Diskussion:AG Nuklearia

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Inhaltsverzeichnis

Grundsätzliches

Sachliche Kritik sehen wir gerne. Wir setzen uns gern damit auseinander und diskutieren mit euch. Herumgetrolle, Beleidigungen usw. helfen niemandem. So etwas ignorieren wir bestenfalls.

Angesichts der Tatsache, dass hier nicht nur Sachargumente, sondern sogar belegte Sachargumente nicht einmal auf die Diskussionsseite verschoben, sondern einfach gelöscht werden, mutet die Behauptung, "Sachliche Kritik sehen wir gerne" wie der blanke Hohn an. In exakt die gleiche Kerbe schlagen eure [IMO zensorischen] Betätigungen: nämlich das Löschen bzw. Rückgängigmachen mehrfacher Hinweise, dass es sich bei euren angeblichen "Fakten" mitnichten um solche handelt und ihr doch wenigstens die Größe besitzen solltet, "Thesen" bzw "Aussagen"(O-TON Rainer Klute!) als solche zu benennen. --Logos 15:05, 19. Nov. 2011 (CET)

In einer Sachdiskussion zählen ausschließlich Sachargumente. Argumente ad hominem oder ad organisationem gehen gar nicht!

in welche Kategorie würdet ihr dann das Fehlverhalten Rainer Klutes einsortieren, wo er berechtigte Sachkritik als "Trollerei" zu diffamieren versucht?
Werden Hinweise darauf, dass gewisse "Studien" aufgrund der Befangenheit gewisser Ersteller zumindest mit Vorsicht zu genießen sind und sicher nicht als "Fakt" dienen können - insbesondere, wenn es sich um Aussagen über die Zukunft handelt, bei euch per se als ad organisationem abgekanzelt, selbst wenn diese noch so berechtigt sind? --Logos 15:05, 19. Nov. 2011 (CET)

„Man sagt, das Argument stammt von der gegnerischeren Partei, deshalb kann es nicht richtig sein. Diese Parteipolitisierung des Parlamentes ist ein Krebsübel der parlamentarischen Demokratie.“ (Heiner Geißler, ZeitOnline, 23.02.2011). Die Piratenpartei bietet diese Arbeitsgruppe Ausstiegskritische Nuklearia an, weil es offenbar Mitglieder gibt, die sehr genau wissen, dass die Kernenergiefrage und die Möglichkeiten ihrer Nutzung nicht dadurch erledigt ist, dass sie von Parteien auf eine Art Index gesetzt wird, weil angeblich alles schon zu dem Thema gesagt wurde, was dazu zu sagen ist. Kernenergie ist zu gefährlich – und damit basta. Es gibt die Anti-Atompiraten und diese AG - mal sehen, ob sich genügend Leute finden werden, die durch sachliche, kritische Beiträge eine Lücke schließen können, die Wissenschaft und Politik in den letzten Jahrzehnten hinterlassen haben, durch fehlende Selbstkritik, Transparenz, Information und Kontrolle. Wichtig ist natürlich, diese Fragen historisch aufzuarbeiten, aber, wenn es um unsere zukünftige Energieversorgung geht, sich mit den neuen Generationen der Atomkraftwerke zu befassen und auch offen und neugierig zu sein für Forschungsansätze, die, aus welchen Gründen auch immer, politisch nicht gewollt sind. --Costa 10:54, 20. Nov. 2011 (CET)

Eine prinzipielle Fragestellung ist doch: Was soll diese Seite bezwecken? Ich kann natürlich nur meine Sicht der Dinge liefern. Aber vielleicht sollte man das erst mal klären, bevor man sich dem Verbalgemetzel aussetzt. Ich gehe davon aus, dass Herr Klute die Technik erst einmal darstellen will, so dass eine Bewertung der verschiedenen Energiewandlertechniken gemacht werden kann. Wäre das nicht so, hätte er ja einfach fragen können: "Ich bin für Atomkraft was haltet ihr davon?". Hat er aber nicht. Also werden, wie getan, die verschiedenen Techniken dargestellt. Ganz erstaunlich, nur nebenbei, dass sofort eine Abordnung der berühmten 80.000.000 Bundestrainer auf den Plan treten, um mit qualifiziertem Halbwissen ihr Ego aufzuwerten. Das ist im übrigen auch der Grund, warum unser bestehendes Pateiensystem so am Ende ist. Es wäre also von großem Vorteil, erst mal die bestehenden Techniken und die möglichen technischen Konzepte zu sammeln und zu bewerten. Vielleicht wäre es ja möglich, anerkannte Wissenschaftler dazu einzuladen, diese objektive Wissensdatenbank anzulegen. Der geneigte Leser könnte nun erwidern, es gibt ja schon "Wikipedia", stimmt aber nicht. In diesem Medium steht sehr viel Falsches und lobbyistisch gefärbtes Halbwissen. Mit dieser AG hätten die Piraten, im Gegensatz zu allen anderen Parteien, die Möglichkeit, sich dem wirklichen Problem vor dem wir stehen, nämlich dem Energieproblem, qualifiziert und nachhaltig zu widmen. Vielleicht kann Herr Klute etwas zu diesem Thema sagen.--Schwarzschild 57 11:03, 20. Nov. 2011 (CET)

  • Du hättest es auch kürzer machen können und gleich sagen, dass wer nicht Deiner Meinung ist keine Ahnung hat. Zu Deinem Leidwesen (und dem der restlichen Nuklearia) gibt es aber hier sehr wohl Leute, die sehr gut die Grundlagen verstehen und AKWs genau deshalb ablehnen. TheBug 13:00, 20. Nov. 2011 (CET)
  • Hallo Schwarzschild, ganz so schön, wie sich dein Text liest, ist es de facto leider nicht: da werden einerseits höchst strittige Aussagen als "Fakten" verbrämt und andererseits die Kritik dazu wie auch die zu den konkreten Behauptungen einfach weggelöscht und als Trollerei diffamiert. Und dann versteigt sich ausgerechnet der, der die sachlich berechtigte Kritik anderer einfach weglöscht, Rainer Klute, noch dazu, einem anzutragen, ich würde "demokratisches Recht, unsere Meinung zu äußern, nehmen" und schiebt dann noch die der Wahrheit Hohn sprechende Unterstellung nach, man würde bei mir würde Respekt gegenüber Andersdenkenden vergeblich suchen. Wo ER es ist, der die Kommentare Andersdenkender wiederholt gelöscht hat. Angesichts dieses groben Fehlverhaltens fällt es schwer, lautere Absichten zu erkennen! Punkt 2 des Kapitels Konkrete grundsätzliche Kritik straft übrigens Rainers Worte Lügen! --Logos 19:46, 20. Nov. 2011 (CET)

Also zum Thema Grundsätzliches mal meine Meinung: ich finde es gut, dass es diese AG in der Piratenpartei gibt. Eine Partei sollte immer Auffangbecken vieler, verschiedener Strömungen sein und wären alle innerhalb einer Partei immer derselben Meinung, dann wäre das eine tote Partei. Parteien sind Bestandteil der Demokratie, sie wirken an der Willensbildung mit, ein wesentlicher Bestandteil der Demokratie in Parteien ist die parteinnere Diskussion. Zu einer gesunden Diskussion gehört für mein Verständnis daher auch, dass es zu einem Aspekt neben dem Pro auch das Contra innerhalb einer Partei diskutiert wird, hier eben Contra dem Ausstieg aus der Kernkraft. Das vorneweg!

Ich persönlich, daraus mache ich hier keinen Hehl, lehne die Kernkraft ab. Warum? Weil sie zu risikoreich ist, die Endlagerproblematik nach wie vor ungelöst und sich wirtschaftlich nur dank massivster Subventionen von Seiten des Staates lohnt.

Zum Verlauf einer sachlichen Diskussion gehört für mich, dass man sich auf verlässliche Quellen stützt, diese auch benennt und beachtet, dass die Naturwissenschaft für jeden gleich ist. Sie ist nicht so, wie wir sie immer gerne hätten, sondern so, wie sie eben ist und fertig. Zu einer solchen Diskussion gehört für mich aber auch, dass man sich bei den garantiert menschheitsbeglückenden Ideen für neue Kraftwerkstypen diese nicht nur von einem Physiker erklären lässt, denn der muss nur die zugrundeliegenden Mechanismen erläutern und sonst gar nichts, sonern auch noch einen Ingenieur dazu nimmt und den hört, der das Ganze dann nämlich wirtschaftlich und sicher verbauen soll. Auch die Erkenntnisse der Geologen sind von Bedeutung, schließlich ist dass die Wissenschaft, mit deren Hilfe man die Uranvorkommen gefunden hat und noch findet, die zudem uns Erkenntnisse über eine mögliche Reichweite der Vorkommen liefert.

Weiter gehören in den Verlauf solcher Diskussion auch bereits gemachte Erfahrungen mit diversen, früheren Versuchsreaktoren und das man nicht den groben Fehler begeht, Sachen die vielleicht irgendwann mal irgendwie im Großmaßstab funktionieren könnten, bei denen man bisher aber nur das zugrundeliegende Prinzip, als in ein paar Jahren im technischen Großmaßstab für wirtschaftlich realisierbar und beherrschbar annimmt.

Aber, und das gehört auch zum Thema Partei, man kann ja über alles diskutieren, vielleicht gewinnt man daraus neue Erkenntnisse für sich selber oder die anderen im Verlauf des Diskurses, wieso auch nicht.

Das also vorneweg.

Konkrete grundsätzliche Kritik

  1. Was mich am Inhaltsverzeichnis stört und ich der AG Nuklearia als grobes Versäumnis ankreide, ist, dass mögliche Technologien, die bisher nur auf dem Papier existieren und vielleicht einmal funktionieren könnten, aber bisher weiß das keiner, weil es keiner probiert hat, stillschweigend als sicher in der Zukunft funktionierend voraussetzt! Ebenso, dass man bereits gemachte Erfahrungen in gewissen Versuchsreaktoren einfach unterschlägt! --Herbinator 13:59, 20. Nov. 2011 (CET) Habe die konkrete Kritik, die den Bereich den Grundsätzlichen verlässt, ins Kapitel Diskussion verschoben --Logos 17:38, 20. Nov. 2011 (CET)
  2. Die Piratenpartei schätzt Meinungsvielfalt und eine pluralistische Gesellschaft. In sofern gibt es auch nichts dagegen einzuwenden, wenn hier Einzelne entgegen einer großen Mehrheit eine absolut unrepräsentative Minderheitenmeinung vertreten - das ist völlig ok, auch wenn sich Rainer Klute nicht zu schade ist, das wahrheitswidrig anders darzustellen. Was aber einfach unredlich und unseriös ist, Meinungen/Aussagen/Thesen als Fakten zu verbrämen, wie ihr es hier AG_Ausstiegskritische_Nuklearia#Fakten_zur_Energieversorgung_und_Sicherheit macht! Trotz massiver Kritik an diesem Unding haltet ihr bzw. Rainer weiter an diesem Fehlverhalten fest. Das spricht für sich!--Logos 17:45, 20. Nov. 2011 (CET)
  3. Die beiden ersten Aussagen zu den angeblichen "Fakten zur Energieversorgung und Sicherheit" beziehen sich auf die Zukunft. Sogar Rainer müsste wissen, das man noch nicht einmal für den nächsten Tag absolute Garantien geben kann. Die weitere Zukunft hingegen hängt von sehr vielen und teilweise komplexen Rahmenbedingungen ab - über manche davon kann man Aussagen mit gewisser Wahrscheinlichkeit treffen, anderen entziehen sich infolge Unvorhersehbarkeit völlig der Voraussage. Und BEIDES spielt in Aussagen zur Zukunft eines Atomausstiegs ein. Mit anderen Worten: zur Zukunft lassen sich PRINZIPIELL KEINE FAKTEN feststellen! Das anders darzustellen ist unredlich! --Logos 17:55, 20. Nov. 2011 (CET)

Diskussion

Würde mir eine etwas ausgewogenere Betrachtungsweise wünschen. Das Thema "Wohin mit den Nuklearabfällen" kommt hier bisher gar nicht vor. Auch fehlt mir in einigen Argumentationen (bsp. http://www.final-frontier.ch/uranknappheit) eine Begründung, wenn das so toll ist, warum die Atomindustrie das nicht längst macht, weil es doch offenbar die Beschaffungskosten und -risiken senkt. Drittens: Zwischen "Andere europäische Staaten wie Litauen oder Tschechien sehen hier Marktchancen und bauen die eigenen Kernkraftwerkskapazitäten deutlich aus." und "Im Gegensatz zu dem verunglückten Reaktor in Chernobyl verfügen die in Deutschland zugelassen Leichtwasserreaktoren alle über negative Dampfblasenkoeffizienten" sehe ich den Widerspruch, dass es uns herzlich wenig hilft, wenn wir tolle sichere Kraftwerke haben, um uns herum einigen Ländern aber die Sicherheit der Reaktoren am Arsch vorbei geht, wie seinerzeit in Tschernobyl. Die Sicherheit ist kein lokales Thema. Eine isolierte Betrachtung zur "strategischen Reichweite von Uran" ist wenig sinnvoll
(Hmilz 17:55, 22. Okt. 2011 (CEST))

  • Hey, die Ausstiegskritische Nuklearia ist noch zu frisch, um total umfassend und total ausgewogen zu sein. Aber ich finde, gerade weil Sicherheit kein lokales Thema ist, hilft ein deutscher Atomausstieg herzlich wenig. Besser wäre es, das Thema offensiv anzugehen und etwaige Schwachstellen im Inland und Ausland zu analysieren und zu beheben – und die Kerntechnik von morgen besser zu machen.
    Rainer Klute 19:09, 22. Okt. 2011 (CEST)
    • Kerntechnik von morgen. Ich glaube es HACKT! Es gibt nur eine Alternative und das ist Kernfusion. Atomkraft geht nicht. Das Endlagerproblem können wir doch jetzt schon nicht mehr lösen. --Motorradblogger 00:32, 26. Okt. 2011 (CEST)
      • Kernfusion ist auch Atomkraft. Und Endlagerproblem wird durch Transmutationsanlagen (eins wird gerade in Belgien gebaut Stihwort: Myrra-Projekt) gelöst. Aber selbst solche Projekte sind in Deutschland verboten.----Nsa666 23:32, 12. Nov. 2011 (CET)
        • Bau mal einen funktionierenden Fusionsreaktor, dann schauen wir uns mal an wie die Betriebsbedingungen sind und ob das mit einem akzeptablen Risiko verbunden ist. Meinst Du den MYRRHA Forschungsreaktor? Der ist wohl weniger für die Atommüllentsorgung gedacht. Abgesehen davon könntest Du Dir auch mal die gültigen Beschlüsse der Partei zum Thema Atomkraft (an denen ich teilweise mitgearbeitet habe) ansehen, da steht nichts drin davon, dass wir auf die Bäume zurück wollen, Forschung, medizinische und materialtechnische Anwendungen werden durchaus befürwortet. TheBug 01:33, 13. Nov. 2011 (CET)
        • Sorry Nsa666, aber mach dich erst einmal schlau, bevor du solchen Mist schreibst: es heißt Myrrha-Projekt und ist ein Projekt der Grundlagenforschung. Es sollen dabei die Grundlagen und die wirtschaftliche Machbarkeit erforscht werden! Also stell das nicht so hin, als sei das schon längst in trockenen Tüchern - die Tücher werden gerade erst genäht und ob sie am Ende halten, das weiß noch keiner! Fakt ist und bleibt das heutzutage kein Mensch garantieren kann, dass Transmutation im wirtschaftlichen Großmaßstab auch funktionieren wird - mal ganz abgesehen davon, ob das bezahlbar sein wird! Es ist eine reizvolle Idee, die sich aber erst noch beweisen muss.--Herbinator 19:19, 16. Nov. 2011 (CET)
          • Bei allem Respekt und Verständnis einer AG, die das Thema Atomausstieg kritisch beleuchten und diskutieren will. Bitte beachtet: Bis spätestens 2070 haben wir bei den Atomkraftwerken das gleiche Problem wie bei Kraftwerken mit fossilem Brennstoff: der Rohstoff Uran ist weltweit sehr begrenzt und bis 2070 wird er zur Neige gehen! Es wäre schade, wenn wir demokratisch über alle Aspekte diskutieren, wenn das Thema über kurz oder lang sowieso abgehakt sein wird. Quelle siehe u.a. hier: http://www.bau-energiekonzepte.de/news/uranvorkommen-weltweit-bis-2070-erschoepft.html --Salabanda 09:44, 17. Nov. 2011 (CET)
            • Erstmal danke, daß du ein Argument in der Sache bringst! Das ist leider nicht selbstverständlich. Zum Inhalt: Kernbrennstoff wird es noch erheblich länger geben. Erstens können speziellen Reaktortypen Uran-238 verwenden. Das ist in heutigen Leichtwasserreaktoren ungenutzt, macht aber ca. 97 % (!) des Brennmaterials aus. Hier liegt also noch erhebliches Potential, auch im sogenannten Atommüll. Zweitens läßt sich nicht nur Uran zur Kernernergiegewinnung nutzen, sondern auch Thorium. Davon gibt es etwa dreimal soviel auf der Erde wie Uran. Dazu steht noch mehr auf unserer Wikiseite und bei den verlinkten Informationen.
              Rainer Klute 10:05, 17. Nov. 2011 (CET)

Kritik an der Darstellung

Konkret beziehe ich meine Kritik dabei auf folgende Aspekte:

Transmutation

Diese Technik ist bisher erst in den Grundzügen erforscht und verstanden; ob sie jemals wirklich zuverlässig und wirtschaftlich funktionieren wird, das kann heute noch keiner sagen. Die Anlage in Belgien soll genau das erforschen. Wenn sie funktionieren würde, bin ich der letzte, der das schlecht findet, aber solange die Machbarkeit im Großmaßstab weder erforscht noch bewiesen ist, kann ich nicht davon ausgehen, dass das irgendwann in der Zukunft funktionieren wird!

