Diskussion:AG Nuklearia
Inhaltsverzeichnis
Grundsätzliches
Sachliche Kritik sehen wir gerne. Wir setzen uns gern damit auseinander und diskutieren mit euch. Herumgetrolle, Beleidigungen usw. helfen niemandem. So etwas ignorieren wir bestenfalls.
In einer Sachdiskussion zählen ausschließlich Sachargumente. Argumente ad hominem oder ad organisationem gehen gar nicht!
Beiträge von Schwarzschild 57
Bitte beachten: Die von Schwarzschild 57 gelieferten Beiträge stehen hier zur Diskussion. Sie geben nicht zwangsläufig die Meinung der Ausstiegskritische Nuklearia wieder – insbesondere nicht zur Kalten Fusion!
Rainer Klute 22:19, 16. Nov. 2011 (CET)
Wie „funktioniert” radioaktive Strahlung?
Unter Radioaktivität versteht man den Zerfall instabiler Atomkerne. Diese befinden sich in der Natur vermischt mit den stabilen Kernen desselben chemischen Elements in praktisch allen Stoffen, in Luft und Nahrung, im Gestein, in Pflanzen und im Wasser. Zerfallen die instabilen Kerne, emittieren sie Strahlungsteilchen. Neben dieser natürlichen radioaktiven Untergrundstrahlung wird unser Körper bei medizinischer Diagnostik oder Behandlung zusätzlicher radioaktiver Strahlung ausgesetzt.
Im Folgenden werden die Grundbegriffe der Radioaktivität sowie die Wirkung der entsprechenden Strahlung in Organismen kurz erläutert. Gute weiterführende Erklärungen finden sich zudem hier:
Deutsche Wikipedia: Etwas ausführlichere Darstellung als hier, insbesondere mit Unterscheidung der verschiedenen Strahlungsarten
Informationskreis KernEnergie (PDF): Sehr ausführliche Darstellung aller Strahlungsarten, ihrer Wirkung und möglicher Schutzmaßnahmen.
Entstehung radioaktiver Strahlung
Es sind ca. 2000 verschiedene Atomkerne (Nuklide) bekannt. Die meisten davon zerfallen aber so schnell, dass sie nur künstlich für einen kurzen Moment erzeugt werden können. Nur ca. 250 stabile Nuklide sind in der Natur anzutreffen, aber auch ca. 80 instabile. Letztere findet man nur, weil sie sehr langsam zerfallen. Sie tragen mit zur natürlichen Radioaktivität bei.
Beim Zerfall instabiler Nuklide, ob künstlich oder natürlich erzeugt, entsteht radioaktive Strahlung. Das Nuklid zerfällt dabei in ein anderes, etwas leichteres Nuklid (Tochterkern), wobei leichtere Teilchen abgesondert werden. Letztere bilden die so genannte radioaktive Strahlung. Bei jedem Zerfall entsteht so ein Strahlungsteilchen, manchmal auch zwei oder drei. Die meisten der durch Zerfallsprozesse entstehenden Strahlungsteilchen sind elektrisch geladen und haben eine hohe Energie - hoch genug um in Materie (z.B. in einem Organismus) Elektronen von den Atomen und Molekülen zu trennen, diese also zu ionisieren. Daher nennt man derartige Strahlung auch allgemein ionisierende Strahlung.
Die folgende Skizze zeigt als Beispiel das einfachste Nuklid, den Wasserstoffkern (1). Er besteht nur aus einem Proton und gilt als stabil. Der nächst schwerere Kern, der Deuteriumkern (2), entsteht durch Hinzufügen eines Neutrons. Auch er ist stabil. Durch Hinzufügen eines weiteren Neutrons entsteht ein Tritiumkern (3). Dieser ist instabil und zerfällt nach durchschnittlich 18 Jahren (die tatsächliche Zerfallszeit schwankt statistisch) in den stabilen Kern Helium-3. Als Strahlungsteilchen wird dabei ein Elektron emittiert.
Die drei Wasserstoffisotope. Tritium ist instabil und zerfällt in Helium-3 - im Innern des Kerns hat sich ein Neutron in ein Proton umgewandelt. Dabei entsteht ein Elektron mit einer Energie von bis zu 18 keV. Als zusätzliches Teilchen wird ein „Elektron-Antineutrino” (nicht gezeigt) gebildet, das aber für den Menschen ungefährlich ist.
Ionisierende Strahlung kann auch auf andere Art erzeugt werden, z.B. in einer Röntgenapparatur. Das ultraviolette Licht der Sonne ist ebenfalls teilweise ionisierend. Wir werden deshalb im Folgenden nicht mehr von radioaktiver Strahlung, sondern allgemein von ionisierender Strahlung sprechen.
Enthält eine Substanz radioaktive Nuklide, so wird man mit einer bestimmten Häufigkeit Zerfälle beobachten. Die Zerfallsrate bezeichnet man als Aktivität. Die Einheit der Aktivität ist Becquerel (Bq). Ein Bq ist ein Zerfall pro Sekunde, entspricht also der Emission eines ionisierenden Strahlungsteilchens pro Sekunde.
Wirkung ionisierender Strahlung
Passiert ein ionisierendes Strahlungsteilchen Materie, hinterlässt es eine Spur von ionisierten Atomen und Molekülen. Diese, ihrer Elektronen teilweise beraubt, werden nun chemisch hochreaktiv und gehen neue Bindungen ein. Für organisches Gewebe kann dies weitreichende Folgen haben: Zellen ändern ihre Funktion oder sterben ab. In den meisten Fällen regeneriert sich das Gewebe wieder; in wenigen Situationen können die Zellen jedoch außer Kontrolle geraten und einen Tumor entwickeln.
Die einfachste Form derartiger Strahlenschäden hat vermutlich jeder schon einmal folgendermaßen erlebt: Setzt man seinen Körper zu lange starkem Sonnenlicht aus, führt dies zur Beschädigung der obersten Hautschichten - es entsteht ein Sonnenbrand. Der auf der Erdoberfläche ankommende Teil des ultravioletten Lichts ist zwar nicht mehr ionisierend, hat aber eine ausreichend hohe Energie, Moleküle mit der gleichen Wirkung zu verändern. Auch hier kann eine zu starke „Sonnendosis” zu einem erhöhten Risiko der Tumorbildung, d.h. Hautkrebs, führen. In den allermeisten Fällen regeneriert sich die Haut aber wieder.
Wird ein Organismus eine Zeit lang ionisierender Strahlung einer bestimmten Intensität ausgesetzt, so empfängt dieser eine bestimmte Strahlendosis. Wir werden hier ausschließlich die Äquivalentdosis, d.h. die mit der biologischen Wirksamkeit gewichtete Strahlendosis, verwenden. Die Einheit der Äquivalentdosis ist Sievert (Sv).
Man nimmt allgemein an, dass die biologische Wirkung proportional zur Strahlendosis ist. Das Resultat hängt jedoch entscheidend davon ab, wie diese Dosis verabreicht wird. Um beim Beispiel der Sonne zu bleiben: Eine hohe „Sonnendosis” in sehr kurzer Zeit verabreicht führt zu Sonnenbrand. Die gleiche Dosis über viele Wochen verteilt führt zu einem gesunden Teint.
Fisselerator/Dual Fluid Reactor
Der Fisselerator ermöglich durch nukleare Transmutation langlebige radioaktive Isotope wie sie bei der nuklearen Verbrennung in Kernreaktoren entstehen, in kurzlebige oder stabile Isotope umzuwandeln und das verbliebene Uran zur Primärenergieversorgung zu nutzen.
Ausgangslage
Der Bestand an radioaktiven Schwermetallen aus abgebrannten, nicht wiederaufarbeiteten Brennelementen aus Kernkraftwerken der Generation II wird laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) für das Jahr 2040 auf 20600 m³ oder 10500 t prognostiziert; basierend auf einer Kraftwerkslaufzeit von 32 Jahren. Dies entspricht einem Würfel mit einer Kantenlänge von 27 m. Die Schwermetalle setzen sich zusammen aus 94.4% Uran-238, 1% Transurane, 3.3% Spaltprodukte, 0.4% Uran-236 und 0.9% Uran-235. Hochradioaktiv sind davon lediglich die Spaltprodukte und die Transuranen.
Des weiteren benötigen die Kernkraftwerke der Generation II für ihren Betrieb angereichertes Uran, welches aus einer wesentlichen höheren Menge Natururans hergestellt wird. So entstehen für jede Tonne Reaktoruran 5.5 t abgereichertes Uran mit 99.7% Uran-238. Das abgereicherte Uran gilt laut Atomgesetzt als Wertstoff und wird auch für industrielle Zwecke verwendet. Dieser Anteil beträgt jedoch nur 5%; der Rest wird eingelagert. Bezüglich der BfS-Prognose, gäbe es also auch noch ~ 55000 t abgereichertes Uran oder 524%.
