Probleme im Bildungssystem in NRW (im Jahr 2009)
Die folgenden Abschnitte sind nach einem festen Muster aufgebaut. Auf der linken Seite werden einzelne Probleme des aktuellen Bildungssystems aufgeführt. Auf der rechten Seite werden jedem Einzelproblem mögliche Lösungsansätze gegenüber gestellt. Jedes Thema sollte in übersichtliche Einzelprobleme zerlegt werden, die jeweils klar verständlich und vollständig formuliert werden. Die Lösungen müssen nicht vollständig detailliert werden. Statt dessen reicht eine Darstellung der Kernidee einer möglichen Lösung. Die komplette Ausarbeitung einer Lösung inklusive Begründung und weiteren Quellenangaben sollte dann -- aufgrund des erwarteten Umfangs -- auf einer eigenen Wiki-Seite erfolgen.
Neben der reinen Problemidentifikation gibt es im Kapitel „Alternative Konzepte“ eine Übersicht über Lösungen, die in anderen Ländern oder anderen Konzepten verwendet werden. Diese Alternativen können als Grundlage für ein eigenes Piratenkonzept dienen.
Schule
Lehrerausbildung
| Problem
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Lösung
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| Die Lehrerausbildung wird durch die Umstellung im Referendariat deutlich verschlechtert. Während Referendare bisher zwei Jahre Praxiserfahrung sammeln konnten, bevor sie eine volle Stelle antraten, soll diese Zeit nun auf ein Jahr verkürzt werden. (Quelle: http://www.schulministerium.nrw.de/ZBL/Reform/LABG.pdf)
LR: 571 zusätzliche Stellen für den Vorbereitungsdienst von angehenden Lehrern: Wo ist der Anreiz Lehrer zu werden?
LR: Erhöhung der Mittel für Fortbildung: Gute Idee, aber wer geht zu Fortbildungen, sind es nicht sowie die engagierten, einsatzbereiten Lehrer. Das Mindestbudget für Fortbildungen pro Schule soll 2010 800 Euro betragen. Jeder, der sich mit Fortbildungen auskennt, weiß, dass gute Trainer das Dreifache pro Tag verlangen.
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Die Verkürzung des Referendariats dient offenbar einer Straffung der Ausbildung (was an sich nicht schlecht ist) und der Kosteneinsparung. ...
Lehrermangel entsteht nicht im Vorberereitungsdienst. Schlechtes Image, kaum Karrierechancen, keine leistungsgerechte Bezahlung, hohes Frustrationspotenzial durch das Ausbremsen engagierte Lehrer, anstrengender Alltag: all das fördert nicht die Bereitschaft junger Menschen sich für den Lehrerberuf zu entscheiden.
Wie wäre es mit einer Anzahl an Pflichtfortbildungen für Lehrer pro Jahr, die sich konstant auf dem neuesten Stand der Lern- und Gehirnforschung sowie der Fachdidaktik und Methodik halten müssen.
Fortbildungspflicht soll Folgendes erreichen: Aktualitästkontrolle zur Sicherung der Unterrichtsqualität; neurobiologische Erkenntnisse der Forschung müssen den Lehrern vermittelt werden.
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--AnnettePiratin 00:36, 19. Okt. 2009 (CEST)
Frühkindliche Bildung
| Problem
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Lösung
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| Feststellung des Sprachstands zwei Jahre vor der Einschulung
Bei allen Kindern wird bereits zwei Jahre vor der Einschulung festgestellt, ob ihr Sprachvermögen altersgemäß entwickelt ist und ob sie die deutsche Sprache hinreichend beherrschen. Dies geschieht in der Verantwortung der Schulämter. Seit 2008 wird ein zweistufiges Verfahren in Kindertageseinrichtungen und in den Grundschulen angewandt.
Der landesweite Sprachtest „Delfin4“ wurde 2009 zum dritten Mal durchgeführt. In dem zweistufigen von der Universität Dortmund entwickelten Testverfahren werden alle Kinder zwei Jahre vor der Einschulung daraufhin überprüft, ob ihre Sprachentwicklung altersgemäß ist und ob sie die deutsche Sprache hinreichend beherrschen, um dem Unterricht von anfang an zu folgen. Der Anteil der Kinder mit zusätzlichem Sprachförderbedarf liegt 2009 bei 24%. Die Landesregierung stellt 340 Euro pro förderbedürftiges Kind und Jahr bereit – insgesamt 27,5 Millionen Euro im Jahr 2009.