Zukünftige Reaktordesigns

Diese diversen Typen, wie der Laufwellenreaktor und andere, klingen verlockend, ja. Ob der Laufwellenreaktor aber machbar ist, steht auf einem anderen Blatt, ebenso, ob es überhaupt Werkstoffe gibt, die sich zum Bau eines sicheren Reaktors diesen Typs eignen. Dazu kommt, dass in den bisherigen Modellen eine Natriumkühlung vorgesehen ist, was weitere Probleme und eine starke Korrossion der davon ausgesetzten Metallteile bedeuten wird.

Ähnliches gilt für den Kugelhaufenreaktor; hier wurden die Erfahrungen Deutschlands mit dem THTR-300 völlig unbeachtet links liegen gelassen.

Ozeanschiffe mit Kernreaktoren

Das wird es sicherlich kaum geben: schaut euch mal die Erfahrungen Deutschlands mit der Otto Hahn an.

Kleinreden der Abfallproblematik

Der atomare Abfall ist nicht ein "gewisses Problem, aber ein kleines", sondern ein massives. Transmutation, wie man sie bräuchte, funktioniert bisher nicht und ob sie es wird, kann keiner sicher sagen. Unser bisheriger Plan dafür ist: Verbuddeln in Salzstöcken. Wozu das führen kann, sieht man gerade an der Asse. Auch sind Aspekte der Endlagerung nach wie vor ungelöst, z.B. wie die Einlagerungsbehälter, die kleiner als die Castoren sein müssen, aussehen werden. Man weiß nur, dass die Behälter dort über einen Zeitraum von Hunderttausenden von Jahren sicher eingelagert werden müssen. Die ältesten Bauwerke der Menschheit sind vielleicht 5000 Jahre alt, das Problem ist einfach die Sicherheit zu gewährleisten, dies ist und bleibt schier unmöglich.

Kerntechnische Antriebe für Raumfahrzeuge

Die gab es schon bei manchem Satellit. Pech nur, wenn solch ein Satellit dann den Orbit verlässt und unkontrolliert runterkracht, das gab es schon Ende der 70er in Kanada mit einem sowjetischen Spionagesatellit, dann hat man ein riesiges Problem.

Moderne Kernkraftwerkdesigns und Sicherheit

Schön und gut, das lässt nur ausser Acht, das bisher keines dieser Designs bereits im Einsatz ist. Die Welle der großen Inbetriebnahmen hörte Ende der 80er auf, die meisten Reaktoren die sich in Deutschland im Lastbetrieb befinden sind deutlich älter, sie verfügen meistens nicht über diese neuen Ideen und eine Nachrüstung ist oft finanziell nicht lohnend, sofern sie überhaupt technisch machbar wäre.

Fusionsreaktoren

Hier ist die Werkstoffproblematik ungelöst, es gibt sie einfach bisher nicht, das Problem bei ITER ist, dass sehr starke und harte Neutronenstrahlung entsteht, die macht einfach die dieser Strahlung ausgesetzten Stoffe spröde. Ein weiteres Problem, was häufig unterschlagen wird, ist die Verfügbarkeit von Tritium beim Typ ITER. Das wirtschaftlich in den Mengen herzustellen, die ein Reaktor vom Typ ITER und der spätere Nachfolgereaktor jährlich braucht, kostet Hunderte von Millionen.

Tritium wird bisher nur in speziellen Kernreaktoren hergestellt, und die Kosten der Extraktion alleine eines Kilogramms schätzt der Physiker Michael Dittmar auf 200 Millionen US$. (Mehr zu ihm hier: http://www.technologyreview.com/blog/arxiv/24414/). Damit wird die ganze Sache schon alleine daher unwirtschaftlich, sollte man nicht andere Tritiumquellen erschließen, die wesentlich billiger sind. --Herbinator 13:59, 20. Nov. 2011 (CET)

  • Das ist nicht mehr ganz richtig, ITER soll sein Tritium aus Lithium in der Beplankung der Aussenhülle selber erbrüten. Ändert aber nichts daran, dass das noch Forschung ist und keine einsatzbereite Technologie. TheBug 21:57, 20. Nov. 2011 (CET)


Die folgenden Passagen (Behauptungen/(Erwiderungen) kann man sich sparen, sie sind inhaltsleer, nicht einmal der Versuche einer thematischen Gliederung. Hier stellt jemand (Logos?) Behauptungen auf, belegt sie selbst mit Zeitungsmeldungen und greift sich selbst wegen fehlender Belege an. Soll das ein Versuch sein, den Lesern die Auseinandersetzung mit der Kernenergie zu verleiden? Jämmerlich. --Costa 20:19, 20. Nov. 2011 (CET)

der durch und durch unpassende Kommentar Costas offenbart vielerlei:
  1. ist hier sachliche Kritik unerwünscht - auch wenn eingangs das Gegenteil behauptet wird
  2. anstatt Sachargumenten bedient sich Costa lieber offensichtlich sachlich ungerechtfertigter Diffamierung wie "Vandalismus, groben Unfugs, Sinnlosigkeit o.ä."
  3. die Behauptungen entstammen dem Atomgläubigen Teil - sie werden nur als "Fakten" verbrämt
  4. als "Belege" für die angeblichen Fakten sollen doch seitens der Ausstiegskritische Nuklearia ebenso Zeitungsmeldungen dienen. Wenn nun Costa bemerkt, dass Zeitungsmeldungen KEINE Belege sind, dem ich nicht widersprechen will, wird dann Costa hier alle jene "Belege" unter "Fakten" löschen, die Zeitungsmeldungen sind? Oder zeigt sich hier die Doppelmoral Costas?
  5. augenscheinlich schreckt Costa vor keiner noch so evidenten Unwahrheit zurück: inhaltsleer sind die Erwiderungen, die die angeblichen Fakten in einem anderen Licht beleuchten, offensichtlich nicht!
  6. mir zum Vorwurf zu machen, nicht einmal "eine thematischen Gliederung zu versuchen" ist so unpassend wie absurd. Aber womöglich ist Costa mit der Erkenntnis einfach überfordert, dass diese "Gliederung" nicht mir, sondern dem Kapitel Fakten zur Energieversorgung und Sicherheit der Ausstiegskritische Nuklearia geschuldet ist?!
  7. Schon aus der Überschrift geht hervor, was das Anliegen ist: nämlich die kritische Beleuchtung der angeblichen Fakten des og. Kapitels! Die Frage, ob das ein Versuch sein soll, den Lesern die Auseinandersetzung mit der Kernenergie zu verleiden, ist sowohl reine Unterstellung wie auch hanebüchen.
  8. Jämmerlich ist also allein der gesamte Kommentar Costas. Und zwar über die Maßen --Logos 21:03, 20. Nov. 2011 (CET)

zu den angeblichen "Fakten zur Energieversorgung und Sicherheit"

da auf der Hauptseite jegliche kritischen Sachargumente rigoros gelöscht werden, selbst wenn diese noch so zutreffend und belegt sind, soll wenigstens hier die in höchstem Maße fragwürdigen "Fakten" einer kritischen Belastung unterzogen werden. Nicht nur ich, sondern auch Benutzer:Kliehm hat darauf hingewiesen, dass die angeblichen Fakten keine sind. Und sogar der hier den Oberzensor gibt, hat die „Fakten“ als „Aussagen“ bezeichnet. Es ist traurig, wenig wenig Einsicht hier hinsichtlich dieser berechtigten Sachkritik gezeigt wird. Aber womöglich auch bezeichnend, so dass der Leser aus diesem Fehlverhalten Rückschlüsse auf die ganze Initiative ziehen kann. Im folgenden werden die Thesen von Fakten zur Energieversorgung und Sicherheit aufgegriffen. --Logos 21:07, 20. Nov. 2011 (CET)

Behauptung 1:Der Atomausstieg führt zu einem massiven Ausbau fossiler Kraftwerke (Kohle, Gas, Öl)

Erwiderung 1
  • Seit wann ist eine Zeitungsmeldung über Risiko und „sollen“ ein Fakt? Und seit wann kann man Entscheidungen über den Bau von Kraftwerken nicht revidieren? Wo also sind die angeblichen Belege?
  • Österreich hat einen Anteil von erneuerbaren Energien von über 60% - warum sollte das bei uns nicht möglich sein?

Behauptung 2:Der Atomausstieg macht Deutschland zu einem Stromnettoimporteur

Erwiderung 2

Behauptung 3: Der Ausbau Erneuerbarer Energien geht nicht so schnell voran wie geplant

Erwiderung 3

Behauptung 4: Andere europäische Staaten wie Russland, Litauen oder Tschechien sehen hier Marktchancen und bauen die eigenen Kernkraftwerkskapazitäten deutlich aus

Erwiderung 4

In wiefern dieser Verweis auf andere Staaten ein Fakt im Hinblick auf die Energieversorgung und Sicherheit der BRD sein soll erschließt sich nicht einmal im Ansatz

Behauptung 5: Der Weltenergiebedarf lässt sich auf absehbare Zeit nicht allein durch Erneuerbare Energien decken

Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet bis 2035 mit einem Rückgang fossiler Energieträger zur Stromerzeugung auf dann immer noch über 50 Prozent.

Erwiderung 5
  • es geht um den DEUTSCHEN Atomausstieg - der Verweis auf mögliche weltweite Szenarien tut nichts zur Sache!
  • womit die IEA für die Zukunft rechnet ist KEIN Fakt! Es kann gar kein Fakt sein, siehe Punkt 3 von Konkrete grundsätzliche Kritk

Behauptung 6:in kleinen, dicht besiedelten Ländern wie Deutschland ist es praktisch kaum möglich, die Energieversorgung aus Erneuerbaren ohne Zuleitung aus dem Ausland zu decken

Erwiderung 6

Seit wann ist ein Behauptung ein Fakt?

Behauptung 7: Im Vergleich mit fossilen Energieträgern – speziell Kohle – verursachen Kernkraftwerke bedeutend weniger Schäden an Mensch und Umwelt

Erwiderung 7
  • Warum wird mit fossilen Kraftwerken verglichen, wenn das Thema der Ausbau regenerativer Energien ist? IMO unredlich!
  • Vollständiger Umstieg auf Wind & Co. möglich Studie des Umweltbundesamtes zeigt, dass Deutschland in 40 Jahren vollständig ohne Kohle, Erdags, Uran und Erdöl auskommen könnte

Behauptung 8: deutsche AKWs sind sicherer als der Reaktor in Chernobyl

Im Gegensatz zu dem verunglückten Reaktor in Chernobyl verfügen die in Deutschland zugelassen Leichtwasserreaktoren alle über negative Dampfblasenkoeffizienten, was bedeutet, dass die Reaktionsrate bei Erhitzung abnimmt, das System somit selbstregulierend ist.

Erwiderung 8

Die AKWs in Fukushima waren sicher technologisch ausgereifter und sicherer als die von Chernobyl und dennoch ist es zur Kernschmelze gekommen.

Aussage 9: Pläne für sichere Reaktoren, bei denen eine Kernschmelze unmöglich ist

Es existieren realistische, in naher Zukunft umsetzbare Pläne für inhärent sichere Reaktoren, bei denen die Kernschmelze aufgrund der zugrundeliegenden physikalischen Prinzipien unmöglich ist.

Erwiderung 9
  • Und das macht die vorhandenen AKWs in wiefern sicherer? Wie sollte dieser Hinweis, wenn er denn wahr wäre, als Argument gegen die Stilllegung aller AKWs geeignet sein, die nicht mit dieser Technologie ausgestattet sind?
  • Ein Kernschmelze ist bei weitem nicht die einzige Gefahr, die von AKWs ausgehen! Beispielsweise ist Unterbindung einer Kernschmelze nicht geeignet, die Kontamination ganzer Landstriche zu verhindern!

Behauptung 10: anderswo fällt mehr Müll an

Der von Kernkraftwerken erzeugte Abfall ist zwar ein gewisses Problem, aber ein kleines, da die Materialströme, die hinein und wieder heraus fließen, im Vergleich mit der sonstigen Industrie und den von dieser erzeugten Gift- und Abfallstoffen sehr gering sind. Auch existieren plausible Entwürfe von Reaktoren, die den Abfall unter Energiegewinn in kurzlebigere Nuklide transmutieren können.

Erwiderung 10

das euphemistisch kleingeredete gewisse Problem ist ein weltweit ungelöstes, dass der Menschheit für den Rest ihres Bestehens erhalten bleibt!

Behauptung 11: Für große Ozeanschiffe gibt es außer der Kernenergie kaum eine andere Möglichkeit, sie ohne Fossilbrennstoffnutzung anzutreiben

Erwiderung 11

Behauptung 12: Auch für Raumfahrzeuge stellen kerntechnische Antriebe eine interessante Option dar

Erwiderung 12
  • das angeblich "Interessante" liegt ganz im Auge des Betrachters
  • erneut: Thema verfehlt!
  • ich bitte um genaue Begründung, in wiefern diese Aussage ein "Fakt zur Energieversorgung und Sicherheit" sein soll
  • Ach komm, interessant ist das schon, nur sehe ich nicht, dass Deutschland in den nächsten Jahren eine Flotte von Kampfsternen bauen wird und selbst wenn ist mir unklar wozu man dann ein AKW am Boden braucht. TheBug 22:10, 20. Nov. 2011 (CET)

Konkrete Forderungen?

