Diskussion:Archiv.2011/AG Bedingungsloses Grundeinkommen/Umfrage
Aus Piratenwiki
< Diskussion:Archiv.2011/AG Bedingungsloses Grundeinkommen
Version vom 16. Februar 2010, 00:44 Uhr von Excogitation (Diskussion | Beiträge)
- Von was für einem Grundeinkommen reden wir hier überhaupt? Welche Höhe? Welche Leistungen soll das ersetzen? Wer hat alles Anspruch darauf? ... --SD 18:17, 15. Feb. 2010 (CET)
- Es geht hier vor allem um den generellen Punkt: BGE oder nicht? Ein konkretes Modell wurde noch nicht vorgeschlagen, das befindet sich noch in Entwicklung... -- Branleb 20:24, 15. Feb 2010 (CET)
- Aber es ist doch sinnlos darüber zu diskutieren bevor überhaupt Konzepte stehen (gibt ja auch nicht nur ein Modell), Finanzierbarkeit klar ist, etc ... --Tirsales 20:55, 15. Feb. 2010 (CET)
- So ähnlich lief das bei der Bundeswehr mit dem Herkules-Vertrag, da wurde politisch entschieden, dass man SAP haben wolle weil das in der Industrie super läuft. Nur leider produziert die Bw keine Autos und jetzt muss für viel Geld SAP erst mal für das Militär angepasst werden. Die Probleme gingen schon mit den Personalnummern los. (nur ein Beispiel, warum man nicht so mir nichts dir nichts BGE ja oder nein sagen kann) :-) --Thomas-BY ->talk2me 20:57, 15. Feb. 2010 (CET)
- hier soll es ja auch nicht drum gehn irgendwas abzustimmen sondern nur mal grob ein allgemeines stimmungsbild abzurufen --Korbinian 20:59, 15. Feb. 2010 (CET)
- Na gut. Du entscheidest doch auch nicht, dass du ungeprüft Bio-Wein der unbekannten Marke BGE kaufen musst, ohne diesen auf Geschmack und Qualität prüfen zu können. Kann ja sein, dass der verpanscht ist ohne Ende und der ZENSURSULA-V-Wein qualitativ besser ist und viel besser schmeckt. Der Entscheidung geht immer erst ein Bedarf und eine Qualtätsprüfung voraus.--Thomas-BY ->talk2me 21:08, 15. Feb. 2010 (CET)
- Eben. Wir reden hier nicht von einem "ein bisschen mehr Datenschutz" oder "Förderung regenerativer Energien" oÄ - sondern von einem tiefgreifendem Wandel des GESAMTEN SOZIALSYSTEMS. Da einfach zu sagen "Klar, unterstütze ich" ist einfach naiv ohne vorher genau zu wissen auf was man sich einlässt - und es passt nicht wirklich zu unserem Anlass bessere, begründete Politik auf Basis von Wissen zu gestalten. --Tirsales
- Wenn ich in der Reform der Reform ... keine Alternative sehe ist es progressiv über einen Neuanfang nachzudenken. Naiv ist es die Dinge hinzunehmen wie sie sind - ohne darüber nachzudenken was sein könnte. --Excogitation 21:51, 15. Feb. 2010 (CET)
- Man kann das ja gerne angehen, aber eine Umfrage zu einer Worthülse finde ich nicht sehr sinnvoll. Wenn ich ja/nein sagen soll, will ich schon wissen zu was. --SD 23:37, 15. Feb. 2010 (CET)
- Aber du Entscheidest dass du grundsätzlich Bio Wein (aus welchen Gründen auch immer) haben willst. Welchen genau du haben willst kommt danach. Ich bin auch der Meinung dass eine saubere Problemstellung ausgearbeitet werden muss (wer mitmachen will darf sich gerne bei mir melden). --Excogitation 21:51, 15. Feb. 2010 (CET)
- Das kommt drauf an, ob ich das entscheide. Wenn alle Bioweine auf dem Markt mit Frostschutzmittel gestreckt sind, dann nehm ich doch lieber anderen Wein, oder vielleicht sogar Sekt. Dass ich Bio-Wein nehme, entscheide ich auch erst, wenn ich weiß, was ich genau mit Wein bezwecken will und wenn ich weiß, dass er mir auch schmeckt.:-)--Thomas-BY ->talk2me 21:57, 15. Feb. 2010 (CET)
Inhaltsverzeichnis
Kommentare pro
- Twix bedingungslos dafür ;)
nur mit stehender Finanzierung
- Michel "Finanzierung" ist etwas wenig gesagt. Es braucht ein komplett neues Steuer- bzw. Sozialsystem. Aber es ist ein höchst vielversprechendes Konzept, dass nur etwas seiner Zeit voraus ist (wie halt die Piraten auch ^^). Aber es ist es wert, weiter ausgetüftelt zu werden. Wir sollten uns auf jeden Fall befürwortend platzieren und daran arbeite.
