Benutzer:Wolfgang Gerstenhöfer
| Kurzprofil | |||||||||||||||||||||||||||||
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| Persönlich | |||||||||||||||||||||||||||||
| Name: | Wolfgang Gerstenhöfer | ||||||||||||||||||||||||||||
| Nick: | Wolfgang Gerstenhöfer | ||||||||||||||||||||||||||||
| Wohnort: | Elsdorf | ||||||||||||||||||||||||||||
| Berufl. Qual.: | Versicherungskaufmann | ||||||||||||||||||||||||||||
| Tätigkeit: | Kommunikationsberater | ||||||||||||||||||||||||||||
| Familienstand: | verheiratet, zwei Töchter | ||||||||||||||||||||||||||||
| Geburtstag: | im Juni 1967 | ||||||||||||||||||||||||||||
| Politisch | |||||||||||||||||||||||||||||
| Partei: | Piratenpartei Deutschland | ||||||||||||||||||||||||||||
| Eintrittsdatum: | 1.1.2012 | ||||||||||||||||||||||||||||
| Mitgliedsnummer: | 23558 | ||||||||||||||||||||||||||||
| Landesverband: | Nordrhein-Westfalen | ||||||||||||||||||||||||||||
| Kreisverband: | (Rhein-Erft) | ||||||||||||||||||||||||||||
| AG: | AG Gesundheit | ||||||||||||||||||||||||||||
| Funktion: | Verwaltungspirat der Rhein-Erft-Piraten | ||||||||||||||||||||||||||||
| Stammtisch: | Rhein-Erft | ||||||||||||||||||||||||||||
| politischer Test: | |||||||||||||||||||||||||||||
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| Kontakt | |||||||||||||||||||||||||||||
| Webmail: | Form-Mailer | ||||||||||||||||||||||||||||
| Anschrift: | Zaunkönigweg 5, 50189 Elsdorf-Esch | ||||||||||||||||||||||||||||
| Mail-Adresse: | wolfgang.gerstenhoefer<ät>gmx<d0t>de | ||||||||||||||||||||||||||||
| Fon: | 0 22 74 / 20 35 | ||||||||||||||||||||||||||||
| Fax: | 0 22 74 / 20 35 | ||||||||||||||||||||||||||||
| Mobil: | 01 77 / 5 97 69 87 | ||||||||||||||||||||||||||||
| Skype: | gerstenhoefer | ||||||||||||||||||||||||||||
Über mich:
29.6.1967 Geburt im Städtischen Krankenhaus Köln-Kalk
22.7.1967 Taufe in der evangelischen Christuskirche in Köln-Dellbrück
September 1972 Kindergarten der evangelischen Kirchengemeinde Köln-Holweide
1.8.1973 Gemeinschaftsgrundschule Buschfeldstraße in Köln-Holweide
22.8.1977 Städtisches Gymnasium Düsseldorfer Straße in Köln-Mülheim (heute Rhein-Gymnasium)
24.5.1981 Konfirmation in der Versöhnungskirche in Köln-Holweide
2.10.1982 Geschichtlich und damit auch politisch interessiert verfolge ich den Wechsel von Bundeskanzler Helmut Schmidt zu Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl. Ich befasse mich intensiv mit den Programmen der im Deutschen Bundestag vertretenen, aber auch der anderen beim Bundeswahlleiter registrierten Parteien. Mit einigen Freunden gründe ich eine eigene Partei. Da wir uns schnell klar darüber sind, daß dies kein aussichtsreiches Unterfangen ist, beschließen mein bester Freund und ich im Laufe des Jahres 1983, Mitglied der Freien Demokratischen Partei (F.D.P.) und deren Jugendorganisation Junge Liberale zu werden. Mit deren Ideologie und Wahlprogramm (zur Bundestagswahl 1980) bestehen die größten Übereinstimmungen.
11.1.1984 Mitglied der F.D.P.
19.1.1986 Wahl zum Mitglied des Kreisvorstands der Jungen Liberalen Köln (bis zum 1.2.1987)
10.6.1986 Abitur mit der Gesamtnote 2,0; Abiturfächer: Geschichte (1. Leistungsfach), Biologie (2. Leistungsfach), Deutsch und Sozialwissenschaften
25.6.1986 Austritt aus der evangelischen Kirche
3.7.1986 Beitritt zur Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) zum 1.9.1986
1.9.1986 Ausbildung zum Versicherungskaufmann bei der DKV in Köln-Braunsfeld
9.9.1986 Wahl zum Sprecher der Auszubildendengruppen 5 und 6/86, die in der Berufsbildenden Schule 4 Wormser Straße/Zugweg eine Klasse bilden