Die Anteile der Spaltprodukte werden auf 200% normiert, da man sie pro Spaltvorgang rechnet, der zwei Produkte erzeugt. 168% davon haben kurze Halbwertszeiten und sind im Bereich von 10 Jahren abgeklungen. 11.2% haben mittlere Halbwertszeiten von Jahrzehnten und sind nach 300 Jahren abgeklungen. 20.8% haben lange Halbwerstzeiten im Bereich 100000 und 1 Mio. Jahren. Dieser letzte Anteil macht das Endlagerproblem aus.
Die 1% Transuranen haben Halbwertszeiten von einigen Jahren bis zu mehreren Millionen Jahren. Als Abfall betrachtet sind auch sie ein Endlagerproblem. Allerdings können sie ähnlich wie die verbliebenen 95.7% Uran-Isotope als Spaltstoffe erneut eingesetzt werden. Dazu kommt das abgereicherte Uran. Es verbleibt also ein Potential zur energetischen Nutzung von 620%. Die Bedeutung dessen lässt sich aus einer einfachen Rechnung abschätzen. Die Kernkraftwerke würden 30 Jahre lang 1/3 des deutschen Stromverbrauchs geliefert haben, wobei nur die 3.3% Spaltprodukte zur Energieerzeugung beigetragen hätten. Das heißt, dass die verbliebene Spaltstoffmenge ausreicht, um 1/3 des deutschen Stromverbrauchs für ~5600 Jahre bereitzustellen. Oder ~1900 Jahre den gesamten Stromverbrauch. Oder, da sich der Primärenergiebedarf zu jeweils 1/3 aus Strom, Verkehr und Gebäudeheizung zusammensetzt, ~630 Jahre den gesamten deutschen Primärenergiebedarf auf dem heutigen Niveau. Erst dann müsste neu gefördertes Uran verwendet werden. Die Reichweite der auf der Erde zugänglichen Reserven an Uran und Thorium liegt weit jenseits 1 Mio Jahre. Solch eine Nutzung ist jedoch mit den Kraftwerken der Generation II nicht möglich.
Zusammenfassend ergibt sich, das das Endlagerproblem, d.h. Lagerung über geologische Zeiträume von ~10 Mio Jahren, lediglich einen langlebigen Anteil von 10.4% der Spaltproduktmenge ausmacht. Die Spaltprodukte mittlerer Lebensdauer brauchen nur über einen historisch überschaubaren Zeitraum von < 300 Jahren gelagert zu werden. Danach sind sie als Metall verwertbar und enthalten seltene, teure Metalle wie Rhodium und Ruthenium. Das vorrätige Uran und die Transuranen sind Spaltstoffe, die energetisch genutzt werden können.
Transmutation
Die Lösung sowohl der Nutzbarmachung des verbliebenen Urans als auch des Endlagerproblems liegt in der Transmutation. Radioaktivität ist Folge der Instabilität eines Atomkerns. Je näher der Kern an der Stabilität liegt, desto höher seine Halbwertszeit, aber auch desto geringer seine Aktivität. Um die Halbwertszeit zum Zerfall in einen stabilen Kern zu verringern, wird die Instabilität vergrößert. Dies geschieht durch Anlagerung eines Neutrons. Zum Beispiel hat Technetium-99 eine Halbwertszeit von 210000 Jahren. Anlagerung eines Neutrons verkürzt sie auf 16 Sekunden zum stabilen Atom Ruthenium-100. Analog funktioniert die Nutzbarmachung des Urans und der Transurane.
Teilaspekte dessen wurden in der Vergangenheit mit neuen Reaktoren erprobt. Eine Konzeption beispielsweise mit Ausrichtung auf die Abfallbeseitiung aus den 80ern, welches aktuell an kernphysikalischen Großforschungseinrichtungen international verfolgt wird, ist die ADS-Technologie (Accelerator Driven Subcritcal system), wo ein großer, leistungsstarker Teilchenbeschleuniger Neutronen produziert. Der Beschleuniger hätte eine Länge von ~100 m, das Ganze wäre also eine Großanlage, deren Investitionsbedarf bei > 1 Mrd € liegt und die in einen geschlossenen Brennstoffkreislauf mit Wiederaufarbeitungsanlagen und Brennelementefertigung für bestehende Kernkraftwerke eingepasst werden müsste. Es handelt sich also um eine kapitalintensive Großtechnik die noch entsprechend aufwendiger Entwicklung bei Beschleunigern und Wiederaufarbeitung bedarf. Dieses langfristige Entwicklungsprojekt vernachlässigt die beträchtlichen Fortschritte, die die Kernphysik und ihre Technik in den letzten 25 Jahren gerade auch bei der Entwicklung leistungsstarker kleiner Beschleunigersysteme gemacht hat.
Der Fisselerator/Dual Fluid Reactor (DFR)
Das Institut für Festkörper-Kernphysik hat ein Konzept erarbeitet, das diese Fortschritte zusammen mit Ergebnissen der Kernfusionsforschung und Elementen von innovativen erprobten Reaktorentwicklungen und Verfahren der Vergangenheit kombiniert zum Entwurf einer kompakten, autonomen Anlage.
Diese Anlage verwendet einen kleinen Beschleuniger um als subkritisches System bei ~1000 °C zu arbeiten. Sie verfügt über getrennte, interne, kontinuierliche Kreisläufe für Wärmeenergie und Spaltstoffe. Dadurch kann das abgereicherte Uran und die abgebrannten Brennelementpellets der Kernkraftwerke integral genutzt werden und langlebige Spaltprodukte in kurzlebige umgewandelt werden. Es eröffnet ferner die Möglichkeit einer einfachen, gezielten Isotopenproduktion, etwa für medizinische Zwecke. Die inhärente Sicherheit wird ergänzt durch die Auslegung auf hohe Betriebstemperaturen, so dass Restzerfallswärmehavarien ausbleiben. Die Betriebstemperatur von ~1000 °C ermöglicht über eine Gasturbine eine effektivere Elektrizitätserzeugung als bei Wasserdampf und erlaubt die Wärmenutzung für Prozesschemie. So kann günstig Kohleverflüssigung betrieben werden, oder CO2-frei hocheffektiv Wasserstoff durch chemische oder hochtemperaturelektrolytische Wasserzerlegung erzeugt werden. Der Wasserstoff kann in das bestehende Erdgasnetz eingespeist werden und so zur Wärmeversorgung genutzt werden. Über Luftstickstoffsyntheseverfahren kann mit Wasserstoff Hydrazin (N2H4) produziert werden, welches ähnliche Eigenschaften wie Benzin hat und so einfach in heutigen Fahr- und Flugzeugen als Flüssigtreibstoffersatz verwendet werden kann.
Die Investitionskosten der Anlagen wären zwei Zehnerpotenzen kleiner als bei Großanlagen, zudem kann auf eine teure Brennstoffkreislaufinfrastruktur verzichtet werden, die in Deutschland ohnehin nicht vorhanden. Die geringe Größe der Anlagen bedeutet auch ein geringes Kapitalrisiko sowohl bei der Entwicklung als auch beim Zubau. Die Anlagen könnten an den Standorten der Kernkraftwerke sukzessive zu Farmen aufgebaut werden, um den Atommüll vor Ort in kurzlebige Spaltprodukte umzuwandeln, die in den dort bereits vorhandenen Zwischenlagern untergebracht werden könnten. Oder aber dezentral als kommunale Energieversorger für Strom, Wärme und Treibstoff errichtet werden. Der anfallende Abfall ist so kurzlebig, dass ein Endlager nicht mehr notwendig wäre.
- Systeme bei 1000 C zu betreiben ist materialtechnisch kritisch, da viele Materialen dann nicht zur Verfügung stehen, bzw. in ihrer Festigkeit eingeschränkt sind. Sensorik ist in diesem Temperaturbereich ebenfalls nur eingeschränkt einsetzbar. Hydrazin befindet sich aufgrund seiner hohen Giftigkeit und Karzigenotät bereits im vorbereitenden Verbotsverfahren in der EU. TheBug 11:52, 13. Nov. 2011 (CET)
Diese Temperaturen sind in der Hochtemperaturchemie keine Unbekannten und handhabbar. Übrigens der Flüssigsalzreaktor wurde 1954 gebaut und er arbeitet auch mit sehr hohen Temperaturen.
Zum Thema Sensorik: Die echte Online-Aufarbeitung macht den DFR zu einem System eines beschleunigergetriebenen unterkritischen Systems (ADS). Neutronengifte werden ständig abgeführt, so dass der Reaktor bis auf 0,1% unterhalb der Kritikalität gefahren werden kann. Ein kleiner Ionenbeschleuniger, der seinen Strahl auf ein Target im Reaktorkern gerichtet hat, kann dort eine ausreichend hohe Neutronenrate erzeugen, um das System in den kritischen Zustand zu bringen. Auf diese Art kann der DFR vollständig vom Beschleuniger gesteuert werden, mit der Möglichkeit einer Schnellabschaltung.
