Diskussion:Bundesparteitag 2008.1/Satzungsänderungsantrag/dezentraler Parteitag
Dagegen: Ernsthaftigkeit & Verantwortlichkeit
Aktuell sehe ich zwei Gründe, die gegen einen dezentralen (oder auch virtuellen) Parteitag sprächen:
- Die Notwendigkeit, Zeit und Aufwand für eine Reise zu betreiben, stellt eine wichtige Selektion dar, dass jemand die zu treffenden Entscheidungen ernst nimmt. <br\> Selbst bei Liquid Democracy - das einige Piraten perspektivisch für den Staat fordern - würde man Mandate an Experten geben, die ihre Expertise nachweisen müssen - eine vollständige direkte Demokratie krankt (vorher) daran, dass verschiedene Wahlberechtigte doch sehr unterschiedlich bei einem jeweiligen Thema involviert sind.
- Die Möglichkeit, die Kandidaten zu treffen und sich mit diesen auch persönlich auszutauschen, ist wesentlich, damit die Posten verantwortlich besetzt und ausgefüllt werden.
--Bernd 12:57, 17. Mär. 2008 (CET)
Danke für Deine Kritik, Bernd. Allerdings ist mit einer Regelung wie dieser ja vor allem nur die Möglichkeit verbunden, einen Parteitag dezentral abzuhalten. Dies möchte ich von der Entscheidung trennen, tatsächlich dezentral zu tagen (_das_ lehne ich aktuell aud Gründen der Machbarkeit noch ab).
- Einer Selektion hinsichtlich der Stimmabgabe durch ökonomische (Anreise, Übernachtung) oder sonstige Zwänge stehe ich diametral gegenüber. IMHO sollte jeder Pirat möglichst einfach Teil des Bundesparteitags sein und damit sein demokratisches Recht wahrnehmen können. Selektion hinsichtlich der Entscheidung, ob ein Parteitag dezentral stattfinden soll, ist bereits durch die Hürde der Stimmberechtigung (also der Zahlung des Mitgliedsbeitrags) imho hinreichend gegeben (über die Anzahl der LV-Zustimmer bzw. die Prozentzahl der nötigen Piraten kann man sicher auch noch reden).
- Ich gebe Dir Recht, das ist durchaus ein Problem. Allerdings werden die Kandidaten mit einiger Wahrscheinlichkeit ebenfalls nicht am selben Ort sein. Zudem ist bei einer technisch ausgereiften Umsetzung zumindest Ton (und hoffentlich eine Form von Bild) vorhanden. Und auf einem entsprechend großen zentralen Parteitag ist ein für alle Interessierten gleichwertiges Kennenlernen der Kandidaten ebenfalls kaum möglich. Die Befragung durch Piraten an verschiedenen Orten im Rahmen der Kandidatenvorstellung bleibt natürlich uneberührt.
--Pdg 13:55, 17. Mär. 2008 (CET)
Testszenario
Hallo Pdg. Du spricht gerade das Thema Technik an. Wie wäre es, wenn die Dezentralität erstmal im Kleinen getestet wird, bevor eine Satzungsänderung vorgeschlagen wird. Z.B. die nächste Strategietagung könnte man dazu nutzen. Das ist ein Gremium, das keine formale Relevanz hat, wenn das da dann scheitert - egal. Wenn der Bundesparteitag hingegen scheitert, haben wir ein ernstes Problem. Von daher glaube ich auch nicht, daß hier eine positive Entscheidung gefällt werden wird. Im übrigen wurde dieser Punkt schonmal kritisiert. Erst die Technik empirisch nachweisen, DANN Satzungsänderung. Nicht anders herum. --Bodo Thiesen 21:49, 17. Mär. 2008 (CET)
- Es geht erstmal nur darum überhaupt die juristische Möglichkeit für einen dezentralen Parteitag zu schaffen. Dies ist völlig unabhängig von der Technik dafür. Ob man dann wirklich einen denzentralen Parteitag 2009 machen möchte oder nicht ist eine ganz andere frage. Wenn wir die Möglichkeit dazu aber nicht diesen Parteitag aufnehmen, dann können wir unter keinen Umständen 2009 dezentral tagen, auch wenn dies z.B. wegen sehr großen Mitgliederzahlen und evtl. immer noch fehlender Delegiertenregelung dringend nötig sein könnte. --Jamasi 02:26, 18. Mär. 2008 (CET)
- Wenn man es so anlegt, d.h. nur um sich mehr Handlungsspielraum zu schaffen, dann hab ich auch nichts dagegen. --Bernd 13:52, 18. Mär. 2008 (CET)