28.4.1988 Wahl zum Mitglied des Vorstands der DAG-Betriebsgruppe der DKV-Hauptverwaltung (bis zum 21.3.1994)
28.6.1988 Prüfung zum Versicherungskaufmann mit der Gesamtnote „gut“; praktische Übungen (mündliche Prüfung) „sehr gut“
30.6.1988 Sachbearbeiter Leistung (in Ausbildung) in der Abteilung Leistung Nord der DKV
18.11.1988 Wahl zum Mitglied der ersten Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) der DKV-Hauptverwaltung
22.11.1988 Wahl zum Vorsitzenden der JAV der DKV-Hauptverwaltung
11.5.1989 Wahl zum Vorsitzenden der ersten Gesamt-Jugend-und Auszubildendenvertretung (GJAV) der DKV
1.10.1989 Kandidatur im Wahlbezirk 41 (Buchheim, Buchforst) für den Rat der Stadt Köln für die F.D.P.
2.5.1990 Rücktritt wegen der Kandidatur zum Betriebsrat der DKV-Hauptverwaltung als Vorsitzender der und Delegierter zur GJAV und als Vorsitzender und Mitglied der JAV
10.5.1990 Wahl zum stellvertretenden Mitglied des Betriebsrats der DKV-Hauptverwaltung
9.6.1990 Wahl zum Mitglied des Vorstands der Ortsgruppe Köln der DAG und zum Delegierten zur Bezirkskonferenz der DAG Köln (bis zum 17.8.1994)
11.6.1990 Wahl zum Mitglied des Wirtschaftsausschusses der DKV
1.7.1990 Ordentliches Mitglied des Betriebsrats der DKV-Hauptverwaltung
14.8.1990 Wahl zum Mitglied und zum stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstandes der Ortsberufsgruppe Versicherungen der DAG Köln (bis zum 17.8.1994)
27./28.10.1990 Wahl zum Mitglied und zum 2. stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands der DAG Jugend Köln (bis zum 14.9.1991)
21.11.1990 Wahl zum Delegierten zum Landesverbandstag der DAG Nordrhein-Westfalen und zum Delegierten zum Bundesberufsgruppentag Versicherungen der DAG (bis zum 17.8.1994)
9./10.3.1991 Wahl zum stellvertretenden Mitglied des Landesberufsgruppenvorstands Versicherungen der DAG Nordrhein-Westfalen (bis zum 17.8.1994)
30.4.1991 Berufung in den Bundesfachausschuss „Private Krankenversicherung“ der Bundesberufsgruppe Versicherungen der DAG (bis zum 27.11.1994)
10.5.1991 Heirat im Historischen Rathaus von Köln
28.11.1991 Berufung als Beauftragter der Arbeitnehmer zum stellvertretenden Mitglied des Prüfungsausschusses „Krankenversicherung“ für den Ausbildungsberuf „Versicherungskauffrau/mann“ der IHK Köln vom 1.11.1991 bis zum 31.10.1994
30.3.1992 Berufung zum stellvertretenden Mitglied der Tarifkommission für das private Versicherungsgewerbe der DAG (bis zum 17.8.1994)
1.4.1992 Versetzung als „Sachbearbeiter Kundeninformation“ in die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der DKV
8.3.1993 Wahl zum Rechnungsprüfer der F.D.P. Köln-Mülheim (bis zum 31.12.1995)
17.5.1993 Wahl zum Vorsitzenden des Bundesfachausschusses „Private Krankenversicherung“ der Bundesberufsgruppe Versicherungen der DAG (bis zum 17.8.1994)
4.11.1993 Berufung als Vertreter der Arbeitnehmer zum stellvertretenden Mitglied des Aufgabenerstellungsausschusses des Landes Nordrhein-Westfalen Versicherungskauffrau/mann – Abschlussprüfung; die Berufung gilt bis zum 14.9.1996
5.5.1994 Wahl zum stellvertretenden Mitglied des Betriebsrats der DKV-Hauptverwaltung und zum Mitglied des Wirtschaftsausschusses der DKV
1.11.1994 Stellvertreter des Leiters der Gruppe Presse und Information in der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der DKV
21.12.1994 Berufung als Beauftragter der Arbeitnehmer zum ordentlichen Mitglied des Prüfungsausschusses „Krankenversicherung“ für den Ausbildungsberuf „Versicherungskauffrau/mann“ der IHK Köln vom 1.11.1994 bis zum 31.10.1999
17.9.1995 Austritt aus der F.D.P. zum 31.12.1995
28.3.1996 Kauf eines Grundstücks in Elsdorf-Esch
15.1.1997 Leiter der Gruppe Presse und Information und damit Stellvertretender Pressesprecher der DKV
17.4.1997 Bezug des Hauses in Elsdorf-Esch
13.5.1998 Wahl zum stellvertretenden Mitglied des Betriebsrats der DKV-Hauptverwaltung (bis zum 27.5.2002)
15./16.6.1998 Wahl zum Mitglied des Wirtschaftsausschusses und erstmals zum stellvertretenden Mitglied des Bewertungsausschusses des Betrieblichen Vorschlagswesens der DKV (bis zum 27.5.2002)
11.7.1998 Austritt aus der DAG zum 31.12.1998
25.12.2000 Geburt der ersten Tochter
11.6.2001 Referent für Corporate Communications in der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der DKV
23.10.2002 Geburt der zweiten Tochter
28.12.2005 Koordinator Externe Medien in der Abteilung Unternehmenskommunikation DKV
20.9.2006 Wahl zum stellvertretenden Vorsitzenden der Elternversammlung des Kindergartens Westendpänz (bis zum 19.9.2007)
7.8.2007 Einschulung der ersten Tochter in die Erich-Kästner-Schule Gemeinschaftsgrundschule in Elsdorf-Esch Mitglied des Fördervereins der Erich Kästner-Schule Gemeinschaftsgrundschule in Elsdorf-Esch e. V.
13.10.2007 Mitglied der FDP
11.11.2007 Taufe der Töchter in der Lutherkirche Elsdorf
13.11.2007 Wahl durch den Rat der Gemeinde Elsdorf auf Vorschlag der FDP-Fraktion als sachkundiger Bürger zum Mitglied des Ausschusses für Jugend, Schule, Soziales und Sport und zum stellvertretenden Mitglied des Ausschusses für Bau und Planung
2.1.2008 Versetzung in die Organisationseinheit Interne Unternehmenskommunikation der ERGO Versicherungsgruppe, zu der die DKV seit 1997 gehört und die unter anderem die bisherige Einheit Unternehmenskommunikation DKV ersetzt
12.8.2008 Einschulung der zweiten Tochter in die Erich-Kästner-Schule Gemeinschaftsgrundschule in Elsdorf-Esch
25.11.2008 Wahl zum Mitglied des Landesfachausschusses Schule und Weiterbildung der FDP Nordrhein-Westfalen (bis zum 22.6.2010)
25.5.2009 Wahl zum Pressesprecher der FDP Elsdorf
2.7.2009 Mitglied des Vereins zur Förderung der Evangelischen Kirchengemeinde Bergheim-Zieverich-Elsdorf e. V.
27.10.2009 Wahl durch den Rat der Gemeinde Elsdorf auf Vorschlag der FDP-Fraktion als sachkundiger Bürger zum Mitlied des Ausschusses für Jugend, Schule, Soziales und Sport sowie zum Mitglied des Rats der Kindertageseinrichtung "Kinderland" (Alemannenstraße) und zu einem der vier Schulträgervertreter in den Schulkonferenzen der gemeindlichen Schulen
31.3.2011 Beendigung der Tätigkeit für die ERGO Versicherungsgruppe AG aufgrund gegensätzlicher Auffassungen zur externen und internen Kommunikationspolitik mit dem Ziel, sich beruflich neu zu orientieren
25.5.2011 Mitglied des Vereins der Freunde und Förderer des Maria-Hilf-Krankenhauses e. V. in Bergheim
28.5.2011 Berufung in das Beratergremium des Vereins "ikult - Interkultureller Dialog e. V." [1]
31.7.2011 Rückzug aus persönlichen Gründen von der Elsdorfer Kommunal- und Parteipolitik. Grund sind gegensätzliche Auffassungen zwischen dem Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Elsdorf und ihm über dessen Amtsführung und die Fraktions- und Koalitionsarbeit. Rücktritt von den Ämtern als Mitglied (sachkundiger Bürger) des Ausschusses für Jugend, Schule, Soziales und Sport des Rats der Stadt Elsdorf, Mitglied im Rat der Kindertageseinrichtung "Kinderland" (Alemannenstraße) und Schulträgervertreter für die Schulkonferenzen der gemeindlichen Schulen und Verzicht auf die Mitgliedschaft im Jugendhilfeausschuss der Stadt Elsdorf.