Hydrazin ist giftig und umweltgefährlich genauer R-und S-Sätze R: 45-10-23/24/25-34-43-50/53, S: (2)-16-23-24-29-36/37-45-53-61-62
Benzin ist hochentzündlich, giftig und umweltgefährlich genauer R-und S-Sätze R: 12-45-38-48/20/21/22-65-67-51/53, S: (2)-16-23-24-29-36/37-45-53-61-62
Bei der Erdöldestillation entstehen weit gefährlichere Stoffe. Aber die entsorgen wir ja außerhalb der EU.Wenn die Erdölreserven zu ende sind, kann man immer noch Hydrazin herstellen. Zumal unsere Atmosphäre zu 80% aus N2 besteht. Hydrazien ist damit CO2-neutral. Es sollte auch nur solange verwendet werden wie unsere Mobilität auf Verbrennungsmaschinen basiert. Im Übrigen möchte ich nochmal auf die Kohleverflüssigung oder CO2-frei hocheffektiv Wasserstoff durch chemische oder hochtemperaturelektrolytische Wasserzerlegung hinweisen. --Schwarzschild 57 15:23, 13. Nov. 2011 (CET)
- Herstellung von Wasserstoff mit Kernreaktor ist eine ziemlich gute idee. Hydrazin als Benzinersatz eher nicht. Ich wäre eher dafür hier Methanisierung vorzuziehen. Das würde ganz nebenbei den so ungeliebten CO2 verbrauchen.--Nsa666 15:34, 13. Nov. 2011 (CET)
- Kernenergie ist eine gute Idee, Hydrazin nicht? Hydrazin hat immerhin den Vorteil chemisch abbaubar zu sein. TheBug 08:16, 17. Nov. 2011 (CET)
Fusion bei Raumtemperatur
Ein Theoretiker der kalten Fusion war Julian Schwinger. Schwinger erhielt 1965 gemeinsam mit Sin-Itiro Tomonaga und Richard Feynman den Physik-Nobelpreis für die Begründung der modernen relativistischen Quantenfeldtheorie. 1989 ist er aus Protest, wie die Amerikanische Physikalische Gesellschaft mit dem neuen Phänomen umging, aus der APS ausgetreten. Auf dem Weg zu einer Theorie der kalten Fusion gibt es drei Wege, wie die behauptete Fusion von Deuteriumkernen stattfinden kann:
(1) Deuterium + Deuterium > Tritium + Proton
(2) Deuterium + Deuterium > Helium-3 + Neutron
(3) Deuterium + Deuterium > Helium-4 + Gammastrahlung
Die Coulomb-Schwelle getunnelt
Was bedeutet das nun? Im klassischen Elektrolyse-Experiment zur kalten Fusion werden positiv geladenen Deuteriumkerne (Deuteronen) von der negativ geladenen Palladium-Kathode angezogen. Ein Teil der Deuteronen rekombiniert an der Kathode wieder zu Deuteriumgas, welches dort aufsteigt. Der andere Teil wird jedoch in das Palladium hineingezogen und besetzt dort Zwischengitterplätze des Palladium-Kristallgitters. Dort, erläutert Storms, fänden sich zwei oder mehrere Deuteronen “gelegentlich” in der Lage, sich zu Helium-4 zu verwandeln. Schwingers Theorie besagt nichts anderes, als dass die Gammastrahlung, die gemäß Weg (3) zu erwarten ist, vom Palladiumgitter aufgenommen wird. Die entstandene Wärme rühre entsprechend von der Energieaufnahme der Elektrode.
Es bleibt die Frage, woher die Deuteronen im Palladiumgitter die Energie erhalten, die es ihnen ermöglicht, die Coulomb-Schwelle zu überwinden. Das ist die Energiebarriere, die erst überwunden werden muss, damit zwei Teilchen gleicher Ladung sich so weit annähern können, dass es zur Fusion kommen kann. Hier setzt die Theorie des MIT-Forschers Prof. Peter Hagelstein an. Sie besagt, dass Energie zwischen Palladium-Atomen und Deuteronen über die Eigenschwingung des Kristallgitters ausgetauscht werde. Schwinger hatte die gleiche Idee und fühlte sich sofort an den Mössbauer-Effekt (31) erinnert. Dieser beschreibt eine solche spontane Energieübertragung zwischen zwei Atomkernen.[125]
Kleine Energiepakete, die in einer stromdurchflossenen Flüssigkeit immer vorhanden sind, könnten bis zu 12 Billionen mal pro Sekunde ausgetauscht werden, besagt Hagelsteins Theorie. Nach mehreren Minuten könnten Kerne energetisch angeregt genug sein, dass die Coulomb-Schwelle überwindbar und eine Kernreaktion ermöglicht werde. Als Ergebnis dieser Kettenreaktion wäre unter anderem mit der Entstehung von Helium-4, bei genügend hoher Energie auch mit Kernspaltung zu rechnen.[126] Wie Edmund Storms erklärt, könnten die Kerne auch durch Wellenanregung per Laser oder Schallwelle zusätzlich energetisiert werden, um die Reaktion zu beschleunigen.[127]
Hagelsteins Theorie erklärt das Ausbleiben von Fusionsprodukten der Wege (1) und (2) in erwarteten Mengen dadurch, dass Weg (3) bevorzugt wird. Das Zustandekommen der Messergebnisse der Gruppen (a) und (b) wird nicht nur qualitativ erklärt, sondern auch quantitativ. Auch findet eine Erklärung, warum sich in der Praxis Kernreaktionseffekte angeblich erst nach mehreren Tagen einstellen. Essentiell beruht Hagelsteins Theorie auf dem sogenannten Tunnel-Effekt (32) demzufolge die Deuteronen – besser: ihre Wellenfunktionen – mit gewisser Wahrscheinlichkeit jenseits der Coulomb-Schwelle liegen.[128]
“Unerwartet und ungewöhnlich”
Storms gibt zu, dass auch Hagelsteins Theorie Aspekte enthalte, die “normale” Wissenschaftler sich die Haare raufen lasse. Dieses gelte auch für andere Theorien auf dem Gebiet.[129] Zur Zeit sei es sehr schwer zu sagen, welche Theorie besser sei als andere. Der Forscher tippt, dass die finale Theorie Aspekte verschiedener Theorien beinhalten werde, “zusammen mit einer Idee, die bislang noch nicht vorgeschlagen worden ist.” Dass in der Richtung der “Kernphysik der verdichteten Materie”, zu der die Erforscher der kalten Fusion ihre Arbeit zählen, mit Überraschungen zu rechnen ist, zeigen auch Experimente der Technischen Universität Berlin (33). Schon länger war bekannt, dass Elektronen die Coulomb-Schwelle senken, weil die negativ geladenen Teilchen die positive Kernladung teilweise abschirmen.
Um weitere Tests zur Elektronenabschirmung zu machen, hat Dr. Armin Huke für seine Doktorarbeit (34) Deuteronen in Metallgitter gepackt und diese mit weiteren Deuteronen beschossen. Obwohl die Deuteronen nicht genug Energie hatten, um die Coulomb-Schwelle von selber zu überwinden, maß Huke Fusionsprodukte. Dabei trat bei manchen Metallen ein Effekt auf, der laut McKubre den “definitorischen Unterschied” zwischen kalter und konventionell verstandener Fusion ausmache: Die Reaktionswege (1) und (2) traten nicht gleich häufig auf. Vollkommen “unerwartet und außergewöhnlich” wurde der Neutronenweg unterdrückt. Wie Hagelstein erklärt der Berliner Forscher seine Ergebnisse mit dem Tunnel-Effekt.[130]
Huke und die Berliner Gruppe sind nicht Teil der angeblich so “eingeschworenen Gemeinde” der kalten Fusions-Forscher und machen doch verwandte empirische Arbeit. Für Michael McKubre hat aus theoretischer Sicht “nie ein wirklicher Grund” bestanden, “kalte” Fusion anzuzweifeln. Dennoch war Theorie bislang zu 90 Prozent Grund der wissenschaftlichen Ablehnung, wenn man Edmund Storms glaubt. Wenn Unzulänglichkeiten der Experimente weitere acht Prozent ausmachen, so bleiben zwei Prozent. Dieser Ablehnungsgrund sei der, dass kalte Fusion “Konkurrenz für andere Energiequellen” darstelle.
Literaturangaben
[113] Cold fusion & Utah, Salt Lake Tribune, 23.4.04.
[114] M. Fleischmann, S. Pons, M. Hawkins, Electrochemically Induced Nuclear Fusion of Deuterium, Journal of Electroanalytical Chemistry 261 (10.4.89), S.301.
[115] F. Scaramuzzi, Ten Years of Cold Fusion: An Eye-Witness Account, Accountability in Research 8 (2000), S.77.
[116] Recent developments in fusion energy research: Hearing before the Committee on Science, Space, and Technology, U.S. House of Representatives, 101. Congress, 1. Sitzung, 26.4.89.
[117] N. Tate, MIT bombshell knocks fusion “breakthrough” cold, Boston Herald, 1.5.89.
[118] J. Maddox, End of cold fusion in sight, Nature 340 (6.7.89), S.15.
[119] Cold Fusion Research. A Report of the Energy Research Advisory Board to the United States Department of Energy, November 1989, DOE/S-0073 DE90 005611
[120] K. Chang, U.S. Will Give Cold Fusion Second Look, After 15 Years, New York Times, 25.3.04.
[121] C. Platt, What If Cold Fusion Is Real?, Wired, November 1998
[122] C.G. Beaudette, Excess Heat. Why Cold Fusion Prevailed, Oak Grove Press, 2. Auflage, Mai 2002, S.279.
