriese, vor vielen,vielen;-) Jahren leidet auch .... mann darf Gronau also nicht allein lassen.
Wilhelm Frömgen aka G-Bär, 29, Korschenbroich
Es geht nicht an das die Entsorgung und der Transport von Brennelementen durch Steuern beglichen wird während die Energiekonzerne Geld ohne Ende an der Atomkraft verdienen. Wenn die Betreiber diese Kosten tragen müssten wäre Atomstrom ziemlich sicher nicht mehr die günstigste Stromart.
Die Lagerung ist leider nicht vermeidbar. Der Atommüll existier nunmal.. Sinnvollerweise hätte man die Kraftwerke in stabilen, sicheren Gegenden gebaut. Dann müsste man auch keine aufwendigen Transporte quer durchs Land organisieren, sondern könnte den Müll direkt beim "Verbraucher" lagern.
Auf Grund der Gefährlichkeit der Abfälle müssen die Behälter zugänglich sein. Nur so kann man ihren Zustand überprüfen und bei Problemen eingreifen. Verbuddel und vergessen ist keine Lösung!
Endlagersuche nach Schweizer Vorbild (Bürgerbeteiligung) ist sicher eine tolle Idee, leider bezweifel ich das es eine Region gibt die ein Endlager haben möchte.
Eine Entsorgung im Ausland ist absolut Unethisch.
Hubert Huthmacher
Ich denke das hier eine nationale Lösung gefunden werden muss. Das heisst für mich, auch als Abgeordneter in der Opposition, kann man eine Lösung einfordern und daran mitarbeiten. Dieses bis jetzt ist ja alles gut gegangen finde ich sehr bedrückend.
Richard Gösken aka Medicus / 43 Jahre jung
Haben wir da als Partei denn schon was Konkretes ausgearbeitet? Wenn dem so ist, werde ich den ausgearbeiteten Vorschlag unterstützen und in die parlamentarische Arbeit einzubinden.
Rainer Wiese
Bevor ich hier Patentrezepte zum Besten gebe, muß ich mich zu diesem Thema erst noch sachkundig machen. Da ich aber 20 Meter neben den Gleisen wohne, bin ich gefühlt erstmal für sowenig Transporte wie nötig. Bis zur "Endlagerlösung" sollte der Müll beim Verursacher zwischenlagern. Die Forschung, wie man den sog. Müll evtl. weiterverwerten könnte (jede Strahlung ist Energie) ist zu fördern. Entsorgungskosten sind Verursacherkosten. Sichere Endlagerung nationale Verantwortung. Denkt bitte auch daran, daß solche Endlagerstätten für "bildungsferne Überlebende" einer mögl. globalen Katastrophe als "gefährlich" erkennbar bleiben müssen.
Patrick Viola, 33, Leverkusen
Der Einsatz einer Technik, die für viele viele folgende Generationen einen nicht beherrschbaren Müllberg hinterlässt ist verantwortungslos. Der Ausstieg aus der Atomenergie daher der richtige Weg. In der Vergangenheit wurde dieser Weg allerdings eingeschlagen und wir müssen uns jetzt mit dem Problemen, die daraus entstanden sind, beschäftigen.
Zwischenlager sind, wie schon der Name sagt, allerdings keine Lösung. Es ist nur der Aufschub einer Lösung mit der sich dann wohl kommende Generationen befassen sollen. Nur ein Endlager kann hier die Lösung sein und nach dieser Lösung muss nun dringend weiter gesucht und geforscht werden. Die Bevölkerung muss in diesem Prozess zwingend verstärkt mit eingebunden werden. Anders kann hier keine Lösung gefunden werden.
Ulrich Scharfenort aka ulrics, Duisburg
Erst einmal muss ich als Duisburger erwähnen, dass in der Frage ein Punkt fehlt. Denn auch in Duisburg gibt es eine Atommüllzwischenlager mitten im Wohngebiet. Betrieben von der GNS, die unter anderem auch Ahaus betreibt. Da diese Transporte u.a. auch durch Duisburg gehen sollen habe ich mich schon früh mit dem Thema befasst. Meine persönlichen Ausstieg habe ich schon lange vollzogen mit einem Wechsel zu einem atomstromfreien Anbieter.
So jetzt konkret zur Frage. Ich halte von den Transporten zu Sammelzwischenlagern nichts. Im schlimmsten Fall wird der ganze Müll dann in ein paar Jahrzehnten, wenn endlich ein Endlager gefunden wurde wieder zurück transportiert. Das bedeute nicht nur doppeltes Risiko, sondern auch doppelte Belastung für Polizisten und Demonstranten. Wobei ja zumindest die Bewachung der Transporte, dank der Demonstranten sehr gut ist.