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Ausbau der Sprachtests: zusätzliche motorische Tests im Alter von vier Jahren. Grund: Motorische Fähigkeiten werden mit der Entwicklung der logischen Fähigkeiten ausgebildet. Sprachtests allein sind nicht ausreichend. Bei förderbedürftigen Kindern sollten verpflichtende, staatlich finanzierte Aufbaukurse angeboten werden.
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--AnnettePiratin 00:34, 19. Okt. 2009 (CEST)
Nichtlehrendes Personal (Mangel)
| Problem
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Lösung
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| LR: 2010 25 neue Stellen für Schulpsychologen, insgesamt sind das in NRW 295 Stellen. Doch: Jede Schule egal welcher Schulform benötigt nichtlehrendes, qualifiziertes Personal zur Unterstützung von Problemen und Krisensituationen. Lehrer sind dafür nicht ausreichend ausgebildet. Außerdem zeigt die Praxis, dass Kinder sich nichtlehrendem Personal eher öffnen, als denjenigen, die sie dann benoten. In einer Schule mit – sagen wir – 1000 Schülern spielen sich täglich private Dramen ab.
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Jede Schule benötigt nichtlehrendes Personal, wie Assistenten, Psychologen, Sozialpädagogen. Die Umsetzung sollte nicht aus finanziellen Gründen scheitern. Es sollte an jeder Schule ein Stab aus 3-4 nichtlehrernden Mitarbeitern vorhanden sein. Dafür müssen entsprechende Mittel bereit gestellt werden. Von Seiten der Schule sollte ein Konzept vorgelegt werden, wie die zusätzlichen Personen eingesetzt werden; eine Art Effizienzplan, damit möglichst wenig "Lehrlauf" entsteht.
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Kompetenzen; Standards; Festlegung
| Problem
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Lösung
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| Es fehlt Transparenz über die Mindeststandard sowie über die erreichbaren Kompetenzen. Eine Überprüfung der Lehrkräfte findet hier nicht statt. Trotz anders lautender Vorgaben ist es für Eltern und Schüler oft nicht erkennbar, was sie warum lernen sollen und wie was bewertet wird.
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Deutliche und für alle ersichtliche Festlegung der Standards sowie eine verbindliche Kontrolle der Umsetzung.
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Transparenz / Umsetzung
| Problem
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Lösung
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| Mangelnde Transparenz in der Benotung: die Standards und Richtlinien existieren, werden aber nich von allen Lehrkräften umgesetzt.
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Stärkere Kontrolle von Lehrkräften, Offenlegung von Bewertungsmaßstäben und Gewichtungen.
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Ausbildungsbetriebe: Kooperation zwischen Schule und Betrieb
| Problem
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Lösung
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| Fehlende Kooperation zwischen Schule und Betrieb. Keine Motivation zur Zusammenarbeit
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Definition von gemeinsamen Bildungszielen sowie eine Kontrolle der Einhaltung dieser Ziele.
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--AnnettePiratin 00:41, 19. Okt. 2009 (CEST)
Berufsvorbereitung in der Schule; Praxis- / Lebensbezug
| Problem
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Lösung
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Beschreibung der Lösung...
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Durchlässigkeit des Schulsystems
| Problem
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Lösung
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| Die LR propagiert eine Durchlässigkeit des Schulsystems in der Sek I: Die Quote der Aufsteiger von HS zu RS steigt seit 2000/01 von 0,21% auf 0,36% (von 586 auf 852 Schüler); von RS zu GY von 0,12% auf 0,19% (von 392 auf 614 Schüler). Ein Wechsel soll stets dann in Betracht gezogen werden, wenn in den Fächern mit Klassenarbeiten ein Notendurchschnitt von mindestens 2,0 erreicht ist. Dieser „Erfolg“ zeigt die Absurdität des dreigliedrigen Schulsystems. Es schaffen nur etwa 600 RS-Schüler pro Jahr den Sprung in Richtung Abitur. Wo ist hier die Durchlässigkeit? Interessant wäre es zu messen, wieviele der 600 Wechseler tatsächlich bis zum Abitur durchhalten. Da jedoch hält sich die LR bedeckt.
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Wenn Schüler erst später nach Leistung klassifiziert würden und länger zusammen lernen würden, bestände das Problem der Durchlässigkeit nicht (Beispiel Hamburg, Brandenburg). Nach der Erprobungsstufe sollte eine Wechsel der Schulform ohne Schwierigkeiten möglich sein. Ist es in der Praxis aber nicht ohne Weiteres, da die Inhalte der ersten Jahre nach Schulform unterschiedlich sind.