18.10.2011 Erstmalige Teilnahme am Stammtisch Bergheim als Vorläufer des Rhein-Erft-Stammtisches der Piraten
25.10.2011 Gründungsteilnehmer am Rhein-Erft-Stammtisch der Piraten [[2]]
5.1.2012 Beitritt zur Piratenpartei Deutschland zum 1.1.2012; zusätzlich zur Mitgliedschaft in der FDP ("politische Heimat" seit fast 30 Jahren)
14.1.2012 Mitglied der AG Gesundheit der Piratenpartei Deutschland
26.2.2012 Wahl zum Verwaltungspiraten der Rhein-Erft-Piraten auf der 1. Kreismitgliederversammlung
Warum bin ich Mitglied in zwei Parteien und warum halte ich dies auch noch für miteinander vereinbar?
Nun könnte ich es mir einfach machen und schreiben, daß führende Funktionäre der FDP Elsdorf mich in die Arme der Piraten getrieben hätten. Das klänge zwar "schön" melodramatisch, wäre aber zu einfach. Und einfach habe ich es mir (leider) noch nie gemacht.
Sicher haben die Differenzen zwischen dem bisherigen Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Elsdorf und mir über Art und Umfang der Rats-, Fraktions- und Koalitionsarbeit mein Interesse an der Piratenpartei Deutschland verstärkt. Interessiert habe ich mich für diese noch recht junge Partei aber schon seit ihrer Gründung 2006 bzw. den ersten Berichten über sie in den Medien.
Als überzeugter Anhänger des Liberalismus und glühender Verfechter der Idee der Freiheit war die FDP seit fast 30 Jahren meine politische Heimat. Die FDP war bisher aus meiner Sicht die einzige liberale Partei Deutschlands.
Mit der FDP (im Kölner Karneval: Forgänger der Piraten) hat es seit 1948 erstmals eine liberale Partei in Deutschland gegeben. Mit der Piratenpartei Deutschland gibt es nach meiner Überzeugung nun wieder zwei liberale Parteien in Deutschland. Das halte ich für sehr schade und unglücklich.
Mit meiner Doppelmitgliedschaft - ein bißchen vergleichbar mit einer doppelten Staatsangehörigkeit - möchte ich einen (kleinen) Beitrag dazu leisten, daß es in absehbarer Zeit wieder eine einzige Partei des organisierten Liberalismus in der Bundesrepublik Deutschland gibt. Auch die doppelte Staatsangehörigkeit ist ein schwieriges Thema, aber nicht unmöglich.
Hinzu kommen die aktuellen Entwicklungen bei der FDP vor allem seit der jüngsten Bundestagswahl und der Regierungsbeteiligung. Es ist leider kein wirklich neues Thema, daß die FDP ihr liberales Profil z. B. auf Wirtschaftsthemen verkürzt und insbesondere die sozialen Aspekte ausklammert. Das beste Grundsatzprogramm hilft aber nicht, wenn es nicht auch gelebt wird.
Liberale können sich vor allem in Deutschland - davon bin ich zutiefst überzeugt, auch und gerade mit Blick auf die Geschichte - keine zwei Parteien leisten.
Wie heißt es seit einiger Zeit bei der FDP so schön: Ich bin und bleibe ein Freund der Freiheit.
Geschichte des organisierten Liberalismus in Deutschland
18. Mai 1848 Die Nationalversammlung tritt in der Paulskirche in Frankfurt am Main erstmals zusammen. Es bilden sich die folgenden liberalen Fraktionen, deren Namen sich auf den üblichen Versammlungsort bezieht: Augsburger Hof, Casino, Landsberg, Pariser Hof, Westendhall und Württemberger Hof.
15./16. September 1859 Der Deutsche Nationalverein entsteht in Frankfurt am Main als eine parteiähnliche Organisation aus einem Zusammenschluss von Liberalen und gemäßigten Demokraten und besteht bis 1867.
6. Juni 1861 Die Deutsche Fortschrittspartei (DFP) wird von liberalen Abgeordneten im preußischen Abgeordnetenhaus (Fraktion Vincke/Altliberale) als erste deutsche Programmpartei gegründet. Hinzu kommen auch Mitglieder des Deutschen Nationalvereins, die keinem Parlament angehören.
1867 Die Nationalliberale Partei (NLP) wird gegründet und besteht bis zum Jahr 1918. Sie geht aus dem rechten Flügel der Deutschen Fortschrittspartei und Teilen des linken Flügels der Deutschen Zentrumspartei hervor. Anlass der Spaltung war die Indemnitätsvorlage des preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck.
1868 Die Deutsche Volkspartei (DtVP) geht nach dem preußischen Verfassungskonflikt aus dem linken Flügel der Deutschen Fortschrittspartei hervor.
1880 Die Liberale Vereinigung geht aus dem linken Flügel der Nationalliberalen Partei hervor und wird daher auch als Sezession bezeichnet.
5. März 1884 Die Deutsche Freisinnige Partei entsteht durch die Fusion der Liberalen Vereinigung mit der Deutschen Fortschrittspartei. Die Vereinigung wird auf Parteitagen am 15. und 16. März 1884 von beiden Parteien genehmigt.
1893 Aus der Deutschen Freisinnigen Partei gehen die Freisinnige Vereinigung und die Freisinnige Volkspartei hervor. Hintergrund waren unterschiedliche Haltungen gegenüber der Heeresvorlage von Reichskanzler Leo von Caprivi. Die Freisinnige Volkspartei bildet die größere der beiden Parteien. Ihr schließen sich auch die meisten lokalen Vereine an.
1896 Der Nationalsoziale Verein wird gegründet. Die Niederlage bei der Reichstagswahl im Jahr 1903 wird zur Auflösung des Vereins führen. Die Mehrheit der Mitglieder werden daraufhin der Freisinnigen Vereinigung beitreten. Lediglich im Großherzogtum Baden werden die Nationalsozialen bis zur Vereinigung der linksliberalen Parteien zur Fortschrittlichen Volkspartei im Jahr 1910 als eigenständige Organisation weiter bestehen.
