Benutzer:Pavel
| Kurzprofil | |
|---|---|
| Persönlich | |
| Name: | Pavel Mayer |
| Nick: | Pavel |
| Berufl. Qual.: | Informatiker |
| Tätigkeit: | Geschäftsführer |
| Familienstand: | verheiratet |
| Geburtstag: | 1965 |
| Politisch | |
| Partei: | Piratenpartei Deutschland |
| Landesverband: | Berlin |
| Kontakt | |
| Webmail: | Form-Mailer |
| Mail-Adresse: | pavel.mayer@gmail.com |
| Blog: | aggregat7.ath.cx |
| XMPP: | pavel23@jabber.berlin.ccc.de |
| Twitter: | pavel23 |
Inhaltsverzeichnis
- 1 Warum ich Pirat geworden bin
- 2 Derzeitige Aktivitäten in Berlin
- 3 Mein Profil
- 4 So sehe ich die Deutsche Parteienlandschaft
- 5 Kontakt
Warum ich Pirat geworden bin
Ich bin Mitglied geworden, weil ich endgültig das Vertrauen verloren habe, dass auch nur eine der etablierten Parteien zu zeitgemässem politischen Handeln in der Lage ist. Ich musste konstatieren, dass alle bisherigen Versuche, durch Aufklärung der etablierten Parteien etwas zum Besseren zu bewegen, gescheitert sind.
Die Piraten sind noch klein, aber sie wachsen derzeit schneller als jede andere Partei, denn sie sind nicht einfach eine Partei, sondern eine internationale Bewegung, die sich speist aus dem Unmut all derer, die von Politikern regiert werden, die die neue vernetzte Welt nicht verstehen und sie krampfhaft kontrollieren wollen wollen, womit sie erheblichen Schaden anrichten.
Politiker, die Angst vor der neuen Welt und den Menschen haben. Machtinteressen, die mehr an der Manipulation der Menschen als an ihrer Mündigkeit interessiert sind.
Wenn viele Piraten in den Parlamenten sitzen, werden sie uns zuhören müssen.
Was ich mir von und mit den Piraten erhoffe
- Den Bürgerrechten wieder mehr Gewicht in der Politik verschaffen
- Bewegung in die politische Landschaft bringen
- Politikverdrossenheit abbauen (Bei mir hat es bereits funktioniert :-) )
- Eine Renovierung der Demokratie einleiten
- Mehr aufgeklärte Beteiligung aller Bürger an politischen Entscheidungen
- Eine Politik, in der Herz und Verstand anstelle von Gier und Dummheit treten
- Eine skalierbare Demokratie, die lokal und global funktioniert
- Eine demokratische Gesellschaft zu schaffen, die das Potential der Informationsgesellschaft für mehr gesellschaftliche Teilhabe nutzt anstatt zur Rationalisierung von Manipulation und Repression
Program der Piraten für Fremde in drei Sätzen
- Wir wollen verhindern, dass eure Daten ungefragt überall gespeichert werden
- Wir wollen nicht, das unsere Kinder als Straftäter verfolgt werden, wenn sie im Internet einen falschen Klick machen
- Wir wollen einen modernen demokratischen Staat, in dem jeder Gehör findet, und keine hilflose Obrigkeit, die aus Angst vor dem Volk alles kontrollieren will
Warum ich mich als Direktkandidat bewerbe
- Durch den Wahlkampf im Bezirk helfe ich den Listenkandidaten
- Ich gebe der Piratenpartei ein Gesicht
- Ich sammele Erfahrung für zukünftige Wahlkämpfe
- Es ist ein extremer "Reality Check"
- Ich treffe auf den politischen Gegner
- Ich erfahre, ob ich mich für so etwas eigne oder mir das nur einbilde :-)
Wahlkampf
Ich habe wenig praktische Wahlkampferfahrung und bin auch nicht gerade eine Rampensau, aber hier ein paar Gedanken zum Thema, wie ich das Ganze gern angehen würde:
Fernsehen, Presse, Aktionen
Das wir möglichst viel in Fernsehen und Presse präsent sein sollten, ist klar; ebenso wie wir das am besten erreichen können: Die Medien wollen etwas interessantes, über das sie berichten können. Daher sind medienwirksame Aktionen wichtig, können aber auch leicht nach hinten losgehen. Viele Sender nehmen aber auch gern interessantes Rohmaterial entgegen, wenn es so produziert ist, dass sie schnell einen originären Beitrag daraus zusammenschneiden können.
Internet, Flyer, Plakate
Das Internet ist natürlich gut geeignet, um die Wähler zu überzeugen, die sich tiefergehend mit den Piraten beschäftigen wollen; im Falle von Direktkandidaten erscheinen mir aber altmodische Plakate und Postwurfsendungen als das einzige Mittel, im Bezirk in grosser Zahl diejenigen zu erreichen, die noch nie etwas von den Piraten gehört haben, und das ist derzeit die grosse Mehrheit der Menschen im Deutschland
Der Name "Piratenpartei"
Der Name "Piratenpartei" ist gut geeignet, Neugier zu wecken - das ist schon mal die halbe Miete. Ein Flyer der Piraten in der Post wird wohl häufiger gelesen werden als ein Flyer der Etablierten; wenn es dann noch gelingt, die Leute über den Flyer zu uns ins Netz zu schicken...
"Zuhören"
"Zuhören" halte ich für ein wichtiges Merkmal, um uns von anderen Parteien zu unterscheiden; auch Flyer und evtl. Plakate sollten daher dazu aufrufen, uns die Meinung zu sagen, Wünsche und Ängste zu äußern, sich auszukotzen oder wie auch immer aktiv zu werden
Stände
Mit Ständen präsent zu sein und mit den Menschen zu diskutieren ist in erster Linie für das Feedback interessant, und natürlich eine Möglichkeit, Mitglieder und Unterstützer zu werben; eine nennenswerte Zahl an Wählern erreichen wir damit vorerst aber kaum
Mitgliederwerbung
Wenn jeder Pirat jeden Monat zwei neue Mitglieder werben würde, dann wären wir in 9 Monaten Deutschlands grösste Partei. Wie viele Mitglieder habt ihr in diesem Monat geworben? Wir sollten vielleicht auf dem Beitrittsformular ein optionales Feld für die Mitgliedsnummer des Werbers einführen, dann könnten wir das Ganze schön zu einem sportlichen Wettbewerb machen, mit Rankings im Web für direkt und indirekt geworbene Mitglieder. Hat zwar was von "Strukturvertrieb", aber warum eigentlich nicht?
Praktisches
Ich habe mich nunmehr nach Rücksprache mit Parteifreunden entschieden, mich als Direktkandidat für den Bezirk Mitte zu bewerben, da ich dort lange gewohnt habe und der Bezirk nur einige hundert Meter von meinen jetztigen Wohnort entfernt ist, was die Wahlkampfarbeit effizienter machen wird.
Die 200 Unterstützerunterschriften sind in der kurzen Zeit realistisch gesehen schon eine Herausforderung, aber machbar.
Zeit für Parteiarbeit habe ich normalerweise 10-20 Stunden/pro Woche, ich würde aber zusätzlich einigen Urlaub und den grössten Teil meiner Freizeit opfern. Schliesslich ist das alles hier wichtig, auch wenn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Direktmandat dabei rauskommen wird. Aber wer den Versuch nicht wagt, hat bereits verloren, und ich bin überzeugt, dass mein Einsatz das Ergebnis der Partei verbessern wird.
Meine Arbeit im Bundestag
Sollte ich entgegen aller Wahrscheinlichkeit beim ersten Anlauf in den Bundestag gewählt werden, dann würde ich:
- In relevanten Ausschüssen mitarbeiten und zeitnah und offen berichten
- Im Plenum dafür sorgen, dass die Piraten ernstgenommen werden
- Kämpfen, Kämpfen, Kämpfen!
Derzeitige Aktivitäten in Berlin
Mein Profil
Ich bin in Prag geboren, bin aber seit 1968 im Westen Deutschlands (Lüdenscheid, NRW) aufgewachsen. Ich lebe und arbeite seit 1990 in Berlin. Meine familiären Wurzeln liegen sowohl in der tschechischen als auch in der deutschen Kultur. Im zweiten Weltkrieg hat ein Grossvater in der Wehrmacht, der andere im tschechischen Widerstand gekämpft.
Fachlich/Beruflich
Seit 1980 entwickle ich professionell Soft- und Hardware, seit 1995 in der Rolle als GmbH-Geschäftsführer, AG-Vorstand oder Abteilungsleiter in verschiedenen Unternehmen mit 50-100 Mitarbeitern, die ich mitgegründet habe.
Fachliche bin seit 1990 auf 3D-Echtzeit Computergrafik spezialisiert, nutze das Internet seit 1988, als es noch NSFNet, ARPANET, BitNet, EUnet, DFN und UseNet hieß.
Webtechnologien nutze ich seit 1994. Seit 2000 setzte ich mit grossem Erfolg Agile Methoden, vor allem Extreme Programming und SCRUM ein.
Ich habe viel Erfahrung mit der Beantragung und Durchführung öffentlich geförderter Forschungvorhaben. Ich habe einige praktische Erfahrung mit dem Patentwesen, beantrage regelmässig Patente, und kenne aus eigener Teilnahme Verfahren vor dem Bundespatentgericht.
Ich habe in seit 1995 mehrere Unternehmen der IT- und Medienbranche mitgegründet, die alle noch bestehen und in denen ingesamt über 150 Menschen arbeiten.
Privat
Ich bin seit acht Jahren mit einer aus Berlin stammenden Juristin verheiratet, und wir haben eine zwölfjährige Tochter. Wir leben seit zehn Jahren im Ostteil Berlins und haben vor drei Jahren in einer Baugruppe mit sechs anderen Parteien auf einem Trümmergrundstück ein Mehrfamilienhaus im Prenzlauer Berg errichtet, in dem wir seitdem glücklich wohnen.
Politisch
Ich bin seit über zwanzig Jahren dem Berliner Chaos Computer Club eng verbunden und in diesem Rahmen gelegentlich bei Radiosendungen und Podcasts öffentlich in Erscheinung getreten.
Vor über zwanzig Jahren war ich Mitglied der SPD in NRW, habe mich aber nach sehr kurzer Zeit zurückgezogen, da ein konstruktives Mitwirken selbst bei der innerparteilichen "politischen Willensbildung" praktisch unmöglich war und das politische Denken in der Partei stark von festgefügten Ideologien geprägt war.
Ich selbst kann mich politisch weder rechts noch links einordnen, ich würde mich am ehesten als Anhänger der "extremradikalen Mitte" bezeichnen.
Soziale Gerechtigkeit
Ich halte das Eintreten für soziale Gerechtigkeit nicht nur für eine ethische Notwendigkeit, ich möchte auch in keiner Gesellschaft leben, die von Gewalt, Kriminalität und sozialen Unruhen geplagt wird. Der Anlick von Armut verursacht bei mir genauso schlechte Laune wie die Zurschaustellung obszönen Reichtums. Vor allem aber ist es eine Herzensangelegenheit, Schwächeren zur Seite zu stehen.
Ich lehne aber den "Klassenkampf" und die Bevormundung des Einzelnen durch die Gesellschaft scharf ab. Wenn die Gesellschaft sich in das Leben des Einzelnen einmischt, so ist das nur dann gerechtfertigt, wenn dies unmittelbar dem Schutz der Würde und Freiheit anderer dient oder die Mündigkeit und Selbstverantwortung des Einzelnen fördert.
Innere und Äußere Sicherheit
Staat und Gesellschaft müssen im Zweifelsfall auch Fehlentwicklungen und Regelungslücken tolerieren. Bei der Bekämpfung gesellschaftlicher Probleme darf Repression nur das allerletzte Mittel sein, wenn alle anderen Möglichkeiten bereits ausgeschöpft sind. Die Möglichkeiten der Wahl sind etwa das Schaffen von Transparenz, selbstkritische und ehrliche Problemanalyse sowie direkte persönliche Hilfe und nichtrepressive Prävention.
Ich bin kein Pazifist, sondern halte eine angemessene Landesverteidigung für unverzichtbar. Ich bin aber starker Befürworter allgemeiner Abrüstung und internationaler Rüstungskontrolle. Einseitige Abrüstung hingegen erachte ich als eine genauso grosse Gefahr für den Frieden wie einseitiges Aufrüsten. Ländern, die einseitig aufrüsten, muss entschieden entgegengetreten werden, auch wenn es sich um Verbündete handelt.
Um die weltweite atomare Abrüstung voranzutreiben, befürworte ich den Austritt Deutschlands aus dem Atomwaffensperrvertrag, da die atomwaffenbesitzenden Staaten ihrer Verpflichtung zur Abschaffung von Atomwaffen bisher nicht ansatzweise nachgekommen sind dies offenbar auch nicht planen.
Europa
Ich bin überzeugter Anhänger der europäischen Einheit und verpüre bei jeder Überquerung einer Staatsgrenze ohne Grenzkontrollen ein tiefes Glücksgefühl. Die Art und Weise, wie derzeit Politik auf europäischer Ebene gemacht wird, ist aber an vielen Stellen dazu angetan, den europäischen Gedanken zu beschädigen. Das muss dringend anders werden.
Weltregierung
Ich würde mir wünschen, das eines Tages jeder Mensch auf diesem Planeten ihn frei und ohne Kontrollen bereisen kann. Das bedeutet aber auf lange Sicht auch eine Weltregierung - ein Konzept, das nach dem zweiten Weltkrieg positiv besetzt war und für das sich viele eingesetzt haben. Derzeit ist der Begriff "Weltregierung" aber eher ein Schreckgespenst, was viel über das Vertrauen der Menschen in die gegenwärtige demokratische Praxis aussagt. Unser gegenwärtiges System skaliert einfach nicht gut.
Umwelt
Eines der wichtigsten Themen der nächsten Jahrzehnte wird der Umbau der Wirtschaft zu einer nachhaltigen Wirtschaft. Derzeit zerstören wir global gesehen noch immer die natürlichen Lebensgrundlagen und gelangen immer näher an den Punkt heran, an dem weiteres Wachstum aufgrund der Folgen von Umweltschäden unmöglich wird. Des weiteren müssen wir in den nächsten 40 Jahren die Hälfte des Hauptprimärenergieträgers Öl substituieren. Die grösste Firma der Welt, ExxonMobil, liefert dabei gerade mal 3% des Weltölverbrauchs.
Die weltweiten Kosten für die Umstellung auf regenerative Energien bewegen sich in der Grössenordnung eines Weltbruttosozialprodukts, das heisst, dass Deutschland demnächt jährlich über 100 Milliarden Euro in diese Aufgabe investieren muss. Falls wir zu spät damit beginnen, werden wir das Geld später für teures Öl ausgeben müssen und mit leeren Händen dastehen.
Das Überfischen der Meere, die Erderwärmung, Umweltgifte, Entsorgung nuklearer Abfälle, Zerstörung von Wäldern und Bodenerosion sind weitere schwerwiegende Probleme, die global ungelöst sind und sich weiter verschärfen.
Noch sind die meisten dieser Probleme lösbar, und es besteht Hoffnung, dass sie auch angegangen werden. Es gibt hier aber auch weiche Deadlines; je später viele dieser Probleme angegangen werden, umso teurer und ineffektiver wird es werden, und ab einem bestimmten Zeitpunkt werden die Folgen auch irreversibel.
Derzeit hat in Deutschland die Umweltpolitik noch immer nicht den nötigen Stellenwert, aber die Probleme sind mittlerweile allen Handelnden bewusst und werden auch angegangen. Leider noch immer zu zaghaft.
Wirtschaft
Märkte sind eine wichtige Grundlage moderner Volkswirtschaft, aber es gibt keine Patentrezepte für die Spielregeln. Unterschiedliche Märkte können von Regulierung oder Deregulierung profitieren; allgemein für Regulierung oder Deregulierung einzutreten entspricht nicht dem Stand der Erkenntnis - beides ist eine dumme Strategie. Man muss sich jeden Markt einzeln anschauen und dann entscheiden, was erforderlich ist. Das sagt auch Paul Krugman. Leider ist das politisch nicht besonders griffig und verlangt der Politik mehr ab, als sie derzeit zu leisten in der Lage ist.
Daher brauchen wir auch hier ein agileres politisches System, dass die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft schneller und individueller den Erfordernissen anpassen kann.
Des weiteren kommt das Konzept der Nachhaltigkeit in der Wirtschaft offenbar derzeit zu kurz. Der Grund dafür ist aber nicht böser Wille, sondern der Zeitwert des Geldes. Mögliche Gewinne in ferner Zukunft müssen mit hohen Renditesätzen abgezinst werden und sind daher in der Gegenwart deutlich weniger wert als kurzfristige Gewinne. Diese Tatsache lässt sich nicht ändern. Jedenfalls nicht, ohne unser Wirtschaftsystem so radikal umzubauen, dass es danach erst mal völlig kaputt ist.
In der jetztigen Situation kommt es aber darauf an, das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten und alte Fehler zu wiederholen.
Ich habe auch jede Menge konkreter Ideen und Vorschläge, aber die würden das hier jetzt inhaltlich sprengen.
So sehe ich die Deutsche Parteienlandschaft
Mein Beitritt zu den Piraten, einer kleinen und derzeit noch von vielen belächelten Partei, hat unter anderem etwas mit der derzeitigen Parteienlandschaft in Deutschland zu tun, in der es keine andere politische Heimat für mich gibt. So sehe ich die deutsche Parteienlandschaft:
SPD
Die SPD behandelt ihre langjährigen Mitglieder schäbig, ist unsolidarisch, macht- und orientierungslos, vor allem mit sich selbst beschäftigt und im Parlament nur noch mit opportunistischen Feiglingen vertreten. Sie hat sich von ihren Wählerschichten weitgehend entfremdet. Bei der Europawahl konnte sie nur 9% der Wahlberechtigten mobilisieren. Seit 1990 ist sie von 943.000 auf 530.000 Mitglieder geschrumpft und verliert derzeit pro Jahr fast 20.000 Mitglieder. Sie ist ein sinkendes Schiff.
CDU
Die CDU hält im Gegensatz zur SPD zu ihren Leuten; hier kann man deutlich mehr auf innerparteiliche Solidarität zählen, wenn man mal krimineller Handlungen bezichtigt wird. Doch wie könnte ich mich für eine Partei engagieren, die Minister wie Ursula von der Leyen und Wolfgang Schäuble stellt? Davon abgesehen finden sich nach meiner Erfahrung in der CDU mehr vernünftig denkende Menschen als in der SPD, sie haben aber in der Partei nicht das Sagen. Was aber grundsätzlich nach dreihundert Jahren Aufklärung gar nicht geht, ist das Attribut "Christlich" im Parteinamen zu führen. Abgesehen davon, das es heuchlerisch ist, Politik und Religion gehören einfach nicht zusammen. Wie kann sich eine Partei Volkspartei nennen, die mit ihrem Namen schon sämtliche Atheisten und Anhänger anderer Religionen diskriminiert, die immerhin zusammen 40% der Bevölkerung ausmachen?
Ansonsten wird speziell in Berlin die CDU auf Landesebene von Leuten dominiert, mit denen man auf gar keinen Fall etwas zu tun haben möchte, selbst wenn man nichts an der Partei auszusetzen hätte.
Die CDU ist darüberhinaus überaltert und kämpft mit denselben Problemen wie die SPD, sie schafft es derzeit nur, besser davon abzulenken. Sie konnte bei der Europawahl auch nur 16.1% der Wahlberechtigten mobilisieren, und ist seit 1993 von 685.000 auf 531.000 Mitglieder geschrumpft und verliert pro Jahr rund 15.000 Mitglieder.
FDP
In der Sache hat die FDP geschlossen gegen das "Zugangserschwernisgesetz" gestimmt und steht den Piraten vermutlich programmatisch am nächsten, und alte FDPler wie Burkhard Hirsch kämpfen effektiv und mit grossem Einsatz für viele Piratenthemen. Leider ist "Liberal" in der FDP vor allem "wirtschaftsliberal", und "die Partei der Besserverdienenden" und Guidomobile ist einfach nur peinlich und total uncool. Vor allem aber ist sie eine Umfallerpartei, die ihren Prinzipien schnell untreu wird, wenn sie erst mal Regierungsluft schnuppert.
Die FDP profitiert derzeit als Oppositionspartei von der grossen Koalition, und ist zwar in den 1990ern von vereinigungsbedingten 179.000 auf 64.000 Mitglieder geschrumpft, die Mitgliederzahl ist aber in den letzen zehn Jahren relativ stabil, und die FDP hat nach den Grünen relativ die zweitmeisten jungen Mitglieder bei den Etablierten.
So befremdlich es auch klingen mag, aber die FDP käme wohl von allen Parteien als Koalitionspartner für die Piraten am ehesten in Frage. Sie dürfte aber auch gleichzeitig der direkteste Konkurrent um die Stimmen vieler potentieller Piratenwähler sein.
Die Linke
Sorry, aber die Kommunisten hatten ihre Chancen und haben es immer vergeigt. Grundsätzlich habe ich viel Sympathie für die Idee einer gerechteren Gesellschaft, aber nicht um den Preis der persönlichen Freiheit. Leute, die es "nur gut meinen", haben offenbar keine Gewissensprobleme, wenn es darum geht, beliebige Grausamkeiten im Namen einer "besseren Gesellschaft" zu begehen.
Immerhin haben die Linken auch gegen das Zugangserschwernisgesetz gestimmt, ich habe aber den Verdacht, dass sie das nicht getan hätten, wären sie an der Regierung beteiligt gewesen.
Die Grünen
Sind mir eigentlich sympathisch, relativ jung und setzen sich für ein Anliegen ein, dass ich absolut teile: Den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen. Leider sind sie eher technikfeindlich und haben sich durch die Enthaltung bei der Abstimmung zum Zugangserschwernisgesetz als feige Opportunisten entlarvt. Schade.
Sonstige
Alle anderen "sonstigen" Parteien sind aus meiner Sicht entweder esoterische Spinner, vertreten begrenzte Sonderinteressen oder sind Rechtsradikale. Aber ich habe mich mit denen auch nicht wirklich beschäftigt.
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