LiquidFeedback/Themendiskussion/1953
Hier der Antragstext von Hollarius: Letzter Autor Holger Hennig (Hollarius) am 2012-06-03 18:33:41
Antrag:
An geeigneter Stelle sei in das Grundsatzprogramm einzufügen:
„Wir sprechen uns gegen die Einordnung von großkalibrigen Waffen mit automatischem oder halbautomatischem Nachladen als Sportgeräte aus. Solche Waffen sollen damit nur noch für Menschen erwerbbar sein, die sie aus beruflichen oder jagdlichen Gründen brauchen.“
Begründung:
Sportschützen dürfen gerne auf Pappscheiben schießen, dafür braucht man aber weder große Kaliber noch automatische Waffen. Erfurt und Winnenden haben gezeigt, dass es unverantwortlich ist, Waffen, die speziell für Polizei- oder Kriegsgebrauch entwickelt wurden, in private Hände zu geben. Die olympischen Schießwettbewerbe werden fast ausnahmslos mit Kleinkaliberwaffen geschossen, für andere Sportarten können Alternativen mit Farbkugeln oder gar virtuellen Schießständen entwickelt werden. Dass Privatbürger für den Sport beliebig viele Waffen, teilweise auch Kriegswaffen, und dazu unbegrenzt viele Schuss Munition zu Hause lagern können, ist in der Risikoabwägung nicht nachvollziehbar. Es gibt keine Partei in Deutschland, die nach den Schulmassakern ernsthafte Konsequenzen gezogen hätten – wir sollten da klüger sein.
Neue Version:
Antrag:
An geeigneter Stelle sei in das Grundsatzprogramm einzufügen:
„Wir sprechen uns gegen die Einordnung von großkalibrigen Waffen, insbesondere mit halbautomatischem Nachladen, als Sportgeräte aus. Solche Waffen sollen damit nur noch für Menschen erwerbbar sein, die sie aus beruflichen oder jagdlichen Gründen brauchen.“
Begründung:
Sportschützen dürfen gerne auf Pappscheiben schießen, dafür braucht man aber weder große Kaliber noch automatische Waffen. Erfurt und Winnenden haben gezeigt, dass es unverantwortlich ist, Waffen, die speziell für Polizei- oder Kriegsgebrauch entwickelt wurden, in private Hände zu geben. Die olympischen Schießwettbewerbe werden fast ausnahmslos mit Kleinkaliberwaffen geschossen, für andere Sportarten können Alternativen mit Farbkugeln oder gar virtuellen Schießständen entwickelt werden. Dass Privatbürger für den Sport beliebig viele Waffen, teilweise auch umgebaute Kriegswaffen, und dazu unbegrenzt viele Schuss Munition zu Hause lagern können, ist in der Risikoabwägung nicht nachvollziehbar. Es gibt keine Partei in Deutschland, die nach den Schulmassakern ernsthafte Konsequenzen gezogen hätten – wir sollten da klüger sein.
