NDS:AG Energiepolitik/Biogas
Größe der Anlage
Je größer eine Biogasnalage ist, umso größer sind die benötigten landwirtschaftlichen Nutzflächen, die zum Anbau der erforderlichen Biomasse notwendig sind.
Wenn z.B. zur Erzeugung von Biogas (Methangas), Gras- oder Maissilage in der Anlage verwendet wird, sind daür folgende Anbauflächen erforderlich:
Für das Betreiben einer Anlage von 0,5 MW elektrische Einspeisung ist eine Fläche von ca. 200 ha (=2.000.000 m2) Maisanbaufläche notwendig.
Bei Nutzung von Grassilagen ist diese Fläche mehr als doppelt so groß, also 400-600 ha, da Gras nur 50 % der Energie von Mais besitzt, ist auch der energetische Ertrag pro Flächeneinheit um ca.50% reduziert.
Mit der Größe der Anlage steigt somit der Bedarf an Biomasse gewaltig an. Dies führt in verstärktem Maße zum Anbau von Monokulturen, insbesondere von Mais und somit zum erhöhten Einsatz von Chemikalien zur Schädlingsbekämpfung und Düngemitteln mit entsprechenden negativen Auswirkungen auf unser Grundwasser.
Zusätzlich tritt mit dem hohen Flächenbedarf für landwirtschaftliche Anbauflächen eine Flächenkonkurrenz zwischen Nahrungsmittel – und Energiepflanzenerzeugung ein, was langfristig zu steigenden Pachtpreisen für landwirtschaftliche Nutzflächen führt und infolgedessen zu erhöhten Futtermittelpreisen und letzendlich eine Verteuerung der Nahrungsmittelpreise zur Folge hat.
Je mehr Biomasse für die Erzeugung von Biogas benötigt wird, umso größer ist auch die Anzahl der Transporte die anfallen um die benötigte Biomasse von den landwirtschaftlichen Anbauflächen zur Biogasanlage zu befördern. Der Rücktransport, der bei der Erzeugung von Biogas anfallenden Gärreste (in fester und flüssiger Form), von der Anlage zurück zu den landwirtschaftlichen Flächen, steigt ebenso an.
So sind z.B. für das Betreiben einer industriellen Groß-Biogasanlage mit einer Leistung von 1,4 MW elektrischer Einspeisung etwa 7200 Fahrten jährlich notwendig. Da in den Wintermonaten keine Ausbringung von Gülle möglich ist, konzentrieren sich die Transporte von Biomasse und Gärresten auf das Frühjahr und die Ernteperioden und müssen dann entsprechend massiert durchgeführt werden.
Die Unfallgefahr, gerade auch für unsere Kinder, im Straßenverkehr steigt entsprechend der Größe der Anlage und der dafür notwendigen Transportfahrten, proportional an.