Benutzer:Magnacumnada
| Kurzprofil | |
|---|---|
| Persönlich | |
| Name: | Oliver Wesemann |
| Nick: | Magnacumnada |
| Wohnort: | Krefeld |
| Berufl. Qual.: | Versicherungskaufmann, Consultant, Trainer |
| Tätigkeit: | Consultant und Trainer |
| Geburtstag: | 04/1971 |
| Politisch | |
| Partei: | Piratenpartei Deutschland |
| Eintrittsdatum: | 18.12.2011 |
| Mitgliedsnummer: | 22622 |
| Landesverband: | Nordrhein-Westfalen |
| Ortsverband: | Krefeld |
| Crew: | Seidenstadt-Piraten |
| Kontakt | |
| Webmail: | Form-Mailer |
| Mail-Adresse: | wesemann (at) ymail (dot) com |
| Mobil: | 0178-5608043 |
| Skype: | magna-cum-nada |
| Twitter: | @OWesemann |
| Facebook: | http://www.facebook.com/OWesemann |
Vorgeschichte
Zur Politik kam ich im Jahre 1986 als ich Mitglied in der Jungen Union in Kamen wurde. Ich hatte damals eine sehr politische Klassenlkammeradin, die im "roten" Kamen die Fahne gegen die SPD hochhielt und mit der zusammen ich meinen Politiklehrer, der aktives SPD Mitglied war, zu Weißglut brachte.
Ich saß im Vorstand der Kamener JU und erlebte über unseren Stadtverbandsvorsitzenden, der für die CDU in den Stadtrat einzog, mit, was für Kungeleien da liefen, wenn es nur der Partei nutzt.
Man stimmte nicht nach Gewissen für Anträge, sondern unterstützte auch gerne mal einen völlig unsinnigen oder kostspieligen Antrag der SPD, wenn es dem CDU Bauunternehmer einen Auftrag einbrachte.
An meiner Schule war auch der heutige Landesgeschäftsführer der Berliner SPD, Rüdiger Scholz, der gerne mal JuSo Plakate im Oberstufenraum aufhängte, was wir mit 500 Schüler Union Flyern in der gesamten Schule konterten.
Nach 3 Jahren und einer lustigen Fensterputzaktion bei der SPD, die wir damit begründeten, dass die Sozis auch mal den Durchblick haben sollten, zog ich nach Dortmund wo ich aber bis auf Einsätze im Bundestagswahlkampf 1990 mit Norbert Blüm, in dessen Wahlkreis ich mittlerweile gezogen war, nicht mehr aktiv war.
In der Folgezeit war ich zwar noch Mitglied der JU, allerdings bis zu meinem altersbedingten Ausschluß 2007 nur noch inaktiv.
Im Jahre 2000 lebte ich auf einer kleinen Insel auf den Philippinen, wo ich mit meinem philippinischen Partner einen Computerhandel betrieb. Als der örtliche Bürgermeister, der die Menschen dort regelrecht unterdrückte, uns aufforderte, ihn zu schmieren, schmissen wir ihn aus dem Laden und beschlossen, dass mein Geschäftspartner gegen ihn antreten würde. Wir hatten zwar wesentlich weniger Geld aber gute, kreative Ideen.
Wir starteten 2 Wochen vor der eigentlichen Wahlkampfphase mit dem Slogan "Activate your faith, GOD is greater than any giant" und boten den Menschen an, diesen per Siebdruck auf mitgebrachte T-Shirts zu drucken. 800 Shirts in einer Woche sprengten jede Erwatung, die Menschen kamen in Strömen und wollten große Transparente, die sie an ihren Häusern anbrachten.
Irgendwann rief mich die örtliche Parteichefin an und teilte mir mit, ich solle mir ein Boot besorgen und auf die Nachbarinsel kommen, da die Senatoren mit mir reden wollten.
Ich traf dort Politgrößen wie Ed Angara, Jun Ponche Enrile, Ping Lacson und die Frau des gerade per Putsch abgesetzten Präsidenten Estrada und nach einem heftigen Umtrunk mit seinem Sohn an der Bar war ich nun Campain Manger der LDP Partei für die Region IV B (Romblon) im Wahlkampf 2001. Ich wollte hierfür keinen Centavo (Cent, weil es um die Bürgerrechte der Menschen ging und wir nur einen Fond für den Wahlkampf forderten. Überzeugung sollte man nicht von Geld abhängig machen...
Einen Tag vor der Wahl flog der Gouverneur ein und musste wegen unserer Kampagne die Stimmer der Bewohner mit 7 Millionen Pesos erkaufen. Man hinderte die Bewohner aus den Bergdörfern mit Waffengewalt daran, zur Wahlurne zu gelangen. Mir wurde klar, dass es angesichts solcher Umstände besser wäre, nun den Abgang zu machen, allerdings war die Staatsmacht schneller. Ich wurde wegen eines angeblichen Visumvergehens von der Einwanderungsbehörde festgenommen und nach einigem Hin und Her, das eine große Anzahl meiner Unterstützer verursachte, in ein Abschiebelager eingeliefert.
