Benutzer:Wolfskind
Hallo.
Ich bin Autistin. Nein ich bin nicht "behindert". ich werde be-hindert von einer nicht-autismus-geeigneten/barrierelastigen umwelt. Nein ich bin nicht abgekapselt in einer fremden welt. Nein ich bin nicht zurück geblieben. ich verstehe was zu mir gesagt auch wenn ich nicht reagiere. die bedingungen unter denen autisten heute noch leben müssen sind akzeptabel. es muss sich hier dringend etwas ändern. Niemand hat es verdient entmündigt in einem heim zu hocken.
"-Behinderung als Form der Diskriminierung ist ein Unrecht, das mittlerweile eindeutig durch das Völkerrecht geächtet wird. Entsprechend der Abkehr von anomistischem Faustrecht ist auch Enthinderung eine Frage der Selbstverständlichkeit. Mangelnde Berücksichtigung von andersveranlagten gesellschaftlichen Minderheiten ist aktive Diskriminierung und nicht mehr als "Versehen" entschuldbar. Die Anforderung an ein Universelles Design lautet solche Diskriminierungen abzubauen.
Und: Enthinderung ist nicht die eigene Kompensation von vorhandener und unveränderter Benachteiligung aufgrund gesellschaftlicher Behinderung.-"
"-Von unverstandenen Autisten wird immer wieder verlangt, dass sie sich für
ihre Umwelt verständlich machen. Autisten fordern gleiches scheinbar selten,
beobachten stattdessen vieles und ziehen daraus ihre Schlüsse. Wenn
Autisten als solche angenommen werden könnten, wäre dies ein Fortschritt -
dabei wird von einem Autisten (übertrieben dargestellt) folgendes verlangt:
- Sei in deinem Verhalten wie ein Roboter, damit ich notfalls im Handbuch nachlesen kann, wie ich dich zu traktieren habe, wenn du nicht funktionierst.
- Lerne balinesischen Tanz, damit es mit deiner Gestik besser wird. Du besitzt nämlich keine, die ich akzeptieren könnte - oder bist zu steif, zu ungeschickt. Wenn du balinesischen Tanz beherrschst, kann ich mit dir etwas anfangen.
- Lerne die Mimik der Maori, denn ich kann dein ausdrucksloses Gesicht nicht leiden, in dem ich nichts von deinen Gefühlen sehen kann. Besitzt du überhaupt Gefühle?
Um das herauszufinden, teste ich dich einfach. Aber wenn du wütend bist, mag ich das nicht, dann musst du damit aufhören. Wenn du schreist, musst du lieb sein. Wenn du grob bist, musst du weich sein. Wenn ich mit dir spreche, musst du mich ansehen. Wenn ich dir etwas vorlese, darfst du dich nicht im Raum bewegen. Du sollst nicht so langsam sein, wenn ich es eilig und keine Geduld mit dir habe.
- Damit eine Unterhaltung mit dir angenehm ist, bringe Ausdruck in deine Stimme, die so monoton ist. Lerne die Klicklaute der San, die klangvolle Betonung z. B. der italienischen Sprache.
Wenn du all dies so schnell wie möglich kannst, besser noch zu gestern, dann sei kein Langweiler und habe Freude an der Gesellschaft mit all dem, was sie bietet. Rede dich nicht heraus mit es sei dir zu laut, zu viel, zu unerträglich. Du hast all das oben genannte geschafft, also kannst du nun auch dieses kompensieren. Stell dich doch nicht so an!
Irgendwann wird mir bei dir noch einmal der Geduldsfaden reißen. Beschwere dich hinterher nicht bei mir, denn du hast dir meine verzweifelten Ausraster selbst zuzuschreiben - und wehe, du bringst als Entschuldigung deinen Autismus an.
Wegen dir kann ich mich auch um kaum etwas anderes kümmern, weil ich so besorgt um dich bin.
Sobald sie nicht mehr so sehr auffallen, werden sie vergessen. Können sie sich schriftlich äußern, wird im täglichen Kontakt vergessen, was sie ausmacht - es kann sich schließlich so gut mit ihnen unterhalten werden. Diejenigen, die es gar nicht wollen oder schaffen, werden größtenteils weggesperrt. Es wird sogar geäußert, sie seien untragbar für unsere gemeinsame Gesellschaft.
Autisten sollen nichts fordern dürfen?-"
-Autisten bekommen ständig erzählt, daß sie krank wären. Viele glauben es irgendwann. Woher soll ein Autist auch wissen, wie er sich fühlen könnte, wenn er unter passenden Bedingungen leben könnte? Welche unglaublichen Dramen spielen sich mitten in diesem Land ab! Es würde vermutlich sogar Geld sparen Autisten angemessene Lebensbedingungen zu ermöglichen. Autisten sind nicht an sich dumm, eigentlich könnten sie sich durchaus selbst zu einem Einkommen verhelfen - eigentlich.
Warum ändert das denn keiner? Das ist eine gute Frage. Derzeit vertritt ein Verein weitgehend die Interessen von Autisten, der von Eltern betrieben wird. Eltern, die ihre Kinder meist nicht verstehen und daher oft genauso ratlos sind wie die Ärzte, die eigentlich Bescheid wissen müssten. Eltern, die auf Autismuskongressen mißliebige Meinungen von Autisten zensieren und so der Öffentlichkeit ein inszeniertes Bild präsentieren. Wie kann so ein Verein die Interessen von Autisten vertreten? Richtig, er kann es eigentlich gar nicht. Leider ist in unserer Gesellschaft und der Politik aber sehr viel davon abhängig wie ein Nichtautist zu sein. Autisten kommunizieren jedoch meist am liebsten schriftlich - und erreichen so nicht die Entscheidungsträger, ja werden oft nicht einmal für voll genommen, weil sie sich als Autisten zu erkennen geben.
Wann hört das auf? Fragen Sie Ihren Bundestagsabgeordneten oder andere Amtsinhaber. Die ESH ist da: http://autisten.enthinderung.de Was fehlt sind die Zuhörer um diesem zutiefst unmenschlichen Treiben endlich ein Ende zu machen!
Autisten könnten glücklichere, für die Gesellschaft wertvollere Menschen sein - könnten.-