Fände konkrete Vorschläge gut wie stattdessen mit der Atomenergie umgegangen werden könnte. Z.B:

--Floriflori 11:56, 17. Nov. 2011 (CET)

Danke für die Fragen! Ich nehme sie mal auf, auch wenn ich sie spontan nicht beantworten kann. Bei der letzten Frage ist meine Meinung: Transparenz. Die Öffentlichkeit soll wissen dürfen, was in den Kernkraftwerken passiert. Die Infrastruktur dafür ist in den Kraftwerken bereits vorhanden.
Rainer Klute 12:19, 17. Nov. 2011 (CET)

Erster Punkt: Abriss nennst du, ich gehe davon aus du meinst Rückbau. Diesen finanzieren die Betreiber durch ihre Rücklagen Quelle BFS-Seite. Endlagerung wird auch von den Abfallverursachern bezahlt (gleiche Quelle). Zum letzten Punkt (Transparenz) werde ich mal was zusammensuchen. Stichworte AtSMV (Atomrechtliche Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung) und KFÜ (Kernkraftwerk Fernberwachung) falls jemand schonmal neugierig ist. Eigenfrequenz 22:23, 20. Nov. 2011 (CET)

Hilfe?

Hi Leute, braucht Ihr noch ein Bisschen Hilfe? Es scheint da ein paar Wissenslücken zu geben, zum Beispiel dazu warum keine Kugelhaufenreaktoren mehr gebaut werden und warum der Laufwellenreaktor eine Totgeburt ist für die die notwendige Materialtechnik nicht existiert.

  • Zu dem Kugelhaufenreaktor und den Problemen damit könnte ich mal einen Text schreiben, wenn gewünscht. Miriam
    • Halte ich grundsätzlich für eine gute Idee.
      Rainer Klute 13:53, 7. Nov. 2011 (CET)
    • Gleich noch darauf eingehen warum nukleare Systeme mit Flüssigsalz großtechnisch genau so wenig einsetzbar sind wie Natriumkühlung. Und auf die Problematik der unzureichenden Haltbarkeit von Materialien unter der Temperaturbelastung bei HTR. Sowie die Problematik beim Laufwellenreaktor, dass der gesamte Energieausstoß des Reaktors in einem sehr kleinen Bereich geschieht, wodurch die Materialbelastung durch Temperatur Neutronenfluss und Volumenänderung durch die Zerfallsprodukte unbeherrschbar sind. Also in Kurzfassung: Klarstellen warum keiner der "neuen" Reaktortypen eine Verbesserung der Betriebssicherheit bringt, sondern im Gegenteil die meisten davon ganz erheblich unsicherer sind. TheBug 11:21, 6. Nov. 2011 (CET)
    • Stichwort beim Kugelhaufenreaktor: THTR-300, Hamm-Üntrop. Lest einfach den Wikipediaartikel, dann wisst ihr, warum das Ding eine Totgeburt gewesen ist und kein Land der Erde mehr dessen Weiterentwicklung betreibt. Die Stichworte hierbei sind: Kugelbruch, Verstopfung, mehr Bruchschäden durch die Absorberstäbe als angenommen und der Reaktor wurde im Zentrum zu heiß wegen unterschiedlicher Fließgeschwindigkeiten der Kugeln.--Herbinator 19:27, 16. Nov. 2011 (CET)
      • Ich muss Herbinator Recht geben. Die von ihm genannten Stichworte sind auch die Punkte, welche mir als erstes einfallen. Eigenfrequenz 22:25, 20. Nov. 2011 (CET)
      • Wir gehen gern auf konkrete Argumente ein, aber deine Allgemeinheiten hier überschreiten die Grenze zur Trollerei. Wie wär's, wenn du liefertest, indem du konkrete Probleme benennst und Quellen anführst? Bis dahin verweise ich zum Thema Flüssigsalzreaktor einfach mal auf das Molten Salt Reactor Experiment.
        Rainer Klute 21:15, 6. Nov. 2011 (CET)
        • Meine Motivation eine erledigte Diskussion auf einem hochdetaillierten Level noch mal zu führen ist ziemlich gering. Ich sehe eure ganze AG hier als Trollerei an. Aber was solls. Flüssigsalzreaktor als kleines Schreibtischexperiment, ja, da kann man mal für ein paar Jahre vorführen wie gut das funktioniert. Der Temperaturbereich in dem diese Systeme betrieben werden liegt aber so hoch, dass mit vorzeitiger Materialermüdung zu rechnen ist. Zu Natrium sage ich nur Superphénix. Und zum Laufwellenreaktor habe ich bisher keine Informationen gesehen was für ein Wundermaterial da benutzt werden soll um die Brennelemente zusammen zu halten. TheBug 22:03, 6. Nov. 2011 (CET)
        • Rainer, es wurden mehrere ganz konkrete Argumente benannt. Inzwischen deutet sich in deinem wiederholten Fehlverhalten, Deine Ignoranz gegenüber dir nicht genehmen Sachargumenten als "Trollerei"-Vorwurf umzudichten, ein System an. Das sprengt das Maß dessen, was man unter dem Aspekt der Toleranz dulden sollte --Logos 15:30, 19. Nov. 2011 (CET)

Ganz wichtig ist es auch bei Atomkraftwerken mal zu betrachten wie die Finanzierung, Versicherung und Entsorgung so läuft und warum die hochtrabenden Projektpläne immer ganz schnell verdampfen wenn keine Zuschüsse vom Staat kommen. TheBug 23:32, 5. Nov. 2011 (CET)

  • Es wäre hilfreich, wenn konkrete nicht umgesetzte Projekte benannt würden, um hierzu eine Aussage treffen zu können. So ist die Kritik arg allgemein gehalten zudem mir zig Projekte einfallen, die sich im zweistelligen Millionenbereich bewegen. Miriam
    • Na konkret wäre z.B. der abgesagte PBMR in Südafrika einer der neuesten Fälle wo ein AKW nicht gebaut wird, weil der Staat nicht bereit ist massiv Geld zur Verfügung zu stellen. So geht es jedes mal wenn keine massiven staatlichen Hilfen zugesagt werden, oder noch schlimmer der Betreiber nicht von der Haftung und Entsorgung freigestellt wird. Atomstrom ist einfach viel zu teuer wenn nicht der größte Teil der Kosten externalisiert wird und wird deshalb ohne staatliche Unterstützung nicht eingesetzt. TheBug 11:21, 6. Nov. 2011 (CET)

Das sehe ich grundsätzlich ähnlich, aber etwas differenziert. So können Subventionen gerade in Entwicklungsländern sinnvoll sein, um überhaupt zu einem Punkt zu gelangen, an dem den Menschen Elektrizität zur Verfügung steht. Ist das politisch gewollt, darf auch Geld fließen. Wieviel, wie lange und unter welchen Bedingungen, ist eine andere Frage. (Übrigens: man bemerke, daß ich hier gar nicht über Kernenergie spreche. Das gilt genauso für andere Energieträger. Die IEA geht davon aus, daß auch Erneuerbare massive Förderung brauchen, um weltweit nennenswert zum Zuge zu kommen.)
Rainer Klute 21:15, 6. Nov. 2011 (CET)