[123] Protonen sind nichts anderes als Wasserstoffkerne und sind im Experiment sowieso anwesend. Helium-3 ist schwer zu messen, genau wie Tritium und Neutronen, die beide Teil des natürlichen Hintergrunds der Messung sind, und somit auch ohne Fusionsprozess gemessen werden.
[124] J. Schwinger, A Brief History of Mine, Transactions of Fusion Technology 26 (1994).
[125] In einem Atomverband kann ein Gammastrahl, der von einem Atomkern abgestrahlt wird, wenn dieser von einem angeregten Zustand in einen niedrigeren “fällt”, von einem anderen Atomkern rückstoßfrei (verlustfrei) absorbiert werden, der sich danach in einem energetisch angeregten Zustand befindet.
[126] Beaudette, S.277f.
[127] Vgl. M. McKubre, K. Mullican, F. Tanzella, M. Trevithick, P. Hagelstein, The need for Triggering in Cold Fusion reactions, in Tenth International Conference on Cold Fusion (2003), Cambridge, MA, angekündigt; D. Letts, D. Cravens, Laser Stimulation of Deuterated Palladium: Past and Present (37), in Tenth International Conference on Cold Fusion (2003), Cambridge, MA; I. Dardik et al., Intensification Of Low Energy Nuclear Reactions Using Superwave Excitation (38), in Tenth International Conference on Cold Fusion (2003), Cambridge, MA; R. Stringham, Cavitation and Fusion – poster session (39), in Tenth International Conference on Cold Fusion (2003), Cambridge, MA. Vgl. auch R.P. Taleyarkhan, J.S. Cho, C.D. West, R.T. Lahey, Jr., R.I. Nigmatulin, R.C. Block, Additional evidence of nuclear emissions during acoustic cavitation, Physical Review E 69 (22.3.2004), wobei die hier beschriebenen Effekte mit heißer Fusion erklärt werden.
[128] Vgl. P. Hagelstein, Models For Tunneling Through The Coulomb Barrier, in Tenth International Conference on Cold Fusion (2003), Cambridge, MA, angekündigt.
[129] Für andere theoretische Ansätze siehe die Arbeiten (40) von S.R. und T.A. Chubb sowie von Y.E. Kim.
[130] A. Huke, Die Deuteronen-Fusionsreaktionen in Metallen, Dissertation, Technische Universität Berlin, Berlin (2002).
Diskussion
Würde mir eine etwas ausgewogenere Betrachtungsweise wünschen. Das Thema "Wohin mit den Nuklearabfällen" kommt hier bisher gar nicht vor. Auch fehlt mir in einigen Argumentationen (bsp. http://www.final-frontier.ch/uranknappheit) eine Begründung, wenn das so toll ist, warum die Atomindustrie das nicht längst macht, weil es doch offenbar die Beschaffungskosten und -risiken senkt. Drittens: Zwischen "Andere europäische Staaten wie Litauen oder Tschechien sehen hier Marktchancen und bauen die eigenen Kernkraftwerkskapazitäten deutlich aus." und "Im Gegensatz zu dem verunglückten Reaktor in Chernobyl verfügen die in Deutschland zugelassen Leichtwasserreaktoren alle über negative Dampfblasenkoeffizienten" sehe ich den Widerspruch, dass es uns herzlich wenig hilft, wenn wir tolle sichere Kraftwerke haben, um uns herum einigen Ländern aber die Sicherheit der Reaktoren am Arsch vorbei geht, wie seinerzeit in Tschernobyl. Die Sicherheit ist kein lokales Thema. Eine isolierte Betrachtung zur "strategischen Reichweite von Uran" ist wenig sinnvoll
(Hmilz 17:55, 22. Okt. 2011 (CEST))
- Hey, die Ausstiegskritische Nuklearia ist noch zu frisch, um total umfassend und total ausgewogen zu sein. Aber ich finde, gerade weil Sicherheit kein lokales Thema ist, hilft ein deutscher Atomausstieg herzlich wenig. Besser wäre es, das Thema offensiv anzugehen und etwaige Schwachstellen im Inland und Ausland zu analysieren und zu beheben – und die Kerntechnik von morgen besser zu machen.
Rainer Klute 19:09, 22. Okt. 2011 (CEST)- Kerntechnik von morgen. Ich glaube es HACKT! Es gibt nur eine Alternative und das ist Kernfusion. Atomkraft geht nicht. Das Endlagerproblem können wir doch jetzt schon nicht mehr lösen. --Motorradblogger 00:32, 26. Okt. 2011 (CEST)
- Kernfusion ist auch Atomkraft. Und Endlagerproblem wird durch Transmutationsanlagen (eins wird gerade in Belgien gebaut Stihwort: Myrra-Projekt) gelöst. Aber selbst solche Projekte sind in Deutschland verboten.----Nsa666 23:32, 12. Nov. 2011 (CET)
- Bau mal einen funktionierenden Fusionsreaktor, dann schauen wir uns mal an wie die Betriebsbedingungen sind und ob das mit einem akzeptablen Risiko verbunden ist. Meinst Du den MYRRHA Forschungsreaktor? Der ist wohl weniger für die Atommüllentsorgung gedacht. Abgesehen davon könntest Du Dir auch mal die gültigen Beschlüsse der Partei zum Thema Atomkraft (an denen ich teilweise mitgearbeitet habe) ansehen, da steht nichts drin davon, dass wir auf die Bäume zurück wollen, Forschung, medizinische und materialtechnische Anwendungen werden durchaus befürwortet. TheBug 01:33, 13. Nov. 2011 (CET)
- Sorry Nsa666, aber mach dich erst einmal schlau, bevor du solchen Mist schreibst: es heißt Myrrha-Projekt und ist ein Projekt der Grundlagenforschung. Es sollen dabei die Grundlagen und die wirtschaftliche Machbarkeit erforscht werden! Also stell das nicht so hin, als sei das schon längst in trockenen Tüchern - die Tücher werden gerade erst genäht und ob sie am Ende halten, das weiß noch keiner! Fakt ist und bleibt das heutzutage kein Mensch garantieren kann, dass Transmutation im wirtschaftlichen Großmaßstab auch funktionieren wird - mal ganz abgesehen davon, ob das bezahlbar sein wird! Es ist eine reizvolle Idee, die sich aber erst noch beweisen muss.--Herbinator 19:19, 16. Nov. 2011 (CET)
- Bei allem Respekt und Verständnis einer AG, die das Thema Atomausstieg kritisch beleuchten und diskutieren will. Bitte beachtet: Bis spätestens 2070 haben wir bei den Atomkraftwerken das gleiche Problem wie bei Kraftwerken mit fossilem Brennstoff: der Rohstoff Uran ist weltweit sehr begrenzt und bis 2070 wird er zur Neige gehen! Es wäre schade, wenn wir demokratisch über alle Aspekte diskutieren, wenn das Thema über kurz oder lang sowieso abgehakt sein wird. Quelle siehe u.a. hier: http://www.bau-energiekonzepte.de/news/uranvorkommen-weltweit-bis-2070-erschoepft.html --Salabanda 09:44, 17. Nov. 2011 (CET)
- Erstmal danke, daß du ein Argument in der Sache bringst! Das ist leider nicht selbstverständlich. Zum Inhalt: Kernbrennstoff wird es noch erheblich länger geben. Erstens können speziellen Reaktortypen Uran-238 verwenden. Das ist in heutigen Leichtwasserreaktoren ungenutzt, macht aber ca. 97 % (!) des Brennmaterials aus. Hier liegt also noch erhebliches Potential, auch im sogenannten Atommüll. Zweitens läßt sich nicht nur Uran zur Kernernergiegewinnung nutzen, sondern auch Thorium. Davon gibt es etwa dreimal soviel auf der Erde wie Uran. Dazu steht noch mehr auf unserer Wikiseite und bei den verlinkten Informationen.
Rainer Klute 10:05, 17. Nov. 2011 (CET)
- Erstmal danke, daß du ein Argument in der Sache bringst! Das ist leider nicht selbstverständlich. Zum Inhalt: Kernbrennstoff wird es noch erheblich länger geben. Erstens können speziellen Reaktortypen Uran-238 verwenden. Das ist in heutigen Leichtwasserreaktoren ungenutzt, macht aber ca. 97 % (!) des Brennmaterials aus. Hier liegt also noch erhebliches Potential, auch im sogenannten Atommüll. Zweitens läßt sich nicht nur Uran zur Kernernergiegewinnung nutzen, sondern auch Thorium. Davon gibt es etwa dreimal soviel auf der Erde wie Uran. Dazu steht noch mehr auf unserer Wikiseite und bei den verlinkten Informationen.
