Diskussion:Christen in der Piratenpartei

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Dies ist die Wiki der Piratenpartei. PARTEI heisst für mich es geht um Politik !

Die Trennung von Staat und Religion ist eindeutig (viel eindeutiger als bei anderen Parteien) geregelt.

http://www.piratenpartei.de/politik/staat-und-demokratie/trennung-von-staat-und-religion/

Wir brauchen scheinbar noch eine weitergehende Abgrenzung zum Thema Partei und Religion und den Umgang mit Sekten (wie z.B. den Pfingstlern etc.)

Wir sollten beachten, daß in allen Religionen bestimmte Werte und Regeln gefunden wurden, die das Zusammenleben gedeihlich gestalten sollen. Uralte Gebote wie sich nicht gegenseitig die Rübe einzuhauen ('Du sollst nicht töten') oder den sozialen Frieden in Liebesbeziehungen nicht unnötig zu stören ('Du sollst nicht ehebrechen') sind entweder common sense (@1) oder haben gewisse, abwägbare Vorteile (@2). Dann geht es aber weiter mit Glaubensfragen, z.B. 'Du sollst keine anderen Götter haben neben mir', da ging es darum, sich von Vorgängerreligionen oder Konkurrenzreligionen abzugrenzen. Und bei 'Du sollst Dir kein Bildnis machen' geht es darum, eine höhere Abstraktionsebene zu erreichen. Natürlich ist der Monotheismus eine kulturelle Fortschrittsleistung gegenüber die Vielgötterei. Eine weitere imho überfällige kulturelle Fortschrittsleistung kann sein, sich von Religion, tausendfach missbraucht und tausendfach instrumentalisiert, freizuschwimmen und (wie ich z.B.) dem Atheismus zuzugehören, also an überhaupt keinen Gott zu glauben. Das heißt aber im Gegenzug niemals, daß ich die teilweise im Christentum, im Islam oder im Judentum oder auch im Buddhismus, um mal eine gottfreie Religion mit einzubeziehen, guten Ideen, guten Denkanstöße oder guten philosophische Grundüberlegungen undifferenziert ablehne oder ignorieren würde. Bloß dazu muss ich kein Christ, Moslem oder Buddhist selbst sein.

Ich anempfehle der AG 'Christen in der Piratenpartei', all die guten Ansätze, die sie ihn ihrer jeweiligen Glaubensüberzeugung vorfinden, gerne in die piratische Arbeit mit einzubringen, aber ansonsten die Religion strikt draussenzuhalten. Die Piratenpartei ist klar positioniert für die Trennung von Kirche und Staat, das ist hier 'common sense'.

Ich plädiere für Religionsausübung da, wo sie hingehört, im Privaten. Politische Arbeit ist weltlich, und das ist auch gut so. --UlliZedler 00:25, 1. Mai 2012 (CEST)

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Partei heißt laut Grundgesetz, dass wir bei der politischen Willensbildung mitwirken. Genau die angesprochene Trennung, die Teil des geltenden Parteiprogramms ist, wird von der Gruppe (wir sind keine AG!) voll und ganz getragen. Spannend ist, wie die sogenannte "weitergehende" Abgrenzung von Religion und Partei aussehen sollte. Wie soll die denn genau aussehen?

Und was soll das mit der Sekte? Laut Wikipedia: "Sekte (von lateinisch secta ‚Partei‘, ‚Lehre‘, ‚Schulrichtung‘) ist eine ursprünglich wertneutrale Bezeichnung für eine philosophische, religiöse oder politische Gruppierung, die sich durch ihre Lehre oder ihren Ritus von herrschenden Überzeugungen unterscheidet und oft im Konflikt mit ihnen steht." Würde also auch auf die Piratenpartei passen, oder ;o)? In Wikipedia steht weiterhin: "In jüngerer Zeit wird der Terminus „Sekte“ auch im säkularen Bereich verwendet, um beispielsweise Kritiker von vorherrschenden wissenschaftlichen Lehrmeinungen oder Absplitterungen von politischen Parteien abwertend zu charakterisieren." Der gleich erste Beitrag in dieser Diskussion hat offensichtlich die Absicht, Mitglieder einer in Deutschland anerkannten Religionsgemeinschaft in ihrer Gesamtheit zu diffamieren. Soviel zur Einstellung zur Religionsfreiheit.

Dieses Wiki ist kein Ort für Religionsausübung, es ist ein Ort, um Politik zu machen. Dazu gehört, dass wir sagen, wer wir sind, was uns ausmacht und was wir einbringen können. Mit der Aussage "Das Private ist politisch." von UlliZedler haben wir vermutlich damit kein Problem.

Vielen Dank für die Empfehlung, aber sie kommt eigentlich ein wenig zu spät, sie steckt genau so mit im Manifest auf der ersten Seite.

Aber die implizite Aussage, dass ein Atheist gegenüber einem Anhänger einer monotheistischen Religion, wie dem Judentum, dem Christentum oder dem Islam kulturell fortschrittlicher sei, hat meiner Auffassung nach ein übles braunes Geschmäckle. Sich aus Glaubensgründen kulturell höherstehend als andere zu sehen, das haben wir in der Geschichte häufig genug negativ gesehen, auch von Atheisten. Und Atheismus ist eine Glaubensfrage, solange nicht bewiesen ist, dass es keinen Gott, bzw. keinerlei Götter gibt.

Markus Oberndörfer, Ex-Ninja, Christ und Pirat 00:45, 1. Mai 2012 (CEST)

Das geht mir peripher am Arsch vorbei!

