NRW:Landesparteitag 2012.1/Kandidatengrillen/Atommüll
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Schildere deine Vorstellung zu diesen Problemfälle und die günstigste Lösung. Wiskyhotel 20:43, 17. Mär. 2012 (CET)
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Admiral
Wenn ich auf diese Problematik ad hoc eine Lösung parat hätte, wäre ich wohl zur Zeit einer der gefragtesten Menschen auf der Welt. Konkretes Ziel der angesprochenen Orte und ihren Belastungen kann meines Erachtens nur sein, schnellstmöglich diese Transporte einzustellen und eine nationale oder besser noch übernationale wirkliche Lösung der vorhandenen Atommüll Unterbringung durchzuführen, sowie dafür Sorge zu tragen, nicht noch weiteren Atommüll zu schaffen- "Die Geister die ich rief, die werd ich nicht mehr los". Dieser Satz war wohl gerade beim Atommüllproblem noch nie so wahr wie heute. Die derzeit wieder getroffenen Maßnahmen der Bundesregierung hinsichtlich der Kürzung der Entgelte für die Solareinspeisung sind meines Erachtens eine der größten energiepolitischen Fehlentscheidungen unserer Zeit. Die Argumentation der zu hohen Kosten dieser Subventionierung sind nur vorgeschoben, wenn man bedenkt, das in den Jahren von 1970 bis 2010 in Deutschland rund 180 Milliarden Euro in die Subventionierung der Atomwirtschaft geflossen sind und der Atomstrom somit nicht nur doppelt und dreifach vom Endverbraucher per Steuern und Abgaben bezahlt wurde sondern auch die massiven Gefahren der nuklearen Verseuchung in keinem Verhältnis zu den wirklich geringen Gefahrenpotentialen der neuen Energieträger steht. Hier gebe ich noch zu bedenken, das die anegebliche 10.000 Jahre haltende Sicherheit eines AKW geteilt werden muß, durch die etwa über 450 auf der Welt befindlichen AKW und sich dadurch der erstaunliche Durchschnitt von etwa 25 Jahren pro Supergau ergibt, wie die Jahre 1986 in Tschernobyl und 2011 in Fukushima ja traurig bewiesen haben. Der Unfall in Fukushima kostet nach vorsichtigen Schätzungen der Versicherungen etwa 400 Milliarden Euro, die deutsche Atomwirtschaft müßte in einem ähnlich gelagerten Falle aber nur derzeit mit rund 40 Milliarden Euro eigenständig haften. Ratet mal, wer wohl die restlichen 90% bezahlen müßte?
Gruß Admiral
Andreas Rüßel aka Ryuseru, 40, Neuss
In Gronau steht meines Wissens nach keine Wiederaufbereitungsanlage, sondern eine Anlage zur Urananreicherung, einem Prozess vor der Brennelemente Herstellung.
Aufbereitungsanlagen gibt es in Europa nur 2. Le Hague (F) und Sellafield (GB).
Ich habe keine Lösung für das Atommüllproblem, aber es wird dringend notwendig Endlager zu finden um die Sünden von gestern nicht zur Katastrophe von morgen zu machen. Nur so können wir die Zwischenlager räumen. Atommüllager und Transporte sind ein Übel. Aber im Augenblick noch ein notwendiges Übel, weil wir schlicht keine andere Wahl haben. Ich hoffe wir werden bald eine Endlagerstätte finden, aber ich bin derzeit wenig optimistisch. Dies ist eine der großen Herausforderungen die wir uns in ganz Deutschland stellen müssen.
Heiko Philippski
Die Nutzung einer Technik, die so viel Atommüll hinterlässt ist und zum Problemmüll folgender Generationen wird, ist einfach abzulehnen. Eine Lösung habe ich so nicht parat. Zwischenlager sind aber ein absolutes NO GO. Da wir nunmal jetzt den Mull haben, müssen wir uns nach einem geeigneten Endlager umschauen und die Bürger an diesem Prozess, nach dem Vorbild der Schweiz, teilhaben lassen. Nur so werden wir eine Akzeptanz der Bürger für eine Endlager erhalten.
Jülich: Fakt ist, das Zeug muss irgend wo hin. Also ab nach Ahaus, ich versteh den ärger nich. Das Argument, das der Transport durch dicht besiedeltes Gebiet geht ist ziemlich seltsam. NRW ist komplett dicht besiedelt, selbst in den leeren ecken ist das alles in Reichweite besiedelter Gebiete wenn was passiert beim Transport. Der Müll muss eben transportiert werden. Oder ein neues Lager in Jülich bauen/"renovieren" und ne Sondergenehmigung für die Zwischenzeit (aber das ist teuer §§§). Man bräuchte die nackten Zahlen und die konkreten rechtlichen Fallstricke. Spontan würde ich sagen: Ab nach Ahaus.
Ahaus: Verstehe nicht ganz warum das ein Problemfall ist. Das müssen wir leider aussitzen bis es ein vernünftiges Endlager gibt; hilft alles nix. Aber das Zeug muss eh erst abkühlen, vorher is nix mit endlagern. Das schwachstrahlende Zeug kann bald in den Schacht Konrad. Wir haben dieses Problem nicht verursacht aber man kann Atommüll nicht einfach wegdemonstrieren. Egal wo man ihn hinbringt, jemand wird sich beschweren. Was ich auch verstehe. Aber das Kind ist schon in den Brunnen gefallen. Da kann man nur noch dafür sorgen, das das Zeug sicher gelagert wird.
Gronau ist schon schwieriger. Da auch dort noch lange Zeug eingelagert werden muss, selbst wenn man die Anreicherung stoppt wird man es nicht so schnell los. Da denk ich nochmal drüber nach, muss aber erst rausfinden, inwiefern es da internationale Verträge gibt.
Meine Meinung zu all diesen Dingen: Das Endlager muss her, der Atommüll im Zwischenlager muss abkühlen, dann muss es ins Endlager. Bis all das Zeug sicher verstaut ist braucht es noch Jahrzehnte. Politisch wichtig sollte es sein, das nichts neues nachkommt, aber das ist nicht Landessache. Landessache ist dafür zu sorgen, das der kram an einem halbwegs sicheren Ort untergebracht ist und das beim Transport nichts schiefgeht und da führt leider kein Weg dran vorbei.
off topic :Ich kann verstehen das man so ein Lager nicht vor der Tür haben will, und ich kann auch verstehen, dass man es nicht durch seine Stadt gefahren haben will, aber es muss halt in nem vernünftigen Lager gelagert werden, sonst is Zappenduster. Ich bin natürlich unbedingt dafür, im Kontext eines Transportes gegen Atomkraft zu demonstrieren, aber Transporte zu behindern halt ich für reichlich kurzgedacht.