- Chaoscommander 18:37, 15. Feb. 2010 Die Finanzierung wäre kein Problem, da ja die meisten bestehenden Sozialleistungen überflüssig würden und die teure Bürokratie dahinter auch. Dennoch: bitte nicht planlos auf das Sozialsystem ein BGE draufsetzen, sondern Redesign.
- Kekzpriester 22:59, 15. Feb. 2010 (CET) Das ist eine Ideologische Stimme. Wir müssen das in irgendeiner Weise von Fachleuten durchrechnen lassen und vor allem im Wahlkampf klarmachen, dass das alles erst ein Grundkonzept ist und dass wir keine kommunistischen Spinner sind, sondern eine realistische Form des BGE versuchen zu erarbeiten.
ohne gesicherte Finanzierung (ideologisch)
variable Höhe (in Abhängigkeit vom BIP/Warenkorb/Durchschnittslohn/...?)
- Chaoscommander Was bringt ein BGE, wenn es nach 10 Jahren nur noch die Hälfte wert ist? (rhetorische Übertreibung!)
fixe Höhe
- Branleb bzw. zumindest fixer Mindestsatz,variable Erhöhung wäre auch denkbar
Kommentare contra
- Tirsales Das ist ein "NEIN" zur Positionierung der Partei und zu den mir bekannten Konzepten. Begründung wurde erbeten: Einerseits hat Thomas_BY schon prinzipielles geschrieben. Dann: auch wenn ich es ideologisch/gefühlsmäßig schön fände jedem einen "Mindeststandard zu bezahlen" bezweifle ich rational die Durchführbarkeit. Die Geldmenge insgesamt kann nicht einfach erhöht werden - ansonsten gibt's Inflation - alles muss irgendwo bezahlt werden. Also wird entweder alles teurer oder wir schöpfen anderswo Geld ab (was häufig ähnliche Effekte haben wird). BGE führt eben nicht dazu, dass auf wundersame Weise jeder mehr hat. Ganz abgesehen davon halte ich die Annahme, dass BGE insgesamt zu einer sinkenden Gesamtarbeitsleistung führt für gerechtfertigt genug um das Experiment nicht zu wagen. (Und nein, das ist kein "Sozialhilfebezieher sind faul"-Vorwurf ;) ). Sinnvoller fände ich eine Abkehr von der Niedrig-Lohn-Mentalität etc der letzten Jahre (auch politisch)
- Abgesehen davon: BGE müsste insgesamt in ein Gesamtkonzept für Steuern/Sozialsystem/etc eingebettet werden - und das gibt es bei den Piraten derzeit einfach noch nicht. Die pauschale Forderung nach BGE ist daher kaum eine sinnvolle Idee.
- Liefert ein sauberes, durchgerechnetes, geprüftes Gesamtkonzept - und danach können wir gerne über eine Positionierung der Piraten reden :) --Tirsales 15:49, 15. Feb. 2010 (CET)
- Tobiasmueller - Ich hätte gerne ein sauberes Konzept mit Finanzierung (gerechnet!). In diesem Konzept sollte auch daran gedacht werden, dass Deutschland in der EU ist und keine abgeschottete Volkswirtschaft.--Tobiasmueller 15:34, 15. Feb. 2010 (CET)
- Jotun - Das BGE ist eine unfinanzierbare Utopie. So hat der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung exemplarisch anhand des Vorschlages von Althaus durchgerechnet, dass zur Umsetzung mindestens 200 Mrd. € oder 10% des deutschen BIP fehlen.[1]
- Ein leistungsloses Grundeinkommen setzt zudem völlig falsche Anreize. Es muss eine staatliche Mindestsicherung für Bedürftige geben, die über dem Existenzminimum liegt und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht, aber in ein Recht auf Faulheit darf dies nicht ausarten. Es muss auch einen Anreiz geben harte, schlecht bezahlte Arbeit anzunehmen. Die faire Alternative, die eine Gegenleistung von Hilfeempfängern fordert und dadurch Anreize zur Arbeitsaufnahme schafft ohne die Grundsicherung zu beschneiden, ist Workfare Jotun 16:36, 15. Feb. 2010 (CET)
- warum sollte es anreize geben, harte und schlecht bezahlte arbeit anzunehmen? warum nicht durch bessere bezahlung anreize schaffen harte arbeit anzunehmen? --Korbinian 20:35, 15. Feb. 2010 (CET)
- hier mal die wikiseite zu workfare: [2]. wie man als pirat zwangsarbeit fordern kann ist mir schleierhaft. --Korbinian 20:41, 15. Feb. 2010 (CET)
- Ein leistungsloses Grundeinkommen setzt zudem völlig falsche Anreize. Es muss eine staatliche Mindestsicherung für Bedürftige geben, die über dem Existenzminimum liegt und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht, aber in ein Recht auf Faulheit darf dies nicht ausarten. Es muss auch einen Anreiz geben harte, schlecht bezahlte Arbeit anzunehmen. Die faire Alternative, die eine Gegenleistung von Hilfeempfängern fordert und dadurch Anreize zur Arbeitsaufnahme schafft ohne die Grundsicherung zu beschneiden, ist Workfare Jotun 16:36, 15. Feb. 2010 (CET)
- Thorsten Kann mich nur Tirsales Comment vom 15. Feb. 2010 15:49 (CET) und dem von Thomas-BY vom 15. Feb. 14:58 anschließen.