Besser wäre es, wenn die Schüler erst zur 7-9 Klasse auf die Schulformen aufgeteilt würden. Da Hamburg den Vorstoß gewagt hat, scheint ein allmähliches Umdenken einzutreten. Auf diesen Zug sollten die Piraten aufspringen...
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Klassengröße
| Problem
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Lösung
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| LR: Schüler-Stellen-Relation soll bis 2010 auf 16,59 reduziert werden. Zitat Sommer: "In Grund, Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien und Gesamtschulen verbessert sich die Schüler-Lehrer-Relation. Diese positiven Entwicklungen sind ein riesiger Erfolg der Landesregierung, von dem die Schülerinnen und Schüler profitieren werden. Sie erhalten mehr Unterricht und mehr individuelle Förderung. […] Die Reduzierung der Klassengrößen wird in der kommenden Legislaturperiode ein Schwerpunkt der Schulpolitik sein. So erhält jeder Lehrer mehr Zeit, auf den einzelnen Schüler einzugehen und ihn gezielt zu fördern."
In der Realität sieht dies leider anders aus. Woher diese Zahlen tatsächlich kommen bleibt unklar.
Wo kann man einen Fortschritt erkennen. Bezirksregierung Köln legt fest, dass Gymnasien allen Anmeldungen nachkommen müssen, bis zu einer Klassenstärke von 38 Schülern. Realität: Klassen unter 30 Schülern sind selten. Wann soll das geändert werden: in den nächsten vier Monaten?
Gymnasien mit durchgehenden Klassenstärken von 20 Schülern zu finden fällt schwer. In der Praxis sind Klassen mit 30 bis 35 Jugendlichen nicht unüblich – untergebracht in Klassenräumen, die für circa 25 Kinder ausgerichtet sind. Es wäre interessant herauszufinden, wo die Zahlen der LR erhoben wurden. Sie stehen im Wiederspruch zu der Vorgabe der Bezirksregierung Köln Klassenstärken bis zu 38 Schülern am Gymnsaium zu akzeptieren. Dadurch wird die von Frau Ministerin Sommer herausgestellte gezielte individuelle Förderung schwer umsetzbar: Der Lehrer eingequetscht zwischen Tafel und Pult, die Kids in Reihen dicht an dicht, aufstehen, bewegen, gemeinsam lernen unmöglich.
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Forderung: Die maximale Klassen-/Kursgröße soll 15 Schülerinnen und Schüler nicht überschreiten. Dort wo es pädagogisch notwendig ist, wie in speziellen Fördergruppen, muss diese Zahl entsprechend niedriger sein. Die dafür notwendigen finanziellen Mittel müssen im Haushalt bereitgestellt werden.
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Individuelle Förderung
| Problem
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Lösung
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| Eine individuelle Förderung findet oft nur unzureichend und lehrerspezifisch statt. Das heißt: gute Lehrer fördern, schlechte nicht. Hier fehlen verbindliche Konzepte zur Förderung von schwachen und starken Schüler. Lehrer klagen häufig darüber, dass bei einer Klassengröße von über 30 Schülerinnen und Schülern keine individuelle Förderung möglich sei.
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Erstellung von Konzepten zur individuellen Förderung. Schulform- und fachspezifisch. Stärkere Zusammenarbeit innerhalb der Fachkonferenzen. Gleichzeitige Anrechnung der Konzeptentwicklung beim Stundensoll.Große Klassen sollten individuelle Förderung nicht ausschließen. Durch Assistenten oder Betreuer könnten starke Schüler beaufsichtigt/gefördert werden, während schwache Schüler direkte Hilfestellung von der Lehrkraft erfahren. Dies ist aber wieder nur eine singuläre Idee, die das Problem der Klassengrößen und der fehlenden Konzepte nicht berücksichtigt.
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Soziale Selektion
| Problem
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Lösung
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| „Kein Kind ohne Mahlzeit“
Für das laufende und das kommende Schuljahr stellt die LR im Rahmen des Landesfonds „Kein Kind ohne Mahlzeit“ 13,5 Millionen Euro für einen Zuschuss in Höhe von 1 Euro für 65000 Kinder pro Tagein Mittagessen in Ganztagsschuleb zur Verfügung. Gefördert werden die kommunalen Träger, soweit sie eine Co-Finanzierung in Höhe von 0,50 Euro pro Kind und Mittagessen erbringen und ein Eigenanteil in Höhe von 1,00 Euro von den Eltern der bedürftigen Kinder gezahlt wird.