  • Kernkraftwerke in Entwicklungsländern sind eine grundlegend schlechte Idee wenn man sich ansieht was schon in hochindustrialisierten Ländern mit entsprechenden Ressourcen und ausreichendem Fachpersonal passiert. Von Proliferation will ich mal garnicht erst reden. TheBug 22:03, 6. Nov. 2011 (CET)
  • Ich schlage vor, die guten Ideen aus dieser Diskussion herauszuziehen und zu verwerten, die Diskussion selbst dann aber wegen Trollerei zu löschen.
    Rainer Klute 13:53, 7. Nov. 2011 (CET)
    • Ich schlage vor die ganze AG Seite zu löschen, da sie ohnehin im Wesentlichen aus Lobbypropaganda besteht und die Betreiber der AG offensichtlich nicht kritikfähig sind. TheBug 18:01, 7. Nov. 2011 (CET)
    • Offensichtlich nicht kritikfähig, wie an der fortwährenden Entfernung meines Kommentars zu sehen ist. Argumente stehen hier, nur es wird nicht darauf eingegangen. Im Übrigen steht die Nuklearia gegen den offiziellen Standpunkt der Partei: http://wiki.piratenpartei.de/AG_Umwelt/Programm TheBug 09:16, 8. Nov. 2011 (CET)
      • Du kannst ja mal damit anfangen, Argumente zu nennen – konkret, mit Belegen usw. Allgemeine und undifferenzierte Aussagen wie »ist nicht sicher« o.ä. führen nicht weiter. Wir wollen hier vor allen Dingen Fakten sammeln. Die Meinungsbildung können wir dann getrost dem Leser überlassen.
        Rainer Klute 09:35, 8. Nov. 2011 (CET)
        • Eine Sammlung von Links auf Lobbyorganisationen ist nicht wirklich Fakten sammeln, es sei denn man möchte die gezielte Fehlinformation durch Intressensvertretungen dokumentieren. Aber fangen wir doch mal ganz einfach an: Natriumkühlung ist für etliche der "neuen" Reaktoren ein wichtiger Faktor. Natrium ist bereits bei Zimmertemperatur ein problematischer Stoff, in einem Reaktor muss es aber die ganze Zeit in flüssiger Form vorliegen, also bei mindestens 97°C, da ist es dann entsprechend noch reaktiver. Im Betrieb sollen zwischen 500 und 600 C verwendet werden, ein Temperaturbereich in dem Stahl einen wesentlichen Teil seiner Festigkeit bereits verloren hat. Ein Leck zwischen Natrium- und Wasserkreislauf kann zu einer Explosion mit anschließendem intensiven Brand der gesamten Kühlflüssigkeit führen. Der Superphénix hat gezeigt, dass die Befürchtungen betreffs der Betriebssicherheit nicht unberechtigt sind, oder sind die französischen Ingenieure unfähig? TheBug 10:29, 8. Nov. 2011 (CET)
          • Zu den »Lobbyorganisationen«: Grundlageninformationen wie in »Kernenergie Basiswissen« findet man halt bei den Antiatomlobbyisten eher selten. Aber mehr noch als auf die Quelle kommt es auf den Inhalt an: Wenn du irgendwelche faktischen Fehler findest, kannst du die uns gern melden.
            Rainer Klute 11:13, 10. Nov. 2011 (CET)
            • Wie wäre es mit Forschungsinstituten als Quellen? Faktische Fehler sind grundsätzlich bei der Gefährdungseinschätzung der Industrie zu finden, die Praxis hat ja leider mittlerweile sogar die Befürchtungen überholt. Es geht bei AKWs nicht um die Schadenswahrscheinlichkeit, sondern um das Schadenspotenzial. TheBug 12:03, 10. Nov. 2011 (CET)
              • Bitte konkrete Quellen benennen! – Und selbstverständlich geht es um beides, die Schadenswahrscheinlichkeit und das Schadenspotential. Beide müssen so klein wie möglich sein. Da dir ja das Schadenspotential besonders wichtig ist: Moderne Reaktordesigns minimieren das natürlich auch, beispielsweise durch passive Kühlung oder Core Catcher.
                Rainer Klute 12:42, 10. Nov. 2011 (CET)
                • Warum soll ich Quellen benennen mit denen Du Deinen Standpunkt belegen kannst? Das Schadenspotenzial eines Kernreaktors ist nicht davon abhängig was irgendwo am grünen Tisch ausgerechnet hat, sondern davon wie viel radioaktives Material im Worst Case austreten kann. Der Worst Case könnte auch ein (sehr unwahrscheinlicher) Meteoriteneinschlag sein, dagegen hilft kein Core Catcher. Auch Sabotage und andere externe Einwirkungen können fatal sein. Genau so aber ist auch zu bedenken, dass eine Anlage immer nur eine gewisse Menge an Fehlerszenarien abfangen kann, der Unfall tritt dann ein, wenn etwas unvorhergesehenes passiert (in Fukushima hatte halt das Erdbeben die Frechheit stärker als erwartet zu sein und der Tsunami war so unkooperativ höher als die Schutzwand zu werden). Schön nachzuvollziehen wenn man mal ein paar Unfallanalysen von großen Anlagen, oder Flugzeugabstürzen liest. Wer von einer ausfallsicheren Technik redet hat einfach nur eine schwere Wahrnehmungsstörung. Die Frage ist ausschließlich was maximal bei einem Unfall passieren kann und im Falle eines Kernkraftwerkes ist das ziemlich extrem. TheBug 01:02, 12. Nov. 2011 (CET)
                  • Also ich erwarte schon, dass wenn jemand was behauptet, er das auch sachlich belegen kann. Und OK nehmen wir mal Fukushima als extermen, maximalen Unfall an. Wie viele Tote gab es? Und was wäre bei einer Biogasanlage maximal möglicher Schaden? Wenn in der Brühe irgendwas mutiert? Neuer EHEC-Erreger? Möglich wäre es auf jeden Fall. Es ist sogar wahrscheinlicher als Meteoriteneinschlag auf einen Atomkraftwerk.--Nsa666 23:59, 12. Nov. 2011 (CET)
                    • Jau, Krebs durch radioaktive Belastung zählt ja nicht, da man es ja nicht direkt belegen kann, könnte ja auch woanders her kommen. TheBug 01:27, 13. Nov. 2011 (CET)
          • Natrium stellt in der Tat Herausforderungen besonderer Art. Es ist aber keineswegs völlig neu oder gar unbeherrschar: natriumgekühlte Kernreaktoren sind seit gut 30 Jahren in Betrieb. Typischerweise verwendet man zwischen dem Natrium-Primärkreislauf und dem Dampferzeuger (Wasser) einen weiteren Natriumkreislauf, damit bei einem Unfall höchstens nichtradioaktives Natrium mit dem Wasser in Kontakt kommt. – Ganz allgemein sind »neu« oder »schwierig« noch lange kein Grund, die Finger von etwas zu lassen. Sonst gäbe es heute weder Autos noch Flugzeuge noch die Piratenpartei.
            Rainer Klute 11:13, 10. Nov. 2011 (CET)
            • Gegen neu ist auch nichts zu sagen, gegen Aufwärmen von bereits negierten Konzepten schon. Wo bitte läuft aktuell ein Reaktor mit Natriumkühlung? Und was für einen Vorteil bringt es, wenn der Kühlkreislauf nicht radioaktiv ist, ein Leck aber nach wie vor zu einem Vollausfall der Kühlung führen kann? Ein Natriumbrand würde auch den Zugang zum Reaktor ganz erheblich erschweren und sogar so krude Notkühlung wie sie in Fukushima gemacht wurde wäre bei einem havarierten Reaktor mit Tonnen von Natrium nicht möglich sein. TheBug 12:03, 10. Nov. 2011 (CET)
              • Ach, ich will dir doch nicht die Recherche abnehmen. Du hast ja offenbar mehr Zeit als ich. ;-) Apropos Zeit: Ich habe nicht die Zeit, die Vor- und Nachteile sämtlicher Reaktortypen hier zu erläutern. Dazu dienen ja die Links auf unserer Seite. Wenn das Infos fehlen oder falsch sind, bitte alternative Quellen nennem, die wir dann verlinken können.
                Rainer Klute 12:42, 10. Nov. 2011 (CET)
                • Falscher Ansatz. Du behauptest es gibt im Betrieb befindliche Reaktoren mit Natriumkühlung, also belege diese Behauptung. Meine Behauptung, dass Natriumkühlung unpraktikabel und gefährlich ist, beruht einfach auf den physikalischen und chemischen Eigenschaften, keine Quelle notwendig, da mit ein wenig Wissen anhand eines PSE nachvollziehbar. Die Märchen der Atomlobby sind mir wohl bekannt, der Verweis auf die bunte Broschüren die Ihr verlinkt habt ist müßig. Ich frage mich nur was jemanden dazu bewegen mag den Kram zu glauben und ihn zu vertreten, ohne wenigstens finanziell davon zu profitieren. TheBug 01:02, 12. Nov. 2011 (CET)
                  • Erster Link bei Google: http://de.wikipedia.org/wiki/Brutreaktor Dein "Wissen" ist unzureichend. Wie bei den meisten Kerntechnikgegnern. --Nsa666 23:37, 12. Nov. 2011 (CET)
                    • Sind wir jetzt bei direkten Beleidigungen angekommen? Testreaktoren, wie viele davon schon mit schweren Störungen wegen Problemen mit der Natriumkühlung? TheBug 01:27, 13. Nov. 2011 (CET)
  • Schade, nachdem ich anderweitig auf dieses Thema in der Piratenwiki aufmerksam gemacht wurde hatte ich die Hoffnung hier ein Forum vorzufinden, in welchem dieses Thema ernsthaft und ausgewogen diskutiert wird. Leider muss ich feststellen, dass es auch hier nicht möglich ist dieses heisse Thema sachlich und emotionsfrei darzustellen. Ich selbst bin hinsichtlich der Möglichkeiten, Notwendigkeiten und Implikationen bezüglich der Nutzung der Atomkraft zwischen Akzeptanz, Interesse und Ablehnung hin und her gerissen. Einerseits sehe ich die Möglichkeiten einer zumindest mittelfristig gesicherten Grundversorgung mit Energie. Dann bin ich an den Entwicklungen und Möglichkeiten interessiert. Und ich sehe genauso die immanenten Probleme (Lagerung von Atommüll, Gefahr der großflächigen Verstrahlung). Den viel gelobten "Erneuerbaren" Energien stehe ich allerdings auch skeptisch gegenüber, da m.E. eine sichere Versorgung allein durch die "Erneuerbaren" zu vernünftigen Preisen einfach nicht möglich ist. Mit dem Ausstieg aus der Atomkraft befürchte ich mindestens Brown Outs wenn nicht gar Black Outs in Deutschland und Europa. Abgesehen davon sind auch die "Erneuerbaren" nicht ohne Probleme für unsere Umwelt. Neben der Energieversorgung nehme ich auch weitere Probleme eines totalen Ausstiegs aus der Kernkraft wahr. Z.B. Mangel an Radioisotopen und durch den Wegfall von Neutronenquellen erhebliche Einschränkungen im Bereich der Materialforschung. Die Kernkraft ist nicht ausschliesslich eine unheimliche Bedrohung für unser aller Umwelt und Leben. Volker t.
    • Ja, wo Kernenergiebefürworter sind, sind die Gegner nicht weit – und von denen sind nicht alle an einer sachlichen Diskussion interessiert und halten sich dennoch für Experten. Vielleicht braucht mancher den einen oder anderen Brown Out oder Black Out, um das Thema auch mal aus einen anderen Perspektive zu betrachten. – Die von dir genannten Probleme Atommüll und Gefahr einer großflächigen Verstrahlung haben wir hier noch nicht wirklich aufbereitet. Daher hier erstmal nur die kurze Antwort:
      • Künftige Reaktortypen werden unseren heutigen Atommüll als Brennstoff verwenden können. Das ist ja fast alles Uran-238, das die aktuellen Leichtwasserreaktoren gar nicht nutzen können. Einiges dazu steht etwas verteilt im Abschnitt über zukünftige Kraftwerkdesigns. Siehe auch das Generation IV International Forum, das an Kernreaktoren der vierten Generation arbeitet. Mit dieser Perspektive im Hinterkopf brauchen wir kein Endlager, sondern können weiterhin Zwischenlager nutzen, bis die neuen Anlagen am Start sind, die den »Atommüll« als Brennstoff verwenden.
      • Heutige, moderne Kernkraftwerkdesigns der sogenannten Generation III+ besitzen umfangreiche passive Sicherheitseinrichtungen, die auch bei völligem Stromausfall über mehrere Tage hinweg für eine Kühlung des Reaktorkerns sorgen – auch ohne menschliches Zutun. Im Fall einer Kernschmelze verhindert ein Core Catcher, daß die geschmolze Masse ins Erdreich oder ins Grundwasser dringt. Sie wird vielmehr aufgefangen, verteilt sich auf einer dafür vorgesehenen Fläche und kann auskühlen. Unter »Moderne Kernkraftwerkdesigns« haben wir Links zu den drei wichtigsten heutigen Reaktortypen dieser Kategorie zusammengestellt. Mit einem dieser Kraftwerkstypen wäre es in Fukushima allenfalls zu einem wirtschaftlichen Schaden gekommen und wahrscheinlich nicht einmal das.
        Rainer Klute 22:16, 16. Nov. 2011 (CET)
        • Künftige Reaktortypen sind solche die bisher nur in Simulationen existieren und eine Kombination von hoher Temperatur und gefährlichen Kühlmethoden verwenden. Beim Kugelhaufenreaktor wird Graphit bei sehr hoher Temperatur verwendet, nicht gerade gut, wenn es zu einer Beschädigung des Reaktorgefäßes, oder der Kühlleitungen und einem Eindringen von Sauerstoff kommt, das führt zum Kernbrand. Die Behauptung es könne nichts schief gehen ist naiv, es können immer nur die vorhergesehenen Fehlermodi berücksichtigt werden, jedes technische System ist in der Lage zu versagen. TheBug 23:35, 16. Nov. 2011 (CET)
          • Das stimmt nur teilweise. Ein Flüssigsalzreaktor beispielsweise lief im Experimentalbetrie von 1965-1969 zuverlässig. Bleigekühlte Reaktoren kamen auf russischen U-Booten zum Einsatz. Einen Laufwellenreaktor hat natürlich noch niemand gebaut, aber das Konzept ist sicherlich einen Prototyp wert. – Ja, selbstverständlich können technische Komponenten versagen. Das wird niemand bestreiten, und das ist völlig normal, ob im Auto, im Computer oder im Kernkraftwerk. Deswegen spiegelt der Computer-Anwender seine Festplatten und macht Backups. Und deswegen gibt es in Kernkraftwerken Redundanz auf mehreren gestaffelten Ebenen.
            Rainer Klute 06:27, 17. Nov. 2011 (CET)
            • Stellt sich u.a. die Frage warum die 50 Jahre alten Konzepte immer wieder als neue Reaktoren verkauft werden und warum immer wieder gescheiterte Experimente als die Technik der Zukunft dargestellt werden. Das mit der Redundanz hat in Fukushima super funktioniert, da sind immerhin gleich vier Reaktorblöcke hoch gegangen. Es ist halt ein erheblicher Unterschied, ob ein Auto stehen bleibt, ein Computer abstürzt, oder eine Anlage mit etlichen Tonnen radioaktiven Materials in Brand gerät. TheBug 08:14, 17. Nov. 2011 (CET)
              • Fukushima hat nichts mit fehlender oder versagender Redundanz zu tun, sondern mit Verantwortungslosigkeit des Betreibers TEPCO, Stichworte: zu niedriger Tsunami-Wall, Notstromgeneratoren im Keller, Schwachstellen bekannt und dennoch nichts getan. Um im Vergleich zu bleiben: Fukushima ist wie ein Auto, daß mit 100 Sachen vor die Betonwand gesetzt wurde. – Davon abgesehen hatte ich ohnehin schon überlegt, einen Blogbeitrag zu Fukushima zu schreiben. Arbeitstitel: »Warum ich seit Fukushima pro Kernenergie bin.«
                Rainer Klute 09:35, 17. Nov. 2011 (CET)
                • Doch Fukushima ist vierfach redundant in die Kernschmelze gegangen. Das zeigt sehr deutlich wie falsch die Risikoeinschätzungen der Atomkraftbetreiber sind. Angeblich sollen solche Unfälle ja sehr unwahrscheinlich sein, trotzdem zeigten drei Reaktoren und ein Abklingbecken praktisch gleichzeitig gleichartige Fehlerverläufe. Und das bei Systemen die mit der unproblematischen und leicht verfügbaren Substanz "Wasser" gekühlt werden können. Bei einem mit Salz oder Natrium gekühlten Reaktor würde eine Notkühlung mit Wasser den Unfall verschlimmern. TheBug 01:13, 18. Nov. 2011 (CET)
                  • Fukushima war kein Restrisiko. Vielmehr hat das TEPCO-Management eine seit Jahren bekannte Gefahr ignoriert. Das nenne ich grob fahrlässig. Grob fahrlässig hat auch die Bedienmannschaft den Block 4 in Tschernobyl gefahren und dadurch die Explosion ausgelöst. Die beiden schlimmsten Nuklearunfälle sind also nicht auf eine unbekannte Gefahr zurückzuführen (siehe Definition von Restrisiko), sondern auf grobe Fahrlässigkeit. Daher mein Beispiel oben mit dem vor die Wand gefahrenen Auto. Wenn jemand so handelt, ist das sehr tragisch, heißt aber noch lange nicht, daß man Autos komplett abzuschaffen braucht.
                    Zweites Thema: Hast du dir die Konzepte der Generation-IV-Reaktoren eigentlich genauer angesehen und dich mit der Risiko- und Sicherheitsphilosophie auseinandergesetzt? Ich bezweifle das, denn sonst hättest du die Idee einer Wassernotkühlung von salz- oder natriumgekühlten Reaktoren gar nicht in die Diskussion gebracht. Du vermischt da Generation-II- mit Generation-IV-Konzepten! Das klappt natürlich nicht.
                    Rainer Klute 07:40, 18. Nov. 2011 (CET)
                    • Also Russen und Japaner sind zu inkompetent um AKWs zu betreiben, aber die Deutschen haben es drauf? Welcher Sicherheitsstandard wird wohl umgesetzt, wenn es darum geht Geld zu verdienen? Der absolut höchste? Und wo kommt eigentlich der Irrglaube her es gäbe technische Systeme die vollständig sicher sind? Eine SicherheitsPHILOSOPHIE interessiert mich nicht die Bohne (das von Dir verlinkte Paper ist bürokratischer Dünnpfiff, der Versuch handfeste Probleme auf ein paar Punkte für PowerPoint zu reduzieren), mich interessieren Chemie und Physik und die sagen dazu, dass die Gen IV Kraftwerke eine dumme Selbstüberschätzung sind. Wie kühlst Du einen havarierten Reaktor dessen Natriumkreislauf zusammengebrochen ist? Mehr Natrium drauf schütten? Oder hat das nicht zu passieren, weil Du nicht willst, das es passiert? Wie sieht das bei Salz aus? Blei? Oder einem brennenden Graphitkern? Erfahrungen zu letzterem gibt es ja aus Windscale und Tschernobyl. TheBug 00:53, 19. Nov. 2011 (CET)

Zur Wirkung ionisierender Strahlung

In der Darstellung ganz oben unter dem Abschnitt über die Wirkung ionisierender Strahlung liegen m.E. die Tatsachen verzerrende Darstellungen vor. Richtig ist, dass ionisierendes Strahlung(Gammastrahlung ist elektromagnetische Strahlung) materialschädigende Wirkungen hat. Diese schädigende Wirkung gilt für unbelebte wie belebte Materie. Im lebenden Gewebe beruht die Wirkung auf der Tatsache, dass durch das "herausschiessen" von Elektronen Radikale gebildet werden. Diese Radikale wiederum schädigen das betroffene Gewebe. In der Regel wird das Gewebe einfach absterben. In ungünstigeren Fällen wird durch die Strahlung die DNA geschädigt. Hierdurch kann es zu einem entarteten Zellwachstum (Krebs) kommen. Kritisch wird es, wenn die DNA von Spermien oder Eizellen geschädigt wird. Im einfachsten Fall sind diese nicht mehr zur Fortpflanzung fähig. In einigen Fällen kann es jedoch zu Mutationen und damit zu Missbildungen der Embrionen und Föten führen. Auch Embrionen sind wenn diese der Strahlung ausgesetzt werden besonders gefährdet. Durch Strahlung geschädigtes Gewebe regeneriert sich nur dadurch, dass neues (hoffentlich) gesundes Gewebe nachwächst. Die Strahlenschäden durch ionisierende Strahlung mit einem Sonnenbrand zu vergleichen ist im Grunde korrekt, jedoch werden hierbei die möglichen Gefahren in nicht akzeptabler Weise verharmlost. Die Darstellung einer dosierten und dafür längeren Exposition durch UV-Strahlung bewirkt unzweifelhaft zu einem gesunden Teint. Allerdings gilt keinesfalls für Alpha-, Beta- und Gamma-Strahlung. Zur Bewertung der Äquivalenzdosis (der biologischen Wirksamkeit) Sollte man schon detaillierter auf die Strahlungsarten, die Gewebetypen und die statistischen Dimensionen eingehen. Weiter muss m.E. unbedingt die unterschiedlichen Konsequenzen äußerer Exposition oder Intoxikation betont werden. Für eine ausgewogene Diskussion dieses Themas sollte man m.E. verharmlosende Vergleiche ebenso wie unverhältnismässige Panikmache vermeiden. Volker t.

  • Danke! Dann ist es ja gut, daß diese Sachen erstmal nur hier auf der Diskussionsseite stehen. Die sind nämlich noch nicht kritisch gegengelesen worden (außer von dir). – Eigentlich soll hier ja auch kein Lehrbuch entstehen, es sollen vielmehr vorhandene Informationen verlinkt und in einen Kontext gebracht werden.
    Rainer Klute 22:16, 16. Nov. 2011 (CET)

Ich habe die Beiträge gelesen, wobei mir die Motivation dieser Beiträge nicht klar ist.Ich verweise daher nochmals auf den im Abschnitt: Wie „funktioniert” radioaktive Strahlung? Deutsche Wikipedia: Etwas ausführlichere Darstellung als hier, insbesondere mit Unterscheidung der verschiedenen Strahlungsarten

Informationskreis KernEnergie (PDF): Sehr ausführliche Darstellung aller Strahlungsarten, ihrer Wirkung und möglicher Schutzmaßnahmen. Ich stelle mir wirklich die Frage, was man mit so einer Kommentierung erreichen will. Alle elektromagnetischen Strahlungsquellen sind bei genügender Energiedichte gesundheitsschädlich. Nur zur Info, es sterben Jährlich mehr Menschen an Wärmestrahlung als an Gammastrahlung. --Schwarzschild 57 21:45, 18. Nov. 2011 (CET)

Kalte Fusion

Ohje, jetzt lese ich erst den Abschnitt über die "Kalte Fusion". Ein durch und durch spekulatives Thema ohne auch nur annähernd gesicherte wissenschaftliche Basis. Schade! Damit verliert der Artikel aus meiner Sicht an Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit. Volker t.

  • Da sind wir derselben Meinung. Ein weiterer Grund, warum der von Schwarzschild 57 gelieferte Beitrag nur hier auf der Diskussionsseite steht.
    Rainer Klute 22:16, 16. Nov. 2011 (CET)

Eine höfliche Frage. Was ist an dem Beitrag "spekulativ" falsch oder unrichtig. Ich habe die historische Entwicklung der Fusion bei Raumtemperatur beschrieben, und auf die neusten Ergebnisse von Dr. Huke und seinem Team hingewiesen. Ist das spekulativ? Ich wäre sehr dankbar, wenn neben persönlichen Meinungen der wissenschaftliche Beleg dieser persönlich gefärbten Behauptung hinzu geführt würde. Es würde mich auch, interessieren welcher Beitrag genannt wäre da ich drei Beiträge geschrieben habe. Ich bin der Meinung, dass man als Wissenschaftler alle Wege beleuchten sollte, auch wenn unsere Wissensbasis eine genaue Beschreibbarkeit noch nicht zulässt. Setzt man sich über dieses hinweg so ist das Hybris und keine Wissenschaft. --Schwarzschild 57 18:35, 18. Nov. 2011 (CET)

  • Spekulativ ist nicht dein Beitrag, sondern die sog. "Kalte Fusion". Die Kalte Fusion bezeichnet einen Effekt, der vielleicht etwas übereilt einer Fusionsreaktion zugeschrieben wurde. Bis zum heutigen Tag sind die Ursachen und Wirkmechanismen dieses Phänomens unbekannt. Wenn dann jemand mit der Kalten Fuison hausieren geht und damit quasi die Energieprobleme der nahen Zukunft zu lösen verspricht, dann kann man wohl zu Recht von Spekulation sprechen. Mit der gleichen Berechtigung könnte man vielleicht auch von der baldigen Nutzung der Nullpunktenergie spekulieren. Nun zur Arbeit von Hr. Huke, die ich mal überflogen habe. Interessant ist der Ansatz mit Ionenimplantern in Metallen bzw. Metallhydriden eine Fuisonsreaktion in Festkörpern hervorrufen zu wollen. Allerdings wird in dieser Arbeit an verschiedenen Stellen der Enttäuschung darüber Ausdruck gegeben, dass die Resultate nicht den Erwartungen entsprachen. Bezeichnend auch der folgende Satz aus der Konklusio: "Die Resultate dieser Arbeit sind ein erster Schritt und ein Ausgangspunkt in ein neues weitgefächertes Forschungsgebiet. Erst wenn [...] geklärt ist welche Mechanismen die Deuteronen-Fusionsreaktion im Festkörper modifizieren wird man beurteilen können ob es möglich sein wird [...] die Kalte Fuison zu realisieren". Dieser Satz sagt doch alles zu dem Thema aus.