Zur Frage, was Großkaliber ist laut Gesetzgeber: "Schusswaffen bis zu einem Kaliber von 5,6 mm lfB (.22 l.r.) für Munition mit Randfeuerzündung, wenn die Mündungsenergie der Geschosse höchstens 200 Joule (J) beträgt" - ergo, Großkaliber ist alles, was größer ist. (Wenn jemand eine bessere Definition hat, bitte im Wiki dazuschreiben, oder mir schicken: hollarius@piratenpartei-nrw.de)
(Gibt es eigentlich irgendeine Möglichkeit, den Titel zu ändern? Möchte da auch das "automatische" rausnehmen) Hollarius - (nein gibt es nicht, bietet LQFB leider nicht, aber der Antrag ist ja sowieso ein FAIL Motorradblogger 13:39, 4. Jun. 2012 (CEST))
Inhaltsverzeichnis
Fragen
Meine Fragen: Hallo, ich finde das etwas unkonkret, ab wann fängt Großkaliber an? Ab wann braucht man diese? Wer legt fest, was man braucht oder nicht? Wenn wir diese verbieten, sind wir dann klüger als iwer anders? Lässt sich dadurch ein Amoklauf verhindern? (Ich gebe zu bedenken, das wohl trotz aller Verbote dennoch illegale Waffen mit relativ wenig Aufwand zu bekommen wären!) MistaBreed 10:13, 4. Jun. 2012 (CEST)
Ja, wir sind klüger, weil Waffen, so sie verfügbar sind, eine gewisse Grundverführung mitbringen. Aber es ist noch viel einfacher. Es ist zweimal zu Schulmassakern gekommen, die zu so vielen Toten geführt haben, weil die Täter einfach an Munition und Waffen gekommen sind. Die Risikoabwägung sagt einfach: Wenn wir dieses Risiko ausschließen, ist das ein Fortschritt. Übrigens sagt die Kriminalpolizei auch, das wir klüger wären: http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2009/panoramawaffen106.html Hollarius
Was glaubst Du bringt so ein Verbot? Wer weiter Großkaliber schießen will, macht dann halt nen Jagdschein. Effekt: keiner
Da der Erwerb eines Jagdscheins schon mit Mühen verbunden ist, halte ich das Argument für Unsinn. Der Effekt wäre, dass Tausende von Waffen und Millionen von Schuss Munition verschrottet würden. Hollarius
Meine Fragen:
1. Könntest du dich bitte erst einmal richtig informieren bevor du so einen Schnellschuss hinlegst?
2. Könntest du bitte konkret werden, was du unter Großkaliber meinst?
http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fkaliber#G.C3.A4ngige_Kaliber
3. (siehe auch 1.) Wurde im LQFB auch schon erläutert: Automatik sind nach deutschen Waffenrecht gar nicht für "normale" Sport- oder Jagdschützen zu bekommen, dies bedarf einer BKA-Sondergenehmigung.
4. Halbautomatik ist gleichzusetzen mit Selbstladend, ob nun Revolver oder Pistole, mir ist persönlich ersteinmal nicht bekannt, dass es noch irgendwelche Handfeuerwaffen, ohne Halbautomatik gibt, man möge mich korrigieren, falls dies evtl. bei Sportschusswaffen der Fall ist.
5. Könnten wir wenigstens endlich mal hier bei den Piraten, es schaffen, in Begründungen für was auch immer, KEINE Amokläufe mehr zu benennen? Wenn einem Menschen die letzten vernunftgesteuerten Sicherungen durchgehen und daraufhin einen Amoklauf plant oder umsetzt, was wollen wir dann als nächstes versuchen zu verbieten, Spiritus, Lampenöl, Küchenmesser, Haarspraydosen? - Danke.
Dirk Florian 11:15, 4. Juni 2012
Zu 1. Wie wäre es mal unpolemisch? Das hast du nicht nötig, Dirk :P Zu 2. und 3.: Ja, ist geändert. zu 4. Ja, ist so gemeint. Mit nem Vorderlader kann man meinetwegen schießen ... Zu 5. Erstens ist Amoklauf das falsche Wort, hier geht es um geplante Massaker, der Euphemismus "Amoklauf" ist falsch und eine Missachtung der Opfer. Zweitens, es gab nach Erfurt und Winnenden ein paar Versuche zu ähnlichen Aktionen. Bei diesen gab es aber keine Todesopfer, weil eben nicht Waffen legal und einfach zu bekommen waren. Drittens gibt es eine weitere wichtige Begründung. Waffen, die nur dafür gemacht worden sind, Menschen schwer zu verletzen und zu töten, können keine Sportgeräte sein, weil ihr Zweck einfach ein anderer ist. Und die Verfügbarkeit sorgt für Verführbarkeit, der Reiz ist immer da, und wenn er noch so klein sein mag - es reicht immer ein Mensch, der diese Waffen hat und dem Reiz erliegt, um eine veritable Katastrophe auszulösen. Benutzer:Hollarius:Hollarius
Du meinst Schützen würden einen Aufwand wie das Ablegen einer Jägerprüfung scheuen? Informier Dich vielleicht mal, was man heute schon für das Sportschießen an Aufwand betreiben muss.