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Sollte nicht jedem Kind ein Mittagsessen gewährleistet werden? In der Praxis übernehmen Schule und Förderverein die Versorgung von Kindern aus finanzschwachen Familien. Insofern ist die Maßnahme der LR eine reine Entlastung der Fördervereine. Warum ist es nicht möglich Schulkindern generell ein ausgewogenes, gesundes Schulessen bereitzustellen? Die Initiative der LR geht nicht weit genug, sie erscheint als reine Werbemaßnahme für Wählerstimmen.
Um gleiche Bildungschancen zu gewährleisten, sollte die frühe Selektion durch das dreigliedrige Schulsystem abgeschafft werden. Kinder sollten zudem ganzheitlich gefördert werden, ohne die Beschränkung auf rein kognitive Fähigkeiten. Interkulturelle Sichtweisen sollten in die Erziehung und Bildung miteingebunden werden. Gerade bei nicht-deutschen Eltern ist eine verstärkte Einbeziehung in die Erziehungs- und Bildungsarbeit erforderlich. Dabei müssen auch neue Formen der Kontaktherstellung entwickelt werden, wie sie zum Beispiel in Großbritannien mit der Schaffung von »Early Excellence Centres« eingeführt wurden. Diese Kindergärten machen den Kleinsten ein umfassendes Lernangebot und fördern gleichzeitig die Eltern mit Gesundheits-und Erziehungsberatung, Koch-und Sprachkursen und Arbeitsvermittlung.
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Eltern – Lehrer – Kinder, Kommunikation, Zusammenarbeit
| Problem
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Lösung
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Ganztagsbetreuung
| Problem
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Lösung
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| Ausgaben für den Ganztag steigen auf 364,3 Millionen Euro 2009 und auf 406,6 Millionen Euro 2010. Fehlende Transparenz über den Verbleib der Mittel.
Steigerung der GTS-Plätze auf 326 000: Gut, aber nicht ausreichend.
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Zumindest eine Ganztagsbetreuung, wenn schon kein Ganztagsunterricht, sollte in jeder Schule möglich sein - mit Hausaufgabenbetreuung, Sportangeboten, AGs. Eventuell könnten die Kosten über 400€ Jobs oder Studentenjobs gedeckt werden. Für einen reinen Aufsichtsjob wird keine besondere Ausbildung benötigt.
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Gesellschaftliches Umfeld und die Auswirkungen auf die Schullaufbahn
| Problem
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Lösung
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Öffnung von Lebensperspektiven
| Problem
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Lösung
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Chancengleichheit
| Problem
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Lösung
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Vergleichbarkeit der Bewertung
| Problem
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Lösung
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Unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe
| Problem
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Lösung
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Aussagekraft von Bewertungen
| Problem
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Lösung
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| Einführung der Kopfnoten:Zunächst 6 Noten im Jahr 2008, mittlerweile 2 Noten für Arbeits- und Sozialverhalten. Das NRW Schulgesetz sieht die Benotung des Arbeits- und Sozialverhaltens vor. Es werden zwei Kopfnoten vergeben: 1. Arbeitsverhalten, untergliedert in Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit/Sorgfalt, Selbstständigkeit 2. Sozialverhalten, untergliedert in Konfliktverhalten, Kooperationsfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft.
Die Vergabe von Kopfnote ist auf folgenden Gründen problematisch:
- Vielschichtige Persönlichkeitseigenschaften wie Zuverlässigkeit, Selbstständigkeit, Verantwortungsbereitschaft und Konfliktverhalten lassen sich nicht mit einer Ziffer messen oder gar bewerten.Eine derartige Verkürzung führt zwangsläufig zur Oberflächlichkeit.
- Aus wissenschaftlicher Sicht sind Kopfnoten völlig indiskutabel. Bewertungen in Form von Ziffern täuschen eine Objektivität vor, die nicht vorhanden ist.
- Kopfnoten können nicht objektiv sein, weil keine eindeutigen und allgemein verbindlichen Standards existieren. Kopfnoten sind nicht von Schule zu Schule, nicht einmal von Klasse zu Klasse innerhalb derselben Schule vergleichbar.
