Diskussion:AG Geldordnung und Finanzpolitik/ThemaRefinanzierung

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Hallo zusammen,

über die ML wurde dieser Artikel verlinkt und gebeten den Fehler aufzuzeigen. Sorry aber ich finde eure gelben Kästchen nicht selbsterklährend und es währe wohl sinnvoll wenn da ein paar Buchungssätze dabeistehen würden, so das man eine Möglichkeit erhält das ganze auch nachzuvollziehen. So kann ich dir nur sagen das deine Kästchen zwichendurch eine ungerade Anzahl haben und somit nicht stimmen können.

Grüße iGo --IGo 01:00, 2. Jan. 2013 (CET)


Nein, sie sind nicht falsch. Du meinst sicherlich den "Zwischenschritt", bei dem eine Überweisung ohne Ausgleich stattgefunden hat. Hierzu ist folgendes zu sagen:

  • Bei GB2 hat sich das EK erhöht (+1 Kästchen)
  • Bei GB1 hat sich das EK gesenkt (-1 Kästchen) - das lässt sich schwer darstellen

Wenn du eine Idee hast, wie man das besser visualisieren könnte, wäre ich dir dankbar.

Nach dem Ausgleich ist die Zahl der "Kästchen" wieder grade; ich wollte aber gerne den Zwischenschritt einfügen, um die Notwendigkeit des Ausgleichs zu erläutern.

Grüße Patrik74 14:25, 2. Jan. 2013 (CET)


Ok das verschwundene Kästchen hab ich übersehen.

Ich würde ja Pfeile zur Kennzeichnung verwenden und nur die Änderungen die sich aus dem aktuellen Schritt ergeben einmalen. (vielleicht die anderen ausgegraut dazu nehmen.) Wie gesagt würde ich persönlich auch Buchungssätze dazuschreiben.

Inhaltlich machst du dich angreifbar in dem du weder Eigenkapitalvorschriften noch die Minestreservepflicht aufzeigst.

Grüße IGo 16:57, 2. Jan. 2013 (CET)


Es gibt zu diesem Sachverhalt saldenmechanische Aussagen von Wolfgang Stützel:

"Bei gegebenem Geldvermögen der Banken besteht - wie soeben gezeigt - ein streng wechselseitiger Bedingungszusammenhang zwischen den Ver­änderungen der Bankkredite und den Veränderungen der Summe aus Bankeinlagen plus Banknotenbeständen der Nichtbanken. Die Beziehungen, die den Gegenstand so heftiger Diskussionen zwischen der sogenann­ten orthodoxen und der sogenannten modernen Kredittheorie bildeten (ob denn erst die Einlagen von Nichtbanken da sein müßten, ehe Kredite an Nichtbanken gegeben werden, oder ob erst Kredite gegeben werden müßten, aus denen dann Einlagen entstehen) lassen sich durch folgende Satzgruppen darstellen 1):

Partialsatz: Bei jeder einzelnen Bank ist es möglich, daß erst die Verbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken (Bankeinlagen, Pfandbriefumlauf, Umlauf eigener Ak­zepte außerhalb des Banksystems, Umlauf eigener Banknoten außerhalb des Banksystems) zunehmen, ehe die Ausleihungen an Nichtbanken zunehmen.

Größenmechanik: Eine einzelne Bank und eine Gruppe von Banken Gl kann (bei konstantem Geldvermögen aller Banken) nur in dem Falle und genau in dem Maße ihre Nichtbankeinlagen (einschließlich Umlauf eigener Pfandbriefe, Akzepte, Banknoten) über ihre eigenen Ausleihungen an Nichtbanken hinaus erhöhen, in dem die Komplementärgruppe ihre Ausleihungen an Nichtbanken über ihre Ein­lagen von Nichtbankenseite hinaus erhöht. Dabei ist der Betrag, um den die fragliche Gruppe Gj, ihre Einlagen über ihre Ausleihungen hinaus erhöht, stets genau gleich dem Zuwachs der Nettoforde­rungen dieser Gruppe an ihre Komplementärgruppe (Zuwachs eigener Bestände an fremden Banknoten, Zuwachs eigener Einlagen bei anderen Banken, Abnahme der Nostroverpflichtungen), während die Komplementärgruppe in dem Maße ihre Nettoverschuldung gegenüber anderen Banken erhöht, als sie ihre Kredite an Nichtbanken über ihre Einlagen von Nichtbankenseite hinaus ausdehnt.

Globalsatz: Bei der Gesamtheit aller Banken steigt die Summe der Einlagen (ein­schließlich Umlauf eigener Pfandbriefe, Akzepte, Banknoten) stets genau in glei­chem Maße wie die Summe ihrer Ausleihungen. Zeitliche Diskrepanzen zwischen Einlagenzuwachs und Zuwachs der Aus­leihungen sind also stets nur bei einzelnen Banken und Gruppen von Ban­ken möglich. Für die Gesamtheit aller Banken ist die Summe und der Durchschnitt derartiger Diskrepanzen stets 0 (sobald wir von den Geldvermögensänderungen der Banken durch Käufe, Löhne, Zins- und Pro­visionsleistungen usw. absehen).

1) Wir sprechen im folgenden stets vom Banksystem einschließlich dem Zentralbank­system. Viele Beziehungen lassen sich dadurch streng allgemeingültig übersichtlich darstellen. Nur ein Problem wird natürlich auf diese Weise nahezu vollständig aus­geklammert: die spezifischen Probleme der Geschäftsbankenliquidität und des Ban­kengeldmarkts. Dieses Problemgebiet böte zwar ein besonders ergiebiges Anwen­dungsfeld der hier vertretenen Methode der Saldenmechanik und des Nebeneinanders von Partialsatz, Größenmechanik und Globalsatz (siehe z. B. eingangs S. 18 sowie S. 27, 38, 49) und ist gewissermaßen ihr Ursprungsgebiet (Lautenbachsche Kredit­mechanik!). Trotzdem wollen wir es in diesem Buch nicht ausführlicher behandeln, zumal gerade dieses Gebiet durch Lehmann, Lautenbach, Pfleiderer, Gleske u. a. bereits ausführlich im Stile der hier vertretenen Methode behandelt wurde und auch die wirtschaftspolitische Praxis (wie die monatlichen Berichte der Bank deutscher Länder über die Bestimmungsgründe von Veränderungen der Bankenliquidität z. B. zeigen) auf diesem speziellen Gebiet jene Zusammenhänge, die wir hier als „Saldenmechanik“ bezeichnen, längst gebührend berücksichtigt."

Volkswirtschaftliche Saldenmechanik, Seite 213-214

Die Satzgruppe bezieht sich lediglich auf Veränderungen der Bestandsgrößen. Die vorangehende Herleitung arbeite ich gerade durch. Falls Interesse besteht würde ich darauf eingehen. Leider kenne ich die hier (Bankensektor ohne ZB) besonders interessierende Literatur von Lehmann, Lautenbach, Pfleiderer und Gleske nicht. Rolf Mueller 01:10, 3. Jan. 2013 (CET)