Anregungen
- Ergänzung im Waffenrecht
"Alle Waffen (unabhängig von Kaliber oder Verwendung) sind in gesicherte Verwahrung zu geben. Die Kreispolizeibehörde bestimmt Ort und Beauftragte für die Verwahrung. Von dieser Verordnung sind Personen ausgenommen, denen das Führen von Waffen aus berufsmäßigen Gründen erlaubt ist."
Mit diesem einfachen Zusatz ist allen geholfen. Wer im Verein schießen will holt die Waffe beim Waffenwart ab und gut is.
- Bitte Großkaliber definieren
Weil Großkaliber in der Definition des Antrags vorkommt, hat es Sinn den Begriff zu definieren. Großkaliber ist eine umgangssprachliche Beschreibung. Somit ist die Forderung ungenau
Das Waffengesetz definiert Kleinkaliber wie folgt: "Schusswaffen bis zu einem Kaliber von 5,6 mm lfB (.22 l.r.) für Munition mit Randfeuerzündung, wenn die Mündungsenergie der Geschosse höchstens 200 Joule (J) beträgt" - ergo, Großkaliber ist alles, was größer ist.
- Unnötige Forderung betreffend der automatischen Waffen
Da automatische Waffen bereits verboten sind und nicht bestandteil des GWaffG sind sondern Kriegswaffen Gesetzes. Sie sind automatisch für Sportzwecke bereits verboten. Auch der private Besitz der automatischen Waffen ist nicht möglich. Somit ist die Forderung in dem Zusammenhang unnötig (rechtlich nicht möglich)
- Streichung "Kriegswaffen" aus dem Text
Da Kriegswaffen bereits verboten sind, werden sie auch nicht durch das WaffG reguliert, sondern durch das Kriegswaffenkontrollgesetz http://www.gesetze-im-internet.de/krwaffkontrg/index.html
Benutzung des Terminus Kriegswaffen im Zusammenhang mit Sport ist inhaltlich nicht richtig. Entspricht nicht den rechtlichen Tatsachen.
- Verbot von .22 lfB mit einschließen
Es ist bewiesen, dass s.g. Kleikalibermunition - also .22 lfb auch absolut tödlich ist, wäre es absolut verantwortungslos diese Art von Waffen nicht auch unter das Verbot zu stellen, da im Endeffekt kein Unterschied zu Kaliber mit mehr Energie auf kurze Distanzen (z.B. Schule, Klassen usw).
- Verbot unabhängig von Ladeart einführen
Wie Fall Brevk zeigt, wurde aus der Waffe alle 10 sek. Ein Schuss abgegeben. Da dieses auch mit einem Einzellader zu bewältigen wäre, ist die Gefährlichkeit der Einzellader Waffen mit den automatischen oder halbautomatischen gleichzustellen. Somit ist das Verbot im Sinne dieses Antrags nun auf alle Arten der Feuerwaffen zu erweitern: unabhängig vom Kaliber und Ladeart.
- Liberale Position zum Waffenrecht.
Ich rege an, statt dessen folgendes an geeigneter Stelle sei in das Grundsatzprogramm einzufügen:
Wir setzen uns für Waffengesetze ein, welche die notwendige Sicherheit gewährleisten, aber nicht unnötig die Freiheit oder Grundrechte der Bürger beschneiden.
Wir treten nicht für eine bewaffnete Bevölkerung ein. Schusswaffen gehören in die Hände von sachkundigen und zuverlässigen Bürgern zur Ausübung von Sport, Jagd oder anderen, berechtigten Interessen.