- Auf einer vierstufigen Skala sollen Lehrer Persönlichkeitsmerkmale messen und bewerten, die sich im Unterricht gar nicht oder viel zu selten zeigen. Es werden Aspekte bewertet, die nicht gelehrt wurden.
- Fehlende Maßstäbe und Standards und viel zu seltene Beobachtungsanlässe führen zwangsläufig zu unverantwortlichen Urteilen mit Auswirkungen auf das sich entwickelnde Selbstbild von Kindern und Jugendlichen. Ist ein Schüler, der in keiner Situation besonders auffällt „sehr gut“ im Sozialverhalten?
- Mit den Kopfnoten werden Verhaltensweisen bewertet, deren Prägung sehr stark durch das außerschulische Umfeld bestimmt wird. Kopfnoten bewerten so in großem Maße die Erziehung durch das Elternhaus. Kinder aus sozial benachteiligten Milieus werden bestraft.
- Bewertungen sollten belegbar und begründbar sein. Als Folge müssen Lehrer zusätzlich zu den fachlichen Leistungen nun auch die Verhaltsweisen der Schüler, differenziert, kontinuierlich und schriftlich über jedes Halbjahr hinweg dokumentieren. An die Stelle eigentlicher Erziehungsmaßnahmen tritt eine absurde Buchhalterei gekoppelt mit aufwendigen Konferenzen, was beides zu einer noch weiteren Arbeitsverdichtung führt.
- Kopfnoten führen dazu, dass Schüler den Unterricht noch stärker als bisher als permanente Bewertungssituation erleben, nun noch ausgedehnt auf verschiedene Persönlichkeitseigenschaften. Offenheit und Vertrauen als unerlässliche Voraussetzungen für Erziehung treten in den Hintergrund.
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Es wäre zu überlegen, anstelle der Erteilung von Ziffernnoten auf allen Zeugnissen, das Arbeits- und Sozialverhalten auf Abgangs- und Abschlusszeugnissen verbal zu beschreiben. Eine verbale Beschreibung würde dem Schüler als Individuum gerechter und es wäre einfacherer besondere Stärken heraus zu streichen. Warum sollten Lehrer immer nur von Defiziten sprechen?
Ich bekomme häufig von Lehrer mit, dass die Prozedur zur Vergabe der Kopfnoten schon einen extremem Zeitaufwand darstellt (Die Noten werden nicht nur von einem Lehrer vergeben, sondern auf Konferenzen werden alle Schüler einzeln besprochen). Bei einer verbalen Beschreibung, dürfte der Zeitaufwand nochmals deutlich größer sein. Finde ich aus diesem Grund schwierig, an sich jedoch auch deutlich intelligenter. maxwell 23:53, 25. Okt. 2009 (CET)
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Schulorganisation
| Problem
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Lösung
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| LR NRW stellt zum SJ 2010/11 959 Lehrerstellen zur Verfügung: Wo sind die Lehrer, die unterrichten wollen? Eklatanter Lehrermangel an NRW-Schulen. Praxis: Es wird alles eingestellt, was irgendein Fach beherrschen könnte. Von der Krankenschwester, die Englisch unterrichtet bis zum gelangweilten Siemensmanager, der Physik machen will. Ergebnis: Überforderte Lehrkräfte, die schnell aus Frust krank werden. Überforderung der ausgebildeten Lehrer, weil sie ständig für die Hilfslehrer einspringen müssen.
LR: Mittel für Schulwanderungen werden um 2 Millionen angehoben: Gute Idee, aber warum erhalten Schulen so wenig Unterstützung für außerschulisches Lernen. Jeder Lernpsychologe sieht in außerschulischen Lernorten und der Öffnung von Schule einen stäkeren Wissenszuwachs als in jeder Unterrichtsstunde. Dennoch werden die Kosten für Schulwanderungen in der Regel von Eltern oder dem Förderverein der Schule getragen.
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Als Idee: Wie wäre es mit einer ganztätigen Anwesenheitspflicht für Lehrer? Das Image von "morgens haben Lehrer recht, nachmittags frei" würde aufgehoben. Der Schulvormittag würde entzerrt. Alle Aufgaben des Lehrers sollten in der Zeit erledigt werden, die der Lehrer in der Schule verbringt, dann würde sich dass Problem des Lehrers allein am Schreibtisch zu hause, als Einzelkämpfer, von allein lösen. Wenn es dann noch leistungsgemäße Bezahlung gäbe, wäre viel für das Image des Lehrerberufs getan.