1908 Die Demokratische Vereinigung (DV) wird von ehemaligen Mitgliedern der Freisinnigen Vereinigung gegründet, die der Fraktionsgemeinschaft ihrer Partei mit der Freisinnigen Volkspartei und der Deutschen Volkspartei skeptisch gegenüberstehen und die Beteiligung dieser Fraktionsgemeinschaft am so genannten Bülow-Block, einer Reichstagsmehrheit aus Linksliberalen, Nationalliberalen und Konservativen, strikt verwerfen.
6. März 1910 Die linksliberalen Parteien Freisinnige Volkspartei, Freisinnige Vereinigung und Deutsche Volkspartei verbinden sich zur Fortschrittlichen Volkspartei.
20.11.1918 Die Deutsche Demokratische Partei (DDP), die an fast allen Reichsregierungen bis 1932 beteiligt sein wird, geht aus der Fortschrittlichen Volkspartei und dem vergleichsweise kleinen „linken“ Flügel der Nationalliberalen Partei hervor.
15.12.1918 Nach der Novemberrevolution 1918 zerfiel die Nationalliberale Partei: Ihr linker Flügel schloss sich der Deutschen Demokratischen Partei an und der rechte Flügel der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP). Die Mehrheit der Partei benennt diese in Deutsche Volkspartei (DVP) um, die während der Weimarer Republik häufig die Reichsregierung mitbilden wird.
25. bis 27. April 1919 Die Jungdemokraten werden auf dem Demokratischen Jugendtag als Reichsbund der Deutschen Demokratischen Jugendvereine gegründet. 1928 werden sie sich in Reichsbund der Deutschen Jungdemokraten umbenennen. Sie werden als ein der Deutschen Demokratischen Partei nahe stehender Jugendverband gegründet. Im Jahr 1947 werden sich die Jungdemokraten unter dem Namen Deutsche Jungdemokraten (DJD) als Jugendverband der FDP neu gründen.
1924 Vertreter des rechten Flügels der Deutschen Volkspartei gründen die Nationalliberale Reichspartei, die sich 1925 der Deutschnationalen Volkspartei anschließen wird.
1930 Die Deutsche Demokratische Partei vereinigt sich mit der Volksnationalen Reichsvereinigung zunächst für die Reichstagswahl zur Deutschen Staatspartei (DStP). Das bringt heftige Konflikte innerhalb der Partei mit sich, denn es handelt sich um den politischen Arm des im März 1920 gegründeten konservativ-antisemitischen „Jungdeutschen Ordens“. Nach dieser Fusion treten viele Mitglieder des linken Flügels aus der Partei aus und gründen am 30. November 1930 die weitgehend politisch erfolglose Radikaldemokratische Partei. Der Jungdeutsche Orden löst sich jedoch direkt nach der Reichstagswahl wieder von der Deutsche Demokratische Partei, die sich im November 1930 trotzdem auch formell in Deutsche Staatspartei umbenennt.
28. Juni 1933 Die von den Nationalsozialisten erzwungene Selbstauflösung der Deutschen Staatspartei erfolgt.
4. Juli 1933 Erst als die Nationalsozialisten dem Vorsitzenden der Deutschen Volkspartei mit persönlichen Folgen gedroht hatten, gibt er den vom Reichsvorstand am 27. Juni 1933 gefassten Selbstauflösungsbeschluss bekannt.
1934 Die Robinsohn-Strassmann-Gruppe bildet sich. Bei ihr handelt es sich neben der Gruppe Freies Hamburg um die einzige für längere Zeit (1934 bis 1941) existierende Gruppe des Widerstands gegen den Nationalsozialismus, welche sich auf linksliberale Positionen beruft. Sie hat ihre Zentren in Hamburg und Berlin und besteht aus bis zu 60 Mitgliedern. Die meisten stammen vom linken Flügel der Deutschen Demokratischen Partei und deren Jugendverband.
26. Juni 1945 Eine siebenköpfige Gruppe früherer Mitglieder der Deutschen Demokratischen Partei trifft sich, um eine neue „Deutsche Demokratische Partei“ zu gründen. Programm und Zusammensetzung der Parteiführung stehen schnell fest, zunächst wird jedoch sondiert, ob die CDU bereit sei, eine gemeinsame liberale Partei zu bilden. Nachdem dieser Vorstoß an unterschiedlichen Auffassungen zur Trennung von Politik und Religion scheitert, wird die neue Partei unter dem Namen Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDP) am 5. Juli 1945 mit ihrem Gründungsaufruf an die Öffentlichkeit treten. Sie wendet sich vor allem an ehemalige Mitglieder der Deutschen Demokratischen Partei, der Deutschen Volkspartei und des gemäßigten Flügels der Deutschnationalen Volkspartei in der Weimarer Republik.
10. Juli 1945 Die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands erhält ihre Lizenzierung durch die Sowjetische Militäradministration (SMAD) unter der Auflage, dem so genannten „Block“ beizutreten.
20. September 1945 Die Hamburger Partei Freier Demokraten (PFD) wird als bürgerliche Linkspartei und erste liberale Partei in den Westzonen gegründet. Sie geht aus einer bürgerlich-liberale Widerstandsgruppe in Hamburg hervor, die unter dem Namen Gruppe Q aktiv war. Die Gruppe traf sich zunächst als Herrenrunde getarnt in Hamburger Cafés und sorgte neben dem Informationsaustausch für konkrete Hilfen für bedrohte und verhaftete Freunde. Ende 1933 wurde formal der „Verein der Hafenfreunde e.V.“ gegründet, um die Gruppe besser tarnen zu können. Ebenfalls noch 1933 wurde mit dem Bronzekeller in der Neustadt ein Kabarettlokal geschaffen, das bis 1943 dem Austausch der Regimegegner diente. Es bestand Kontakt zur Robinsohn-Strassmann-Gruppe. In den 1940er Jahren nannte sich der Kreis programmatisch nur noch Freies Hamburg. Am 5. Mai 1945 wurde daraus der Bund Freies Hamburg (BFH). Der Bund verstand sich als überparteiliche Gruppierung, die sich am Aufbau eines demokratischen Deutschlands beteiligen wollte. Bereits am 11. Juni 1945 genehmigte die Militärregierung den Bund Freies Hamburg und erlaubte ihm in internen Zirkeln politische Fragen zu diskutieren, was nicht selbstverständlich war, weil an sich den Deutschen noch jedwede politische Betätigung verboten war. Am 16. August 1945 beschloss die Mitgliederversammlung des Bundes Freies Hamburg die Gründung einer liberaldemokratischen Partei.