Waffen gehören nicht in die Öffentlichkeit. Das Führen von Schusswaffen soll den Sicherheitsbehörden und wenigen besonders gefährdeten Personen vorbehalten bleiben.
Vergleiche zwischen Rechtsstaaten mit verschiedenen Waffengesetzen zeigen, dass Gewaltverbrechen keinen ersichtlichen Zusammenhang mit dem legalen Waffenbesitz in der Bevölkerung haben. Daher sehen wir keinen Vorteil darin die Zahl der legalen Waffen bei der Bevölkerung gezielt zu erhöhen oder zu senken.
Legalwaffenbesitzer liegen in der Verbrechensrate erheblich unter dem Durchschnitt der Bevölkerung. Entsprechend sollten sie nicht diskriminiert und in Grundrechten beschnitten werden werden, indem sie vorauseilend als potenziell gefährlich eingestuft werden.
Wir sind gegen das im Aufbau befindliche zentrale Waffenregister, in dem die Namen von staatlich überprüften Bürgern neben Kriminellen mit persönlichen Waffenverboten stehen. Dies stellt eine unnötige Datensammelung ohne jeglichen Präventionscharakter dar und ist diskriminierend. Wir befürworten ein anonymisiertes Register, das lediglich die Seriennummern der Waffen und die registrierenden Behörden erfasst.
Wir sind gegen zentrale Lagerung von privaten Waffen und Munition. Dies beugt keinem Missbrauch vor, sondern fördert die Begehrlichkeiten durch Kriminelle.
Gründe finden sich vielfach auf der Seite der AG Waffenrecht: http://wiki.piratenpartei.de/AG_Waffenrecht
- weitere Anregung bitte hier:................
Unterstütz von
nicht Unterstützt von
Dirk Florian So wie es dasteht bin ich dagegen.
MistaBreed 11:58, 4. Jun. 2012 (CEST) So wie es da steht bin ich auf jedenfall dagegen...!
motorradblogger Der Antrag zeigt, dass sich der Antragsteller im Bereich des Waffenrechts überhaupt nicht auskennt. Zudem scheint er auch keinerlei Erfahrung mit oder Wissen über Schusswaffen zu besitzen. Nähere Informationen zu dem Thema, bietet die AG Waffenrecht. Desweiteren möchte ich noch darauf hinweisen, dass Kleinkaliber (.22 lfB bzw 5,5 mm) genauso tödlich ist, wie 9mm oder gar .45 ACP. Und interessant ist auch das aktuelle Nato-Kaliber: 5,56x45mm. Ist vom Durchmesser her nur etwas größer als .22, wird aber in Kriegswaffen genutzt. Ich bitte doch einfach mal um einen Realitätscheck. Und Erfurt und Winnenden heranzuziehen, ist leider auch nicht so einfach, weil nach beiden Taten die Waffengesetze nochmal verschärft werden. Ganz ehrlich... Wer denn Vollkasko-Bürger will, der sollte besser zu den Grünen wechseln. Ich dachte wir stehen für liberale Positionen. Naja.
Dominik Boecker In dieser Form nicht unterstüztungsfähig - da muss - vor einem Nacharbeiten - noch einiges an Gehirnschmalz rein, um eine wirklich sinnvolle(!) und mehrheitsfähige Position zu erarbeiten.
StarFire - witzlos überhaupt darüber nachzudenken wegen singulärer, aber medial groß aufgemachter Ereignisse eine Art "Anlaßgesetzgebung" durchzuziehen. So was geht immer nach hinten los. Der Antragsteller sollte sich erst mal mit den Zahlen, Daten, Fakten und dem Waffenrecht vertraut machen. Da hängt ein riesiger und komplexer Schwanz von Folgen dran. So lange die nicht alle berücksichtigt sind, kann das Thema nicht angemessen gewürdigt werden.