Zur Organisation: Es müssten Lehrerarbeitsräume an jeder Schule geben.
Aus Großbritannien ist mir die ganztätige Anwesenheit der Lehrer bekannt und ich habe es als sehr angenehm empfunden. Die Lehrer arbeiteten nachmittags in ihre Klassenräumen und erledigten alles Anfallende in der Schule. Das schließt natürlich auch Elternanrufe um 21.00h aus.
Darüber hinaus sollte es eine Organisation geben, die Vertretungslehrer bereitstellt. Auch das ist mir aus England und Finnland bekannt. Das heißt, dass nicht mehr die ohnehin schon gestressten Lehrer die Vertretung für Krankheitsfälle übernehmen, sondern externe Vertretungslehrer angefordert werden, die auch die notwendigen Fachqualifiktionen haben und so im Stoff weitermachen können. Zur Zeit ist es so, dass alle Lehrer für sämtliche Fächer einspringen müssen.
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Klassenwiederholungen, das sogenannte „Sitzenbleiben“
| Problem
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Lösung
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| Sommer: „Sitzenbleiben führt nur selten zum Erfolg“ - „Komm’ mit!“- Initiative des MSW (Presseinformation 03.09.09) Grundlage: vorgestellte Studie der Bertelsmann-Stiftung „Klassenwiederholungen – teuer und unwirksam“. Fazit: Schüler werden durch das sog. Sitzenbleiben nicht besser. Stellungnahme MSW: „Die Verminderung der Klassenwiederholungen darf dabei auf keinen Fall mit einer Minderung der Leistungsanforderung oder Standards erkauft werden. Gute Schulen zeichnen sich dadurch aus, dass sie beides schaffen: Begabung zu fördern und Unterstützung zu bieten, wo immer dies nötig ist. Seit Regierungsantritt im Jahr 2005 arbeiten wir mit Erfolg daran, die Zahl der Klassenwiederholungen zu verringern. Die Sitzenbleiberquote in der Sek I hat im vergangenen Schuljahr mit 2,7 Prozent den niedrigsten Wert seit Jahren erreicht.“
Maßnahme: Initiative „Komm’ mit!“ zur Reduzierung der Sitzenbleiberquote an 412 Schulen. Schulen entwickeln Ideen und Konzepte zur Verringerung des Sitzenbleibens.
Nach Angaben der Bertelsmann Stiftung belaufen sich die Personalkosten für Klassenwiederholungen in NRW auf jährlich 120 Millionen Euro.
Dennoch: wie ist die Realität? Einige engagierte Lehrer versuchen – ohne Unterstützung durch das MSW – die Vorgaben umzusetzen. Sie erarbeiten Förderpläne etc. Nur wo ist die Mitarbeit des MSW: Konkrete Maßnahmen, fächerbezogene Fördermaterialien? Soll jede Schule ihr eigenes Konzept erarbeiten? Wenn seit 4 Jahren an der Reduzierung der Sitzenbleiberquote gearbeitet wird, warum liegt dann nichts Konkretes vor, außer einer lapidaren Presseinformation und dem Gebot an die Schulen Schüler nicht mehr wiederholen zu lassen. Die traurige Gymnasialrealität ist wie folgt: Sitzenbleiben, zwei Jahre strampeln, abgehen. Was fehlt sind Förderung und Motivierung. Aber: Die LR hat hier kein Konzept, außer hohlen Phrasen. Zur Zeit ist es an Gymnasien so, dass ein Teil der Lehrer Förderkonzepte entwickelt, ein anderer Teil die Vorgaben der LR ingnoriert. Wo ist hier die Kontrolle? Überprüfung? Transparenz? Fazit: hohe Lehrerfrustration, absolute Unvergleichbarkeit von Noten: Der eine Lehrer gibt kaum 5en, sondern fördert, der andere nicht. Dies führt auf Seiten von Schüler und Lehrern zu großer Verunsicherung und einem Gefühl der Ungerechtigkeit.
