Bundesparteitag 2012.1/Antragsfabrik/Sonstiger Antrag 002
Inhaltsverzeichnis
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Antragstitel
Bio-Lebensmittel Antragsteller
morizv Antragstyp
Sonstiger Antrag Antragstext
Es wird beantragt im Wahlprogramm zur kommenden Bundestagswahl / im Wahlprogramm zur kommenden Europawahl folgenden Standpunkt zu vertreten: Bio-Lebensmittel sollen von der MwSt befreit werden.
Antragsbegründung
Die Konsumenten haben noch nie so wenig Vertrauen in die Lebensmittebranche gehabt wie bisher. Vogelgrippe, Gammelfleisch und Dioxin waren sicherlich nicht die letzten Bilder von Lebensmittelskandalen wie wir sie in den Medien sehen werden. Wie viele andere, vielleicht nicht so bekannte Skandale es jeden Tag gibt, möchten wir gar nicht wissen. Das Fleisch liegt fest verschweißt in der Kühltruhe unserer Supermärkte. Ein Anblick an den wir uns in den letzen Jahrzehnten gewöhnen durften. Hinter den Verpackungen hat sich währenddessen einiges verändert. Während eine Kuh vor 50 Jahren rund 2 Liter Milch pro Tag gab sind es heute bis zu 30. Im gleichen Zeitraum sank die Anzahl der Landwirtschaftlichen Betriebe um 75%. Die internationale Konkurrenz, sowie die Deutsche geiz ist geil Mentalität, zwingt jeden in der Kette dazu immer günstiger zu produzieren und mittels synthetische Zutaten und krankheitssensibler Massentierhaltung seine Grenzen zu suchen. Durch die Skandale und ihre unzureichenden Antworten fragen sich immer mehr Konsumenten wie gut die Qualität ihrer Produkte eigentlich noch ist. Ob es überhaut gesund ist was sie essen. >> Die Gründe FÜR Biolebensmittel sind ausreichend bekannt, oder? Was spricht für eine Senkung der MwSt auf 0%? Nachhaltige Produkte müssen gefördert werden. In der Vergangenheit wurde oft darüber nachgedacht den vergünstigten Steuersatz insgesamt abzuschaffen. Die Piraten setzen sich dafür ein den vergünstigten Steuersatz ein neue Ausrichtung zu geben: die Nachhaltigkeit. Alle Lebensmittel die nicht nicht Bio und Fair sollen mit dem normalen Steuersatz von 19% besteuert werden. Bio und Faire Lebensmittel hingegen mit 7% oder einem angepassen vergünstigten Steuersatz von 5%. Die Auswirkungen wären enorm. Durch den erhöhten Steuersatz müsste die Lebensmittelindustrie ihre Ware teurer anbieten und Bio-Produkte würden günstiger in den Regalen liegen. Wie oben beschrieben ist der Deutsche recht geizig mit seinem Geld für Lebensmittel, so würde sich der Absatzmarkt für Biolebensmittel stark erhöhen.
Sieben Prozent Mehrwertsteuer müssen zum Beispiel gezahlt werden auf Grundnahrungsmittel (außer Getränken und Alkohol), Leitungswasser, Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Blumen, Tierfutter und Fahrkarten im öffentlichen Nahverkehr.
Der Bio-Markt Struktur
Datum der letzten Änderung
05.02.2012 |
Anregungen
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Die Konsumenten haben noch nie so wenig Vertrauen in die Lebensmittebranche gehabt wie bisher. Vogelgrippe, Gammelfleisch und Dioxin waren sicherlich nicht die letzten Bilder von Lebensmittelskandalen wie wir sie in den Medien sehen werden. Wie viele andere, vielleicht nicht so bekannte Skandale es jeden Tag gibt, möchten wir gar nicht wissen.
Das Fleisch liegt fest verschweißt in der Kühltruhe unserer Supermärkte. Ein Anblick an den wir uns in den letzen Jahrzehnten gewöhnen durften. Hinter den Verpackungen hat sich währenddessen einiges verändert. Während eine Kuh vor 50 Jahren rund 2 Liter Milch pro Tag gab sind es heute bis zu 30. Im gleichen Zeitraum sank die Anzahl der Landwirtschaftlichen Betriebe um 75%.
Die internationale Konkurrenz, sowie die Deutsche geiz ist geil Mentalität, zwingt jeden in der Kette dazu immer günstiger zu produzieren und mittels synthetische Zutaten und krankheitssensibler Massentierhaltung seine Grenzen zu suchen. Durch die Skandale und ihre unzureichenden Antworten fragen sich immer mehr Konsumenten wie gut die Qualität ihrer Produkte eigentlich noch ist. Ob es überhaut gesund ist was sie essen.
>> Die Gründe FÜR Biolebensmittel sind ausreichend bekannt, oder?
Was spricht für eine Senkung der MwSt auf 0%?
Nachhaltige Produkte müssen gefördert werden.
In der Vergangenheit wurde oft darüber nachgedacht den vergünstigten Steuersatz insgesamt abzuschaffen.
Die Piraten setzen sich dafür ein den vergünstigten Steuersatz ein neue Ausrichtung zu geben: die Nachhaltigkeit.
Alle Lebensmittel die nicht nicht Bio und Fair sollen mit dem normalen Steuersatz von 19% besteuert werden. Bio und Faire Lebensmittel hingegen mit 7% oder einem angepassen vergünstigten Steuersatz von 5%.
Die Auswirkungen wären enorm. Durch den erhöhten Steuersatz müsste die Lebensmittelindustrie ihre Ware teurer anbieten und Bio-Produkte würden günstiger in den Regalen liegen.
Wie oben beschrieben ist der Deutsche recht geizig mit seinem Geld für Lebensmittel, so würde sich der Absatzmarkt für Biolebensmittel stark erhöhen.
Sieben Prozent Mehrwertsteuer müssen zum Beispiel gezahlt werden auf Grundnahrungsmittel (außer Getränken und Alkohol), Leitungswasser, Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Blumen, Tierfutter und Fahrkarten im öffentlichen Nahverkehr.
Der Bio-Markt
Struktur | Im Zuge des steigenden Verbraucherinteresses an biologischen Produkten bieten mittlerweile nahezu alle Lebensmitteleinzelhändler Bioprodukte an. In Deutschland werden rund 50% aller Biowaren durch Supermärkte umgesetzt, gefolgt von Naturkostläden mit 35% und dem Direktverkauf mit rund 15%1.
Nach Umfragen gibt es in Deutschland 25% Nicht-Biokäufer, 60% Gelegenheits-Biokäufer und 15% regelmäßige Biokäufer2. Obwohl Bioprodukte rund ein Drittel mehr kosten als konventionelle Produkte, spielt dies bei regelmäßigen Biokunden eine eher zweitrangige Rolle.
Der Bio-Markt ist relativ heterogen. Wenn von Bioprodukten gesprochen wird, sind damit diejenigen Produkte gemeint, die mindestens die Vorgaben der EU-Bio-Norm erfüllen. Europaweit gibt es über 30 verschiedene Biosiegel, die den Kriterien dieser EU-Norm entsprechen oder darüber hinaus gehen.
Größe | Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln im Handel wächst derzeit jährlich um 10-15% und erreichte 2009 in Deutschland knapp 6 Mrd. €3. Damit hat der Bio-Markt einen Umsatzanteil am gesamten Lebensmittelmarkt von rund 4%. Europaweit beträgt der Umsatz 18 Mrd. €.
In Deutschland gibt es rund 18.000 Bauernhöfe und 3.500 verarbeitende Betriebe, die nach einem Bio-Standard zertifiziert sind4. Europaweit gibt es 10.000 verarbeitende Betriebe5.
Der Fairtrade-Markt
Struktur | Fairtrade gibt es schon seit den 60er Jahren. Damals konnte man fair gehandelte Produkte allerdings nur in Dritte-Welt-Läden kaufen. Inzwischen ist Fairtrade durch Discounter und große Ketten wie Starbucks und Tchibo allgegenwärtig geworden und erreicht in einigen europäischen Ländern einen erstaunlichen Marktanteil. Beispielsweise werden 50% aller Bananen in der Schweiz und 20% des Kaffees in Großbritannien über Fairtrade gehandelt.
Hinter dem Fairtrade-Markt steht insbesondere eine Organisation: der internationale Dachverband FLO (Fairtrade Labelling Organizations). Er besteht insgesamt aus 24 Mitgliedern, die auf nationaler Ebene die Kriterien von Fairtrade-Siegeln verwalten und vermarkten.
Zertifiziert werden die nationalen Siegel durch die Firma FLO-CERT, ein unabhängiges Zertifizierungs-Unternehmen der FLO, das Produzenten und Händler in insgesamt über 70 Ländern zertifiziert.
Größe | Weltweit wurde 2009 mit FLO-Fairtrade-Produkten ein Umsatz von 3,4 Mrd. € erzielt, davon 8% in Deutschland. Der Markt ist 2009 um 15% gewachsen. 1,2 Mio. Bauern und Beschäftigte profitieren von Fairtrade.
http://www.jf-archiv.de/archiv11/201131072936.htm
http://www.zeit.de/2010/13/GS-Nachhaltigkeit
www.orgprints.org/13026/1/Schafft_der_deutsche_Bio-Markt_den_Sprung_aus_der_Nische__Eine_Marketanalyse.pdf
www.ble.de
www.orgprints.org/4554/#_blank
www.bio-siegel.de
www.organic-world.net/fileadmin/documents_organicworld/yearbook/yearbook-2010/global-survey-2010-regions-bw.pdf
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