Volker t.


Ich finde es sehr bemerkenswert, dass ein Angestellter in der IT-Branche, Volker t., über ein Wissen verfügt, das weltweit wahrscheinlich nur ein paar Dutzend Kernphysiker haben. Das soll nicht heißen, dass sich nur ein paar Spezialisten über die Energie der Zukunft Gedanken machen sollen, aber ich fände es für Piraten angemessener, nicht so herablassend und inquisitorisch über Wissenschaftler zu urteilen, die wissenschaftliches Neuland betreten. Beispiele aus der Geschichte, die wir bis zum Fürchten kennen, sollten kritische Menschen vor allem bescheidener machen. Hinterfragen, statt aburteilen! Bedauerlich finde ich, dass Rainer Klute in dasselbe Horn stößt. --Costa 20:10, 18. Nov. 2011 (CET)

  • Stimmt ich arbeite heute in der IT. Allerdings war ich in der Vergangenheit auch als Wissenschaftler in der Werkstofftechnik und Festkörperphysik tätig. Das macht mich natürlich nicht zum Fachmann für Kernphysik.

Volker t.

Ich denke, dass bei Volker t und Rainer Klute die gemachten Kritiken einfach durch Lesen der Fachaufsätze zu zerstreuen sind.

Die Deuteronen-Fusionsreaktionen in Metallen http://opus.kobv.de/tuberlin/volltexte/2002/375/pdf/huke_armin.pdf

A. Huke, K. Czerski, P. Heide Experimental techniques for the investigation of the electron screening effect for d+d fusion reactions in metallic environments Nuclear Physics A 719 IS - (2003) C279-C282

--Schwarzschild 57 20:45, 18. Nov. 2011 (CET)

Na etwas ernüchternd dürfte dann wohl zu lesen sein was der Institutsleiter zu dem Thema zu sagen hatte: http://www.an-morgen-denken.de/tui/05dez/lbriefe.htm TheBug 01:25, 19. Nov. 2011 (CET)

  • Ernüchternd ist, dass es offenbar auch unter den Piraten Mitglieder oder Freunde gibt, die wahrscheinlich, hätten sie die Gelegenheit dazu gehabt, auch die Relativitätstheorie verdammt hätten. Die Gegenerschaft kam auch hier besonders aus den eigenen Reihen der Wissenschaft. Aber sollten sich die Piraten wirklich auf die Seite der scheinbar Mächtigen, in diesem Fall des Institutsleiters für Atomare Physik und Fachdidaktik, dessen Motive auch TheBug nicht kennen wird, schlagen? Was kann den Piraten eigentlich Besseres passieren als da anzuknüpfen, wo die etablierten Kräfte aufhören zu denken? Kann es angehen, dass Piraten sich auf vernichtende Urteile von Institutsleitern berufen, ohne die „Vision eines jungen Wissenschaftlers“, der angeblich über das Ziel hinausgeschossen sein soll, zu hinterfragen? Wäre es nicht spannend und lehrreich, von denen lernen zu wollen, die etwas verändern und nicht herrschende Meinungen nachbeten wollen? Die Biographie von Dr. Armin Huke habe ich mir einmal angesehen. Ich denke, Bescheidenheit gegenüber seinem Wissen und Hinterfragen (Transparenz!) gehören auch im Fall der Kalten Fusion zu den Chancen, die es möglich machen, das Leben auf der Erde nachhaltig zu verbessern. --Costa 07:31, 19. Nov. 2011 (CET)
    • Oh, das Galileo Gambit, dann muss das ja stimmen! Entschuldige bitte, dass ich so konservativ bin darauf zu bestehen, dass man einen Effekt nicht nur behauptet, sondern auch belegt, also z.B. mit nachvollziehbaren und wiederholbaren Experimenten. Dr. Huke ist da natürlich viel weiter, er sieht ja die Cold Fusion schon als Tatsache an und erforscht ihre Details. Leider hat er dabei vergessen die eigentlich Kalte Fusion überhaupt mal zu belegen, statt sie einfach zu behaupten (im Gegensatz zu "postulieren" was mit entsprechenden Thesen durchaus legitim wäre). Ist vergleichbar mit Abhandlungen über die Psychologie von UFO-Piloten. Ich kenne weder Dr. Huke, noch Prof. Heide, aber ich kenne durchaus den aktuellen Stand zur Forschung in Sachen Cold Fusion und der ist halt, dass man nach wie vor keinen Effekt vorweisen kann. TheBug 12:47, 19. Nov. 2011 (CET)
  • Nicht jeder Institutsleiter verfügt über die Wissensbasis die Forschungsergebnisse seiner Wissenschaftler zu bewerten. Wer den ganzen Vorgang kennt, dass setze ich mal voraus, weiß auch das dieser Institutsleiter schon aus politischen Gründen so und nicht anders gehandelt hat. Ob dies der Wissenschaft gedient oder geschadet hat sei dahingestellt. Diese Quelle als Diskutant zu nennen zeigt, dass nach dem finden des ersten Gegenarguments die suche aufgehört hat. Das ist der Fehler der immer nur dann auftritt, wenn man das Thema abschießen will. Ist das die Motivation?

Liebe Diskutanten, im Rahmen unserer wissenschaftlichen Auseinandersetzung, erscheint es mir sinnvoll, mal die Friedenspfeife zu rauchen, damit wir uns alle würdelosen Auseinandersetzungen sparen können, so nach dem MOTTO: "ich habe aber wieder ein Haar in der Suppe gefunden". Um eine Grundlage für eine unvoreingenommene Diskussion zu legen, werde ich den Energieerntefaktor zum Vergleich der verschiedenen Energiewandler einstellen. Ihr könnt euch das ja mal an schauen. --Schwarzschild 57 09:20, 19. Nov. 2011 (CET)

    • Aha, an der Quelle liegt es also, nicht an dem Umstand, dass nach wie vor niemand in der Lage war Kalte Fusion wenigstens im Labor zu demonstrieren. Alle bisher dazu veröffentlichten Versuche lassen sich nicht reproduzieren und die angeblichen Ergebnisse bewegen sich im Messfehler. Bestimmt kommt jetzt noch eine Verschwörung der x-Industrie (bevorzugtes Feindbild für X einsetzen), die die Technik unterdrücken will. TheBug 12:47, 19. Nov. 2011 (CET)
      • Nur zur Klarstellung, es ist in keiner der beschriebenen Beiträge die Behauptung aufgestellt worden, dass die kalte Fusion als einsetzbarer funktionsfähiger Energieerzeugungsprozess belegt ist. Vielmehr ist es so, dass zu diesem Thema noch erheblicher Forschungsbedarf besteht. Ich bin der Meinung, dass unser kommendes Energieproblem zu groß ist, als das man diese Forschung vernachlässigen kann. Julian Schwinger hat die Theorie zur kalten Fusion erklärt. Man steht nun vor dem Problem die Coulomb-Schwelle zu überwinden, so das eine Kernreaktion ermöglicht wird. Aus diesem Grund hat Dr. Huke weitere Tests zur Elektronenabschirmung gemacht. Es wurden Deuteronen in ein Metallgitter gepackt und diese mit weiteren Deuteronen beschossen. Obwohl die Deuteronen nicht genug Energie hatten, um die Coulomb-Schwelle von selber zu überwinden, maß Huke Fusionsprodukte. Dabei trat bei manchen Metallen ein Effekt auf, der laut McKubre den “definitorischen Unterschied” zwischen kalter und konventionell verstandener Fusion ausmache: Die Reaktionswege (Deuterium + Deuterium > Tritium + Proton) und (Deuterium + Deuterium > Helium-3 + Neutron) traten nicht gleich häufig auf. Vollkommen “unerwartet und außergewöhnlich” wurde der Neutronenweg unterdrückt. Wie Hagelstein erklärt Dr. Huke seine Ergebnisse mit dem Tunnel-Effekt. --Schwarzschild 57 22:28, 19. Nov. 2011 (CET)
        • Und jetzt noch mal die Klarstellung von mir: So wie auch Dr. Huke setzt Du Dich der Kritik aus, dass Kalte Fusion bisher nicht belegt werden konnte. Keines der Experimente konnte nachvollziehbare und signifikante Ergebnisse liefern. Es ist absolut nichts gegen Forschung einzuwenden, aber es ist durchaus etwas dagegen einzuwenden, dass Kalte Fusion als Fakt dargestellt wird. Und damit ist das noch viel weiter davon entfernt Gegenstand einer energiepolitischen Diskussion zu sein, als es die "heisse" Fusion ist (bin übrigens sehr gespannt auf den neuen Wendelstein). TheBug 00:48, 20. Nov. 2011 (CET)
          • Der Name scheint hier Programm zu sein. Ich habe mich wirklich bemüht, in einer wissenschaftlich qualifizierten Art und Weise die Situation zu erläutern. Julian Schwinger hat die Theorie entwickelt. Wissenschaftler versuchen, sie zu belegen oder zu widerlegen. Bei den vielen Wissenschaftlern, zu denen auch Nobelpreisträger gehören, hat sich die Meinung verdichtet, dass die kalte Fusion möglich sein kann. Es gibt genügend Wissenschaftler, die den Mechanismus dieser Theorie (u.a. Untertunnelung der Coulomb-Schwelle) erforschen und hier belegbare Beweise haben, dass die Fusion bei Raumtemperatur möglich sein kann. Es liegt hier noch ein erheblicher Forschungsbedarf vor. Es ist aber sinnvoll, dies Forschung zu unterstützen. --Schwarzschild 57 11:52, 20. Nov. 2011 (CET)
            • Und bei Dir ist der Name offensichtlich falsch gewählt. Kalte Fusion ist eine Möglichkeit und keine Gewissheit, davon als Fakt zu reden ist unwissenschaftlich. TheBug 13:05, 20. Nov. 2011 (CET)

Kinderkrebsstudien

Was sagt ihr zu den Studien, die belegen, dass Leukämie bei Kindern, die in der Nähe von Kernkraftwerken wohnen, signifikant häufiger auftritt? DennisG. 11:26, 17. Nov. 2011 (CET)

  • Danke, ich habe die Frage als »To Do« aufgenommen. Dazu werden wir etwas schreiben. Kurze Antwort schon jetzt: Leukämie tritt nicht statistisch signifikant häufiger auf. Aber für diese Antwort braucht's natürlich noch Belege und Begründungen. Das kommt noch!
    Rainer Klute 12:19, 17. Nov. 2011 (CET)
    • Lieber Rainer, von mir aus magst Du Dich ja auf die (m.E. zweifelhaften) Ergebnisse der Ursachenstudien berufen, die behaupten dass die Leukämie-Cluster keinen ursächlichen Zusammenhang mit den KKWs haben. Aber hier in "kurzer Antwort" zu behaupten, dass es die Cluster nicht gebe, das geht nicht. https://de.wikipedia.org/wiki/Leuk%C3%A4miecluster_Elbmarsch --hirnbloggade 11:23, 18. Nov. 2011 (CET)

Beiträge von Schwarzschild 57

Bitte beachten: Die von Schwarzschild 57 gelieferten Beiträge stehen hier zur Diskussion. Sie geben nicht zwangsläufig die Meinung der Ausstiegskritische Nuklearia wieder – insbesondere nicht zur Kalten Fusion!
Rainer Klute 22:19, 16. Nov. 2011 (CET)

  • Cool, wie die ganze Partei ist auch die Nuklearia ihre eigene Opposition :) TheBug 14:35, 19. Nov. 2011 (CET)

Der Energieerntefaktor

Der Erntefaktor soll die gesamte energiewirtschaftliche Effizienz eines Kraftwerks durch eine Zahl ausdrücken, so dass verschiedene Möglichkeiten der Nutzbarmachung von Energie (solar, nuklear, ...) miteinander verglichen werden können. Das Kraftwerk wird dabei als „Black Box” betrachtet, in die man eine bestimmte Energie „investieren” muss, um ein Vielfaches wieder herauszubekommen. Entsprechend lautet der englische Begriff auch „energy returned on energy invested”, kurz EROEI, manchmal auch EROI.

Der Erntefaktor ist nicht die einzige, aber die wichtigste Kenngröße eines Kraftwerkstyps. Nur wenn andere Faktoren wie z.B. die Umweltbelastung, Risiko oder Verfügbarkeit der Brennstoffe den Bau eines Kraftwerks mit hohem Erntefaktor nicht zulassen, wird man Typen mit kleinerem Erntefaktor in Erwägung ziehen. Diese Aspekte sind aber Gegenstand einer gesonderten Betrachtung. Hier sollen nur die Erntefaktoren verschiedener Energieformen objektiv ermittelt werden.

Definition des Erntefaktors

Während seiner Lebenszeit „produziert” ein Kraftwerk Energie; für den Bau, während des Betriebs und für den Abbau muss aber auch Energie aufgewendet werden. Diese Energien müssen zueinander in Bezug gesetzt werden. Je größer der Erntefaktor, desto lohnender ist der Bau und Betrieb einer Anlage.

Tatsächlich kann Energie natürlich nicht produziert, sondern nur umgewandelt werden. Dabei steht am Anfang immer eine thermische Energiequelle wie z.B. Kohleverbrennung oder die nukleare Verbrennung in der Sonne im Falle sogenannter „regenerativer” Energien. Für die Umwandlung ist hierbei interessant, welcher Anteil wirklich nutzbar ist. Der nutzbare Anteil wird als Exergie bezeichnet. Diese kann tatsächlich erzeugt und vernichtet werden. Wir werden hier dennoch den Begriff der Energie verwenden, obwohl in den meisten Fällen Exergie gemeint ist.

In jedem Fall wird der kumulierte Energieaufwand KEA betrachtet, d.h. die während der gesamten Lebensdauer eines Kraftwerks bereitgestellte bzw. benötigte Energie (eigentlich Exergie), auch „graue Energie” genannt. Ist W die gesamte während seiner Lebensdauer bereitgestellt Energie, so wird in der Fachliteratur der Erntefaktor EF wie folgt definiert EF = W / KEA

In Worten: Der Erntefaktor eines Kraftwerks ist das Verhältnis der bereitgestellten Energie W zum kumulierten Energieaufwand KEA, der für die Bereitstellung notwendig ist.

Die folgende Grafik veranschaulicht diese Beziehung.

Datei:Erntefaktor.png

Der Erntefaktor eines Kraftwerks. Die Brennstoffbereitstellung (Förderung, Aufbereitung, usw.) findet normalerweise außerhalb des eigentlichen Kraftwerks statt, wird aber fairerweise zur investierten Energie hinzugerechnet.

Der KEA lässt sich weiter aufteilen in eine Komponente

   für den Bau
   für den Betrieb, z.B. Wartung, Ersetzen von Komponenten,
   für die Brennstoffbereitstellung, z.B. Bergbau, Aufbereitung
   und für den Abbau, z.B. Rückbau, Entsorgung.