17. März 1947 In Rothenburg ob der Tauber wird die Demokratische Partei Deutschlands (DPD) als gesamtdeutsche Partei gegründet. Aufgrund von Auseinandersetzungen über den politischen Kurs wird sich dieses Projekt jedoch nicht dauerhaft durchsetzen können.
11./12. Dezember 1948 Die Freie Demokratische Partei (FDP) wird in Heppenheim an der Bergstraße als ein Zusammenschluss aller 13 liberalen Landesverbände der drei westlichen Besatzungszonen gegründet. Der Name Liberaldemokratische Partei kann sich dabei nicht durchsetzen, der Name Freie Demokratische Partei wird von den Delegierten der Landesverbände mit 64 gegen 25 Stimmen gebilligt.
27. Oktober 1951 Um ihre gesamtdeutsche Bedeutung hervorzuheben, kürzt sich die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands nicht mehr mit LDP, sondern mit LDPD ab. Diese Änderung wird im Februar 1990 rückgängig gemacht werden.
1956 Nachdem die FDP die Koalition mit der CDU in Nordrhein-Westfalen verlassen und mit SPD und Deutscher Zentrumspartei eine neue Landesregierung gebildet hat, treten insgesamt 16 Bundestagsabgeordnete, darunter die vier Bundesminister, aus der FDP aus und gründen die Freie Volkspartei (FVP), die dann bis zum Ende der Legislaturperiode anstelle der FDP an der Bundesregierung beteiligt sein wird. Die FDP ging damit erstmals in die Opposition. Anfang 1957 wird die Freie Volkspartei mit der Deutschen Partei (DP) fusionieren. Lediglich der Berliner Landesverband wird sich der Fusion nicht anschließen und unter dem Namen Freie Deutsche Volkspartei 1957 mit einem vom Berliner Abgeordnetenhaus gewählten Abgeordneten in den Bundestag einziehen.
18. November 1968 Das Präsidium der FDP beschließt die Abkürzungsbuchstaben der Freien Demokratischen Partei durch so genannte „werbliche Stopper“, die Pünktchen, zu trennen. Sie werden ab dem darauffolgenden Bundestagswahlkampf im Jahr 1969 verwendet.
17. Juni 1970 Die Nationalliberale Aktion (NLA) geht aus dem „Hohensyburger Kreis“ hervor, in dem sich F.D.P.-Mitglieder sammelten, die dem rechten Parteiflügel zuzurechnen waren und die sozialliberale Koalition, zu der sich die Liberalen 1969 bereit fanden, vehement ablehnten. Als Konsequenz aus dem Scheitern der Nationalliberalen Aktion bei verschiedenen Wahlen wird bereits im Sommer 1971 eine neue nationalliberale Partei, die Deutsche Union, gegründet. Ab November 1974 rutscht sie in die parteipolitische Bedeutungslosigkeit ab.
1. November 1980 Die Jungen Liberalen (JuLis) werden gegründet. Seit Beginn der 1970er Jahre gab es junge F.D.P.-Mitglieder, die mit der Politik der F.D.P.-Jugendorganisation Deutsche Jungdemokraten nicht einverstanden waren. Während sich die Deutschen Jungdemokraten inzwischen als Teil der Außerparlamentarischen Opposition betrachten und den linksliberalen Flügel innerhalb der F.D.P. unterstützen, tendieren die Gründer der Jungen Liberalen mehr zum dem klassischen Liberalismus zuneigenden Flügel. Nach der Wende in Bonn im Jahr 1982 werden sich die Deutschen Jungdemokraten endgültig von der F.D.P. trennen. Diese wird daraufhin die Jungen Liberalen zu ihrer neuen Jugendorganisation erklären.
28. November 1982 Als die sozialliberale Koalition in Bonn auseinander bricht, treten sozialliberal orientierte Mitglieder aus der FDP aus. Einige von ihnen gründen in Bochum die Liberalen Demokraten (LD).
25. November 1989 Ein Aufruf zur Gründung der Freien Demokratischen Partei der DDR (F.D.P. der DDR) erfolgt in Berlin. Die Partei soll eine Alternative zur Blockpartei Liberal-Demokratische Partei Deutschlands werden. Am 4. Februar 1990 wird die F.D.P. der DDR offiziell gegründet.
27. Januar 1990 Die Deutsche Forumpartei (DFP) wird als Abspaltung vom Neuen Forum, einer der DDR-Bürgerbewegungen der Wendezeit, in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) gegründet.
12. Februar 1990 Der Bund Freier Demokraten (BFD) entsteht als Wahlbündnis liberaler Parteien in der DDR im Vorfeld der ersten freien Volkskammerwahl. Mitgliedsparteien sind die ehemalige Blockpartei Liberal-Demokratische Partei Deutschlands, die Deutsche Forumpartei und die F.D.P. der DDR. Während des Wahlkampfs wird der Bund Freier Demokraten von der westdeutschen F.D.P. unterstützt.
27. März 1990 Die ehemaligen Blockparteien der DDR, Liberal-Demokratische Partei Deutschlands und National-Demokratische Partei Deutschlands (NDPD), schließen sich als Partei zu dem Bund Freier Demokraten zusammen; die Deutsche Forumpartei und die F.D.P. der DDR existieren als eigenständige Parteien weiter.
11. August 1990 In Hannover schließen sich der Bund Freier Demokraten, die Deutsche Forumpartei und die F.D.P. der DDR mit den westdeutschen Liberalen zur gesamtdeutschen F.D.P. zusammen.
1994 Als ablehnende Reaktion auf den Maastrichter Vertrag wird der Bund freier Bürger (BFB) gegründet. 1998 geht die 1995 gegründete (Liberale) Offensive für Deutschland – ein loser Zusammenschluss von FDP-Mitgliedern – in der Partei auf, die daraufhin ihren Namen erweitert. Der Bund freier Bürger – Offensive für Deutschland (Kurzbezeichnung: BFB – Die Offensive) existiert bis ins Jahr 2000.
6. Mai 2001 Nach über drei Jahrzehnten trennt sich die F.D.P. auf ihrem 52. Bundesparteitag in Düsseldorf vom „Pünktchen-Logo“, weil die Punkte nicht im Internet verwendet werden können und das Internet beim Wahlkampf im Jahr 2002 ein Schlüsselmedium sein soll.
2004 In Königstein/Taunus gründet sich eine Kleinpartei mit dem Namen Deutsche Demokratische Partei, die den Anspruch erhebt, sich in die Tradition der Weimarer Deutsche Demokratische Partei zu stellen. Sie gibt an, linksliberale Positionen zu vertreten. Die Partei unterhält die Landesverbände Bayern, Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Bisher hat sie noch an keiner Wahl teilgenommen.