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Dass die Idee gut ist, wird niemand bestreiten. Deutschland gehört zu den wenigen Ländern, in denen Sitzenbleiben praktiziert wird. Ebenso unumstritten ist, dass Sitzenbleiben in den meisten Fällen aus einem schlechten Schüler keinen guten macht.In jeder Standardklasse sitzen heute Kinder mit einem Lernunterschied von bis zu drei Jahren. Das heißt z. B. in einer 7. Klasse sind Kinder, die in die 9. und Kinder, die eher in die 5. Klasse gehören. Das aber in der Regel nicht in allen Fächern, da ein Kind in Mathe schlecht, in Englisch aber gut sein kann. Im finnischen Schulsystem gibt es Kompetenztests am Ende der 6, 8, 10 (übersetzt auf das deutsche System). Diese Tests legen die Mindeststandards fest. Wenn ein Kind in Mathematik den Test nicht besteht, muss es ihn in Mathematik wiederholen, kann aber in allen anderen Fächern weiterlernen. Ähnlich ist das bei Klassenarbeiten. Die Kinder entscheiden selbst, wann sie eine Klassenarbeit schreiben möchten und gehen dann im Stoff weiter oder wiederholen Verpasstes. Das heißt aber auch, dass es keine starren Klassenverbände mehr gibt, bei denen Kinder im 45min-Takt mit Stoff betrichtert werden.
In diesem Zusammenhang kann man über eine Ablösung des Klassensystems durch ein Kurssystem nachdenken. Während ich in Mathe vlt. besonders talentiert bin und die Kurse "Mathe I" und "Mathe II" in einem Jahr schaffe (also am Ende einen Test bestehe o.ä.), brauche ich für "Geschichte I" länger. Das System ermöglicht es den Schülern flexibel zu lernen und in allen Fächern entsprechend ihrer Fähigkeiten gefördert zu werden.
Um einen bestimmten Abschluss zu bekommen, muss man dann eine bestimmte vordefinierte Menge an Kursen absolviert haben. Das ist jetzt noch etwas unausgegoren, lässt sich aber schnell besser ausarbeiten. maxwell 00:12, 26. Okt. 2009 (CET)
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Dienstverhältnis, wenig Flexibilität der Lehrer durch nur einen Arbeitgeber
| Problem
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Lösung
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| Beschreibung des Problems...
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Haushaltsrecht: Welche Mittel erhält welche Schule wofür?
| Problem
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Lösung
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| Beschreibung des Problems...
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Beschreibung der Lösung...
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Hochschule
Ist eine generelle Diskussion über das Ba/Ma System auch von anderen Piraten gewünscht? -- maxwell 00:53, 26. Okt. 2009 (CET)
Bau und Liegenschafts-Problem: Lernräume
| Problem
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Lösung
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| Lernräume gehören nicht den Universitäten sondern werden nur angemietet. Sanierungen werden nicht durchgeführt da Unis 2x zahlen müssten: Für Sanierung und danach steigende Miete
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Beschreibung der Lösung...
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Einfluss auf Inhalte durch die Wirtschaft
| Problem
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Lösung
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Drittmittel werden für die Finanzierung der Fakultäten immer wichtiger.
- Contra
- Fakultäten ohne nennenswerte Industrie im Hintergrund haben keine Chance auf große Drittmittelzuwendungen
- Durch Vergabe von Drittmitteln sichert sich die Industrie und Wirtschaft Mitsprache an den Hochschulen. Folglich besteht die Gefahr, dass weniger Mittel für Grundlagenforschung und "nicht verwertbare" Forschung zur Verfügung stehen.
- Pro
- Der Staat ist nicht allein für die Ausbildung der Studenten verantwortlich. Die Empfänger der an den Hochschulen ausgebildeten Fachkräfte werden an den Kosten beteiligt.
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Beschreibung der Lösung...
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Seltsame Outputkriterien
| Problem
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Lösung
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| Beschreibung des Problems...
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Beschreibung der Lösung...
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Erfolgsbewertung nach Bedarfsbewertung
| Problem
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Lösung
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| Universitäten werden nach dem Erfolg den sie bereits haben gefördert. Führt dazu das “gute” Unis besser werden während “schlechte” Unis weiter zurückfallen.
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Förderung von Universitäten nach Bedarf und nicht nach Erfolg. Verbessert Chancen der “schlechten” Universitäten.
Erfolg sollte unbedingt gefördert werden. Ohne Anreize läuft es nicht. Man könnte vielleicht ein Handicap einbauen. Am Beispiel Exzellensinitiative: Unis die in der ersten Runde gewonnen haben, werden für die nächsten Runden gesperrt. maxwell 00:31, 26. Okt. 2009 (CET)
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Postdoc-Thematik
| Problem
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Lösung
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| Als Post-Doc maximal 12 Jahre in befristeten Stellen an Unis. Im Endeffekt wird man damit nach der Zeit - falls man keine Professur bekommt - vor die Tür gesetzt.