Obwohl der Energieaufwand für die Bereitstellung des Brennstoffs nicht auf dem Kraftwerksgelände anfällt, im engeren Sinne also nicht Teil des Kraftwerks ist, wird er üblicherweise dazugerechnet - er ist schließlich untrennbar mit dem Betrieb des Kraftwerks verbunden. Ein Vorteil von Wind-, Wasser- und Sonnenenergie ist, dass die Brennstoffe von der Natur bereitgestellt werden - dieser Beitrag zum Aufwand entfällt hier also. Das heisst jedoch nicht, dass die Energie „umsonst” ist, denn der übrige Aufwand bleibt bestehen und muss überdies mit der produzierten Energie verglichen werden.

Unsicherheiten bestehen bei den Anforderungen an Sicherheit und Umweltfreundlichkeit. Spart man sich z.B. das energieaufwändige Betoncontainment eines herkömmlichen Kernreaktors, so wird man einen höheren Erntefaktor erzielen. Ein derartiges Kraftwerk wäre dann aber in keinem Land mehr genehmigungsfähig. Höhere Anforderungen an die Umwelt wie z.B. CO2-Sequestrierung bei Kohlekraftwerken schlagen sich in einem höheren KEA nieder und führen folglich zu einem niedrigeren Erntefaktor. Hier muss man eine vernünftige Grenze ziehen.

Berechnung des Erntefaktors

Die folgenden Abschätzungen beziehen sich auf die Stromproduktion. Die Nutzung der Abwärme, z.B. als Prozesswärme oder zum Heizen ist Gegenstand einer gesonderten Betrachtung.

Die während der Lebensdauer nach außen bereitgestellte Energie W berechnet sich grundsätzlich aus dem Produkt von Nennleistung P, Jahresnutzungsdauer T und Lebensdauer der Anlage L:

   W = P * T * L

Die Nennleistung ist die Leistung, für die das Kraftwerk bei optimalem Betrieb ausgelegt ist. Sie wird hier in MWe (Megawatt elektrisch) angegeben. Die Jahresnutzungsdauer beschreibt die Anzahl der Stunden pro Jahr, in denen das Kraftwerk tatsächlich mit der Nennleistung arbeitet. Nach einigen Jahrzehnten werden auch die Materialien spröde, die Reparaturkosten werden hoch und die Technik ist veraltet - das Kraftwerk hat „ausgedient”. Typische Werte für die Lebensdauer sind 30-60 Jahre.

Weitaus komplizierter ist die Abschätzung des KEA. Die wichtigen Kennzahlen werden teilw. von den Betreibern nicht gerne veröffentlicht. Ein Teil der bereitgestellten Energie wird vom Kraftwerk selbst konsumiert, z.B. zum Betrieb von Pumpen. Wir folgen dabei der Konvention, diese Energie von der bereitgestellten Energie abzuziehen und nicht zum KEA hinzuzuzählen.

Erntefaktoren typischer Kraftwerke

In der folgenden Tabelle werden die Energie-Erntefaktoren verschiedener Kraftwerkstechniken gegenübergestellt. Details zu den Berechnungen mit zahlreichen Quellenangaben sind in der zweiten Erntefaktor-Abhandlung zu finden.

Kraftwerkstypen ohne Notwendigkeit von Speicherung und Reserven

Datei:E1.png

Kraftwerkstypen, die Speicherung oder Reserven benötigen

Reserven sind nötig, um saisonale Schwankungen auszugleichen, denn auch bei saisonal geringer Wind- oder Sonnenleistung muss der Grundbedarf gedeckt werden können, was den Erntefaktor etwa halbiert. Saisonale Speicherung ist mit Pumpspeicherwerken nicht möglich, da die dafür notwendigen Kapazitäten aus geologischen bzw. ökologischen Gründen nicht verträglich installierbar sind (Beckenkapazitäten bis zum Mehrfachen des Bodensees gepumpt über einige 100 Meter Höhe). Die Druckluftspeicherung ist noch nicht effizient realisiert, außerdem gibt es keinen Kostenvorteil im Vergleich zur Installation von entsprechenden Überkapazitäten von Kraftwerken. Andere Speichertechniken wie Wasserstoff- bzw. Methangassynthese ("Windgas") oder Batteriespeicherung haben einen nur halb so hohen Wirkungsgrad sowie sehr hohe Anlagenkosten und reduzieren den Erntefaktor noch stärker.

Tag-Nacht-Schwankungen und Schwankungen über mehrere Tage können durch heutige Speichertechniken überbrückt werden. Die günstigste davon, die Pumpspeichertechnik, reduziert den Erntefaktor um einen weiteren Faktor 2 für Wind- und einen Faktor 1,5 für Solarenergie.

Datei:E2.png

Die Werte für den kumulierten Energieaufwand sind Schätzungen. Die Tabelle wird fortwährend angepasst.

  • Wo ist das Zahlenwerk mit dem diese Tabellen zusammengelogen wurden? Fossile Kraftwerke können keinen positiven Erntefaktor haben, da sie ständig Brennstoff verbrauchen. Die Zahlen für die AKWs unterschlagen bequemerweise mindestens das Thema Entsorgung. Die Einteilung in Kraftwerkstypen die Speicherung brauchen oder nicht ist ebenfalls offensichtlich falsch, AKWs und große fossile Anlagen können der Netzlast nicht folgen. TheBug 12:57, 19. Nov. 2011 (CET)
    • Ich denke TheBug macht hier einen "BUG". Es handelt sich nicht um den Wirkungsgrad. Ich habe den Unterschied noch mal dargestellt. --Schwarzschild 57 22:25, 19. Nov. 2011 (CET)
      • Nein, das ist durchaus kein Fehler. Wie so üblich wird bei bestimmten Energiequellen die Gesamtbetrachtung ausser Acht gelassen, dafür aber besonders bei den generativen genau hingesehen. Bei den AKWs fehlt die Berechnung wie viel Energieaufwand für die Entsorgung nötig ist, was u.a. daran liegt, dass diese noch ungeklärt ist. Es hilft aber nun mal nichts, wenn man in der gesamten Kette am Ende die Energie wieder reinhauen muss, dann ist der Erntefaktor bestenfalls Selbstbetrug. TheBug 00:41, 20. Nov. 2011 (CET)

Der Wirkungsgrad

Manchmal gibt es Verwechslungen mit dem Wirkungsgrad eines Kraftwerks. Dieser ist definiert als das Verhältnis von abgegebener Nutzenergie (alles außer Wärme) zur zugeführten Primärenergie. Mit Primärenergie ist hierbei die während der Verbrennung eines Brennstoffs freigesetzte thermische Energie des Brennstoffs selbst gemeint, nicht der Energieaufwand für die Förderung und Aufbereitung. Die Primärenergie hat keinen Zusammenhang mit dem KEA. Der Wirkungsgrad hat Werte zwischen 0 und 100%.

Der Wirkungsgrad beschreibt nur, wie effizient ein Kraftwerk den Energieträger nutzt. Ein hoher Wirkungsgrad ist grundsätzlich von Vorteil. Positiv auf den Erntefaktor wirkt er sich jedoch nur aus, wenn er nicht durch einen entsprechend höheren KEA „erkauft” wird. Zum Beispiel kann man den Wirkungsgrad von Photovoltaikanlagen durch den Einsatz aufwändig herzustellender Materialien steigern. Die Herstellung dieser Materialien kann aber einen vergleichsweise höheren KEA erfordern, so dass der Erntefaktor nicht größer wird.

Erntefaktor Kraftwerkstechnik Steinkohle

Der kumulierte Energieaufwand (KEA) für den Bau wird nach [15] dominiert von Stahl und Edelstahl mit einem Anteil von 54%, entsprechend 1420 TJ. Allerdings gehen die Autoren auch hier teilweise von einem viel zu hohen KEA von 32,5 GJ/t aus. Der KEA für Betriebsstoffe wird mit 584 TJ angegeben, ist aber ohne die primärenergetische Gewichtung des Stroms nur 450 TJ. Auch der KEA für Kupfer und Aluminium ist rein elektrisch und somit statt 240 TJ nur 76 TJ, also 161 TJ weniger. Der gesamte KEA für den Bau reduziert sich somit auf 1970 TJ, davon 9% elektrisch. Damit ergeben sich aus [15] folgende korrigierte Kennzahlen:

Nettoleistung bei Vollast: 509 MW Auslastung: 7500 Stunden / Jahr Steinkohleverbrauch: 1,16 Mt/Jahr Bau: 1.970 TJ, 9% elektrisch Abbau: 91 TJ Nutzungzungsaufwand: 148 TJ / Jahr

Die in der Studie [15] angenommene Lebensspanne von 40 Jahren ist zu klein. Wir nehmen hier 50 Jahre an. W und KEA ergeben sich damit zu

Eingespeiste elektrische Energie W: 687.200 TJ KEA: 23.960 TJ (davon 37% elektrisch), bestehend aus

   Brennstoffbereitstellung ohne Transport bei Untertagebau: 14.500 TJ, davon 60% elektrisch
   Nutzungzungsaufwand: 7.400
   Bau+Abbau: 2.060 TJ, davon 9% elektrisch

Erntefaktor ohne Kohletransport: 29

Quellen

[1] G. Hagedorn, F. Ilmberger, "Kumulierter Energieverbrauch und Erntefaktoren von Windkraftanlagen", Energiewirtschaftliche Tagesfragen, Heft 1/2, S.42, 1992

[2] E. Pick, H.-J. Wagner, O. Bunk, "Kumulierter Energieaufwand von Windkraftanlagen", BWK, Bd. 50, Nr. 11/12, S. 52, 1998

[3] M. Geuder, "Energetische Bewertung von Windkraftanlagen", Diplomarbeit, FH Würzburg, 2004

[4] A. T. D. Fernando, "Embodied Energy Analysis of New Zealand Power Generation Systems", Master Thesis, 2010

[5] P. J. Meier, "Life-Cycle Assessment of Electricity Generation Systems and Applications for Climate Change Policy Analysis", Fusion Technology Institute, Wisconsin 2002

[6] B. Hundt, "Energie- und Klimaeffizienz von Biogasanlagen mit Biogasaufbereitung und -einspeisung unter Nutzung von Silomais - Untersuchungen am Beispiel der Biogasanlage der HSE AG in Darmstadt-Wixhausen", Schriftenreihe zur Bodenkunde, Landeskultur und Landschaftsökologie der Justus-Liebig-Universität Gießen, Band 55, 2010

[7] Center for Liquefied Natural Gas, "Life Cycle Assessment of GHG Emissions from LNG and Coal Fired Generation Scenarios: Assumptions and Results", PACE, 2009

[8] P. L. Spath, M. K. Mann, D. R. Kerr, "Life Cycle Assessment of Coal-fired Power Production", National Renewable Energy Laboratory, U.S. Department of Energy, 1999

[9] M. Ito, M. Kudo, M. Nagura, K. Kurokawa, "A comparative study on life cycle analysis of 20 different PV modules installed at the Hokuto mega-solar plant", Prog. Photovolt: Res. Appl., 2011

[10] E. A. Alsema, O. Frankl, K. Kato, "Energy pay-back time of photovoltaic energy systems: present status and prospects", 2nd World Conference on Photovoltaic Solar Energy Conversion, Vienna, 1998

[11] M. J. de Wild-Scholten, E. A. Alsema, Energy Reseach Centre of the Netherlands, XSL-Tabelle von 2006

[12] D. Mayer, L. Wald, Y. Poissant, S. Pelland, "Performance Prediction of Grid-Connected Photovoltaic Systems Using Remote Sensing", IEA PVPS Task 2 Report, 2008.

[13] PHOTON, April 2011

[14] P. Viebahn, "Solarthermische Kraftwerkstechnologie für den Schutz des Erdklimas - SOKRATES-Projekt", Projektbericht, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt Stuttgart, 2004

[15] M. Hoffmeyer, D. Köhler, K. Schwaiger, T. Fleißner, "Ganzheitliche energetische Bilanzierung der Energiebereitstellung (GaBiE)", Forschungsstelle für Energiewirtschaft, Gesellschaft für praktische Energiekunde e.V., München, 1996

[16] J. Stubbles, "Energy Use in the U.S. Steel Industry: An Historical Perspective and Future Opportunities", Energetics, Inc. Columbia, MD, for the U.S. Department of Energy, 2000

[17] A. Otto, "Faktensammlung zur Windenergie 2007", Uni Düsseldorf

[18] Windkarten des Deutschen Wetterdienstes DWD, zu finden auf der DWD-Webseite unter "Klima und Umwelt" → "Klimagutachten" → "Windenergie" → "Windkarten"

[19] "Energy Consumption And Greenhouse Gas Emissions in the Chilean Copper Mining Industry", Chilean Copper Commission, Events of 200

[20] "Aluminum Industry Analysis Brief", U.S. Energy Information Administration, 2011

[21] Falco Parthey, "Lebenszyklusanalyse und Bestimmung von Einflussfaktoren zur nachhaltigen Produktgestaltung von GuD-Kraftwerken ", Fakultät für Umweltwissenschaften und Verfahrenstechnik der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus 2009


Wie „funktioniert” radioaktive Strahlung?

Unter Radioaktivität versteht man den Zerfall instabiler Atomkerne. Diese befinden sich in der Natur vermischt mit den stabilen Kernen desselben chemischen Elements in praktisch allen Stoffen, in Luft und Nahrung, im Gestein, in Pflanzen und im Wasser. Zerfallen die instabilen Kerne, emittieren sie Strahlungsteilchen. Neben dieser natürlichen radioaktiven Untergrundstrahlung wird unser Körper bei medizinischer Diagnostik oder Behandlung zusätzlicher radioaktiver Strahlung ausgesetzt.

Im Folgenden werden die Grundbegriffe der Radioaktivität sowie die Wirkung der entsprechenden Strahlung in Organismen kurz erläutert. Gute weiterführende Erklärungen finden sich zudem hier:

Deutsche Wikipedia: Etwas ausführlichere Darstellung als hier, insbesondere mit Unterscheidung der verschiedenen Strahlungsarten

Informationskreis KernEnergie (PDF): Sehr ausführliche Darstellung aller Strahlungsarten, ihrer Wirkung und möglicher Schutzmaßnahmen.

Entstehung radioaktiver Strahlung

Es sind ca. 2000 verschiedene Atomkerne (Nuklide) bekannt. Die meisten davon zerfallen aber so schnell, dass sie nur künstlich für einen kurzen Moment erzeugt werden können. Nur ca. 250 stabile Nuklide sind in der Natur anzutreffen, aber auch ca. 80 instabile. Letztere findet man nur, weil sie sehr langsam zerfallen. Sie tragen mit zur natürlichen Radioaktivität bei.

Beim Zerfall instabiler Nuklide, ob künstlich oder natürlich erzeugt, entsteht radioaktive Strahlung. Das Nuklid zerfällt dabei in ein anderes, etwas leichteres Nuklid (Tochterkern), wobei leichtere Teilchen abgesondert werden. Letztere bilden die so genannte radioaktive Strahlung. Bei jedem Zerfall entsteht so ein Strahlungsteilchen, manchmal auch zwei oder drei. Die meisten der durch Zerfallsprozesse entstehenden Strahlungsteilchen sind elektrisch geladen und haben eine hohe Energie - hoch genug um in Materie (z.B. in einem Organismus) Elektronen von den Atomen und Molekülen zu trennen, diese also zu ionisieren. Daher nennt man derartige Strahlung auch allgemein ionisierende Strahlung.

Die folgende Skizze zeigt als Beispiel das einfachste Nuklid, den Wasserstoffkern (1). Er besteht nur aus einem Proton und gilt als stabil. Der nächst schwerere Kern, der Deuteriumkern (2), entsteht durch Hinzufügen eines Neutrons. Auch er ist stabil. Durch Hinzufügen eines weiteren Neutrons entsteht ein Tritiumkern (3). Dieser ist instabil und zerfällt nach durchschnittlich 18 Jahren (die tatsächliche Zerfallszeit schwankt statistisch) in den stabilen Kern Helium-3. Als Strahlungsteilchen wird dabei ein Elektron emittiert.