10. September 2006 Die Piratenpartei Deutschland (PIRATEN) wird in Berlin gegründet. Sie versteht sich in Anlehnung an die schwedische Piratpartiet als Partei der Informationsgesellschaft. Sie ist Teil der internationalen Bewegung der Piratenparteien und wird Mitglied der Pirate Parties International. Sie sieht sich als sozial-liberale Grundrechtspartei, die sich unter anderem für politische Transparenz einsetzen will. Der Namensbestandteil „Piraten“ spielt – im Sinne eines Geusenwortes – auf die Publicitykampagne von Musik- und Filmindustrieverbänden an, Verstöße gegen Urheberrechtsgesetze „Raubkopien“ (englisch Piracy) zu nennen. Die Jungen Piraten (kurz JuPis) bilden den Jugendverband der Piratenpartei. Der Verein wird am 18. April 2009 in Wiesbaden gegründet. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin am 18. September 2011 wird es der Piratenpartei mit 8,9 Prozent der Stimmen gelingen, erstmals in ein Landesparlament einzuziehen.
Was ist für mich Liberalismus?
Der Liberalismus stellt – im Unterschied zu den anderen politischen Weltanschauungen – nicht eine bestimmte Wertordnung oder Heilslehre, sondern den einzelnen Menschen mit seinen Wünschen und Bedürfnissen und sein Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung sowie die freie Entfaltung seiner sachlich und vorurteilsfrei denkenden, selbstständig und eigenverantwortlich handelnden und der Gemeinschaft verpflichteten Persönlichkeit im Rahmen einer freiheitlich-demokratischen, d.h., rechtsstaatlichen, sozialen und marktwirtschaftlichen Ordnung in den Mittelpunkt der Politik und bekennt sich zu einer Haltung gegenüber anderen, die deren Eigenheiten und Interessen anerkennt (Humanität) und ihre Auffassungen und Lebensweisen respektiert (Toleranz).
Diese freiheitliche und freisinnige Staats-, Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung wurzelt in der Denkhaltung des Humanismus und des Rationalismus, die den natürlichen Freiheitsdrang des Einzelnen zum Maßstab allen Handelns erhob und beabsichtigte, Vernunft und Einsicht an die Stelle von Autorität und Zwang zu setzen und aus dem hörigen Untertanen durch seine Befreiung aus Bevormundung und Abhängigkeit einen mündigen Bürger zu machen.
Seit der liberalen und bürgerlichen Revolution in Frankreich 1789 und in Deutschland 1848 lauten die Grundlagen liberaler politischer Zielsetzung unverändert:
Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit.
In der Abwägung zwischen diesen drei Grundwerten steht für Liberale die größtmögliche Freiheit jedes Einzelnen an erster Stelle. Gleichheit im Sinne von Rechts- und Chancengleichheit und Brüderlichkeit im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe sind für den Liberalismus Mittel, um Freiheit jedes einzelnen Menschen auf allen Feldern menschlichen Handelns zu verwirklichen.
Der Liberalismus ist damit die einzige politische Kraft, die die Freiheit des einzelnen Bürgers in allen Lebensbereichen zum entscheidenden gesellschaftlichen Gestaltungsprinzip macht.
Zwar fordern und versprechen fast alle Weltanschauungen „Freiheit“, doch nur Liberale stellen den Menschen in den Vordergrund von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft, treten für den Vorrang der Person vor der Institution ein („Subjekt- statt Objektförderung“) und entscheiden sich nicht nur im Zweifelsfalle für das Recht des Einzelnen auf Eigeninitiative, Selbstvorsorge und Selbstverwirklichung.
Freiheit und Einheit
Freiheit und Einheit sind die großen historischen Themen der Liberalen. Einigkeit und Recht und Freiheit waren die Ziele der liberalen Bewegung im 19. Jahrhundert, die 1832 mit dem Hambacher Fest den Kampf gegen Absolutismus und Feudalismus in Deutschland begann. Liberale schufen 1848 das erste Parlament in der Frankfurter Paulskirche und verwirklichten mit der Weimarer Reichsverfassung 1919 den modernen Verfassungsstaat in Deutschland.
Als erste politische Bewegung haben Liberale dem einzelnen Bürger, seiner Freiheit und der menschlichen Würde Vorrang vor der Macht des Staates gegeben. Die Garantie unantastbarer Grundrechte, die freie Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit, der Schutz von Minderheiten, die Teilung und Kontrolle staatlicher Gewalt und der freiheitliche Rechtsstaat sind die Grundideen des Liberalismus, die nach vielen Anläufen und Rückschlägen Schritt für Schritt immer weiter durchgesetzt wurden.
Freiheitlicher Rechtsstaat
Liberale waren es, die den Rechtsstaat erkämpft haben. Sie sind es auch, die ihn am besten verteidigen und weiterentwickeln können. Das ist heute wichtiger als in früheren Zeiten, in denen sich die Staatstätigkeit auf einige wenige Aufgaben beschränkte. Gewachsene Staatsaufgaben erfordern zunehmende WächtersteIlung der Liberalen, sonst bleiben die Bürgerrechte auf der Strecke, sonst werden Bürger- und Freiheitsrechte entweder Sozialutopien oder autoritärem Staatsdenken geopfert.
Die historischen Leistungen des Liberalismus hat der mörderische Wahn des Nationalsozialismus zu zerstören versucht, aber sie gingen nicht unter. Die Grundwerte des Liberalismus wurden in vierzigjähriger kommunistischer Diktatur im Osten Deutschlands mit Füßen getreten, aber sie haben überlebt.
Freiheit und Selbstbestimmung
Heute wie vor über 150 Jahren steht für Liberale die Freiheit des einzelnen Bürgers an erster Stelle. Die Formen der Freiheitsbedrohung ändern sich. Grund- und Freiheitsrechte sind niemals gesicherter Besitz. Sie müssen in der Tagespolitik ständig erweitert und vor Gefährdungen und Eingriffen geschützt werden.
Liberale wollen eine Politik, die den Einzelnen in den Mittelpunkt von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft stellt und die größtmögliche Freiheit und Selbstbestimmung jedes einzelnen Bürgers verwirklicht. Sie wollen die modernen Ketten abstreifen, die Freiheit immer mehr abschnüren. Sie machen Ernst mit dem Kampf gegen Bürokratie, Bevormundung, Vorurteile und Gängelei, gegen die Freiheitsverweigerung von rechts und links, gegen konservatives und sozialistisches Ordnungs- und Planungsdenken.