An sich dachte ich, die Angelegenheit wäre schnell zu klären, da mein Visum gerade erneuert wurde und das sogar nach Empfehlung des damaligen Senatspräsidenten Blas Ople.
Allerdings stellte sich das als Trugschluß heraus. Man forderte "Geld unter dem Tisch" von mir und die Deutsche Botschaft schien sogar in die Sache verwickelt zu sein, da man von der ganzen Aktion im Vorfeld wusste, mich aber weder warnte noch beschützte.
Ich sah kleine Kinder, die wie die Meisten der 104 Insassen zu Unrecht dort festsaßen.
In dieser Situation hat man wohl nur zwei Möglichkeiten: Ligenbleiben und krepieren oder gegen das kranke System kämpfen.
Im Camp gab es einen Kanadier, der seit 2 Jahren zu unrecht dort saß und der gute Kontakte zur einheimischen Presse aufgebaut hatte, die im Sinne der Gefangenen der Kidnap for Ransom Syndikates berichtete.
Wir beschlossen, der Sache einen internationalen Touch zu geben, was hatten wir zu verlieren?
Einem britischen Mitgefangenen, der 4 Jahre zu Unrecht in einem Gefängnis gesessen hatte und bei uns vor seiner Deportation "zwischengelagert" wurde, gaben wir umfangreiche Unterlagen zur Weiterreichung an eine britische Menschenrechtsorganisation mit. Nachdem die Deutsche Botschaft eine Woche zuvor noch meinte, mich verlachen zu müssen, weil ich von dort drinnen ja eh nichts bewegen könne, lachte man nun nicht mehr, als plötzlich eine Webseite über die dubiosen Umstände aufklärte.
Ich besorgte mir ein Wap-Handy und schickte E-Mails an alle nur denkbaren Organisationen. Als einer der ersten antwortete Dr.Jochen Range von Amnesty International und ab diesem Moment bewegte sich der Spaßfaktor in der Deutschen Botschaft und im Auswärtigen Amt gegen null.
Nach dem Tod eines Indischen Mitgefangenen, der an sich bereits entlassen war und einen Herzinfarkt erlitt und von dem man vor dem Krankenhaus Geld erpressen wollte, um ihn hinein zu bringen, kam richtig Dynamik in die Geschichte.
Das gesamte Camp ging mit 104 Insassen in einen unbefristeten Hungerstreik. Die gesamte Philippinische Presse samt Medien lief auf und berichtete über die Umstände, das Auswärtige Amt wurde arg nervös und hatte es plötzlich sehr eilig, mich außer Landes zu bringen.
Nach netten Treffen mit Medienvertretern, Menschenrechtsorganisation, Ombudsmännern usw.beschloss man in der Botschaft, mich einen Tag vor einem angekündigten Interview auszufliegen.
Ich beschloss, auch zurück in Deutschland die Sache nicht auf sich beruhen zu lassen und forderte vom Auswärtigen Amt Aufklärung.
Zunächst mal war die Antwort die übliche Ignoranz.
Im Jahre 2005 wurde ich informiert, dass im Camp mittlerweile 8 Deutsche seit teilweise 2 Jahren saßen und die Botschaft das übliche Verhalten an den Tag legte.
Kurioserweise hatte zwischenzeitlich einer der Deutschen vor dem Philippinischen Obersten Gerichtshof geklagt und gewonnen. Alle Verhaftungen des Bureau of Immigartion wurden für rechtswidrig erklärt und gegen die seinerzeitge Chefin des Behörde, die so Wahlkampfgelder für Präsidentin Arroyo scheffelte wurde später Haftbefehl erlassen. Das Auswärtige Amt und die Botschaft taten, was sie immer taten: Nichts!
Nachdem in einer Paderborner Zeitung über den Fall berichtet wurde, rief ich dort an um klar zu machen, dass es sich nicht um einen Einzelfall handele, sondern um Kidnapping mit System und Deutscher Beteiligung. Gleichzeitig reaktivierte ich meine Kontakte zur CDU und fand 4 Bundestagsabgeordnete, die nun pikante Fragen an das Auswärtige Amt richteten. Gleichzeitig kontaktierte ich Elmar Brok, der seinerzeit Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses der EU war und sofort aktiv wurde.
Wahlkampfzeit, da bekommt man Abgeordnete der Opposition zu vielen Dingen, wenn man es richtig anstellt...
Die Sache kochte so hoch, dass Herr von Klaeden kurz davor war, Herrn Joschka Fischer im damaligen Visa Untersuchungsausschuß einmal zu fragen, was eigentlich auf den Philippinen so abginge. Der Botschafter wurde abgezogen, die Presse berichtete, auch wenn Regierungskriminalität in Deutschland nicht wirklich ein Thema ist, weil es einfach eine Liga zu hoch ist.