- Bei allem Respekt und Verständnis einer AG, die das Thema Atomausstieg kritisch beleuchten und diskutieren will. Bitte beachtet: Bis spätestens 2070 haben wir bei den Atomkraftwerken das gleiche Problem wie bei Kraftwerken mit fossilem Brennstoff: der Rohstoff Uran ist weltweit sehr begrenzt und bis 2070 wird er zur Neige gehen! Es wäre schade, wenn wir demokratisch über alle Aspekte diskutieren, wenn das Thema über kurz oder lang sowieso abgehakt sein wird. Quelle siehe u.a. hier: http://www.bau-energiekonzepte.de/news/uranvorkommen-weltweit-bis-2070-erschoepft.html --Salabanda 09:44, 17. Nov. 2011 (CET)
- Kernfusion ist auch Atomkraft. Und Endlagerproblem wird durch Transmutationsanlagen (eins wird gerade in Belgien gebaut Stihwort: Myrra-Projekt) gelöst. Aber selbst solche Projekte sind in Deutschland verboten.----Nsa666 23:32, 12. Nov. 2011 (CET)
- Kerntechnik von morgen. Ich glaube es HACKT! Es gibt nur eine Alternative und das ist Kernfusion. Atomkraft geht nicht. Das Endlagerproblem können wir doch jetzt schon nicht mehr lösen. --Motorradblogger 00:32, 26. Okt. 2011 (CEST)
Hilfe?
Hi Leute, braucht Ihr noch ein Bisschen Hilfe? Es scheint da ein paar Wissenslücken zu geben, zum Beispiel dazu warum keine Kugelhaufenreaktoren mehr gebaut werden und warum der Laufwellenreaktor eine Totgeburt ist für die die notwendige Materialtechnik nicht existiert.
- Zu dem Kugelhaufenreaktor und den Problemen damit könnte ich mal einen Text schreiben, wenn gewünscht. Miriam
- Halte ich grundsätzlich für eine gute Idee.
Rainer Klute 13:53, 7. Nov. 2011 (CET) - Gleich noch darauf eingehen warum nukleare Systeme mit Flüssigsalz großtechnisch genau so wenig einsetzbar sind wie Natriumkühlung. Und auf die Problematik der unzureichenden Haltbarkeit von Materialien unter der Temperaturbelastung bei HTR. Sowie die Problematik beim Laufwellenreaktor, dass der gesamte Energieausstoß des Reaktors in einem sehr kleinen Bereich geschieht, wodurch die Materialbelastung durch Temperatur Neutronenfluss und Volumenänderung durch die Zerfallsprodukte unbeherrschbar sind. Also in Kurzfassung: Klarstellen warum keiner der "neuen" Reaktortypen eine Verbesserung der Betriebssicherheit bringt, sondern im Gegenteil die meisten davon ganz erheblich unsicherer sind. TheBug 11:21, 6. Nov. 2011 (CET)
- Stichwort beim Kugelhaufenreaktor: THTR-300, Hamm-Üntrop. Lest einfach den Wikipediaartikel, dann wisst ihr, warum das Ding eine Totgeburt gewesen ist und kein Land der Erde mehr dessen Weiterentwicklung betreibt. Die Stichworte hierbei sind: Kugelbruch, Verstopfung, mehr Bruchschäden durch die Absorberstäbe als angenommen und der Reaktor wurde im Zentrum zu heiß wegen unterschiedlicher Fließgeschwindigkeiten der Kugeln.--Herbinator 19:27, 16. Nov. 2011 (CET)
- Wir gehen gern auf konkrete Argumente ein, aber deine Allgemeinheiten hier überschreiten die Grenze zur Trollerei. Wie wär's, wenn du liefertest, indem du konkrete Probleme benennst und Quellen anführst? Bis dahin verweise ich zum Thema Flüssigsalzreaktor einfach mal auf das Molten Salt Reactor Experiment.
Rainer Klute 21:15, 6. Nov. 2011 (CET)- Meine Motivation eine erledigte Diskussion auf einem hochdetaillierten Level noch mal zu führen ist ziemlich gering. Ich sehe eure ganze AG hier als Trollerei an. Aber was solls. Flüssigsalzreaktor als kleines Schreibtischexperiment, ja, da kann man mal für ein paar Jahre vorführen wie gut das funktioniert. Der Temperaturbereich in dem diese Systeme betrieben werden liegt aber so hoch, dass mit vorzeitiger Materialermüdung zu rechnen ist. Zu Natrium sage ich nur Superphénix. Und zum Laufwellenreaktor habe ich bisher keine Informationen gesehen was für ein Wundermaterial da benutzt werden soll um die Brennelemente zusammen zu halten. TheBug 22:03, 6. Nov. 2011 (CET)
- Wir gehen gern auf konkrete Argumente ein, aber deine Allgemeinheiten hier überschreiten die Grenze zur Trollerei. Wie wär's, wenn du liefertest, indem du konkrete Probleme benennst und Quellen anführst? Bis dahin verweise ich zum Thema Flüssigsalzreaktor einfach mal auf das Molten Salt Reactor Experiment.
- Halte ich grundsätzlich für eine gute Idee.
Ganz wichtig ist es auch bei Atomkraftwerken mal zu betrachten wie die Finanzierung, Versicherung und Entsorgung so läuft und warum die hochtrabenden Projektpläne immer ganz schnell verdampfen wenn keine Zuschüsse vom Staat kommen. TheBug 23:32, 5. Nov. 2011 (CET)
- Es wäre hilfreich, wenn konkrete nicht umgesetzte Projekte benannt würden, um hierzu eine Aussage treffen zu können. So ist die Kritik arg allgemein gehalten zudem mir zig Projekte einfallen, die sich im zweistelligen Millionenbereich bewegen. Miriam
- Na konkret wäre z.B. der abgesagte PBMR in Südafrika einer der neuesten Fälle wo ein AKW nicht gebaut wird, weil der Staat nicht bereit ist massiv Geld zur Verfügung zu stellen. So geht es jedes mal wenn keine massiven staatlichen Hilfen zugesagt werden, oder noch schlimmer der Betreiber nicht von der Haftung und Entsorgung freigestellt wird. Atomstrom ist einfach viel zu teuer wenn nicht der größte Teil der Kosten externalisiert wird und wird deshalb ohne staatliche Unterstützung nicht eingesetzt. TheBug 11:21, 6. Nov. 2011 (CET)
Das sehe ich grundsätzlich ähnlich, aber etwas differenziert. So können Subventionen gerade in Entwicklungsländern sinnvoll sein, um überhaupt zu einem Punkt zu gelangen, an dem den Menschen Elektrizität zur Verfügung steht. Ist das politisch gewollt, darf auch Geld fließen. Wieviel, wie lange und unter welchen Bedingungen, ist eine andere Frage. (Übrigens: man bemerke, daß ich hier gar nicht über Kernenergie spreche. Das gilt genauso für andere Energieträger. Die IEA geht davon aus, daß auch Erneuerbare massive Förderung brauchen, um weltweit nennenswert zum Zuge zu kommen.)
Rainer Klute 21:15, 6. Nov. 2011 (CET)
- Kernkraftwerke in Entwicklungsländern sind eine grundlegend schlechte Idee wenn man sich ansieht was schon in hochindustrialisierten Ländern mit entsprechenden Ressourcen und ausreichendem Fachpersonal passiert. Von Proliferation will ich mal garnicht erst reden. TheBug 22:03, 6. Nov. 2011 (CET)
- Ich schlage vor, die guten Ideen aus dieser Diskussion herauszuziehen und zu verwerten, die Diskussion selbst dann aber wegen Trollerei zu löschen.
Rainer Klute 13:53, 7. Nov. 2011 (CET)- Ich schlage vor die ganze AG Seite zu löschen, da sie ohnehin im Wesentlichen aus Lobbypropaganda besteht und die Betreiber der AG offensichtlich nicht kritikfähig sind. TheBug 18:01, 7. Nov. 2011 (CET)
- Offensichtlich nicht kritikfähig, wie an der fortwährenden Entfernung meines Kommentars zu sehen ist. Argumente stehen hier, nur es wird nicht darauf eingegangen. Im Übrigen steht die Nuklearia gegen den offiziellen Standpunkt der Partei: http://wiki.piratenpartei.de/AG_Umwelt/Programm TheBug 09:16, 8. Nov. 2011 (CET)
- Du kannst ja mal damit anfangen, Argumente zu nennen – konkret, mit Belegen usw. Allgemeine und undifferenzierte Aussagen wie »ist nicht sicher« o.ä. führen nicht weiter. Wir wollen hier vor allen Dingen Fakten sammeln. Die Meinungsbildung können wir dann getrost dem Leser überlassen.
Rainer Klute 09:35, 8. Nov. 2011 (CET)- Eine Sammlung von Links auf Lobbyorganisationen ist nicht wirklich Fakten sammeln, es sei denn man möchte die gezielte Fehlinformation durch Intressensvertretungen dokumentieren. Aber fangen wir doch mal ganz einfach an: Natriumkühlung ist für etliche der "neuen" Reaktoren ein wichtiger Faktor. Natrium ist bereits bei Zimmertemperatur ein problematischer Stoff, in einem Reaktor muss es aber die ganze Zeit in flüssiger Form vorliegen, also bei mindestens 97°C, da ist es dann entsprechend noch reaktiver. Im Betrieb sollen zwischen 500 und 600 C verwendet werden, ein Temperaturbereich in dem Stahl einen wesentlichen Teil seiner Festigkeit bereits verloren hat. Ein Leck zwischen Natrium- und Wasserkreislauf kann zu einer Explosion mit anschließendem intensiven Brand der gesamten Kühlflüssigkeit führen. Der Superphénix hat gezeigt, dass die Befürchtungen betreffs der Betriebssicherheit nicht unberechtigt sind, oder sind die französischen Ingenieure unfähig? TheBug 10:29, 8. Nov. 2011 (CET)
- Zu den »Lobbyorganisationen«: Grundlageninformationen wie in »Kernenergie Basiswissen« findet man halt bei den Antiatomlobbyisten eher selten. Aber mehr noch als auf die Quelle kommt es auf den Inhalt an: Wenn du irgendwelche faktischen Fehler findest, kannst du die uns gern melden.