  1. Webrebell 01:03, 2. Mai 2012 (CEST) (Wir leben hier die Religionsfreiheit, also die Freiheit von der Religion, nicht zu einer Glaubensgemeinschaft oder -richtung gezwungen zu werden. Ansonsten, tut was ihr wollt. - gez. ein Konfessionsloser mit katholischem Hintergrund)

Gegner

  1. Alex Religion egal welche hat in Parteien / Staat nichts zu suchen!
  2. Ali Religion hat Privatsache zu bleiben. Ihr schreibt das ihr gegen Antireligiöse Stellung bezieht. Ich als Atheist fühle mich angegriffen. Auch der letzte Satz ist blanker Hohn gegen alle nicht Christen.
  3. Yuuki83 Zu viel schlechte Erfahrungen mit Religion und damit verbundener Ausgrenzung gemacht, als dass ich dies je unterstützen könnte!
  4. Haindl
  5. wopr Glaubensrichtungs-agnostisch sein wollen und unsern Jesus als Ideal haben? Sehr weitsichtig, warum Jeses von mehreren 1000en? Liste von Göttern
  6. sam_mumm Politische Entscheidungen müssen auf rationaler Basis getroffen werden. Esoterik und Religion sind hier fehl am Platz (-> Privatsache).
  7. Sebastian Politik und Religion sollte man strengstens trennen. #ausgründen
  8. Jonathan Maurer Eine klare und strikte Trennung von Staat und Religion, ganz gleich welche, ist für mich unabdingbarer für eine demokratische Politik.
  9. wolframcgn 01:11, 2. Mai 2012 (CEST)

Problematische Begrifflichkeiten

Grundsätzlich ist ein religiöses Bekenntnis nicht negativ zu sehen. Jedoch ergeben sich Probleme, wenn ein Bekenntnis so weit reicht, dass ein Anspruch auf die Bestimmung der Grundverfasstheit der Gesamtgesellschaft erhoben wird.

Ich bitte daher um Klärung folgender Begrifflichkeiten, aus denen ein Anspruch auf Allgemeingültigkeit der eigenen Religion bzw. von Religion überhaupt abgeleitet werden kann, sowie eine Ablehnung des Säkularismus als solchen:

"die religiös fundierten Werte unserer Kultur" und: "postsäkulare(...) Gesellschaft"

Darüber hinaus bitte ich um die Klärung des Verhältnisses zu anderen Religionen sowie zu individuellen Lebensentwürfen, die mit Normen der eigenen oder anderen Religionen in Widerspruch stehen.

Ebenso bitte ich um die Klärung des Begriffs "verschiedene Glaubensrichtungen" im Schlusssatz. Sind damit auch Judentum, Islam und sonstige Religionen gemeint?

Bis all diese Fragen abschließend geklärt wurden, steht meine Unterschrift unter "Gegner".

--No934 01:34, 2. Mai 2012 (CEST)


Um darauf konkret einzugehen und Missverständnisse beseite zu räumen: "die religiös fundierten Werte unserer Kultur" = Der Kultur der Unterzeichner dieses Textes - einer von vielen um Sinne einer multikulturellen Gesellschaft. "postsäkulare Gesellschaft" = Gesellschaft nach Abschluss der Säkularisierung - nach der Trennung von Staat und Kirchen. auch "verschiedene Glaubensrichtungen" bezieht sich in diesem Fall recht eindeutig nur auf christliche Glaubensrichtungen - wir als Christen wollen uns nicht anmaßen, für andere Religionen zu sprechen, davon abgesehen wäre bei einem solchen Einschluss der Satz inhaltlich falsch.


--HerrFriedlich 01:48, 2. Mai 2012 (CEST)

Danke für die Klarstellung dahingehend, dass es nicht um Vereinnahmung anderer Religionen bzw. der atheistischen und agnostischen Sphäre geht. Es wäre schön, wenn dieser Anregung eine Anpassung im Text selbst erfolgt. Es fehlt noch Die Klarstellung zum Verhältnis zu Lebensentwürfen, die mit den bekannten religiösen Normen in Widerspruch stehen. (z.B. Homo/Bisexualität, Transgender, Polyamorie, usw.)

--No934 02:06, 2. Mai 2012 (CEST)

Gottesbeweis und Provokation.

Also der letzte Satz ist ja schon frech formuliert. Ich soll als Atheist es also als erwiesen ansehen das es einen Gott gibt, bis das Gegenteil bewiesen ist. Dies ist genau die art von Argumentation, die mich zum entschiedenen Gegner dieser Gruppierung bei den Piraten macht. Damit ist der erste Versuch schon gestartet euren Glauben anderen überzustülpen. Laut dieser Argumentation wäre von vorherein euer Glaube dem des bekenntnislosen Atheisten überlegen, denn weder der Beweis für oder gegen einen Gott kann erbracht werden, aber im Zweifelsfall haben wir also an die Existenz eines Gottes zu glauben. Ich finde das hier schon die Grenze über die nicht Einmischung eines Glaubens in die Partei überschritten worden ist. Jeder ist frei seinen Glauben frei auszuüben, solange er diesen nicht über andere stellt und es Privat oder in Gruppen außer halb von Politik und Öffentlichkeit auslebt. Die Piratenpartei hat Mitglieder von allen möglichen Religionen und vor allem auch Atheisten. Eine Gruppe die nun Religion in den Vordergrund stellt, stellt die Neutralität der Partei in frage. Diese Gruppe bewirkt alleine mit ihren Namen Provokationen bei vielen nicht Christen und bringt Unruhe in die Partei.