Benutzer:Johannesponader/Kein Rechtspopulismus auf dem BPT
Wenn Carsten Schulz sich in Neumünster für ein Amt vorstellt, werde ich aufstehen und den Saal verlassen.
Carsten Schulz möchte, dass die Leugnung des Holocaust nicht länger eine Straftat ist und dass "Mein Kampf" frei verkauft werden kann. Er bewirbt sich als Bundesvorsitzender.
Carsten Schulz ist nicht unintelligent. Er weiß, dass er als Kandidat für den Bundesvorsitz völlig chancenlos ist. Das allein wäre Grund genug, ihm jede Aufmerksamkeit zu versagen. Bei den Listenaufstellungen in Niedersachsen erzielte er marginale Zustimmungswerte. Seine Positionen finden in der Piratenpartei keine Mehrheiten.
Dennoch kandidiert er zum Bundesvorsitzenden. Er missbraucht die Vorstandswahlen als Podium, um sich und seine Ideologie bekanntzumachen.
Carsten Schulz weiß sich zu präsentieren. Vielleicht wird er seine Positionen äußern, vielleicht wird er sie verschweigen. Ich möchte Carsten Schulz meine Aufmerksamkeit nicht geben. Ich möchte Carsten Schulz auch nicht befragen, um seine Positionen ans Licht zu bringen, weil auch das ein Podium bieten würde, das zudem vermutlich medial verzerrt wiedergegeben werden würde. Ich möchte statt dessen den anderen Parteitagsmitgliedern durch mein Handeln unmissverständlich mitteilen, dass Carsten Schulz für mich unwählbar ist.
Carsten Schulz sucht das Podium. Gleichzeitig stürzen sich die Medien derzeit auf Menschen wie Carsten Schulz. In einer Reportage über die Aufstellungsversammlung in Niedersachsen vom vergangenen Wochenende wird der gewählte Spitzenkandidat gerade einmal angeschnitten, während Schulz ausführlich interviewt wird und damit eine Plattform für seine Ideen bekommt.
Das gefährliche an Carsten Schulz sind nicht seine Thesen. Das gefährliche an ihm ist, dass er durch die Art, wie er sich und seine Thesen präsentiert, Menschen in unsere Partei einlädt, die nicht auf dem Boden unserer Verfassung stehen, und die wir in unserer Partei nicht haben wollen.
Als ein anderer Pirat in der niedersächsischen Aufstellungsversammlung unter Bezugnahme auf Carsten Schulz krude Thesen verbreitete und vor einer islamistischen Ausrottung Europas warnte, die hundertmal schlimmer als der Holocaust werden würde, hat das Plenum den Saal geschlossen verlassen. Er wurde nicht ausgebuht. Er wurde nicht bespuckt oder beschimpft. Er durfte reden. Doch keiner hat ihm zugehört.
Ich will, dass die Fernsehkameras, wenn Carsten Schulz redet, keine Zeit haben, seine Positionen einzufangen und zu verbreiten. Ich will, dass sie stattdessen 2.000 Menschen filmen, die ein Zeichen setzen, dass faschistische Ideologien und Rechtspopulismus bei uns keinen Raum hat. Ich will, dass sie 2.000 Menschen filmen, die den Raum verlassen. Ich werde einer von ihnen sein.
- Johannesponader 13:36, 25. Apr. 2012 (CEST)