Datei:Hdt.png

Die drei Wasserstoffisotope. Tritium ist instabil und zerfällt in Helium-3 - im Innern des Kerns hat sich ein Neutron in ein Proton umgewandelt. Dabei entsteht ein Elektron mit einer Energie von bis zu 18 keV. Als zusätzliches Teilchen wird ein „Elektron-Antineutrino” (nicht gezeigt) gebildet, das aber für den Menschen ungefährlich ist.

Ionisierende Strahlung kann auch auf andere Art erzeugt werden, z.B. in einer Röntgenapparatur. Das ultraviolette Licht der Sonne ist ebenfalls teilweise ionisierend. Wir werden deshalb im Folgenden nicht mehr von radioaktiver Strahlung, sondern allgemein von ionisierender Strahlung sprechen.

Enthält eine Substanz radioaktive Nuklide, so wird man mit einer bestimmten Häufigkeit Zerfälle beobachten. Die Zerfallsrate bezeichnet man als Aktivität. Die Einheit der Aktivität ist Becquerel (Bq). Ein Bq ist ein Zerfall pro Sekunde, entspricht also der Emission eines ionisierenden Strahlungsteilchens pro Sekunde.

Wirkung ionisierender Strahlung

Passiert ein ionisierendes Strahlungsteilchen Materie, hinterlässt es eine Spur von ionisierten Atomen und Molekülen. Diese, ihrer Elektronen teilweise beraubt, werden nun chemisch hochreaktiv und gehen neue Bindungen ein. Für organisches Gewebe kann dies weitreichende Folgen haben: Zellen ändern ihre Funktion oder sterben ab. In den meisten Fällen regeneriert sich das Gewebe wieder; in wenigen Situationen können die Zellen jedoch außer Kontrolle geraten und einen Tumor entwickeln.

Die einfachste Form derartiger Strahlenschäden hat vermutlich jeder schon einmal folgendermaßen erlebt: Setzt man seinen Körper zu lange starkem Sonnenlicht aus, führt dies zur Beschädigung der obersten Hautschichten - es entsteht ein Sonnenbrand. Der auf der Erdoberfläche ankommende Teil des ultravioletten Lichts ist zwar nicht mehr ionisierend, hat aber eine ausreichend hohe Energie, Moleküle mit der gleichen Wirkung zu verändern. Auch hier kann eine zu starke „Sonnendosis” zu einem erhöhten Risiko der Tumorbildung, d.h. Hautkrebs, führen. In den allermeisten Fällen regeneriert sich die Haut aber wieder.

Wird ein Organismus eine Zeit lang ionisierender Strahlung einer bestimmten Intensität ausgesetzt, so empfängt dieser eine bestimmte Strahlendosis. Wir werden hier ausschließlich die Äquivalentdosis, d.h. die mit der biologischen Wirksamkeit gewichtete Strahlendosis, verwenden. Die Einheit der Äquivalentdosis ist Sievert (Sv).

Man nimmt allgemein an, dass die biologische Wirkung proportional zur Strahlendosis ist. Das Resultat hängt jedoch entscheidend davon ab, wie diese Dosis verabreicht wird. Um beim Beispiel der Sonne zu bleiben: Eine hohe „Sonnendosis” in sehr kurzer Zeit verabreicht führt zu Sonnenbrand. Die gleiche Dosis über viele Wochen verteilt führt zu einem gesunden Teint.

Zwei Einheiten - Becquerel und Sievert

Der Zusammenhang zwischen der Aktivität einer Substanz (in Bq) und der Äquivalentdosis, der ein Mensch ausgesetzt ist (in Sv), wird in der folgenden Grafik veranschaulicht.

Datei:Bq und sv.png

Man kann die Aktivität wie die Stärke eines Senders verstehen und die Dosis als das, was beim Empfänger ankommt. Je weiter man sich vom Sender entfernt und je kürzer man sich dort aufhält, desto geringer ist die empfangene Dosis.

Strahlenmessgeräte wie z.B. Geigerzähler zeigen üblicherweise die Dosisleistung, d.h. die Dosis pro Zeiteinheit an. Sie ist bei sonst unveränderten Bedingungen proportional zur Aktivität der Quelle. Die übliche Einheit ist µSv/h (Mikrosievert pro Stunde, d.h. Millionstel Sievert pro Stunde) oder mSv/a (Millisievert pro Jahr, d.h. Tausendstel Sievert pro Jahr).

Direktstrahlung und Kontamination

Radioaktivität ist immer an eine Substanz gebunden, die sich wie alle anderen nicht-radioaktiven Substanzen verhält. Der Körper kann zwischen chemisch identischen Nukliden (Isotopen) nicht unterscheiden und verarbeitet sie genau wie die gleichartigen nicht-radioaktiven Stoffe.

Ist die radioaktive Substanz an einen festen Ort gebunden, so ist ein in der Nähe befindlicher Körper nur der Direktstrahlung ausgesetzt. Ein Organismus oder Gegenstand, der einer Direktstrahlung ausgesetzt ist oder war, strahlt dadurch nicht selbst. Man leuchtet schließlich auch nicht selbst, wenn man in der Sonne gelegen hat.

Verteilt sich hingegen die Substanz auf andere Körper, so werden diese kontaminiert - sie strahlen dann tatsächlich selbst. Haftet die Substanz nur auf der Oberfläche, so lässt sich diese abhängig von den chemischen Eigenschaften mehr oder weniger leicht wieder entfernen - der Körper wird dekontaminiert. Schwieriger zu dekontaminieren sind poröse Körper oder Flüssigkeiten.

Eine spezielle Form der Kontamination ist die Inkorporation - die Aufnahme von Radioaktivität durch Nahrung oder andere Wege. Zum Beispiel befindet sich in der Luft das radioaktive Edelgas Radon. Die Tochterkerne sind ebenfalls radioaktiv. Durch Einatmen werden die Tochterkerne in den eigenen Organismus eingebunden. Diese radioaktiven Nuklide bewegen sich nun genauso durch den Körper wie ihre nicht-radioaktiven Isotope, mit der Folge, dass dieser sich selbst von innen bestrahlt, bis die Substanz ausgeschieden oder zerfallen ist.

Natürliche Radioaktivität

Bei ihrer Entstehung hat die Erde auch einige radioaktive Nuklide, vermutlich aus einer nahen Supernova, erhalten. Nur jene Radionuklide, die ausreichend langsam zerfallen, sind heute noch zu finden. Doch ihre teilweise ebenfalls radioaktiven Tochter- und Enkelkerne tragen ebenfalls zur natürlichen Strahlung bei, die wichtigsten darunter jene der Uran- und Thoriumzerfallsreihe. Daneben werden aber auch kurzlebige Radionuklide durch kosmische Strahlung in der Atmosphäre ständig neu gebildet, wie z.B. Tritium oder das berühmte Kohlenstoffisotop C-14, das zur archäologischen Altersbestimmung verwendet wird.

Natürliches Uran befindet sich gebunden in Gesteinen und gelöst in Wasser. Ein wichtiges Zerfallsprodukt ist das Edelgas Radon, welches wiederum radioaktiv ist. Es sammelt sich bevorzugt in der Luft geschlossener Räume an und wird durch Einatmen vom Menschen aufgenommen. Die Radon-Zerfallsprodukte sind wiederum radioaktiv und bestrahlen den Körper dauerhaft von innen.

Die Intensität der durch kosmische Strahlung gebildeten Nuklide und anderer Folgeteilchen schließlich hängt stark von der Höhe über dem Meeresspiegel, der geographischen Breite und der aktuellen Aktivität der Sonne ab. Am Boden beträgt sie in Deutschland lediglich 0,3 Millisievert pro Jahr (0,034 µSv/h), im Flugzeug (10 km) hingegen beachtliche 35 Millisievert pro Jahr (4 µSv/h). Je nach Höhe der Wohnlage liegt der Wert entsprechend dazwischen.

Folgende Liste zeigt die Beiträge der verschiedenen Strahlungsquellen für einen durchschnittlichen Deutschen (Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz, Bericht 2009).

   Inkorporation
       Inhalation: 1,1 mSv/a
       Ingestion: 0,3 mSv/a
   Direktstrahlung
       Boden, Wände, usw.: 0,4 mSv/a
       Kosmisch: 0,3 mSv/a

Die Summe ist 2,1 mSv/Jahr (0,24 µSv/h). Die Radon-Inhalation trägt mehr als 60% zur natürlichen Bestrahlung bei, 80% davon durch den Aufenthalt in geschlossenen Räumen (0,9 mSv/a bzw. 0,1 µSv/h).

Die Zahlen in der Tabelle sind Durchschnittswerte. Die Abweichungen von diesen Mittelwerten sind beachtlich. Neben der starken Abhängigkeit der kosmischen Strahlung von der Höhe hängt auch der Uran- und Radongehalt in Wasser, Luft und Gestein sehr von der geographischen Lage ab. Insgesamt schwanken die Werte in Deutschland zwischen 1 und 5 mSv/Jahr mit Spitzenwerten von bis zu 15 mSv/Jahr z.B. im Bayerischen Wald. Außerhalb Deutschlands gibt es sogar bewohnte Gegenden mit einer Untergrundstrahlung von bis zu einigen hundert mSv/Jahr (z.B. Ramsar im Iran). Negative gesundheitliche Auffälligkeiten wurden in der Bevölkerung in solchen Gegenden übrigens nie festgestellt.

Fisselerator/Dual Fluid Reactor

Der Fisselerator ermöglich durch nukleare Transmutation langlebige radioaktive Isotope wie sie bei der nuklearen Verbrennung in Kernreaktoren entstehen, in kurzlebige oder stabile Isotope umzuwandeln und das verbliebene Uran zur Primärenergieversorgung zu nutzen.

Ausgangslage

Der Bestand an radioaktiven Schwermetallen aus abgebrannten, nicht wiederaufarbeiteten Brennelementen aus Kernkraftwerken der Generation II wird laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) für das Jahr 2040 auf 20600 m³ oder 10500 t prognostiziert; basierend auf einer Kraftwerkslaufzeit von 32 Jahren. Dies entspricht einem Würfel mit einer Kantenlänge von 27 m. Die Schwermetalle setzen sich zusammen aus 94.4% Uran-238, 1% Transurane, 3.3% Spaltprodukte, 0.4% Uran-236 und 0.9% Uran-235. Hochradioaktiv sind davon lediglich die Spaltprodukte und die Transuranen.

Des weiteren benötigen die Kernkraftwerke der Generation II für ihren Betrieb angereichertes Uran, welches aus einer wesentlichen höheren Menge Natururans hergestellt wird. So entstehen für jede Tonne Reaktoruran 5.5 t abgereichertes Uran mit 99.7% Uran-238. Das abgereicherte Uran gilt laut Atomgesetzt als Wertstoff und wird auch für industrielle Zwecke verwendet. Dieser Anteil beträgt jedoch nur 5%; der Rest wird eingelagert. Bezüglich der BfS-Prognose, gäbe es also auch noch ~ 55000 t abgereichertes Uran oder 524%.

Die Anteile der Spaltprodukte werden auf 200% normiert, da man sie pro Spaltvorgang rechnet, der zwei Produkte erzeugt. 168% davon haben kurze Halbwertszeiten und sind im Bereich von 10 Jahren abgeklungen. 11.2% haben mittlere Halbwertszeiten von Jahrzehnten und sind nach 300 Jahren abgeklungen. 20.8% haben lange Halbwerstzeiten im Bereich 100000 und 1 Mio. Jahren. Dieser letzte Anteil macht das Endlagerproblem aus.

Die 1% Transuranen haben Halbwertszeiten von einigen Jahren bis zu mehreren Millionen Jahren. Als Abfall betrachtet sind auch sie ein Endlagerproblem. Allerdings können sie ähnlich wie die verbliebenen 95.7% Uran-Isotope als Spaltstoffe erneut eingesetzt werden. Dazu kommt das abgereicherte Uran. Es verbleibt also ein Potential zur energetischen Nutzung von 620%. Die Bedeutung dessen lässt sich aus einer einfachen Rechnung abschätzen. Die Kernkraftwerke würden 30 Jahre lang 1/3 des deutschen Stromverbrauchs geliefert haben, wobei nur die 3.3% Spaltprodukte zur Energieerzeugung beigetragen hätten. Das heißt, dass die verbliebene Spaltstoffmenge ausreicht, um 1/3 des deutschen Stromverbrauchs für ~5600 Jahre bereitzustellen. Oder ~1900 Jahre den gesamten Stromverbrauch. Oder, da sich der Primärenergiebedarf zu jeweils 1/3 aus Strom, Verkehr und Gebäudeheizung zusammensetzt, ~630 Jahre den gesamten deutschen Primärenergiebedarf auf dem heutigen Niveau. Erst dann müsste neu gefördertes Uran verwendet werden. Die Reichweite der auf der Erde zugänglichen Reserven an Uran und Thorium liegt weit jenseits 1 Mio Jahre. Solch eine Nutzung ist jedoch mit den Kraftwerken der Generation II nicht möglich.

Zusammenfassend ergibt sich, das das Endlagerproblem, d.h. Lagerung über geologische Zeiträume von ~10 Mio Jahren, lediglich einen langlebigen Anteil von 10.4% der Spaltproduktmenge ausmacht. Die Spaltprodukte mittlerer Lebensdauer brauchen nur über einen historisch überschaubaren Zeitraum von < 300 Jahren gelagert zu werden. Danach sind sie als Metall verwertbar und enthalten seltene, teure Metalle wie Rhodium und Ruthenium. Das vorrätige Uran und die Transuranen sind Spaltstoffe, die energetisch genutzt werden können.

Transmutation

Die Lösung sowohl der Nutzbarmachung des verbliebenen Urans als auch des Endlagerproblems liegt in der Transmutation. Radioaktivität ist Folge der Instabilität eines Atomkerns. Je näher der Kern an der Stabilität liegt, desto höher seine Halbwertszeit, aber auch desto geringer seine Aktivität. Um die Halbwertszeit zum Zerfall in einen stabilen Kern zu verringern, wird die Instabilität vergrößert. Dies geschieht durch Anlagerung eines Neutrons. Zum Beispiel hat Technetium-99 eine Halbwertszeit von 210000 Jahren. Anlagerung eines Neutrons verkürzt sie auf 16 Sekunden zum stabilen Atom Ruthenium-100. Analog funktioniert die Nutzbarmachung des Urans und der Transurane.

Teilaspekte dessen wurden in der Vergangenheit mit neuen Reaktoren erprobt. Eine Konzeption beispielsweise mit Ausrichtung auf die Abfallbeseitiung aus den 80ern, welches aktuell an kernphysikalischen Großforschungseinrichtungen international verfolgt wird, ist die ADS-Technologie (Accelerator Driven Subcritcal system), wo ein großer, leistungsstarker Teilchenbeschleuniger Neutronen produziert. Der Beschleuniger hätte eine Länge von ~100 m, das Ganze wäre also eine Großanlage, deren Investitionsbedarf bei > 1 Mrd € liegt und die in einen geschlossenen Brennstoffkreislauf mit Wiederaufarbeitungsanlagen und Brennelementefertigung für bestehende Kernkraftwerke eingepasst werden müsste. Es handelt sich also um eine kapitalintensive Großtechnik die noch entsprechend aufwendiger Entwicklung bei Beschleunigern und Wiederaufarbeitung bedarf. Dieses langfristige Entwicklungsprojekt vernachlässigt die beträchtlichen Fortschritte, die die Kernphysik und ihre Technik in den letzten 25 Jahren gerade auch bei der Entwicklung leistungsstarker kleiner Beschleunigersysteme gemacht hat.

Der Fisselerator/Dual Fluid Reactor (DFR)

Das Institut für Festkörper-Kernphysik hat ein Konzept erarbeitet, das diese Fortschritte zusammen mit Ergebnissen der Kernfusionsforschung und Elementen von innovativen erprobten Reaktorentwicklungen und Verfahren der Vergangenheit kombiniert zum Entwurf einer kompakten, autonomen Anlage.

