HowTo Infostand
Inhaltsverzeichnis
Vorbereitung
- Am besten im Rahmen eines Stammtisches
- Ein oder mehrere Themen für diesen Stand (wozu soll der Stand gut sein?)
- Rechtliche Fragen klären: In Hessen ist z.B. Mitgliederwerbung bei solchen Aktionen verboten.
Organisatorisches
Zunächst muss eine Genehmigung für den Infostand eingeholt werden.
Die Beantragung beim lokalen Ordnungsamt, Fachgruppe Sicherheit und Ordnung oder wie auch immer es in Eurer Stadt heisst sollte mindestens 14 Tage vor dem gewünschten Veranstaltungstermin liegen. Ob dafür Gebühren anfallen oder nicht hängt stark vom Ort ab. Bei der Beantragung muss auch der gewünschte Veranstaltungsort angegeben werden. Unter Umständen ist es hilfreich das ganze als Mahnwache oder Standdemo anzumelden, da man dafür typischerweise nichts zahlen braucht. Allerdings handelt man sich dadurch evtl. weitere Auflagen ein.
- In Frankfurt kostet das nichts und in Wiesbaden einmalig 15 Euro. Im Rathaus anrufen, sagen man möchte einen Informationsstand für eine Partei anmelden und da sollte man verbunden werden. Die geben einem Auskunft und fertig.
Standort
Man sollte dabei möglichst in der Nähe haben:
- ein Kaufhaus oder Einkaufszentrum
- eine öffentliche Toilette
- einen Copy-Shop oder ein Geschäft, das eine Kopiermöglichkeit bietet
Ihr solltet auch immer einen wirklich ortskundigen Mitstreiter dabei haben!
Personal
Mit zwei Leuten geht das auch aber ein Reserve Mann/Frau schadet nie. Wichtig erscheint mir das man keine Drohkulisse für die Leute darstellt die nur vorbei gehen wollen. Wenn mehr Leute mitmachen ist es sinnvoll sich in Zweiergruppen aufzuteilen.
Der Stand
Grundsätzlich gilt, je auffallender, desto besser. Dabei muss man aber beachten, dass einige Gemeinden Vorgaben hinsichtlich der Größe und Gestaltung des Stands machen. Im Normalfall wird aber bereits im Antrag dann eine entsprechende Angabe abgefordert.
Wichtig ist:
- Großflächiges Werbematerial (Fahnen, Plakate etc.) Transparente sollte vorhanden sein, damit für jeden erkennbar ist wer den Stand organisiert. Insgesamt darauf achten, dass ein einheitliches Erscheinungsbild erreicht wird, und man den Stand als Piratenpartei-Stand erkennt.
- Tisch (Tapeziertisch reicht vollkommen aus)
- Unterstellmöglichkeit / Überdachung
- Slogans und wichtige Stichworte sollten in Form von Bannern oder ähnliches gut zu lesen und auffallend angebracht werden. Wichtig ist, dass insgesamt eine Aussage für die Passanten erkennbar wird, die auf unsere Themen einstimmt, nicht zu sehr verwirrt und neugierig macht.
- Kundenstopper mit knappen aber deutlichen Aussagen sind ein sehr wichtiges Hilfsmittel.
- Wenn Flaggen fest in Form von Bannern angebracht werden, ist je nach Standort darauf zu achten, dass sie von beiden Seiten zu lesen sind!
- Giveaways wie Buttons sind immer gut. Nicht "verschleudern", aber Leute, die sich interessiert zeigen und mit denen man ein positives Gespräch führt, kann man mit einem Button meistens eine große Freude machen, deren Wirksamkeit den Wert des Buttons übersteigt. Giveaways für Kinder (Augenklappen zum Beispiel) sind auch sehr gut, da freuen sich die Kleinen und man hat außerdem etwas Ruhe vor ihnen, so dass man mit den Eltern über Piratenthemen reden kann.
- Standgenehmigung bzw. Bestätigung der Demoanmeldung nicht vergessen.
- Spendendose nicht vergessen.
Wenn Unterschriften gesammelt werden sollen, ist außerdem zu beachten:
- gerade und optisch ansprechende Schreibfläche
- Klemmbretter mit Deckel für Unterschriftenbögen
- gut ist auch eine Umhängetasche, in die unterschriebene Bögen gepackt werden können, damit diese nicht zusammen mit den leeren auf dem Klemmbrett liegen. Das müsst Ihr ja zum Unterschreiben dem Unterstützer in die Hand geben - wir stehen für Datenschutz!
- weiteres dazu im HowTo Unterschriftensammeln.