Der sozialistische Traum vom Glück durch Gleichheit legt die persönliche Freiheit in Ketten. Die konservative Hoffnung auf Harmonie durch Ruhe und Ordnung macht den Staat letztlich zum Gegner seiner engagiertesten Mitbürger.
Toleranz und Offenheit
Eigenverantwortung, Toleranz und Weltoffenheit sind liberale Prinzipien für die eigene Lebensgestaltung wie für die Zukunft aller. Nur eine konsequente Politik für die Freiheit des Einzelnen sorgt auch für die Freiheit der vielen. Wer selbst wirklich frei ist, wird den notwendigen Respekt vor der Freiheit der anderen entwickeln, wird zu einer aktiven Toleranz fähig, die nicht nur leben lässt, sondern durch eigenes Handeln zur Beseitigung von Bevormundungen und Abhängigkeiten, zum Abbau von Vorurteilen und zur gleichberechtigten Teilhabe aller beiträgt.
Liberale sind nicht auf Ideologien festgelegt. Sie beziehen auch ungewöhnliche Ansätze in ihre Überlegungen mit ein, sie wollen ein Höchstmaß an Vielfalt und individueller Gestaltungsmöglichkeit des Lebens sicherstellen. Nur eine freie Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung lässt menschliche Kreativität zur Entfaltung kommen und nur sie setzt die Kräfte frei, die zur Bewältigung der strukturellen Anpassungen dringend erforderlich sind.
Liberale wollen Verantwortungsbereitschaft und Leistungswillen wiederbeleben, sie wollen den Mut zum Risiko freisetzen, weil sie da, wo andere an Bürokratie und an die Wirksamkeit von Organisationen und Systemen glauben, auf die Menschen setzen und ihnen vertrauen.
Freiheit und Verantwortung
Liberale wissen, dass persönliche Freiheit immer dort ihre Grenzen findet, wo Freiheit und Würde des anderen berührt werden. Persönliche Freiheit steht immer auch in der sozialen Verantwortung für die Gesellschaft als Ganzes (z. B. „Eigentum verpflichtet“). Zur Freiheit gehört deshalb die Bereitschaft, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen und Leistung zu erbringen.
Soziale Verantwortung hat nichts mit Anspruchsdenken, aber viel mit der Erkenntnis zu tun, dass in einer Gesellschaft jeder in Not geraten, jeder auf die Hilfe seiner Mitmenschen angewiesen sein kann.
Mehr individuelle Freiheit ist der liberale Ausgangspunkt dafür, dass die Gesellschaft sich insgesamt frei, offen und solidarisch entwickeln kann. Liberale wollen eine humane Gesellschaft. Sie wollen kein freies Spiel der Kräfte, keine Willkür, nicht die Macht des Stärkeren und keine Ellbogengesellschaft, sondern eine Gesellschaft, in der die persönliche Leistung von Jung und Alt allen dient.
Liberale lassen es deswegen nicht zu, dass allgemeines Besitzstandsdenken den Blick auf die Schwierigkeiten dauerhaft Benachteiligter verstellt. Die Anerkennung von Leistung darf nicht dazu führen, dass diejenigen ausgegrenzt werden, die Hilfe brauchen.
Für Liberale ist ein Sozialstaat ein Staat, der nicht selbst für die soziale Sicherheit seiner Bürger sorgen, sondern sicherstellen muss, dass jeder für seine soziale Sicherheit vorsorgen kann - nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Soziale Marktwirtschaft
Liberale sind die Garanten des privaten Eigentums. Deshalb wollen Liberale die auf das Eigentum und auf einen funktionierenden Leistungswettbewerb gegründete wirtschaftliche Ordnung ausbauen. Nur wenn sich Leistung für den Einzelnen lohnt, kann die soziale Sicherheit für alle finanziert werden. Gegen alle Zukunftsängste setzen Liberale Vertrauen in die Fähigkeit des Menschen, aus eigener Verantwortung eine freie, friedliche und sozial gerechte Welt zu gestalten.
Liberale stehen zur Marktwirtschaft, die aus sich heraus dank und mit Hilfe eines starken Staates, der die „Spielregeln“ für alle Marktteilnehmer festlegt und für die nötige Transparenz und einen konstruktiven Wettbewerb und für die Einhaltung der Regeln sorgt, sozial und auch ökologisch ist und „Wohlstand für alle“ bei größtmöglicher Freiheit ermöglicht.
Sie ist die Wirtschaftsordnung, die am besten geeignet ist, die Voraussetzungen zur Erfüllung der liberalen Ziele zu schaffen. Überall dort, wo diese Ziele – wie größtmögliche und gleichberechtigte Freiheit und Sicherheit, Wohlfahrt und Gerechtigkeit für alle Bürger – nicht mittels der Eigengesetzlichkeit des Marktes erreicht werden können, muss der Staat den notwendigen Rahmen setzen.
Eine sich selbst überlassene Wirtschaft neigt zur Selbstaufhebung des Wettbewerbs durch Konzentration, Kartellbildung oder den Missbrauch von Marktmacht. Die liberale Marktwirtschaft braucht deshalb einen starken Staat und keinen Nachtwächterstaat.
Liberale Politik wendet sich gegen jeden Anspruch auf absolute Wahrheit und gegen jeden Versuch, Menschen zu ihrem Glück zu zwingen. Liberale Politik wendet sich gegen jedes Ordnungs- und Planungsdenken, das sich vom Staat oder anderen übergeordneten Instanzen die beste Zukunftssicherung verspricht.
Staatliche Reglementierung kann der Vielfalt menschlicher Wünsche und Lebenskonzeptionen an keiner Stelle gerecht werden und Gefahren nicht wirksam abwenden, aber die Nutzung von Zukunftschancen behindern. Eine offene Gesellschaft aktiver freier Bürger mit Mut und Zuversicht kann die Zukunft am besten meistern.
Freiheit ist umfassend
Für Liberale ist der Freiheitsbegriff umfassend. Die politische Grenze verläuft nicht zwischen links und rechts, sondern zwischen freiheitlich und autoritär. Freiheit muss in allen gesellschaftlichen Bereichen verwirklicht werden. Zwischen gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Freiheit besteht ein unauflöslicher Zusammenhang. Eine offene und veränderungsbereite gesellschaftliche Kultur und eine erfolgreiche soziale Marktwirtschaft bedingen einander.
