Benutzer:MsClassless/Erklärung gegen interne Kontrollstrukturen

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HINWEIS: Dies ist eine Erklärung von Markus und keine offizielle Parteiaussage!

Erklärung gegen interne Kontrollstrukturen

Die aktuelle Diskussion über aufzustellende Regeln für Arbeitsgemeinschaften geht von einem Konsens aus, den es so nie gab. Eine Notwendigkeit solcher Regeln ist mehr als fraglich. Sie gefährdet wichtige Ideale der Piratenpartei:

  1. Freie Organisationsformen unfreien vorzuziehen, dabei
  2. die Hierarchien so flach wie möglich zu halten und
  3. auf die Selbstorganisation zu vertrauen, weil
  4. Top-Down Ansätze selten funktionieren, störungsanfällig und intransparent sind.

Wer Piraten zur Pflege eines Wikis verpflichten will, hat etwas ganz grundlegendes nicht verstanden, nämlich die Prinzipien denen wir unseren Erfolg verdanken.

Piraten gründen eine Arbeitsgemeinschaft nicht ohne Ziel. Die Arbeit ist freiwillig und von einem hohen Maß an Idealismus getragen. Kontrolle, Rechtfertigungszwang, Regeln und Pflichten widersprechen unseren Vorstellungen, sind Ausdruck von Mißtrauen und Geringschätzung der ehrenamtlichen Arbeit. Kontrolle ist hier nicht notwendig.

Erfährt eine Arbeitsgemeinschaft keine Aufmerksamkeit von anderen Benutzern, so wird sie von selbst irrellevant, wobei sie keinen Schaden anrichtet. Rechte, die nicht genutzt werden, müssen auch nicht entzogen werden. Stirbt eine Arbeitsgemeinschaft ab, weil nicht genug Energie für ihre Aufrechterhaltung aufgebracht wird, ist dies auch keine Tragödie. Wer sich daran stört, kann schließlich selbst aktiv werden.

Ebenso darf die Entstehung neuer Arbeitsgemeinschaften, welche aktuelle Strömungen der Basis auffangen, nicht durch Bürokratie behindert werden. Thematische Überschneidungen sind dabei entweder vorübergehend oder begründet. Angst vor Arbeitsgemeinschaften, welche der Partei nicht dienlich sind, ist ein Argument von Überwachungsbefürwortern. Hier ist Mut und Konsequenz gefragt, den wir für eine freiere Gesellschaft fordern.

Wenn das Bedürfnis nach Koordinierung besteht, spricht nichts dagegen, nach gleichem Prinzip eine Arbeitsgemeinschaft zu gründen, und sich so als Ansprechpartner zur Verfügung zu stellen. Über das Mitlesen der Mailinglisten kann sich diese Koordinations-AG ausreichend über die Arbeit der anderen Arbeitsgemeinschaften informieren, und diese Information an Interessenten weitergeben. Die Gefahr, dass keine Auskunft über die Tätigkeit erteilt wird, ist nicht gegeben. Soetwas wie eine Auskunftspflicht einzuführen ist dagegen entmündigend!

Gegenwärtige Ineffizienzen sind eine Frage der Infrastruktur, an der in verschiedenen Arbeitsgemeinschaften mit Herz gearbeitet wird, sie sind keine Frage fehlender Hierarchie. Durch kreative technische Lösungen wird in Zukunft auch eine Flut von Anträgen z.B. zu einem Parteitag auf demokratischem Weg durch Vorauswahl bewältigt werden können.

Mit dem Versuch interne bürokratische Hemmnisse und Kontrollstrukturen aufzubauen, verrät die Piratenpartei die Ideale, welche sie einzigartig machen, und führt die ehrenamtliche Arbeit für diese Ideale ad absurdum. Es ist nicht ersichtlich, warum die oben aufgeführten Prinzipien hier verletzt werden müssen.

Meinungen & Kommentare

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"Stimme voll und ganz zu"

  1. --Andizo 00:34, 14. Okt. 2009 (CEST)
  2. --Korbinian selbstorganisation halte ich grundsätzlich für zielführender als qualitätssicherung. sowas ist immer ein bottleneck. solange man keine starren regeln dringend braucht sollten solche auch nicht etabliert werden. in dem konkreten fall halte ich gerade die freie gründung von AGs im sinne einer verbreiterung piratiger ideen für umarmungswürdig.
  3. --Fxdx 07:49, 14. Okt. 2009 (CEST)
  4. --RalfSchön auf den Punkt gebracht!! Im Kern treten Piraten für die Entfaltungsfreiheit des Einzelnen ein. Alles, was diesem Gedanken zuwieder läuft, kann erst ab einer sehr hohen Schwelle Sinn machen, nicht von vorneherein.

