Benutzer Diskussion:Ebarth
Juli 2014:
e) nachdem ein nicht unbedeutender Teil des LV Berlin die Piratenpartei verlassen will muss ich mir klarmachen wo ich heute stehe. 8 Monate nach meinen "Merksätzen" a-d http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Ebarth folgendes zu diesen: ohne was von #reclaimyournetzpartei gehört zu haben hat mich auch gestört , dass ohne bezug zur Herkunft/ Geschichte/sozialen Stellung der PP munter planlos auf ein Vollprogramm losmarschiert wurde . Heute sagt mein verehrter Anatol Stefanowitsch zur Krise der Partei: eine '''Netzpartei brauche niemand http://astefanowitsch.tumblr.com/post/86885053361/ich-trete-aus
Mag sein daß unter den #reclaimern gar eine Mehrheit einen bornierten Begriff einer IG internet hat. Konsens aller Parteigründer aber war und ist , dass aus der digitalen Revolution gesellschaftliche Fragen hervorgehen , die mehr bedeuten und umfassender sind als Reformbedarf an Urheberrecht oder ein schnelleres internet . Dass diese technische Entwicklung tatsächlich Grundlagen des bestehenden Politik -Wirtschafts -Sozialsystems infragestellt . Wer von der Linken kommt und von der Informatik zugleich ist bei der ersten Berührung mit der piratigen Programmatik verblüfft, wie konsequent der Begriff des "Systems " dort vermieden wird. Nichts soll auf eine Diskussion des "Gesellschaftssystems" hinweisen, denn dann würde diese Partei "neuen Typs" womöglich verortet in der geschichtlichen Entwicklung und Tradition der "sozialistischen Linken". Der hohe und engagierte Anteil der Piraten aus den "neuen Bundesländern" mag ein Grund für diese Zurückhaltung sein - ebenso aber auch der soziale Status vieler digital-Arbeiter als "Besserverdienende" oder Selbstständige . Von daher war es möglich ins Grundsatzprogramm zu schreiben "Wir wollen Armut verhindern nicht Reichtum" . Mit Reichtum ist natürlich nicht gemeint der Luxus-Konsum, sondern wirtschaftlicher Reichtum als Macht . Digitale Produktivkräfte und kapitalistische Produktionsverhältnisse - wir können uns an diesen Grundfragen nicht auf die schnelle vorbeimogeln.
f ) Links zur aktuellen Diskussion
( mangels strukturierter Diskussion muß ja wohl jede/r selbst sich seine Info zusammenflicken )
https://netzpolitik.org/2014/piraten-am-rande-der-spaltung/
http://www.peukert.name/2014/07/01/und-jedem-ende-wohnt-ein-zauber-inne/
http://www.progressive-plattform.net/2014/07/01/kleine-chronologie-von-1337-uhr/
http://p23.eu/blog/2014/03/die-tyrannei-der-strukturlosigkeit/#fazit
http://moonopool.wordpress.com/2014/07/22/meine-progressive-netzpartei/
http://www.karek.de/2014/02/24/gates-noch/
Was verlautbart unser LaVO ?
nach außen:
http://berlin.piratenpartei.de/category/pressemitteilung/
nach innen: ???
g) Brauchen wir eine Urbanitätspartei ? Die digitale Revolution läßt sich im urbanen Raum am leichtesten entfalten und daher sehen wir in der Großstadt am frühesten die Möglichkeiten der gesellschaftlichen Veränderungen. Es ist aber eher umgekehrt - die dig.Revolution nivelliert das Stadt-Land-Gefälle und die Identifizierung mit “dem Stadtleben” erfordert schon gar keine “Milieupartei” .
h) Wir brauchen einen relaunch mit dem Parteisystem 2.1 . Liquide Demokratie in der Partei kann nur vorankommen durch den Abbau der Strukturlosigkeit . Strukturlosigkeit wird von manchen Piraten gesehen als Mittel gegen verknöcherte Strukturen, Hierarchien, als Gegenmodell zur Delegations - und Repräsentationspartei. Die informellen Kreise in der Partei bestimmen aber den Gang der Dinge. Das Konstrukt des BPT ( aber auch LMV ) ist ihnen hilflos ausgeliefert. Seilschaften per twitter-etc-Struktur sind nicht besser als die analogen Hinterzimmer,wenn das Prinzip das Gleiche ist: Ausschluss der Andersdenkenden und Entkopplung von legitimierter Verantwortung und Leistung .