Bis zu Klärung der Endlagerfrage sollten sämtlich Atomtransporte gestoppt werden. Denn es macht keinen Sinn bis klar ist, wo die Reise hingeht. Der an den einzelnen Stellen anfallende Atommüll muss auch dort auf Kosten der Erzeuger gelagert werden. Die Kosten für eine entsprechende Sicherung müssen natürlich auch die die Erzeuger tragen. Was Jülich angeht, so kann die Lagerung vor Ort auch die Möglichkeit bieten Effekt auf Lagerbehälter näher zu untersuchen. Schließlich ist Jülich ja für die Forschung vorgesehen.
Zudem muss der Transit von Atommüll, Brennstäben und ähnlichem durch Deutschland komplett unterbunden werden.
Chris P. aka Paranoia
Schwieriges Thema, zu dem auch mir eine Patentlösung fehlt.
Aber es ist nun mal ersichtlich, dass Zwischenlager keine Lösung sind, sondern nur das Problem weiter nach hinten schieben. Hier kann man den Eindruck gewinnen, dass die Politik sich bislang vor einer endgültigen Lösung drückt, damit man mit dieser Entscheidung niemanden auf die Füße treten kann.
Auf Bundesebene erscheint es mir notwendig, das ein oder ggf. zwei Endlager geschaffen werden müssen. Wir haben den Müll und müssen in irgendwo lagern. Dies nur mit Zwischenlagern zu tun, verschärft das Problem auf Dauer nur. Hierzu müssen auf wissenschaftlicher Basis die entsprechenden Orte gefunden werden und dann technisch das maximal mögliche Ausmaß an Sicherheit geschaffen werden. Was nicht mehr passieren darf, ist dass die Suche nach Plätzen für diese Lager aus politischen Gründen gesucht werden.
Auf NRW Ebene würde ich es auch lieber sehen, wenn der atomare Müll an einem Platz so sicher wie möglich gelagert wird, bis auf Bundesebene eine endgültige Lösung gefunden wurde. Ob dies einer der aktuellen Standorte ist oder ggf. ein neuer ein höheres Ausmaß an Sicherheit ermöglicht, muss wissenschaftlich festgestellt werden. Aber es ist klar, das mit dieser Lösung die Anwohner der betroffenen Gebietes am Ende unglücklich sein werden.
Michael Levedag 53Jahre
Think local - Act global
Wir müssen da über unseren Vorgarten hinausschauen. Den gleichen Schrott haben die auch in Brunsbüttel und ich möchte gar nicht wissen, was da in Baden-Württemberg oder Bayern oder sonstwo lagert...es gibt da einen Meschen, der ist zufällig gerade Spitzenkandidat einer Partei mit einem C vorne, der hat da im Moment eine gewisse Verantwortung. Den könnte man da doch auch mal konkret fragen...ist aber eigentlich unfair. Die gesamt Politik der letzten 50 Jahre hat hier versagt. Niemand hat tatsächlich nach einem Endlager gesucht. Nicht die CDU/CSU, nicht die SPD, nicht die FDP und schon gar nicht die Grünen. Oder, H.Trittin? Das wäre unsere Aufgabe! Sofort! Suchen eines Endlagers (wo auch immer, es soll tatsächlich geeignete Standorte geben, zum Beispiel in Bayern) und dann muss der ganze Schrott aus NRW und aus ganz Deutschland dahin. So schnell es geht. Das geht sicher über ein reines Landesthema hinaus.
Sebastian Wieloch
Auch in diesem Thema bin ich nur oberflächlich drin, daher kann ich auch hier keine konkreten Antworten geben. Fest steht für mich aber, das Zwischenlager nicht in Frage kommen und bestehende schnellstmöglich durch vernünftige Endlager abgelöst werden müssen. Das Wie muss ich aber den Leuten überlassen, die sich damit auskennen und handhabbare Lösungen entwickeln können.
Hanns-Jörg Rohwedder
Die Piraten im Bund und in NRW haben sich klar positioniert: Abschalten so schnell wie möglich. Das ist ein wichtiger Punkt: Keinen neuen Atommüll erzeugen zusätzlich zu dem bereits vorhandenen, von dem keiner weiß, was damit geschehen soll.
Neben den hoch- und höchstradioaktiven ausgedienten Brennelementen gibt es ein weiteres verdrängtes Problem: Die Riesenmengen abgereichertes Uran 238. Das zerfällt in stärker strahlende radioaktive Isotope anderer Elemente, im Laufe einiger Jahrzehnte bereits wird die bisherige Lagerungsmethode unzureichend sein, und man kann ja nicht alles in Uranmunition zur Terroristenbekämpfung umwandeln...