Der Liberalismus unterscheidet sich mit dieser Überzeugung von allen anderen politischen Weltanschauungen. Die einen rufen im Bereich der Wirtschaft ständig nach dem Staat und nach neuen Gesetzen, nach Ver- und Geboten und die anderen setzen bei innen- und rechtspolitischen Themen und Problemen immer wieder und zu allererst auf den Staat. Nur für Liberale sind Bürgerrechts- und Marktwirtschaftspolitik untrennbar miteinander verbunden. Nur Liberale wollen überall mehr Freiheit und weniger Staat.
Liberale wissen, dass gesellschaftlicher Fortschritt immer zunächst auf aktiven Minderheiten aufbaut, deren begründete Forderungen erst im Laufe der Zeit zur Mehrheitsmeinung werden. Die Einsicht in neue politische Notwendigkeiten wächst dabei immer nur allmählich, weil die Antwort auf veränderte gesellschaftliche Bedingungen stets auch althergebrachte Besitzstände und Traditionen in Frage stellt.
Liberale Politik ist ein ständiger Kampf gegen Kurzsichtigkeit. Deshalb ist liberale Politik in vielen Fällen zunächst unbequem und unpopulär. Liberale Politik ist anspruchsvoll, weil sie den einzelnen Bürger fordert.
Liberale Bürger
Liberale wenden sich an den denkenden Bürger, an den Bürger mit eigenem Kopf. Dieser Bürger will aktiv sein berufliches und privates Leben selbst gestalten. Dieser Bürger will möglichst viel persönliche Freiheit für sich und für andere. Dieser Bürger weiß, dass die Chancen freiheitlicher Lebensgestaltung größer sind als die Risiken. Er läßt sich nicht durch die Angst vor der Zukunft lähmen.
Dieser Bürger wünscht mehr Eigenverantwortung und Selbstvorsorge auch im sozialen Bereich, weil er sich davon für sich selbst und für das soziale Gesamtergebnis der Gesellschaft zu Recht mehr verspricht. Dieser Bürger ist weltoffen und tolerant. Er lässt sich nicht das Denken abnehmen, er lässt sich nicht in vorgezeichnete Bahnen lenken.
Dieser Bürger ist skeptisch gegenüber jedem staatlichen Planungsdenken, gegenüber kollektiver Wohlfahrtsorganisation, gegenüber sozialem Anspruchsdenken, gegenüber ausufernder Bürokratie, gegenüber gesellschaftlicher Starrheit, gegenüber der Macht von Verbänden, gegenüber Stromliniendenken und Hierarchien.
Dieser Bürger wünscht sich in der Gesellschaft mehr Mut zur Zukunft, weil er selbst neugierig und mutig auf neue Entwicklungen reagiert. Dieser Bürger will weniger Staat in allen Lebensbereichen, will Raum für wirtschaftliche, für geistige und für kulturelle Freiheit.
Liberalen garantieren als Kraft der politischen Mitte das richtige Maß zwischen Kontinuität und Reform. Sie wissen, dass eine freiheitliche Gesellschaft nur Bestand haben kann, wenn sie aus sich heraus reformfähig bleibt. Sie wissen aber auch, dass eine Gesellschaft immer auch ein gewisses Maß an Kontinuität und Stabilität braucht.
Liberale sind die kritische Kontrolle der Macht. Sie sind skeptisch gegenüber jeder Machtkonzentration. Sie schaffen Raum für ein persönliches Engagement und machen Mut zur kritischen Diskussion. Liberale garantieren, dass der Staat für den Bürger da ist und nicht umgekehrt.
Vielfalt, Wettbewerb und Teilhabe
Sie kämpfen gegen alle Tendenzen zur Zentralisierung und Konzentration unkontrollierter politischer, wirtschaftlicher und geistiger Macht, gegen die Bedrohung der Freiheit durch zunehmende Bürokratisierung, mächtige Verbände und multinationale Konzerne.
Der Staat hat die Aufgabe, jeden Machtmissbrauch mittels Vielfalt, Wettbewerb und Teilhabe zu verhindern und Rahmenbedingungen zu setzen, innerhalb derer die Menschen sich frei entfalten können, sowie solche Einrichtungen zu schaffen und Maßnahmen zu ergreifen, die privaten Initiativen und individuellen Vereinbarungen nicht überlassen werden können.
Liberale vertreten diese Position leidenschaftlich gegen alle politischen Kräfte, die individuelles oder gesellschaftliches Glück „zuteilen“ wollen. Die den Fortschritt hemmenden Konservativen und die den Fortschritt als Religionsersatz anbietenden Sozialisten haben eins gemeinsam: Sie wenden sich an Kollektive, und sie vernachlässigen Freiheit, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung des Einzelnen.
Oberstes Ziel der Liberalen ist es, diese Freiheit der Menschen gegen polizei- und wohlfahrtsstaatliche Tendenzen durch unbeirrbares Festhalten an dem vom Vertrauen und der Mitarbeit seiner Bürger getragenen demokratischen Rechts- und Sozialstaat zu verteidigen und auszubauen.
Denn die Beziehungen freier Bürger untereinander sind viel zu vielfältig und miteinander verflochten, als dass der Staat sie befriedigend regeln könnte. Deshalb und weil es für Liberale keine absoluten Wahrheiten oder ein von Einzelinteressen unabhängiges Gemeinwohl gibt, versucht sie die Herrschaft von Menschen über Menschen zugunsten der Verwaltung von Sachen auf ein Minimum zu begrenzen.
Liberalismus ist unteilbar
Liberale bieten die Alternative der Vernunft zu allen ideologisch verkürzten politischen Verheißungen an. Vernunft heißt auch die Alternative zu jeder Politik der Konfrontation und der Polarisierung. Alle Versuche, Liberale ideologisch zu spalten in ein rechtes oder linkes Lager, müssen fehlschlagen.
Freiheit wird oft und gern in „gute“ Freiheiten (etwa politische Freiheiten wie die Meinungsfreiheit) und „schlechte“ Freiheiten (vorrangig die Wirtschaftsfreiheit) eingeteilt. Für Liberale sind Freiheit und damit auch der Liberalismus jedoch unteilbar. Sie lehnen deshalb auch Bindestrich-Liberalismen ab. Politische und wirtschaftliche Freiheit sind zwei Seiten derselben Medaille.
Liberale Politik beruht auf dem Bekenntnis zur Selbstverantwortung des Einzelnen, auf Stärkung der persönlichen Mitwirkungsrechte, auf Autonomie, Dezentralität und Transparenz, auf Selbstverwaltung und Föderalismus.