Benutzer:Zaphod2210/Vom Amt zurücktreten
Falls Du von deinem Amt/Mandat zurücktreten willst
Um Rücktritte, bei denen Wählerstimmen „unter den Tisch fallen“ oder ein Posten nicht sofort oder gar nicht neu besetzt werden kann, möglichst zu vermeiden, möchten wir jedem, der ein Amt oder ein Mandat innehat, und einen Rücktritt in Erwägung zieht, hier ein paar Handlungsalternativen an die Hand geben. Es geht uns dabei nicht darum, Amts-/Mandatsträger zu bevormunden oder bereits zurückgetretene anzuprangern, sondern darum, dass Rücktritte (vor allem bei Mandaten) erst nach dem Abwägen anderer Möglichkeiten und, wenn möglich, gut organisiert ablaufen.
Das Problem
Posten als Abgeordnete, in der BVV oder im Vorstand können stressig sein, und es gab bereits Rücktritte oder das in Erwägung ziehen eines Rücktrittes. Aufgrund der hohen, in vielen Fällen ehrenamtlichen Arbeitsbelastung ist das einerseits verständlich, andererseits aber ärgerlich, da im Falle eines Mandats ohne Nachrückerliste (wie z.B. in vielen BVVen) die Wähler, die für den jeweiligen Kandidaten gestimmt haben, einfach nicht mehr vertreten sind.
Dinge, die Du tun kannst, wenn Du über einen Rücktritt nachdenkst
- Sprich mit einer Vertrauensperson – das kann jemand aus der Partei sein oder auch jemand anderes, Hauptsache Du machst Deinem Ärger, Deiner Belastung oder was auch immer erstmal Luft, atmest tief Durch und fühlst Dich mit deinem Problem verstanden.
- Sprich mit den Leuten, mit denen Du zusammenarbeitest – die Fraktionskollegen usw. Erkläre, dass Du ein Problem mit Deiner Arbeit hast und welches und bitte um Hilfe.
Für diejenigen, an die diese Bitte herangetragen wird: Versucht, euch in die Lage des anderen zu versetzen und sein Problem ernst zu nehmen. Seid euch bitte darüber im Klaren, dass es viele berechtigte Gründe gibt, an der eigenen Aufgabe zu (ver)zweifeln: Frustration, Überlastung bis hin zu Burn-out, persönliche Probleme (Familienzuwachs, Trauerfälle und und und).
Manchmal hilft es schon, sich über das Problem das man hat, ausgetauscht zu haben, oft aber auch nicht. Wenn nicht, überlege zusammen mit den Leuten, mit denen Du zusammenarbeitest, ob einer der folgenden Vorschläge für Dich und auch für alle anderen akzeptabel ist:
- Schrittweise Deine Aufgaben zu reduzieren – Macht Sinn, wenn Du aktuell überlastet bist, Dich aber in der Lage siehst, Deine Aufgaben noch für eine begrenzte Zeit weiter zu erfüllen und Dein Amt behalten möchtest, nur eben nicht mehr mit dem gleichen Arbeitsumfang. Mach dann deutlich, welche Deiner Aufgaben Dir zuviel sind und wieviel Du selbst noch stemmen kannst. Möglich wäre, dass Du aufzählst, was bisher Deine Aufgaben sind und die anderen abschätzen, welche dieser Aufgaben sie sich zutrauen, zu übernehmen. Klärt ab, wann Dein „Nachfolger“ bereit ist, Deine Aufgabe zu übernehmen. Das ist v.A. dann wichtig, wenn dieser selbst eine zeitlich begrenzte Aufgabe vor sich hat, wie etwa einen anderen Posten oder die Fertigstellung einer Diplomarbeit etc. Macht dann einen festen Zeitplan aus, wie lange Dein Nachfolger Zeit hat, sich in einen Teil Deiner Aufgaben einzuarbeiten und wann Du ihm dann diese Aufgabe überlässt. Der Vorteil daran ist, dass die Übergabe geplant ablaufen kann und Dein Nachfolger Zeit hat, sich einzuarbeiten bevor er ins kalte Wasser gestoßen wird.
- Einzelne Aufgaben sofort abstoßen – Dieser Schritt kann bei plötzlich auftretenden Krisen, wie zB. Durch einen Trauerfall nötig sein, ist für Deinen Nachfolger aber deutlich schwieriger, da er von heute auf morgen einen neuen Verantwortungsbereich übernimmt – gehe diesen Weg also möglichst nur, wenn ein schrittweise Abbau für Dich nicht in Frage kommt. Mache Dir auch hier möglichst realistisch klar, wie viele Tätigkeiten Du schaffst und gehe transparent damit um.
- Vorletzte Möglichkeit: „Stimmvieh“ sein – Wenn beide oberen Schritte für Dich nicht in Frage kommen, bleibt als vorletzte Möglichkeit noch, „Stimmvieh“ zu werden, dass Du also auf dem Papier Deinen Posten behältst, de facto aber nur zu Abstimmungen erscheinst und zum richtigen Zeitpunkt die Hand hebst. Das hat den Vorteil, dass Deine Stimme (und damit die Stimmen der Leute, die Dich gewählt haben) erhalten bleiben, aber den Nachteil dass es für Dein Umfeld mehr Arbeit bedeutet. Solltest Du diesen Schritt als einzige Alternative zu einem Rücktritt sehen, mach dies, und Deine Gründe, wenn möglich den Leuten klar, die nun Deine Aufgaben übernehmen werden um Frust und Konflikte untereinander nicht unnötig zu verstärken. Wenn es für Dich machbar ist, versuche auch hier Dich schrittweise zurückzuziehen, um es Deinen Nachfolgern leichter zu machen.
- Letzte Möglichkeit: Zurücktreten – Wenn alle die oben genannten Möglichkeiten für Dich nicht in Betracht kommen und Du einen Rücktritt wirklich als einzigen Austritt siehst, nimm Rücksicht auf die Menschen, die davon am meisten betroffen sein werden und informiere sie möglichst früh. Falls Du keine sofortigen Rücktritt haben musst, gib auch in dem Fall den anderen Zeit, sich auf die Situation einzustellen und, beim Rücktritt von einem Amt, einen Nachfolger zu suchen. Gerade, wenn dein Posten nicht von jemand anderem übernommen werden kann, bitten wir aber, diesen Schritt gut zu überlegen und alle Alternativen vorher auszuschöpfen.