Benutzer:R.H./Sitzenbleibenzwang abschaffen
Angenommen ein Schüler hat eine 6 in Französisch und Gesellschaftskunde, aber in jedem anderen Fach eine 1. Dann bleibt er sitzen, nicht wahr? Und sitzenbleiben heißt, er muß Französisch und Gesellschaftskunde wiederholen. Aber es heißt auch:
Er muss den Mathekurs wiederholen, obwohl er dort eine 1 bekommen hat und Wissenszuwachs in Mathe wird ihm vorenthalten, bis ein Jahr vergangen ist. Er muss Physik wiederholen, obwohl er dort eine 1 bekommen hat und Wissenszuwachs in Physik wird ihm vorenthalten, bis ein Jahr vergangen ist. Er muss Biologie wiederholen, obwohl er dort eine 1 bekommen hat und Wissenszuwachs in Bio wird ihm vorenthalten, bis ein Jahr vergangen ist.
Und so weiter für die ganzen anderen Fächer in denen er eine 1 bekommen hat.
Schlimme Sache, nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich. Schön und gut, stellen wir uns also vor, er hat eine 6 in Französisch und Gesellschaftskunde, aber in allen anderen Fächern eine 3. Ich finde das Ganze mit dem Sitzenbleiben macht immer noch nicht wirklich Sinn.
Deshalb: Sitzenbleiben abschaffen. Ersetzen durch:
a) Aufgebrummte Extrazeit in der Schule nach dem normalen Unterricht (und evtl. Samstag), in der er für die JEWEILIGEN FÄCHER IN DENEN ER SCHEISSE IST pauken muss.
Oder:
b) Wiederholen der nichtbestandenen Kurse (und nur dieser). Die Kurseinheiten können auch kürzer sein als ein Jahr.
Oder eine Kombination von beiden.
Und nun zur ELITENSUPERARIERFÖRDERUNG!11111
a) Wer ein bestimmtes Notenniveau erreicht, darf eine Klasse überspringen. Diese Entscheidung kann er auch ohne Zustimmung der Eltern machen. Den Kram der zu überspringenden Klasse paukt er in der Extrazeit, zusammen mit den Doofies aus der Klasse, für die das Pflicht ist. Ist das nicht supi, zwei Fliegen mit einer Klappe? Stell dir mal vor, einer überspringt während der Schulzeit regelmäßig Klassen. Er ist also
im Alter von 6 Jahren in der 1. Klasse im Alter von 7 Jahren in der 3. Klasse im Alter von 8 Jahren in der 5. Klasse im Alter von 9 Jahren in der 7. Klasse im Alter von 10 Jahren in der 9. Klasse im Alter von 11 Jahren in der 11. Klasse im Alter von 12 Jahren in der 13. Klasse im Alter von 13 Jahren auf der Universität.
Elitär genug? Wenn die Schule groß genug ist, könnte es statt Jahrgängen auch Halbjahrgänge oder so geben. In so einem Fall wären Sprünge einfacher.
b) Nehmen wir mal an, jemand hat in allen Kursen eine 1 bis auf Französisch (eine 4). Soll der dann nicht Klassen überspringen dürfen? Das Überspringen von Klassen ist das Gegenstück zum Sitzenbleiben. Wenn ich das erzwungene Wiederholen ALLER Kurse eines Jahres bei Versagen in einigen wenigen nicht gut finde, wie kann ich dann die Wahl zwischen "Überspringe ein Jahr (oder ein halbes) in allen Kursen oder überspringe gar nichts" gut finden? Es sollte generell weniger Pflichtfächer (Deutsch, Mathe und... hmm, das war's) und mehr FREIWILLIGE zusätzliche Kurse geben, vor allem im Bereich der Fremdsprachen und das schon in der Grundschule. Langfristig wird die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Jahrgang mehr und mehr verwischt. Der selbe Schüler kann dann in einem Kurs pappen bleiben und in anderen Kursen "Klassen" überspringen.
Es sollte erlaubt sein, bei den jeweiligen Fächern auch ohne formelle Vorbildung in die fortgeschrittenen Lerneinheiten zu kommen und auch sehr große Sprünge über mehrere Lerneinheiten auf einmal zu machen. Wenn zum Beispiel jemand ein Jahr in Spanien gelebt hat, muss der ja nicht unbedingt die Aussprache lernen, oder? Ganz allgemein sollte außerschulisches Lernen nicht mit Langeweile bestraft werden. Darum sollte der Zugang zu einer jeweiligen Lerneinheit überhaupt nicht von Noten in vorherigen Lerneinheiten abhängigen, sondern von einer Art schriftlichen kursspezifischen Einstellungstest. Jeder sollte sehr ausgiebige Möglichkeiten haben, bei solchen Tests mitzumachen, das heißt ohne an ihn gestellte Vorbedingungen und auch, Tests für den Zugang für die selbe fortgeschrittene Lerneinheit sehr oft verhauen zu dürfen.