Bildungspolitik

Aus Piratenwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Anregungen zur Diskussion, bitte alternative Vorstellungen auch in dem Artikel darstellen. Alles was nicht wirklich das gleich ist möglichst nicht löschen, versteht diese Seite als eine Art Brainstorming.

Die Grundlage der Bildungspolitik ist das Recht auf kostenfreie Bildung, einhergehend mit der Verpflichtung des Staates, diese bereit zu stellen. Die Unterrichtsinhalte und Lehrmittel müssen für jeden frei verfügbar sein.

Wissen ist kein Gut wie jedes andere. Wenn jemand Wissen besitzt, so kann es ihm nicht genommen werden. Wissen vermehrt sich durch seine Verbreitung. Es gilt fast wörtlich, geteiltes Wissen ist doppeltes Wissen. Das Ziel der Bildungspolitik kann nur sein, die Verbreitung des Wissens so weit wie möglich zu fördern.

Eine weitere Eigenart des Wissens, die zu wesentlichen Eigenschaften des heutigen Bildungssystem führte, ist die Tatsache, dass man keine Möglichkeit hat einem Menschen anzusehen, welches Wissen er besitzt. Um herauszufinden, welches Wissen ein Mensch besitzt, beruft man sich auf festgelegte Normen. Die Hoffnung ist, dass man durch Befragung von Menschen herausfinden kann, welches Wissen er besitzt. Das Ergebnis dieser Befragung ist ein (Hoch-)Schulabschluss oder ähnliches Dokument. Diese Dokumente besitzen zwei Problemfelder:

1) Aus einer Befragung kann man nur schliessen, dass der Befragte auf diese Fragen die vom Fragenden erwarteten Antworten gegeben hat oder nicht. Es ist kein objektives Kriterium zur Ermittlung des Wissens.

2) Nicht abgefragtes Wissen ist nicht bekannt.

Des weiteren gibt das Zertifikat keine Auskunft darüber, welches Wissen vermittelt und welches abgefragt wurde. Auch ist die Bewertung in vielen Fällen (wie schon oft in Studien nachgewiesen) nicht objektiv.

Ziel muss es sein, die allgemeinen Inhalte der Befragung im Abschluss transparent zu machen. Auch muss es möglich sein, jederzeit und ohne hohe Kosten den Nachweis dafür zu erbringen, welches Wissen man erworben hat.

Der Unterricht sollte so organisiert werden, dass alle Schüler und Studenten dazu ermutigt werden, sich gegenseitig zu unterstützen, auch im Unterricht selbst. Das Ziel des Unterrichts darf nicht sein, lediglich alle Fragen der Befragung mit der richtigen Antwort beantworten zu können, sondern den Inhalt verstanden zu haben.

---

Ergänzungen / Weitere Ideen / Anregungen / Möglichkeiten:

Soziale und ethnische Integration ist eines der wichtigsten Ziele einer Gesellschaft. Integrationspolitik ist weitgehend synonym mit Bildungspolitik. Nur freier Zugang zu Bildung trägt auch dafür Sorge, daß genügend Wissen und Perspektiven vermittelt werden, daß soziale Identität und Grundwerte verständlich und nachvollziehbar werden. Demokratische Strukturen basieren auf der Mündigkeit ihrer Bürger, und diese Mündigkeit hat als Grundbedingung eine solide und gesicherte Grundbildung.

Die Bildungsstrukturen sollten gewährleisten, daß jeder Bürger ohne Diskriminierung, egal ob nach Rasse, Geschlecht, Einkommen, sozialer oder ethnischer Herkunft oder Sonstigem, die Fähigkeiten und Fertigkeiten erlernt, um ein in der ihn umgebenden Gesellschaft eigenständiges und für ihn oder sie erfolgreiches Leben führen zu können. Der Ausschluß der Diskrimierung nach Einkommen der Eltern und des Lernenden selbst schließt ausdrücklich Fördermodelle und die generelle möglichst kostenneutrale Bereitstellung des Bildungsguts ein, da dieses als Grundvoraussetzung für die Funktion von Gesellschaft und Wirtschaft und somit als Zukunftsinvestition gesehen wird.

Dafür nötig ist der Erwerb von mindestens der im Staate vorherrschenden Muttersprache, in diesem Falle Deutsch, und bevorzugterweise eine Sekundärsprache wie Englisch, die sich sowohl als weltweite Lingua Franca etabliert hat, wie auch eine erste Möglichkeit bietet, einen interkulturellen Eindruck zu vermitteln. Gerade durch die Omnipräsenz englischsprachiger Medien und amerikanisch beeinflusster Kulturgüter, ist eine sprachliche Gereiftheit diesen Umständen gegenüber von Vorteil.

Weiterhin sollte Bildung sich nicht auf den reinen Erwerb von Wissen beschränken. Wissen alleine ist reine Faktenvermittlung und ein Wissender ist erst einmal nur Träger von vermitteltem Wissen. Vielmehr sollte die Eigenständigkeit der Lernenden in den Vordergrund gestellt werden, die Kunst der Wissensgewinnung, Selektion und kritischen Analyse so früh wie möglich vermittelt werden. Eigenständiges Denken muß gefördert und gefordert werden, genauso wie der Anreiz zur eigenständigen Fortbildung gegeben werden muß.

Die soziale Komponente von Bildung darf nicht vergessen werden. Neben rein wissensvermittelnden Lehrmethoden ist es essentiell, daß Heranwachsende menschliche Grundwerte und Umgangsformen lernen, und fähig sind diese in ihrem Sinn und Zweck hinterfragen und verstehen zu können. Hierbei ist wichtig zu bemerken, daß meistens erst die Vermittlung, dann das Verständnis erfolgt, beide zusammen aber unabdingbar sind für ihren Erfolg.

Respekt, Rücksicht, Hilfsbereitschaft und gegenseitige Mitverantwortung sind gesellschaftliche Werte, die inzwischen nicht mehr von Familien selbst ausreichend gefördert und vermittelt werden. Deswegen ist es erstrebenswert sich nicht blind in der Hoffnung zu ergeben, daß dies trotzdem in familiären Umfeld passiere, sondern aktiv von Seiten der Erzieher und Betreuer ebenfalls eine Vorbildfunktion auszuüben. Werte werden nur durch ihre Reproduktion aufrecht erhalten. Erzieher und damit genauso Lehrer wie Pädagogen und Kindergärtner/innen sollten eine entsprechende Ausbildung erhalten und diese Werte und Ziele aktiv im Rahmen des Lehr- und Lernprogramme angestrebt und vermittelt werden.