Es gibt keine günstigste Lösung, es gibt keine günstige Lösung und es gibt keine einfachen Lösungen für schwierige Probleme. Da werden noch viele Generationen Freude dran haben. Zur Zeit sind möglichst sichere Lagerung an der Oberfläche oder dicht unter der Oberfläche mit schneller sicherer Rückholmöglichkeit für mich die einzigen vertretbaren Optionen. Lösungen sind sie nicht. Die hat niemand, kein Techniker, kein Politiker, keines der Gerichte, die den weiteren Betrieb der Anlagen zulassen, obwohl es die im Atomgesetz vorgeschriebene sichere Entsorgung nicht gibt. -- Danebod 13:52, 18. Mär. 2012 (CET)
Marc Schieferdecker (motorradblogger)
Zuerst einmal muss sichergestellt werden, dass nicht noch weiterer Atommüll hinzu kommt. Der Ausstieg aus dem Atomprogramm muss daher beschleunigt werden. Ein Ausstieg wäre bereits jetzt möglich.
Das ändert aber nichts am eigentlichen Problem. Der Müll ist nun mal da und dem müssen wir uns stellen.
Das Salzstöcke oder andere natürliche Lagerorte ungeeignet sind, hat die Vergangenheit bewiesen. Meiner Meinung nach ist die einzige Möglichkeit der sicheren Lagerung ein extra zu diesem Zweck auf wissenschaftlicher Basis konstruiertes Endlager.
Das Endlager sollte in einer wenig besiedelten Region gebaut werden und es muss ein Konzept für einen Regelbetrieb für viele Jahrzehnte geben.
Die Kosten dafür dürfen aber nicht auf den Steuerzahler abgewälzt werden, sondern die Verursacher müssen für die Kosten aufkommen.
Rudolf Lörcks - 47 Jahre
Bis zu Klärung der Situation über Endlager sollen die Transporte gänzlich vermieden werden. Denn so werden Probleme nur von einem Ort zu einen anderen Ort verlagert. Der Atomausstieg ist beschlossen - nach meine Meinung richtiger weise. Von daher muss eine gesellschaftlich akzeptierte Lösung gefunden werden, mit der nachfolgende Generationen leben können und und dann auch müssen. Ausstieg aus der Kernenergie bedeutet nicht automatisch, dass nicht weiterer strahlender Müll entsteht. (Nuklearmedizin, Forschung und Lehre, ...).
Kai Baumannn
Hier kann ich keine fundierte Meinung anbieten. Atommüll macht mir Angst, da geht es mir nicht anders als Millionen Bürgern. Ob es besser ist den Müll dort zu lagern wo er produziert wurde, oder ihn durch das Land zu karren und dann irgendwo anders zu „Endlagern“ kann ich nicht sagen. Dazu fehlen mir detaillierte Kenntnisse über die Risiken der Lagerung Vorort oder der Risiken eines Transportunfalles.
Dr. Winny Dehn - Düsseldorf
Das Thema ist viel zu weitreichend, als daß ich es wagen würde, hier irgendwas zusammen-/abzuschreiben.
In das Thema muß man sich a) hineinarbeiten b) Fachpiraten zu Rate ziehen, c) strategisch die richtigen Schritte gehen.
Da hier nicht nur NRW betroffen ist, baue ich auf die Zusammenarbeit mit den anderen LandesPiraten im Bundesgebiet.
Lieber Fragesteller, hast Du denn die Patentlösung auf der Pfanne?
SvenOLei aka Sven Leimbach
Dringlichstes Ziel ist erst einmal damit aufzuhören, noch weiter Atommüll zu produzieren. Leider wird uns das Thema Atommüll immer noch weiter erhalten bleiben. Wo man diesen auch immer lagert, es muss gewährleistet sein, dass beim Transport und bei der Lagerung größtmögliche Sicherheit gewährleistet ist. Dies ist ein klassisches Beispiel dafür, dass ich eine enge Zusammenarbeit mit den entsprechendes AGs für wichtig und Gewinn bringend für beide Seiten erachte.
Kirsten Eickler aka Tigrimus, 43
Wir haben Atommüll und den müssen wir Abkühlen bis die Endlagerung möglich ist. Egal wo wir ihn Lagern, die Anwohner werden immer jeden anderen Platz für besser halten. Es existiert ein Zwischenlager in Ahaus und das sollten wir nutzen. Meiner Meinung nach macht es keinen Sinn Jülich zu einem echten Zwischenlager aufzurüsten. Inwieweit der Schacht Konrad durch die Grundwasserprobleme gefährdet ist wage ich nicht zu beurteilen, da mir hier einfach die Kenntnisse fehlen.
Ich fände es nur konsequent wenn die Urananreicherungsanlage in Gronau ebenfalls abgeschaltet wird. Atomausstieg bedeutet für mich auch, dass wir angereichertes Uran nicht in andere Länder exportieren.