März 2015:
i) Wirklich erstaunlich: Das Experiment Piratenpartei wurde gesellschaftlich weit über ideologische Grenzen hinweg mit Interesse verfolgt und kommentiert - jetzt da die Zeit für die Bilanz gekommen ist, sind wenige Analytiker auf dem Plan.
Schon daher: Danke diesen 2 Autoren https://sobooks.de/books/lobo-lauer-piratenpartei
Eine umfassende Analyse des Zustandes der Partei müßte aus ihren eigenen Reihen kommen und dort bottom-up und top-down diskutiert werden. Geht aber nicht, weil es keine demokratischen Strukturen dafür gibt.
Diese einzuführen bedeutet Satzungsänderungen über die untauglichen Instrumente BPT oder LMV .
Es sind nicht Flügelkämpfe, die diesen Politik-Relaunch verhindern - es sind gemeinsame Grundannahmen der meisten Piraten , die auch “antiautoritären” Bewegungen der vergangenen Jahrhunderten ihren Reiz, Selbstbewusstsein und Untergang beschert haben:
Grundannahme Arbeitsteilung ( Struktur! ) schafft Entfremdung, Delegation/Repräsentation schafft Hierarchie, Hierarchie ist Unterdrückung, usw.usf.
Diese falschen Antagonismen entstanden aus einer berechtigten Kritik der bestehenden Parteien 1.0 . Aber nicht alles was dort ( demokratisch ) funktioniert muss in Frage gestellt und abgelehnt werden .
Die Netzkultur wurde per se als "basisdemokratisch" empfunden und einer Partei-Organisation übergestülpt.
Innovative Übernahmen aus der Netzwelt in die Parteipraxis ( transparente Dokumentation, schnelle Organisierung via soziale Medien usw. ) wurden immer mehr überschattet durch den Missbrauch bis hin zur Twitter-VDS .
Selbst das allerletzte Licht am Tunnelende - die SMVB - geht gerade den gleichen Weg wie das "Empfehlungs"-Tool LQFB : geringe Beteiligung und kein Einfluss der gefassten "Beschlüsse" auf die reale Politik der Partei .
j) Mai 2015
Die beiden Raumschiffe #LVBerlin und Fraktion #agh triften endgültig auseinander . Der Hoffnungsträger SMVB kann es nicht verhindern und der LV-Berlin steht vor beschleunigtem Siechtum und dem Aus ( u.a. Rücktritte von Sympathie - und Leistungsträger aus dem #LaVoBE ) . Ein Anlass ( Symptom) ist der Übergang des Ex-Piraten @Schmidtlepp zur PR-Strategie des Springerkonzerns ohne öffentliche comments durch die Fraktion .
Das Verhältnis Partei <—> Parlamentarier bzw. Parteiaufbau <—> Wahlkampf hatte nie den Stellenwert, den eine jungen Partei braucht, die unvorbereitet in die Parlamente katapultiert wurde.
Leider wurden beim Parteiaufbau auch die Rettungsboote vergessenund (Schwimm-)Flügel nicht wirklich akzeptiert . Jetzt muß wohl jeder selber schwimmen.
Wenigstens das haben einige in der 'Mitmachpartei' gelernt - nur : mit alleine schwimmen erreicht keiner das ‘gelobte Land ‘.
z) Oktober 2015
lmvb15 Selbstkritik = nogo area . Implosion. Da kommt nix mehr. Ich bin dann mal weg.