"Stimme eher zu"

  1. --Twitgeridoo 00:29, 14. Okt. 2009 (CEST) (Regeln müssen sein, aber die Entwicklung darf dadurch nicht gehemmt werden.)
  2. --Trias 00:42, 14. Okt. 2009 (CEST) (Man sollte stärker differenzieren und nicht alles in einen Pott werfen, was sich AG nennt. Pressearbeit muss zB sinnvollerweise professionalisert werden. Genauso sollten wir uns vllt externe Kompetenz in unseren Kernthemen holen. Auf der anderen Seite ist es unsinn, sowas wie AG Forum und AG Wiki zu bürokratisieren. Bei politischen AGs müsste erstmal festgestellt werden, bzw diskutiert werden, wie die ihre Arbeit überhaupt definieren.)
    Ich stimme mit Dir überein, dass die Presse-AG eine Sonderstellung einnimmt. Daraus darf man aber nicht die Regel ableiten. Für Pressemeldung z.B. ist der Vorstand verantwortlich, und das muss auch so bleiben. MsClassless 00:52, 14. Okt. 2009 (CEST)
  3. --Panky9 00:55, 14. Okt. 2009 (CEST)
  4. --order_by_rand - Vielleicht sollten sich alle Beteiligten mal einen Überblick über die Ideen von Prof. Peter Kruse verschaffen - sein Thema ist genau die Selbstorganisation/Organisation von Arbeitsgruppen.
    Jap wäre als Grundlage zu dem Thema sehr sinnvoll, da er dem geneigten Zuhörher sehr eindringlich vermittelt das wir vor komplett anderen Problemen stehen als denen die der AG Rat gerade schafft.--Gnarf 11:38, 14. Okt. 2009 (CEST)
  5. --Niun 01:38, 14. Okt. 2009 (CEST) (Bevor Lösungen/Ideen einer AG umgesetzt werden, sollte diese darüber informieren. Wenn z.B. Vorstandsmitglieder in einer AG sind, kann diese ohne Öffentlichkeit Wirkung haben.)

"Teils/teils"

  1. Dyfa - Ich habe kein Problem mit Kontrollstrukturen, wenn die Kontrolle der Qualitätssicherung dient, diese Strukturen müssen aber transparent und nachvollziehbar sein. (Insbesondere im Bereich IT wichtig.) Ablehnung von Kontrollstrukturen die zu einem Mangel an Transparenz führen.
  2. Andi - Ein gewisser Anspruch in Sachen Ordnung erhält für mich nur die Arbeitsfähigkeit und Effizienz, besonders angesichts der enorm gestiegenen Zahl an Teilnehmern/Meinungen/Vorschlägen. Will man da noch Überblick und Zielorientiertheit haben...Ergebnisse hervorbringen...funktioniert eben das völlig Fehlen jeder Vorgabe nicht mehr. Etwas Ordnung steht für mich keineswegs im Widerspruch zu piratiger Arbeitsweise, sondern wird diese nur auch zukünftig überhaupt möglich machen.
  3. Ich sehe schon die Notwendigkeit besserer Transparenz und zielförderlicher Strukturen der Arbeitsgruppen. Ein gewisses Grundmaß an Regeln begrüße ich daher, es wird auch letztlich nicht ohne gehen bei einer solchen Masse an Mitgliedern. Dennoch: AG-Regeln sollten nicht zu restriktiv und bürokratisch werden und damit die Arbeit und die Motivation in den Arbeitsgruppen stark behindern. Auf der anderen Seite: Dokumentation ist für innerparteiliche Transparenz sehr wichtig, und da muss man in einer AG auch mal ins Saure beißen und Doku-Arbeit machen. Und das kann nur flächendeckend umgesetzt werden, wenn es dafür verbindliche Strukturen gibt. Rgewrgwe 14:00, 14. Okt. 2009 (CEST)

"Stimme eher nicht zu"

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"Stimme überhaupt nicht zu"

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