Rainer Klute 11:13, 10. Nov. 2011 (CET)- Wie wäre es mit Forschungsinstituten als Quellen? Faktische Fehler sind grundsätzlich bei der Gefährdungseinschätzung der Industrie zu finden, die Praxis hat ja leider mittlerweile sogar die Befürchtungen überholt. Es geht bei AKWs nicht um die Schadenswahrscheinlichkeit, sondern um das Schadenspotenzial. TheBug 12:03, 10. Nov. 2011 (CET)
- Bitte konkrete Quellen benennen! – Und selbstverständlich geht es um beides, die Schadenswahrscheinlichkeit und das Schadenspotential. Beide müssen so klein wie möglich sein. Da dir ja das Schadenspotential besonders wichtig ist: Moderne Reaktordesigns minimieren das natürlich auch, beispielsweise durch passive Kühlung oder Core Catcher.
Rainer Klute 12:42, 10. Nov. 2011 (CET)- Warum soll ich Quellen benennen mit denen Du Deinen Standpunkt belegen kannst? Das Schadenspotenzial eines Kernreaktors ist nicht davon abhängig was irgendwo am grünen Tisch ausgerechnet hat, sondern davon wie viel radioaktives Material im Worst Case austreten kann. Der Worst Case könnte auch ein (sehr unwahrscheinlicher) Meteoriteneinschlag sein, dagegen hilft kein Core Catcher. Auch Sabotage und andere externe Einwirkungen können fatal sein. Genau so aber ist auch zu bedenken, dass eine Anlage immer nur eine gewisse Menge an Fehlerszenarien abfangen kann, der Unfall tritt dann ein, wenn etwas unvorhergesehenes passiert (in Fukushima hatte halt das Erdbeben die Frechheit stärker als erwartet zu sein und der Tsunami war so unkooperativ höher als die Schutzwand zu werden). Schön nachzuvollziehen wenn man mal ein paar Unfallanalysen von großen Anlagen, oder Flugzeugabstürzen liest. Wer von einer ausfallsicheren Technik redet hat einfach nur eine schwere Wahrnehmungsstörung. Die Frage ist ausschließlich was maximal bei einem Unfall passieren kann und im Falle eines Kernkraftwerkes ist das ziemlich extrem. TheBug 01:02, 12. Nov. 2011 (CET)
- Also ich erwarte schon, dass wenn jemand was behauptet, er das auch sachlich belegen kann. Und OK nehmen wir mal Fukushima als extermen, maximalen Unfall an. Wie viele Tote gab es? Und was wäre bei einer Biogasanlage maximal möglicher Schaden? Wenn in der Brühe irgendwas mutiert? Neuer EHEC-Erreger? Möglich wäre es auf jeden Fall. Es ist sogar wahrscheinlicher als Meteoriteneinschlag auf einen Atomkraftwerk.--Nsa666 23:59, 12. Nov. 2011 (CET)
- Jau, Krebs durch radioaktive Belastung zählt ja nicht, da man es ja nicht direkt belegen kann, könnte ja auch woanders her kommen. TheBug 01:27, 13. Nov. 2011 (CET)
- Also ich erwarte schon, dass wenn jemand was behauptet, er das auch sachlich belegen kann. Und OK nehmen wir mal Fukushima als extermen, maximalen Unfall an. Wie viele Tote gab es? Und was wäre bei einer Biogasanlage maximal möglicher Schaden? Wenn in der Brühe irgendwas mutiert? Neuer EHEC-Erreger? Möglich wäre es auf jeden Fall. Es ist sogar wahrscheinlicher als Meteoriteneinschlag auf einen Atomkraftwerk.--Nsa666 23:59, 12. Nov. 2011 (CET)
- Warum soll ich Quellen benennen mit denen Du Deinen Standpunkt belegen kannst? Das Schadenspotenzial eines Kernreaktors ist nicht davon abhängig was irgendwo am grünen Tisch ausgerechnet hat, sondern davon wie viel radioaktives Material im Worst Case austreten kann. Der Worst Case könnte auch ein (sehr unwahrscheinlicher) Meteoriteneinschlag sein, dagegen hilft kein Core Catcher. Auch Sabotage und andere externe Einwirkungen können fatal sein. Genau so aber ist auch zu bedenken, dass eine Anlage immer nur eine gewisse Menge an Fehlerszenarien abfangen kann, der Unfall tritt dann ein, wenn etwas unvorhergesehenes passiert (in Fukushima hatte halt das Erdbeben die Frechheit stärker als erwartet zu sein und der Tsunami war so unkooperativ höher als die Schutzwand zu werden). Schön nachzuvollziehen wenn man mal ein paar Unfallanalysen von großen Anlagen, oder Flugzeugabstürzen liest. Wer von einer ausfallsicheren Technik redet hat einfach nur eine schwere Wahrnehmungsstörung. Die Frage ist ausschließlich was maximal bei einem Unfall passieren kann und im Falle eines Kernkraftwerkes ist das ziemlich extrem. TheBug 01:02, 12. Nov. 2011 (CET)
- Bitte konkrete Quellen benennen! – Und selbstverständlich geht es um beides, die Schadenswahrscheinlichkeit und das Schadenspotential. Beide müssen so klein wie möglich sein. Da dir ja das Schadenspotential besonders wichtig ist: Moderne Reaktordesigns minimieren das natürlich auch, beispielsweise durch passive Kühlung oder Core Catcher.
- Wie wäre es mit Forschungsinstituten als Quellen? Faktische Fehler sind grundsätzlich bei der Gefährdungseinschätzung der Industrie zu finden, die Praxis hat ja leider mittlerweile sogar die Befürchtungen überholt. Es geht bei AKWs nicht um die Schadenswahrscheinlichkeit, sondern um das Schadenspotenzial. TheBug 12:03, 10. Nov. 2011 (CET)
- Natrium stellt in der Tat Herausforderungen besonderer Art. Es ist aber keineswegs völlig neu oder gar unbeherrschar: natriumgekühlte Kernreaktoren sind seit gut 30 Jahren in Betrieb. Typischerweise verwendet man zwischen dem Natrium-Primärkreislauf und dem Dampferzeuger (Wasser) einen weiteren Natriumkreislauf, damit bei einem Unfall höchstens nichtradioaktives Natrium mit dem Wasser in Kontakt kommt. – Ganz allgemein sind »neu« oder »schwierig« noch lange kein Grund, die Finger von etwas zu lassen. Sonst gäbe es heute weder Autos noch Flugzeuge noch die Piratenpartei.
Rainer Klute 11:13, 10. Nov. 2011 (CET)- Gegen neu ist auch nichts zu sagen, gegen Aufwärmen von bereits negierten Konzepten schon. Wo bitte läuft aktuell ein Reaktor mit Natriumkühlung? Und was für einen Vorteil bringt es, wenn der Kühlkreislauf nicht radioaktiv ist, ein Leck aber nach wie vor zu einem Vollausfall der Kühlung führen kann? Ein Natriumbrand würde auch den Zugang zum Reaktor ganz erheblich erschweren und sogar so krude Notkühlung wie sie in Fukushima gemacht wurde wäre bei einem havarierten Reaktor mit Tonnen von Natrium nicht möglich sein. TheBug 12:03, 10. Nov. 2011 (CET)
- Ach, ich will dir doch nicht die Recherche abnehmen. Du hast ja offenbar mehr Zeit als ich. ;-) Apropos Zeit: Ich habe nicht die Zeit, die Vor- und Nachteile sämtlicher Reaktortypen hier zu erläutern. Dazu dienen ja die Links auf unserer Seite. Wenn das Infos fehlen oder falsch sind, bitte alternative Quellen nennem, die wir dann verlinken können.
Rainer Klute 12:42, 10. Nov. 2011 (CET)- Falscher Ansatz. Du behauptest es gibt im Betrieb befindliche Reaktoren mit Natriumkühlung, also belege diese Behauptung. Meine Behauptung, dass Natriumkühlung unpraktikabel und gefährlich ist, beruht einfach auf den physikalischen und chemischen Eigenschaften, keine Quelle notwendig, da mit ein wenig Wissen anhand eines PSE nachvollziehbar. Die Märchen der Atomlobby sind mir wohl bekannt, der Verweis auf die bunte Broschüren die Ihr verlinkt habt ist müßig. Ich frage mich nur was jemanden dazu bewegen mag den Kram zu glauben und ihn zu vertreten, ohne wenigstens finanziell davon zu profitieren. TheBug 01:02, 12. Nov. 2011 (CET)
- Erster Link bei Google: http://de.wikipedia.org/wiki/Brutreaktor Dein "Wissen" ist unzureichend. Wie bei den meisten Kerntechnikgegnern. --Nsa666 23:37, 12. Nov. 2011 (CET)
- Sind wir jetzt bei direkten Beleidigungen angekommen? Testreaktoren, wie viele davon schon mit schweren Störungen wegen Problemen mit der Natriumkühlung? TheBug 01:27, 13. Nov. 2011 (CET)
- Erster Link bei Google: http://de.wikipedia.org/wiki/Brutreaktor Dein "Wissen" ist unzureichend. Wie bei den meisten Kerntechnikgegnern. --Nsa666 23:37, 12. Nov. 2011 (CET)
- Falscher Ansatz. Du behauptest es gibt im Betrieb befindliche Reaktoren mit Natriumkühlung, also belege diese Behauptung. Meine Behauptung, dass Natriumkühlung unpraktikabel und gefährlich ist, beruht einfach auf den physikalischen und chemischen Eigenschaften, keine Quelle notwendig, da mit ein wenig Wissen anhand eines PSE nachvollziehbar. Die Märchen der Atomlobby sind mir wohl bekannt, der Verweis auf die bunte Broschüren die Ihr verlinkt habt ist müßig. Ich frage mich nur was jemanden dazu bewegen mag den Kram zu glauben und ihn zu vertreten, ohne wenigstens finanziell davon zu profitieren. TheBug 01:02, 12. Nov. 2011 (CET)
- Ach, ich will dir doch nicht die Recherche abnehmen. Du hast ja offenbar mehr Zeit als ich. ;-) Apropos Zeit: Ich habe nicht die Zeit, die Vor- und Nachteile sämtlicher Reaktortypen hier zu erläutern. Dazu dienen ja die Links auf unserer Seite. Wenn das Infos fehlen oder falsch sind, bitte alternative Quellen nennem, die wir dann verlinken können.
- Gegen neu ist auch nichts zu sagen, gegen Aufwärmen von bereits negierten Konzepten schon. Wo bitte läuft aktuell ein Reaktor mit Natriumkühlung? Und was für einen Vorteil bringt es, wenn der Kühlkreislauf nicht radioaktiv ist, ein Leck aber nach wie vor zu einem Vollausfall der Kühlung führen kann? Ein Natriumbrand würde auch den Zugang zum Reaktor ganz erheblich erschweren und sogar so krude Notkühlung wie sie in Fukushima gemacht wurde wäre bei einem havarierten Reaktor mit Tonnen von Natrium nicht möglich sein. TheBug 12:03, 10. Nov. 2011 (CET)
- Zu den »Lobbyorganisationen«: Grundlageninformationen wie in »Kernenergie Basiswissen« findet man halt bei den Antiatomlobbyisten eher selten. Aber mehr noch als auf die Quelle kommt es auf den Inhalt an: Wenn du irgendwelche faktischen Fehler findest, kannst du die uns gern melden.
- Eine Sammlung von Links auf Lobbyorganisationen ist nicht wirklich Fakten sammeln, es sei denn man möchte die gezielte Fehlinformation durch Intressensvertretungen dokumentieren. Aber fangen wir doch mal ganz einfach an: Natriumkühlung ist für etliche der "neuen" Reaktoren ein wichtiger Faktor. Natrium ist bereits bei Zimmertemperatur ein problematischer Stoff, in einem Reaktor muss es aber die ganze Zeit in flüssiger Form vorliegen, also bei mindestens 97°C, da ist es dann entsprechend noch reaktiver. Im Betrieb sollen zwischen 500 und 600 C verwendet werden, ein Temperaturbereich in dem Stahl einen wesentlichen Teil seiner Festigkeit bereits verloren hat. Ein Leck zwischen Natrium- und Wasserkreislauf kann zu einer Explosion mit anschließendem intensiven Brand der gesamten Kühlflüssigkeit führen. Der Superphénix hat gezeigt, dass die Befürchtungen betreffs der Betriebssicherheit nicht unberechtigt sind, oder sind die französischen Ingenieure unfähig? TheBug 10:29, 8. Nov. 2011 (CET)
- Du kannst ja mal damit anfangen, Argumente zu nennen – konkret, mit Belegen usw. Allgemeine und undifferenzierte Aussagen wie »ist nicht sicher« o.ä. führen nicht weiter. Wir wollen hier vor allen Dingen Fakten sammeln. Die Meinungsbildung können wir dann getrost dem Leser überlassen.
- Schade, nachdem ich anderweitig auf dieses Thema in der Piratenwiki aufmerksam gemacht wurde hatte ich die Hoffnung hier ein Forum vorzufinden, in welchem dieses Thema ernsthaft und ausgewogen diskutiert wird. Leider muss ich feststellen, dass es auch hier nicht möglich ist dieses heisse Thema sachlich und emotionsfrei darzustellen. Ich selbst bin hinsichtlich der Möglichkeiten, Notwendigkeiten und Implikationen bezüglich der Nutzung der Atomkraft zwischen Akzeptanz, Interesse und Ablehnung hin und her gerissen. Einerseits sehe ich die Möglichkeiten einer zumindest mittelfristig gesicherten Grundversorgung mit Energie. Dann bin ich an den Entwicklungen und Möglichkeiten interessiert. Und ich sehe genauso die immanenten Probleme (Lagerung von Atommüll, Gefahr der großflächigen Verstrahlung). Den viel gelobten "Erneuerbaren" Energien stehe ich allerdings auch skeptisch gegenüber, da m.E. eine sichere Versorgung allein durch die "Erneuerbaren" zu vernünftigen Preisen einfach nicht möglich ist. Mit dem Ausstieg aus der Atomkraft befürchte ich mindestens Brown Outs wenn nicht gar Black Outs in Deutschland und Europa. Abgesehen davon sind auch die "Erneuerbaren" nicht ohne Probleme für unsere Umwelt. Neben der Energieversorgung nehme ich auch weitere Probleme eines totalen Ausstiegs aus der Kernkraft wahr. Z.B. Mangel an Radioisotopen und durch den Wegfall von Neutronenquellen erhebliche Einschränkungen im Bereich der Materialforschung. Die Kernkraft ist nicht ausschliesslich eine unheimliche Bedrohung für unser aller Umwelt und Leben. Volker t.
- Ja, wo Kernenergiebefürworter sind, sind die Gegner nicht weit – und von denen sind nicht alle an einer sachlichen Diskussion interessiert und halten sich dennoch für Experten. Vielleicht braucht mancher den einen oder anderen Brown Out oder Black Out, um das Thema auch mal aus einen anderen Perspektive zu betrachten. – Die von dir genannten Probleme Atommüll und Gefahr einer großflächigen Verstrahlung haben wir hier noch nicht wirklich aufbereitet. Daher hier erstmal nur die kurze Antwort:
- Künftige Reaktortypen werden unseren heutigen Atommüll als Brennstoff verwenden können. Das ist ja fast alles Uran-238, das die aktuellen Leichtwasserreaktoren gar nicht nutzen können. Einiges dazu steht etwas verteilt im Abschnitt über zukünftige Kraftwerkdesigns. Siehe auch das Generation IV International Forum, das an Kernreaktoren der vierten Generation arbeitet. Mit dieser Perspektive im Hinterkopf brauchen wir kein Endlager, sondern können weiterhin Zwischenlager nutzen, bis die neuen Anlagen am Start sind, die den »Atommüll« als Brennstoff verwenden.
- Heutige, moderne Kernkraftwerkdesigns der sogenannten Generation III+ besitzen umfangreiche passive Sicherheitseinrichtungen, die auch bei völligem Stromausfall über mehrere Tage hinweg für eine Kühlung des Reaktorkerns sorgen – auch ohne menschliches Zutun. Im Fall einer Kernschmelze verhindert ein Core Catcher, daß die geschmolze Masse ins Erdreich oder ins Grundwasser dringt. Sie wird vielmehr aufgefangen, verteilt sich auf einer dafür vorgesehenen Fläche und kann auskühlen. Unter »Moderne Kernkraftwerkdesigns« haben wir Links zu den drei wichtigsten heutigen Reaktortypen dieser Kategorie zusammengestellt. Mit einem dieser Kraftwerkstypen wäre es in Fukushima allenfalls zu einem wirtschaftlichen Schaden gekommen und wahrscheinlich nicht einmal das.
Rainer Klute 22:16, 16. Nov. 2011 (CET)- Künftige Reaktortypen sind solche die bisher nur in Simulationen existieren und eine Kombination von hoher Temperatur und gefährlichen Kühlmethoden verwenden. Beim Kugelhaufenreaktor wird Graphit bei sehr hoher Temperatur verwendet, nicht gerade gut, wenn es zu einer Beschädigung des Reaktorgefäßes, oder der Kühlleitungen und einem Eindringen von Sauerstoff kommt, das führt zum Kernbrand. Die Behauptung es könne nichts schief gehen ist naiv, es können immer nur die vorhergesehenen Fehlermodi berücksichtigt werden, jedes technische System ist in der Lage zu versagen. TheBug 23:35, 16. Nov. 2011 (CET)
- Das stimmt nur teilweise. Ein Flüssigsalzreaktor beispielsweise lief im Experimentalbetrie von 1965-1969 zuverlässig. Bleigekühlte Reaktoren kamen auf russischen U-Booten zum Einsatz. Einen Laufwellenreaktor hat natürlich noch niemand gebaut, aber das Konzept ist sicherlich einen Prototyp wert. – Ja, selbstverständlich können technische Komponenten versagen. Das wird niemand bestreiten, und das ist völlig normal, ob im Auto, im Computer oder im Kernkraftwerk. Deswegen spiegelt der Computer-Anwender seine Festplatten und macht Backups. Und deswegen gibt es in Kernkraftwerken Redundanz auf mehreren gestaffelten Ebenen.
Rainer Klute 06:27, 17. Nov. 2011 (CET)- Stellt sich u.a. die Frage warum die 50 Jahre alten Konzepte immer wieder als neue Reaktoren verkauft werden und warum immer wieder gescheiterte Experimente als die Technik der Zukunft dargestellt werden. Das mit der Redundanz hat in Fukushima super funktioniert, da sind immerhin gleich vier Reaktorblöcke hoch gegangen. Es ist halt ein erheblicher Unterschied, ob ein Auto stehen bleibt, ein Computer abstürzt, oder eine Anlage mit etlichen Tonnen radioaktiven Materials in Brand gerät. TheBug 08:14, 17. Nov. 2011 (CET)
- Fukushima hat nichts mit fehlender oder versagender Redundanz zu tun, sondern mit Verantwortungslosigkeit des Betreibers TEPCO, Stichworte: zu niedriger Tsunami-Wall, Notstromgeneratoren im Keller, Schwachstellen bekannt und dennoch nichts getan. Um im Vergleich zu bleiben: Fukushima ist wie ein Auto, daß mit 100 Sachen vor die Betonwand gesetzt wurde. – Davon abgesehen hatte ich ohnehin schon überlegt, einen Blogbeitrag zu Fukushima zu schreiben. Arbeitstitel: »Warum ich seit Fukushima pro Kernenergie bin.«
Rainer Klute 09:35, 17. Nov. 2011 (CET)
- Fukushima hat nichts mit fehlender oder versagender Redundanz zu tun, sondern mit Verantwortungslosigkeit des Betreibers TEPCO, Stichworte: zu niedriger Tsunami-Wall, Notstromgeneratoren im Keller, Schwachstellen bekannt und dennoch nichts getan. Um im Vergleich zu bleiben: Fukushima ist wie ein Auto, daß mit 100 Sachen vor die Betonwand gesetzt wurde. – Davon abgesehen hatte ich ohnehin schon überlegt, einen Blogbeitrag zu Fukushima zu schreiben. Arbeitstitel: »Warum ich seit Fukushima pro Kernenergie bin.«
- Stellt sich u.a. die Frage warum die 50 Jahre alten Konzepte immer wieder als neue Reaktoren verkauft werden und warum immer wieder gescheiterte Experimente als die Technik der Zukunft dargestellt werden. Das mit der Redundanz hat in Fukushima super funktioniert, da sind immerhin gleich vier Reaktorblöcke hoch gegangen. Es ist halt ein erheblicher Unterschied, ob ein Auto stehen bleibt, ein Computer abstürzt, oder eine Anlage mit etlichen Tonnen radioaktiven Materials in Brand gerät. TheBug 08:14, 17. Nov. 2011 (CET)
- Das stimmt nur teilweise. Ein Flüssigsalzreaktor beispielsweise lief im Experimentalbetrie von 1965-1969 zuverlässig. Bleigekühlte Reaktoren kamen auf russischen U-Booten zum Einsatz. Einen Laufwellenreaktor hat natürlich noch niemand gebaut, aber das Konzept ist sicherlich einen Prototyp wert. – Ja, selbstverständlich können technische Komponenten versagen. Das wird niemand bestreiten, und das ist völlig normal, ob im Auto, im Computer oder im Kernkraftwerk. Deswegen spiegelt der Computer-Anwender seine Festplatten und macht Backups. Und deswegen gibt es in Kernkraftwerken Redundanz auf mehreren gestaffelten Ebenen.
- Künftige Reaktortypen sind solche die bisher nur in Simulationen existieren und eine Kombination von hoher Temperatur und gefährlichen Kühlmethoden verwenden. Beim Kugelhaufenreaktor wird Graphit bei sehr hoher Temperatur verwendet, nicht gerade gut, wenn es zu einer Beschädigung des Reaktorgefäßes, oder der Kühlleitungen und einem Eindringen von Sauerstoff kommt, das führt zum Kernbrand. Die Behauptung es könne nichts schief gehen ist naiv, es können immer nur die vorhergesehenen Fehlermodi berücksichtigt werden, jedes technische System ist in der Lage zu versagen. TheBug 23:35, 16. Nov. 2011 (CET)
- Ja, wo Kernenergiebefürworter sind, sind die Gegner nicht weit – und von denen sind nicht alle an einer sachlichen Diskussion interessiert und halten sich dennoch für Experten. Vielleicht braucht mancher den einen oder anderen Brown Out oder Black Out, um das Thema auch mal aus einen anderen Perspektive zu betrachten. – Die von dir genannten Probleme Atommüll und Gefahr einer großflächigen Verstrahlung haben wir hier noch nicht wirklich aufbereitet. Daher hier erstmal nur die kurze Antwort:
Zur Wirkung ionisierender Strahlung
In der Darstellung ganz oben unter dem Abschnitt über die Wirkung ionisierender Strahlung liegen m.E. die Tatsachen verzerrende Darstellungen vor. Richtig ist, dass ionisierendes Strahlung(Gammastrahlung ist elektromagnetische Strahlung) materialschädigende Wirkungen hat. Diese schädigende Wirkung gilt für unbelebte wie belebte Materie. Im lebenden Gewebe beruht die Wirkung auf der Tatsache, dass durch das "herausschiessen" von Elektronen Radikale gebildet werden. Diese Radikale wiederum schädigen das betroffene Gewebe. In der Regel wird das Gewebe einfach absterben. In ungünstigeren Fällen wird durch die Strahlung die DNA geschädigt. Hierdurch kann es zu einem entarteten Zellwachstum (Krebs) kommen. Kritisch wird es, wenn die DNA von Spermien oder Eizellen geschädigt wird. Im einfachsten Fall sind diese nicht mehr zur Fortpflanzung fähig. In einigen Fällen kann es jedoch zu Mutationen und damit zu Missbildungen der Embrionen und Föten führen. Auch Embrionen sind wenn diese der Strahlung ausgesetzt werden besonders gefährdet. Durch Strahlung geschädigtes Gewebe regeneriert sich nur dadurch, dass neues (hoffentlich) gesundes Gewebe nachwächst. Die Strahlenschäden durch ionisierende Strahlung mit einem Sonnenbrand zu vergleichen ist im Grunde korrekt, jedoch werden hierbei die möglichen Gefahren in nicht akzeptabler Weise verharmlost. Die Darstellung einer dosierten und dafür längeren Exposition durch UV-Strahlung bewirkt unzweifelhaft zu einem gesunden Teint. Allerdings gilt keinesfalls für Alpha-, Beta- und Gamma-Strahlung. Zur Bewertung der Äquivalenzdosis (der biologischen Wirksamkeit) Sollte man schon detaillierter auf die Strahlungsarten, die Gewebetypen und die statistischen Dimensionen eingehen. Weiter muss m.E. unbedingt die unterschiedlichen Konsequenzen äußerer Exposition oder Intoxikation betont werden. Für eine ausgewogene Diskussion dieses Themas sollte man m.E. verharmlosende Vergleiche ebenso wie unverhältnismässige Panikmache vermeiden. Volker t.
- Danke! Dann ist es ja gut, daß diese Sachen erstmal nur hier auf der Diskussionsseite stehen. Die sind nämlich noch nicht kritisch gegengelesen worden (außer von dir). – Eigentlich soll hier ja auch kein Lehrbuch entstehen, es sollen vielmehr vorhandene Informationen verlinkt und in einen Kontext gebracht werden.
Rainer Klute 22:16, 16. Nov. 2011 (CET)
Kalte Fussion
Ohje, jetzt lese ich erst den Abschnitt über die "Kalte Fussion". Ein durch und durch spekulatives Thema ohne auch nur annähernd gesicherte wissenschaftliche Basis. Schade! Damit verliert der Artikel aus meiner Sicht an Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit. Volker t.
- Da sind wir derselben Meinung. Ein weiterer Grund, warum der von Schwarzschild 57 gelieferte Beitrag nur hier auf der Diskussionsseite steht.
Rainer Klute 22:16, 16. Nov. 2011 (CET)
Kinderkrebsstudien
Was sagt ihr zu den Studien, die belegen, dass Leukemie bei Kindern, die in der Nähe von Kernkraftwerken wohnen, signifikant häufiger auftritt? DennisG. 11:26, 17. Nov. 2011 (CET)