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Beschreibung der Lösung...
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Verwaltung der Professoren
| Problem
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Lösung
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| Beschreibung des Problems...
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Beschreibung der Lösung...
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Finanzierung des Studiums
| Problem
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Lösung
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| BAföG ist vom Einkommen der Eltern abhängig. Fixe Grenze ist allgemein problematisch. Dazu kommt: Was passiert wenn Eltern nicht zahlen wollen? (Verklagen soll nicht immer der Weg sein).
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BAföG unabhängig vom Einkommen der Eltern gezahlt werden.
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Masterplatzreduzierung
| Problem
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Lösung
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| Bachelorabschlüsse bislang de facto nichts wert. Plätze in Masterstudiengängen sind zulassungsbeschränkt
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Für jeden Bachelor ein Studienplatz im Masterstudiengang
Hier landet man schnell bei einer allg. Diskussion über Ba/Ma. Ist die Frage: Will man zurück zum alten System? Geht das überhaupt noch? Wie muss Ba/Ma korrigiert werden?
Bei uns in der Fakultät hat man das alte System einfach (Entschuldigung) "isomorph abgebildet". Soll heißen: Es wurde gar nicht versucht mögliche Vorteile zu nutzen, sondern möglichst nichts zu ändern. Das Diplom ist international angesehen und es war kein Änderungsbedarf. Niemand sieht z.Z. eine Zukunftsperspektive für Ba-Absolventen. Wir haben nur wenige Studenten und es gibt eh genügend Ma-Plätze. Damit wurde die Chance vergeben, die neuen Anforderungen zumindest so umzusetzen, dass die potentiellen Stärken ausgenutzt würden. Ist eine generelle Diskussion über das Ba/Ma System auch von anderen Piraten gewünscht? maxwell 00:47, 26. Okt. 2009 (CET)
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Bildung außerhalb des Kernfachs
| Problem
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Lösung
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| Durch Modularisierung & Zugangsbeschränkungen ist es nicht mehr möglich “Scheine” etc. neben dem eigenen Studienfach zu hören und vor allem auch anerkannt zu kriegen.
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Beschreibung der Lösung...
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Selbstverwirklichung für Studenten nicht mehr möglich (Zeitdruck)
| Problem
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Lösung
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| Vollgepackte Pflichtstundenpläne & ggf. der Zwang sich sein Studium nebenbei verdienen zu müssen lassen keinen Raum mehr für eine freie Entfaltung der eigenen Persönlichkeit
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- Die sinnlose Anwesenheitspflicht in vielen Kursen und Seminaren führt definitiv dazu, dass man sich vorkommt wie in der Schule. Eigenverantwortung wird überhaupt nicht mehr praktiziert.
- Anderes Beispiel: Eine Bekannte von mir ist im vierten Semester durchs Physikum gefallen. Jetzt bekommt sie kein Bafög mehr. Das ist vollkommen an der Realität vorbei. Das man für ne Prüfung auch mal ein Jahr länger brauchen kann, muss definitiv einkalkuliert werden.
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Promotionsthematik
| Problem
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Lösung
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| Beschreibung des Problems...
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Beschreibung der Lösung...
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Akkreditierungsagenturen
| Problem
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Lösung
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| BA/MA-Studiengänge müssen akkreditiert werden. Dies geschieht durch privatwirtschaftliche Unternehmen. Unis müssen Akkreditierung bezahlen und alle X Jahre erneuern lassen. Viele Studiengänge bis heute nicht akkreditiert.
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Beschreibung der Lösung...
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Studiengebühren
| Problem
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Lösung
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| Beschreibung des Problems...
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Beschreibung der Lösung...
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Erhöhte Befugnisse des Rektors
| Problem
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Lösung
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| Beschreibung des Problems...
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Beschreibung der Lösung...
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Andere Themen
- Studium & Familie
- Wissenschaftl. Karriere & Familie
Piratige Bildungspolitik
Auf der Seite Piratenbildung werden piratige Grundsätze gesammelt, auf deren Basis die konkreten Forderungen formuliert werden können.
Alternative Konzepte
Das Finnische Bildungssystem
AnnettePiratin hat Informationen zum finnischen Bildungssystem gesammelt und zusammengefasst. Das finnische Bildungssystem ist besonders erfolgreich und könnte in weiten Teilen als Vorbild für das Piratenprogramm dienen.
Das komplette Dokument gibt es hier: Datei:Finnisches Bildungssystem.pdf.