Diese Anlage verwendet einen kleinen Beschleuniger um als subkritisches System bei ~1000 °C zu arbeiten. Sie verfügt über getrennte, interne, kontinuierliche Kreisläufe für Wärmeenergie und Spaltstoffe. Dadurch kann das abgereicherte Uran und die abgebrannten Brennelementpellets der Kernkraftwerke integral genutzt werden und langlebige Spaltprodukte in kurzlebige umgewandelt werden. Es eröffnet ferner die Möglichkeit einer einfachen, gezielten Isotopenproduktion, etwa für medizinische Zwecke. Die inhärente Sicherheit wird ergänzt durch die Auslegung auf hohe Betriebstemperaturen, so dass Restzerfallswärmehavarien ausbleiben. Die Betriebstemperatur von ~1000 °C ermöglicht über eine Gasturbine eine effektivere Elektrizitätserzeugung als bei Wasserdampf und erlaubt die Wärmenutzung für Prozesschemie. So kann günstig Kohleverflüssigung betrieben werden, oder CO2-frei hocheffektiv Wasserstoff durch chemische oder hochtemperaturelektrolytische Wasserzerlegung erzeugt werden. Der Wasserstoff kann in das bestehende Erdgasnetz eingespeist werden und so zur Wärmeversorgung genutzt werden. Über Luftstickstoffsyntheseverfahren kann mit Wasserstoff Hydrazin (N2H4) produziert werden, welches ähnliche Eigenschaften wie Benzin hat und so einfach in heutigen Fahr- und Flugzeugen als Flüssigtreibstoffersatz verwendet werden kann.

Die Investitionskosten der Anlagen wären zwei Zehnerpotenzen kleiner als bei Großanlagen, zudem kann auf eine teure Brennstoffkreislaufinfrastruktur verzichtet werden, die in Deutschland ohnehin nicht vorhanden. Die geringe Größe der Anlagen bedeutet auch ein geringes Kapitalrisiko sowohl bei der Entwicklung als auch beim Zubau. Die Anlagen könnten an den Standorten der Kernkraftwerke sukzessive zu Farmen aufgebaut werden, um den Atommüll vor Ort in kurzlebige Spaltprodukte umzuwandeln, die in den dort bereits vorhandenen Zwischenlagern untergebracht werden könnten. Oder aber dezentral als kommunale Energieversorger für Strom, Wärme und Treibstoff errichtet werden. Der anfallende Abfall ist so kurzlebig, dass ein Endlager nicht mehr notwendig wäre.

  • Systeme bei 1000 C zu betreiben ist materialtechnisch kritisch, da viele Materialen dann nicht zur Verfügung stehen, bzw. in ihrer Festigkeit eingeschränkt sind. Sensorik ist in diesem Temperaturbereich ebenfalls nur eingeschränkt einsetzbar. Hydrazin befindet sich aufgrund seiner hohen Giftigkeit und Karzigenotät bereits im vorbereitenden Verbotsverfahren in der EU. TheBug 11:52, 13. Nov. 2011 (CET)


Diese Temperaturen sind in der Hochtemperaturchemie keine Unbekannten und handhabbar. Übrigens der Flüssigsalzreaktor wurde 1954 gebaut und er arbeitet auch mit sehr hohen Temperaturen.

Zum Thema Sensorik: Die echte Online-Aufarbeitung macht den DFR zu einem System eines beschleunigergetriebenen unterkritischen Systems (ADS). Neutronengifte werden ständig abgeführt, so dass der Reaktor bis auf 0,1% unterhalb der Kritikalität gefahren werden kann. Ein kleiner Ionenbeschleuniger, der seinen Strahl auf ein Target im Reaktorkern gerichtet hat, kann dort eine ausreichend hohe Neutronenrate erzeugen, um das System in den kritischen Zustand zu bringen. Auf diese Art kann der DFR vollständig vom Beschleuniger gesteuert werden, mit der Möglichkeit einer Schnellabschaltung.

Hydrazin ist giftig und umweltgefährlich genauer R-und S-Sätze R: 45-10-23/24/25-34-43-50/53, S: (2)-16-23-24-29-36/37-45-53-61-62

Benzin ist hochentzündlich, giftig und umweltgefährlich genauer R-und S-Sätze R: 12-45-38-48/20/21/22-65-67-51/53, S: (2)-16-23-24-29-36/37-45-53-61-62

Bei der Erdöldestillation entstehen weit gefährlichere Stoffe. Aber die entsorgen wir ja außerhalb der EU.Wenn die Erdölreserven zu ende sind, kann man immer noch Hydrazin herstellen. Zumal unsere Atmosphäre zu 80% aus N2 besteht. Hydrazien ist damit CO2-neutral. Es sollte auch nur solange verwendet werden wie unsere Mobilität auf Verbrennungsmaschinen basiert. Im Übrigen möchte ich nochmal auf die Kohleverflüssigung oder CO2-frei hocheffektiv Wasserstoff durch chemische oder hochtemperaturelektrolytische Wasserzerlegung hinweisen. --Schwarzschild 57 15:23, 13. Nov. 2011 (CET)

  • Herstellung von Wasserstoff mit Kernreaktor ist eine ziemlich gute idee. Hydrazin als Benzinersatz eher nicht. Ich wäre eher dafür hier Methanisierung vorzuziehen. Das würde ganz nebenbei den so ungeliebten CO2 verbrauchen.--Nsa666 15:34, 13. Nov. 2011 (CET)
    • Kernenergie ist eine gute Idee, Hydrazin nicht? Hydrazin hat immerhin den Vorteil chemisch abbaubar zu sein. TheBug 08:16, 17. Nov. 2011 (CET)

Fusion bei Raumtemperatur

Ein Theoretiker der kalten Fusion war Julian Schwinger. Schwinger erhielt 1965 gemeinsam mit Sin-Itiro Tomonaga und Richard Feynman den Physik-Nobelpreis für die Begründung der modernen relativistischen Quantenfeldtheorie. 1989 ist er aus Protest, wie die Amerikanische Physikalische Gesellschaft mit dem neuen Phänomen umging, aus der APS ausgetreten. Auf dem Weg zu einer Theorie der kalten Fusion gibt es drei Wege, wie die behauptete Fusion von Deuteriumkernen stattfinden kann:

(1) Deuterium + Deuterium > Tritium + Proton

(2) Deuterium + Deuterium > Helium-3 + Neutron

(3) Deuterium + Deuterium > Helium-4 + Gammastrahlung

Die Coulomb-Schwelle getunnelt

Was bedeutet das nun? Im klassischen Elektrolyse-Experiment zur kalten Fusion werden positiv geladenen Deuteriumkerne (Deuteronen) von der negativ geladenen Palladium-Kathode angezogen. Ein Teil der Deuteronen rekombiniert an der Kathode wieder zu Deuteriumgas, welches dort aufsteigt. Der andere Teil wird jedoch in das Palladium hineingezogen und besetzt dort Zwischengitterplätze des Palladium-Kristallgitters. Dort, erläutert Storms, fänden sich zwei oder mehrere Deuteronen “gelegentlich” in der Lage, sich zu Helium-4 zu verwandeln. Schwingers Theorie besagt nichts anderes, als dass die Gammastrahlung, die gemäß Weg (3) zu erwarten ist, vom Palladiumgitter aufgenommen wird. Die entstandene Wärme rühre entsprechend von der Energieaufnahme der Elektrode.

Es bleibt die Frage, woher die Deuteronen im Palladiumgitter die Energie erhalten, die es ihnen ermöglicht, die Coulomb-Schwelle zu überwinden. Das ist die Energiebarriere, die erst überwunden werden muss, damit zwei Teilchen gleicher Ladung sich so weit annähern können, dass es zur Fusion kommen kann. Hier setzt die Theorie des MIT-Forschers Prof. Peter Hagelstein an. Sie besagt, dass Energie zwischen Palladium-Atomen und Deuteronen über die Eigenschwingung des Kristallgitters ausgetauscht werde. Schwinger hatte die gleiche Idee und fühlte sich sofort an den Mössbauer-Effekt (31) erinnert. Dieser beschreibt eine solche spontane Energieübertragung zwischen zwei Atomkernen.[125]

Kleine Energiepakete, die in einer stromdurchflossenen Flüssigkeit immer vorhanden sind, könnten bis zu 12 Billionen mal pro Sekunde ausgetauscht werden, besagt Hagelsteins Theorie. Nach mehreren Minuten könnten Kerne energetisch angeregt genug sein, dass die Coulomb-Schwelle überwindbar und eine Kernreaktion ermöglicht werde. Als Ergebnis dieser Kettenreaktion wäre unter anderem mit der Entstehung von Helium-4, bei genügend hoher Energie auch mit Kernspaltung zu rechnen.[126] Wie Edmund Storms erklärt, könnten die Kerne auch durch Wellenanregung per Laser oder Schallwelle zusätzlich energetisiert werden, um die Reaktion zu beschleunigen.[127]

Hagelsteins Theorie erklärt das Ausbleiben von Fusionsprodukten der Wege (1) und (2) in erwarteten Mengen dadurch, dass Weg (3) bevorzugt wird. Das Zustandekommen der Messergebnisse der Gruppen (a) und (b) wird nicht nur qualitativ erklärt, sondern auch quantitativ. Auch findet eine Erklärung, warum sich in der Praxis Kernreaktionseffekte angeblich erst nach mehreren Tagen einstellen. Essentiell beruht Hagelsteins Theorie auf dem sogenannten Tunnel-Effekt (32) demzufolge die Deuteronen – besser: ihre Wellenfunktionen – mit gewisser Wahrscheinlichkeit jenseits der Coulomb-Schwelle liegen.[128]

“Unerwartet und ungewöhnlich”

Storms gibt zu, dass auch Hagelsteins Theorie Aspekte enthalte, die “normale” Wissenschaftler sich die Haare raufen lasse. Dieses gelte auch für andere Theorien auf dem Gebiet.[129] Zur Zeit sei es sehr schwer zu sagen, welche Theorie besser sei als andere. Der Forscher tippt, dass die finale Theorie Aspekte verschiedener Theorien beinhalten werde, “zusammen mit einer Idee, die bislang noch nicht vorgeschlagen worden ist.” Dass in der Richtung der “Kernphysik der verdichteten Materie”, zu der die Erforscher der kalten Fusion ihre Arbeit zählen, mit Überraschungen zu rechnen ist, zeigen auch Experimente der Technischen Universität Berlin (33). Schon länger war bekannt, dass Elektronen die Coulomb-Schwelle senken, weil die negativ geladenen Teilchen die positive Kernladung teilweise abschirmen.

Um weitere Tests zur Elektronenabschirmung zu machen, hat Dr. Armin Huke für seine Doktorarbeit (34) Deuteronen in Metallgitter gepackt und diese mit weiteren Deuteronen beschossen. Obwohl die Deuteronen nicht genug Energie hatten, um die Coulomb-Schwelle von selber zu überwinden, maß Huke Fusionsprodukte. Dabei trat bei manchen Metallen ein Effekt auf, der laut McKubre den “definitorischen Unterschied” zwischen kalter und konventionell verstandener Fusion ausmache: Die Reaktionswege (1) und (2) traten nicht gleich häufig auf. Vollkommen “unerwartet und außergewöhnlich” wurde der Neutronenweg unterdrückt. Wie Hagelstein erklärt der Berliner Forscher seine Ergebnisse mit dem Tunnel-Effekt.[130]

Huke und die Berliner Gruppe sind nicht Teil der angeblich so “eingeschworenen Gemeinde” der kalten Fusions-Forscher und machen doch verwandte empirische Arbeit. Für Michael McKubre hat aus theoretischer Sicht “nie ein wirklicher Grund” bestanden, “kalte” Fusion anzuzweifeln. Dennoch war Theorie bislang zu 90 Prozent Grund der wissenschaftlichen Ablehnung, wenn man Edmund Storms glaubt. Wenn Unzulänglichkeiten der Experimente weitere acht Prozent ausmachen, so bleiben zwei Prozent. Dieser Ablehnungsgrund sei der, dass kalte Fusion “Konkurrenz für andere Energiequellen” darstelle.

Literaturangaben

[113] Cold fusion & Utah, Salt Lake Tribune, 23.4.04.

[114] M. Fleischmann, S. Pons, M. Hawkins, Electrochemically Induced Nuclear Fusion of Deuterium, Journal of Electroanalytical Chemistry 261 (10.4.89), S.301.

[115] F. Scaramuzzi, Ten Years of Cold Fusion: An Eye-Witness Account, Accountability in Research 8 (2000), S.77.

[116] Recent developments in fusion energy research: Hearing before the Committee on Science, Space, and Technology, U.S. House of Representatives, 101. Congress, 1. Sitzung, 26.4.89.

[117] N. Tate, MIT bombshell knocks fusion “breakthrough” cold, Boston Herald, 1.5.89.

[118] J. Maddox, End of cold fusion in sight, Nature 340 (6.7.89), S.15.

[119] Cold Fusion Research. A Report of the Energy Research Advisory Board to the United States Department of Energy, November 1989, DOE/S-0073 DE90 005611

[120] K. Chang, U.S. Will Give Cold Fusion Second Look, After 15 Years, New York Times, 25.3.04.

[121] C. Platt, What If Cold Fusion Is Real?, Wired, November 1998

[122] C.G. Beaudette, Excess Heat. Why Cold Fusion Prevailed, Oak Grove Press, 2. Auflage, Mai 2002, S.279.

[123] Protonen sind nichts anderes als Wasserstoffkerne und sind im Experiment sowieso anwesend. Helium-3 ist schwer zu messen, genau wie Tritium und Neutronen, die beide Teil des natürlichen Hintergrunds der Messung sind, und somit auch ohne Fusionsprozess gemessen werden.

[124] J. Schwinger, A Brief History of Mine, Transactions of Fusion Technology 26 (1994).

[125] In einem Atomverband kann ein Gammastrahl, der von einem Atomkern abgestrahlt wird, wenn dieser von einem angeregten Zustand in einen niedrigeren “fällt”, von einem anderen Atomkern rückstoßfrei (verlustfrei) absorbiert werden, der sich danach in einem energetisch angeregten Zustand befindet.

[126] Beaudette, S.277f.

[127] Vgl. M. McKubre, K. Mullican, F. Tanzella, M. Trevithick, P. Hagelstein, The need for Triggering in Cold Fusion reactions, in Tenth International Conference on Cold Fusion (2003), Cambridge, MA, angekündigt; D. Letts, D. Cravens, Laser Stimulation of Deuterated Palladium: Past and Present (37), in Tenth International Conference on Cold Fusion (2003), Cambridge, MA; I. Dardik et al., Intensification Of Low Energy Nuclear Reactions Using Superwave Excitation (38), in Tenth International Conference on Cold Fusion (2003), Cambridge, MA; R. Stringham, Cavitation and Fusion – poster session (39), in Tenth International Conference on Cold Fusion (2003), Cambridge, MA. Vgl. auch R.P. Taleyarkhan, J.S. Cho, C.D. West, R.T. Lahey, Jr., R.I. Nigmatulin, R.C. Block, Additional evidence of nuclear emissions during acoustic cavitation, Physical Review E 69 (22.3.2004), wobei die hier beschriebenen Effekte mit heißer Fusion erklärt werden.

[128] Vgl. P. Hagelstein, Models For Tunneling Through The Coulomb Barrier, in Tenth International Conference on Cold Fusion (2003), Cambridge, MA, angekündigt.

[129] Für andere theoretische Ansätze siehe die Arbeiten (40) von S.R. und T.A. Chubb sowie von Y.E. Kim.

[130] A. Huke, Die Deuteronen-Fusionsreaktionen in Metallen, Dissertation, Technische Universität Berlin, Berlin (2002).