Material
Alle wichtigen Materialien die man ausgedruckt dabei haben sollte sind hier zum Ausdrucken bereitgestellt: Real-Life_Survival_Pack#Deluxe-Edition
Insbesondere zu beachten:
- Es ist immer gut das Parteiprogramm und die Satzung des entsprechenden Landesverbandes in Druckform vorliegen zu haben, um Neulingen die Inhalte und Organisation der PIRATEN näherzubringen.
- Sonstiges Material (Pressemappe/Flyer), die man den Leuten mitgeben kann.
- Material von nahestehenden Organisationen.
- Wenn Mitgliederanwerbung im Rahmen eines Standes in der Öffentlichkeit erlaubt ist immer reichlich Antragsformulare für die Parteimitgliedschaft dabei haben!
- Nicht nur für Landesverbände bei denen die Wahlen kurz bevorstehen: Formulare für Unterstützerunterschriften. Besonders in Städten mit viel Studenten haben viele Leute nicht ihren Erstwohnsitz, so dass man immer auf Leute mit dem passenden Wohnsitz zum passenden Formular finden kann.
- Einen (digitalen?) Notizblock um Ergebnisse und ähnliches festhalten zu können (=Protokoll).
Durchführung
Blickkontakt mit Passanten aufnehmen. Wird dieser erwiedert, kurze Ansprache wie z.B. "Entschuldigung, darf ich Sie ansprechen?" oder auch markanter "Kennen Sie schon die Piratenpartei?". Lasst Eurer Fantasie freien Lauf :-) Wichtig ist nur, dass die Ansprache kurz und nicht belästigend klingt. Bleibt der Angesprochene dann nicht stehen, macht auf keinen Fall den Fehler, hinterherzugehen und nochmal nachzufragen, ob derjenige nicht wenigstens ein bisschen Infomaterial mitnehmen will oder so. Eventuell wird der angesprochene Bürger dann ungehalten und wird lauter mit Worten wie "Lass mich in Ruhe!". Das steckt umstehende Bürger an, die gleich einen negativen Eindruck erhalten und einen Bogen um den Stand machen!
Lauft stets in sehr kleinen Gruppen, am besten nur zwei Leute, damit die Leute sich nicht überfallen und unter Druck gesetzt vorkommen. Die Ansprache von jüngeren, erwachsenen Bürgern, die MP3-Player tragen mit Worten wie "...das ist übrigens auch eines unserer Themen...Privatkopie von Musikstücken!" sorgt auch oft für schnelles Interesse. Gebt auch immer den Hinweis, das übergebene Material doch im Bekanntenkreis weiterzureichen.
Achtung: Wenn am Infostand gerade keine Bürger stehen, verfällt man sehr leicht in Diskussionen untereinander und dreht den Passanten dabei den Rücken zu und bewirkt so, dass man für eine geschlossene Gesprächsgruppe gehalten wird. So gehen eventuell interessierte Bürger vorbei! Falls unbedingt was zu diskutieren ist, so kann sich ein Pirat vor den Stand stellen und Passant "spielen", dann kommen manchmal weitere Passanten dazu.
Diskussionen, auch mit Verfechtern der aktuellen Politik am Stand sorgen immer dafür, dass weitere Passanten stehenbleiben und zumindest interessiert zuhören. Geht also darauf ein und nehmt auch die Argumente der "Gegenseite" mit um sie später auszuwerten. Wenn genug Standpersonal da ist hilft es auch, solche Diskussionen zu lancieren, indem nicht so deutlich als Piraten kenntliche Mitstreiter solche mit dem Standpersonal beginnen.
Nachbereitung
- Aktion mit Erfahrungen im Wiki Dokumentieren und unter erfolgreiche Aktionen verlinken.
Erfolgreiche Aktionen
- Regelmäßige Mahnwache mit Infostand des Bezirksverbandes Köln, jeden Dienstag ab 18:30 Uhr (=>Bezirksverband_Köln)
- Erfahrungsberricht aus Mainz
- Bilder und Bericht vom ersten Feldeinsatz vom Piratenschiff-Infostand am 13. Oktober 2007 in Buxtehude
- http://www.piratenpartei-hamburg.de/?q=node/83
- |Infostand vor dem Hauptbahnhof in Hamburg
mögliche Fehler
- Keinen Infotisch zu machen ist mit Abstand der größte Fehler den man machen kann.
siehe auch
- HowTo Stammtisch
- HowTo Unterschriftensammeln
- HowTo Flyern
- HowTo Transparente
- Informationen des AK-Vorrat zur Organisation von Infoständen: