Diskussion:AG Landwirtschaft/Glyphosat

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chronischer Botulismus

Ich wäre hier ganz vorsichtig mit den Schlussfolgerungen, dass Glyphosat für die neurologischen Schäden bei Rindern und Landwirten verantwortlich sein soll. Das im Urin von kranken Rindern Glyphosat gefunden wurde macht es nicht "immer wahrscheinlicher". Ich schätze, dass man auch in gesunden Rindern Glyphosat findet, weil es als Breitbandherbizid einfach überall eingesetzt wird. Da würde ich lieber mal warten bis die Studie wirklich fertig ist. "Ein Doktorand hat gefunden" und dann auch noch nur mündlich überliefert ist noch nicht wirklich aussagekräftig.

Zudem wirkt Glyphosat im Shikimatweg den Tiere überhaupt nicht besitzen weshalb er im Vergleich zu anderen Herbiziden weniger giftig ist. Der Stoff ist extrem gut toxikologisch untersucht und weltweit zugelassen. Das einzige mir bekannte Problem von Glyphosat ist, dass man es mit Tensiden wie Tallowamin mischt, damit es besser durch die dicken Pflanzenzellwände eindringen kann. Tenside sind waschaktive Substanzen und jeder kennt das Phänomen, wenn man viel Geschirr spült → die Haut wird entfettet und rissig. Das fertige Produkt (z.B. Monsantos Roundup) wird also für Wasserorganismen (besonders Amphibien) eventuell zum Problem. Bislang liegen jedoch keine Erkenntnisse vor, die die Behörden zur Neubewertung führen lassen.

Auch der hier verlinkte Film "mit Gift und Genen" über Monsanto ist nicht an allen Stellen wissenschaftlich korrekt. Die mexikanische Biologin z.B. schließt dort von Veränderungen der Blütenstände bei einer Blume direkt auf Probleme mit einheimischem Mais. Bei aller (berechtigter) Kritik an den Geschäftspraktiken von Monsanto sollte man vorsichtig bei der Interpretation wissenschaftlicher Daten sein, damit es nicht in eine Hexenjagd ausufert. Die klassischen Medien sind leider auch häufig nur auf Skandalsuche. Gruß Milanium 21:24, 27. Feb. 2012 (CET)