Ein Reporter der BILD merkte seinerzeit an, dass er gerne berichten würde, sein Chefredakteur das aber nicht genehmige, da er gerne weiter mit Herrn Schröder auf Auslandsreise gehen würde... Soviel zur Pressefreiheit und zur Gewaltenteilung in diesm Land.
Kurz vor der Bundestagwahl kündigte Rechtsanwalt Markus Roscher einen Strafantrag gegen Fischer an, weil dieser Bundestagsabgeordnete in Ihrer Kontrollfunktion im Bezug auf die Sache wissentlich belogen hatte.
Die Gefangenen kamen allerdings alle durch den Einsatz eines Sonderbeauftragten des Auswärtigen Amtes, der nun als Botschafter in Manila fungierte, schnell frei, wobei der letzte Fall nach Einsatz von Elmar Brok durch den WDR dokumentiert wurde.
Herr Fischer und Herr Schröder zogen sich kurz nach der Wahl aus der aktiven Politik zurück. Zunächst sah ich da keinen Zusammenhang, bis mich ein Bekannter aus der SPD Zentrale anrief und wenig erfreut fragte, ob es denn nun mal langsam gut sei. Ok, wir haben sie wirklich gut "angeschossen".
In der Folge erlebte der Deutsche Bürger die wohl unsäglichste Schlammschlacht in Sachen Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU mit, die man jemals erlebt hatte.
Ich nahm diese ekelhafte Veranstaltung zum Anlass, meiner Wut über das verfilzte System Luft zu machen, indem ich ein Grundsatzprogramm für eine neue Partei, die Reaktivierung des Demokratisch Aufbruchs schrieb, das beim heutigen Lesen in den Grundzügen denen der Piratenpartei auffallend ähnlich ist (Direkte Demokratie, Verabschiedung vom Links-Rechts Spektrum, Staatsdiener statt Staatsmann usw.)
Eingestellt im Spiegel Forum, binnen 24 Stunden 300 Anfragen, wo man Mitglied werden könne.
Eventuell war ja einer der Begründer der Piratenpartei dabei und es hat ihn inspiriert. Wenn es so wäre, würde es mich sehr freuen.
Unsere Gruppe hat es wegen der Hürden für Parteigründungen und der Aussichtslosigkeit angesichts einer großen Koalition dann aber gelassen.
Hier, jetzt, Piraten und Zukunft
Auf die Piraten wurde ich das erste mal durch die verrückten Plakate in Berlin aufmerksam.
Irgendwann kamen wir von einem netten Umtrunk mit Freunden, bei dem wir viel über Politik diskutierten, nachts nach Hause und meine Freundin stürmte an ihr Notebook und wurde direkt Piratin.
Ich war etwa eine Minute langsamer, was mir aber die tolle Mitgliedsnummer 22622 einbrachte.
Seitdem bin ich Pirat mit den Schwerpunkten Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaftspolitik und Sozialpolitik immer beschäftigt mit der Einbindung meines Netzwerkes und habe jüngst meine Leidenschaft für den Straßenwahlkampf wiederentdeckt.
Ambitionen? Persönlich keine, ich will die richtigen Leute an die richtigen Positionen bringen, damit wir alle etwas bewegen können und bleibe selbst lieber hinter den Kulissen...
Ich habe gesehen, was Filz und Fetternwirtschaft gepaart mit Ignoranz Menschen gegenüber anrichten können und angesichts der oben geschilderten Erlebnisse soll mir niemand versuchen weiß zu machen, dass die Vertreter der "Altparteien" das Volk vertreten geschweige denn seine Interessen vertreten.
Im Gegensatz zu den meisten, die von sich selbst sagen "Früher waren wir alle mal rot" war ich das nie.
Ich halte das gesamte Recht-Links Spektrum für absolut überholt und nehme mir das Recht heraus, Vorschläge aller demokratischen Parteien zu mögen oder auch nicht zu mögen, unabhängig davon, aus welchem politischen Lager sie kommen.
Maßgeblich sollte doch sein, ob sie gut oder schlecht für die Bürger sind und das gilt es im Dialog herauszufinden, bis man die bestmögliche Lösung für ein Problem gefunden hat, mit der dann alle oder zumindest der Großteil der Bevölkerung zufrieden sein können.
Ich denke, wir brauchen in diesem Land wieder gewisse Werte und wir sollten aufstehen für Dinge, FÜR die wir sind, statt dauernd zu formulieren, wogegen wir sind. Transparenz ist einer der ganz wichtigen Faktoren, genau wie die Gabe Menschen Politik logisch und nachvollziehbar darzustellen.
Das sind Ideale, für die ich kämpfen und argumentieren will, das sind Ideale, für die ich mein gesamtes Netzwerk und mein Knowhow in die Waagschale werfen möchte und wenn ich seinerzeit schon nicht den Mut hatte, die Sache selbst aufzuziehen, so habe ich in den Piraten die Partei (oder besser Bürgerbewegung) gefunden, bei der ein Idealist wie ich sich einbringen kann und bei der das Wohl und die Freiheit der Menschen im Vordergrund steht.