- Itw Die grundlegende soziale Absicherung ist hier in Deutschland doch gegeben, oder verstehe ich das falsch? Manchmal denke ich eher, dass die Differenz zwischen Harz IV und einem Einkommen Ungelernter ist sehr gering, was die Motivation zur Arbeit nicht wirklich fördert. Es kann aber hier auch nicht sein, dass Unternehmen zu Mindestlöhnen verdonnert werden (je nach Art und Auftreten von Mitarbeitern können auch 6€/h (ca. 1000€/Brutto und ca. 780€/netto (übrigens immerhin ca. 15.000€/Jahr für den Unternehmer) in der Kosten/Nutzen-Rechnung von kleinen Unternehmen schon zu viel sein). Daher erst mal ein NEIN. Ich hoffe jedoch, dass sich jemand findet, der mich überzeugt!
- die argumente die du vorgetragen hast sprechen in meinen augen eben gerade für ein bge. das problem das wir haben ist doch dass der abstand zwischen der minimalversorgung vom staat also hartzIV gegenüber kleinen einkommen zu niedrig ist. man könnte jetzt hergehen wie die linken und einen mindestlohn einführen um damit den lohnabstand von niedriglöhnern zu hartzIV erhöhen. oder andersrum wie es fdp und co wünscht den druck auf arbeitslose erhöhen in dem man leistungen kürzt. die einzige echte alternative die in ökonomischer und sozialer hinsicht sinnvoll ist, ist für mich eben grundeinkommen und zwar bedingungslos, sonst bringts nix. --Korbinian 00:04, 16. Feb. 2010 (CET)
Enthaltung
- Ich kann so weder mit Ja oder Nein antworten, weil überhaupt keine Rahmenbedingungen oder sonstiges ausformuliert sind. Ich kann feststellen, dass es hier und da in unserem Finanz-, Arbeitsmarkt-, Sozial- und Verwaltungssystem hapert, und stoße beim Lösungsversuch vielleicht dann auf ein spezielles, evtl. erweiterungs-/veränderungsbedürftiges BGE-Modell, aus dem letztendlich ein brauchbares Lösungskonzept für die ursprünglichen Probleme hervorgeht. Aber die hiesige Fragestellung bezieht sich lediglich auf ein ja oder nein zu drei Buchstaben, deren ausgeschriebener Begriff etliche Modelle vereint. Zum Schluss kommt Uschi auf die Idee und benennt alle bisherigen Sozialleistung um zu BGE und ich hab hier mal ebenso zugestimmt. Nenene, ich kauf auch nicht irgendeine Software, weil sie einen vielversprechenden Namen oder guten Ruf hat, sondern stelle Funktionsanforderungen und suche dann die passende Software, egal wie sie heißt..:-) --Thomas-BY ->talk2me 14:58, 15. Feb. 2010 (CET)
Anmerkung
- Wir waren noch nie so nahe an einem BGE wie mit Hartz IV... Neismark 15:26, 15. Feb. 2010 (CET)
- wie meinst du das jetzt? --Korbinian 20:43, 15. Feb. 2010 (CET)
- Es würde Sinn machen, das BGE mit einer kompletten Überarbeitung des Steuer-, Sozial- und Gesundheitswesens zu bewerben und zu erarbeiten. --Kekzpriester 22:59, 15. Feb. 2010 (CET)