Rainer Klute
Bei der Frage geht es zum einen vermutlich um die geplanten Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus. Für alle, die nicht so im Thema sind, ganz kurz: In einem Zwischenlager im Forschungszentrum Jülich lagern bestrahlte (»abgebrannte«) Brennelemente aus einem ehemaligen Forschungsreaktor. Da die Genehmigung des Zwischenlagers am 30. Juni 2013 abläuft, stellt sich die Frage, was danach geschieht. Wenn ich es richtig sehe, gibt es drei Alternativen:
- Verlängerung der Genehmigung des Zwischenlagers Jülich durch das Bundesamt für Strahlenschutz. So eine Genehmigung kann es möglicherweise geben, aber wohl nur für einen relativ kurzen Zeitraum.
- Bau eines neuen Zwischenlagers in Jülich
- Verbringung der Castor-Behälter in das Zwischenlager Ahaus
Die wichtigste Frage ist die nach der Sicherheit. Die öffentliche Diskussion dreht sich um die geplanten Transporte von Jülich nach Ahaus. Es sei gefährlich, strahlendes Material mitten durch ein bevölkerungsreiches Bundesland zu fahren. Laut Forschungszentrum Jülich beträgt die mittlere Dosisleistung einen Meter vom Castor entfernt etwa 1 Mikrosievert pro Stunde (µSv/h). Ist das viel? Ist das wenig? Nun, die normale Gammastrahlung, der wir sowieso immer ausgesetzt sind, beträgt knapp 0,1 µSv/h, in Norddeutschland etwas weniger, in Süddeutschland etwas mehr. Für die Strahlung, die vom Castor ausgeht, bedeutet das: Wenn ich mich eine Stunde lang direkt neben den Behälter stelle, beträgt die zusätzliche Strahlendosis so viel, wie ich in zehn Stunden sowieso aufnehme. Das ist nicht gefährlich. Diese Bewertung steht und fällt natürlich damit, ob man den Angaben des Forschungszentrums Jülich zur Dosisleistung Glauben schenken mag oder nicht. Doch dazu gleich mehr!
Und wenn es zu einem Unfall kommt? Sofern die Lkw nicht anfangen, Rennen zu fahren, dürfte das Unfallrisiko recht klein sein. Dennoch ist klar: Die Castoren müssen unter allen Umständen dicht bleiben und dürfen das enthaltene radioaktive Inventar keinesfalls freisetzen. Die verschiedenen Castor-Typen müssen ihre Dichtigkeit daher auch gegen sehr extreme Unfalltypen nachweisen. Dazu findet man anschauliche Videos auf YouTube: Aufschlagtest, Feuertest, Gasexplosion, Flugzeugabsturz.
Ein wesentlicher Punkt ist die Frage der Kosten. Zum Thema Landeshaushalt brauche ich an dieser Stelle wohl nichts weiter zu sagen. Der Betrieb eines Zwischenlagers ist nicht billig, denn es muß rund um die Uhr bewacht werden, die Strahlung muß permanent kontrolliert werden usw. Im Moment fallen diese Kosten zweimal an, nämlich in Jülich wie in Ahaus. Rein von den Kosten her wäre es daher äußerst sinnvoll, beide Zwischenlager zusammenzulegen und nur ein einziges zu betreiben. Erst recht wäre es ökonomisch unsinnig, in Jülich ein neues Zwischenlager zu errichten, nur um den Transport zu vermeiden.
Ich kann aber verstehen, daß die Menschen trotz der Zusicherung einer sehr geringen Strahlung Angst haben. Wer garantiert denn, daß die zugesagte Dosisleitung eingehalten wird bzw. unter dem Grenzwert bleibt? Und spätestens seit Fukushima glaubt den Betreibern doch sowieso keiner mehr!
Hier kann ein zentrales piratiges Prinzip helfen. Wir wollen uns nicht auf bloße Zusicherungen verlassen, sondern selbst Einblick nehmen können! Ich möchte mich daher für Transparenz in sämtlichen kerntechnischen Einrichtungen einsetzen. Das dürfte nicht einmal teuer sein, denn Kameras und Meßgeräten sind ja längst da! Bilder und Meßwerte brauchten nur noch live ins Internet gestreamt zu werden. Dasselbe gilt natürlich auch für die Castor-Transporte.
Und es gilt für den dritten Teil der Frage, also die von der Urenco betriebene Urananreicherungsanlage Gronau. Die Frage ist recht unspezifisch, kann also nicht konkret beantwortet werden. Jedenfalls wäre Transparenz auch hier wünschenswert, etwa durch Kamerabilder oder Meßdaten. Inwieweit sich das rechtlich umsetzen läßt, wäre zu prüfen. So einfach wie bei Einrichtungen unter Regie des Landes NRW dürfte es nicht sein, da die Urananreicherungsanlage ja privatwirtschaftlich betrieben wird.
Ach ja: Das Ganze hat nichts mit dem Atomausstieg zu tun.